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Erfahrungsbericht von yopianerin

Tanz auf meinem Grab - Aidan Chambers

Pro:

sehr spannend, informativ und interessant

Kontra:

sehr lange

Empfehlung:

Nein

Der Roman „Tanz auf meinem Grab“ von dem englischen Autor Aidan Chambers handelt von dem sechzehnjährigen Protagonisten Henry Spurling Robinson, kurz Hal genannt.
Den Rahmen der Handlung bilden zwei Zeitungsausschnitte, die als Einleitung und Schluss dienen.
Hal zieht mit seinen Eltern nach Southend (in England) und lernt dort nach anfänglichen Schwierigkeiten Barry kennen. Beide sind von einander fasziniert und es entwickelt sich rasch „mehr“ als eine Jungenfreundschaft.
Hal arbeitet in den Sommerferien bei Barry und dessen Mutter im Geschäft, Barrys Vater ist bereits verstorben. Hal will ständig mit Barry zusammen sein und vereinnahmt ihn völlig. Auf Barry übt jedoch das Neue und Unbekannte einen besonderen Reiz aus, weshalb er auch mit Hal Schluss macht.
Nach einem großen Streit kommt es zu dem tragischen Unfall. Barry stirbt und Hal fühlt sich schuldig. Er will Barrys Leiche sehen, um sicher sein zu können, dass er wirklich tot ist...

Die Erzählperspektiven wechseln zwischen Hal und einem Sozialarbeiter, der Hal betreut. Denn nachdem Hal es durch die Hilfe einer Freundin geschafft hatte, Barrys Leiche zu sehen, tanzt er auf dessen Grab.
Der Sozialarbeiter soll nun herausfinden, warum Hal auf dem Grab seines besten Freundes tanzt, noch dazu, da der Tanz für Außenstehende wie eine Grabschändung aussieht.

Man merkt also, dass in dieser Geschichte viel mehr steckt, als bloß eine Jungenfreundschaft mit tragischem Ende...

Mir persönlich hat das Buch wahnsinnig gut gefallen, es ist sehr locker und „modern“ geschrieben. Auch hat mich dieser Roman dazu bewegt das Buch „Slaughterhouse 5“ von Kurt Vonnegut zu lesen, denn dieses wird öfter von Hal, der sich intensiv mit dem Tod beschäftigt, erwähnt. (Slaughterhouse 5 kann ich auf diesem Wege auch sehr empfehlen, es ist wohl ein bisschen grausam, aber sehr gut :-)

„Tanz auf meinem Grab“ ist gleichzeitig humorvoll und witzig geschrieben, doch auch tief traurig und es regt zum Nachdenken an, man muss sich einfach nur mitreißen lassen...

mfg Christina


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-29 18:25:52 mit dem Titel Der ewige Gärtner - John Le Carré

„Der ewige Gärtner“ – John Le Carré

John Le Carré verfasste 2001 sein großartiges Werk „Der ewige Gärtner“. Der 1931 in England geborene Bestsellerautor befasst sich in seinem neuesten Werk mit der üblen, nur scheinbar Heil bringenden Welt der globalen Pharmaindustrie. Er beschreibt Betrug und Gefahr so, dass man völlig von der Spannung gepackt wird und das Buch kaum noch aus den Händen legen will.

Tessa, die Frau von Justin Quayle, dem Protagonisten, wird in der Wüste von Kenia ermordet aufgefunden. Justin Quayle, ein leidenschaftlicher Hobbygärtner sieht seine gehegten und gepflegten Freesien welken, die Schmerzen über den Tod seiner Frau machen den Witwer stärker und er versucht die wahren Gründe der vertuschten Ermordung Tessas herauszufinden. Er stoßt dabei auf dunkle Machenschaften der Pharmaindustrie, die bereits Tessa aufzudecken versuchte. Unter falschem Namen reist Justin Quayle umher, bis nach Basel, zum Hauptsitz des Pharmakonzerns, der mit einem neuen „Wundermittel Dypraxa“ gegen Tuberkulose das große Geld machen will. Er trifft andere Bedrohte in Kanada, wird selbst verprügelt und verfolgt, bis er schließlich im Sudan landet...

Tessa war das Gegenteil von Justin, sie interessierte sich für die politischen Machenschaften in Afrika und als Justin sich genauer mit ihren Arbeiten befasst, gerät seine heile Welt ins wanken, er beginnt nach und nach zu entdecken, womit sich seine geliebte Frau wirklich beschäftigte.
Dieser Roman in 24 Kapiteln ist spannungsgeladen und ausdrucksstark. Man erfährt Details über Tuberkulose und Aids und die Situation in Afrika.
Ein großartiges Werk, sehr aktuell und ich kann es nur jedem empfehlen.

mfg Christina

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