Erfahrungsbericht von IrresLicht
Unter des Käfers Keller - Mary Willis Walker
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Hätte ich nur den Titel und die Kurzbeschreibung auf dem Buchrücken gelesen, hätte ich \'Unter des Käfers Keller\' wahrscheinlich eher nicht gelesen. Aber das Buch wurde mir wärmstens empfohlen und ich kannte Mary Willis Walker auch schon von einem anderen Krimi, der mich sehr gut unterhalten hatte. Also legte ich mir das Buch denn doch zu und habe es nicht bereut.
Die Autorin Mary Willis Walker schreibt zwar wirklich hervorragende Krimis - immerhin habe ich jetzt genau 50 % aller ihrer Bücher verschlungen, lol - aber noch nicht so lange, daher gibt es bisher genau 4 Titel von ihr, die es in deutscher Sprache zu kaufen gibt.
1996 - Raubtierfütterung
1996 - Der rote Schrei
2000 - Unter des Käfers Keller
2000 - Lass die Toten ruhn
Aha, denkt der aufmerksame Leser. Schreibt sie also 2 Krimis im Jahr und das im 4-Jahres-Rythmus. Da ich davon jeden 2. lese, kann ich mich also jetzt auf Anfang 2004 freuen.
Ja, da staunt der werte Leser. Logik ist schon was feines, und ich beherrsche sie .. .. jupp .. .. ich mag Krimis und ich kann Logik .. .. jawoll .. .. Logik ist der Schlüssel zu jedem Krimi .. .. .. .. .. ..
.. .. .. .. weeeiittt gefehlt, aber dazu später.
Erstmal die Handlung
** ** ** ** ** ** ** ** **
Der selbsternannte Prophet Samuel Mordecai entführt einen Schulbus mit 11 Kindern und dem Busfahrer Walter Demming. Er verschanzt sich mit seinen Sektenmitgliedern auf dem Land und hält seine Geiseln in einem Bus gefangen, der im Erdreich einer Scheune vergraben ist. Jeden Tag erscheint er vor ihnen und predigt den \'Lämmern\' - wie er sie nennt - die Apocalypse und ihre wichtige Rolle dabei.
Währenddessen versucht das FBI ergebnislos, Mordecai zu Verhandlungen zu überreden und ist mit seinem Latein am Ende. Nur die Jounalistin Molly Cates ist einer Spur auf der Fährte. Allerdings kennt sie Mordecai von früher, als sie ein Interwie mit ihm führte und will weder mit ihm, noch mit der Entführung etwas zu tun haben. Als sie allerdings merkt, dass es hier nicht nur um eine Geiselnahme geht, nimmt sie Verbindung mit dem FBI auf.
Falsche Schublade, erfreuliche Erkenntnisse
** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** **
Die Geschichte beginnt mit der Vorstellung von Walter Demming, der sich mit den Kindern bereits in dem eingegrabenen Bus befindet. Das 1. Kapitel befasst sich mit der Situation unter der Erde. Es wird schnell klar, dass Walter mit Kindern nicht wirklich was zu tun haben will. Er hat nichts gegen Kinder, aber er kann mit ihnen nichts anfangen. Und ausgerechnet dieser Mann sitzt hier in diesem engen, einzelnen Raum seit sechsundvierzig Tagen mit elf Kindern gefangen und versucht die Fassung zu behalten, denn die Kinder zählen auf ihn.
Als ich soweit gelesen hatte, machte ich in Gedanken eine Schublade auf, auf der in grossen Lettern \'Psychosülze\' steht und pfefferte das Buch hinein. Nicht, dass der Eindruck entsteht, dass ich Bücher mit psychologischem Hintergrund nicht mag, aber mir war grade mehr nach Entspannung und nicht so sehr nach denken beim Lesen. Ich hatte die Befürchtung, dass das Buch immer tiefer in die Ängste der Kinder eintauchen und sich im Gewirr von Gefühlen und Gedanken verfangen würde.
Aber weit daneben gepfeffert, denn schon im nächsten Kapitel wird uns die Journalistin Molly Cates vorgestellt, gefolgt von ihrem Exmann Grady, der als Polizist die Belagerung des Sektengeländes unterstütz.Wir lernen Freunde des Busfahrers Walter Demming kennen, den Sektenführer Samuel Mordecai und viele mehr.
Die Zusammenfassung auf dem Buchrücken assoziiert eine vollkommen falsche Gewichgung der Geschehnisse. Das wird leider so manchen Leser enttäuchen, doch mich hat es hoch erfreut ;-)).
Beruhigt, dass sich die Geschichte nicht ausschliesslich um die Psyche der Kinder dreht, habe ich also weitergelesen und fand in diesem Krimi Entspannung pur.
Der etwas andere Krimi
** ** *** ** ** ** ** ** ** **
Die meisten Krimis, die ich gelesen habe, motivieren den Leser früher oder später dazu, den Täter und die Umstände zu erraten. Die Autoren arbeiten darauf hin, dem Leser nach und nach Hinweise zukommen zu lassen, um das Verbrechen mit einer logischen Tat- und Beweisfolge zu untermalen. Nicht ganz reizlos und alt bewährt.
Aber dieser Krimi ist anders. Von Anfang an steht fest, wer die Bösen und wer die Guten sind und dem Leser bleibt auch nicht verheimlicht, wo sich die Kinder befinden und auch der Grund für ihre Entführung wird ziemlich schnell klar. \'Unter des Käfers Keller\' ist deswegen ganz genau genommen auch gar kein Krimi. Das Buch beschreibt die Ereignisse, die auf die Entführung folgen und stellt die Personen vor, die an der Lösung der Situation beteiligt sind, die immer kritischer wird.
Die Frage ist nicht : wer ist hier der Mörder, sondern : schaffen es die Beteiligten, die Kinder zu retten.
Die Geschichte ist gut recherchiert, die Story lückenlos und ohne Ungereimtheiten, die hinter schönen Worten versteckt werden. Eigentlich bleibt kaum eine Frage offen und Mary Willis Walker erschlägt den Leser nicht mit Logik, sondern erzählt ihm eine spannende Geschichte.
Der Titel
** ** ** **
Der Titel des Buches \'Unter des Käfers Keller\' ist ein Teil eines Gedichtes. Ohne zu viel zu verraten, möchte ich aus den Gedanken von Molly Cates zitieren:
\"Als Kind hatte sie wiederkehrende Alpträume von gelibten Menschen gehabt, die in der schwarzen, kalten Erde begraben wurden. Es erschien ihr wie die schlimmste Verbannung, die Vertreibung in die dunkle Sphäre, unter dem Licht, unter dem Gras, unter der Erde. \'Unter des Käfers Keller\' .. .. \"
Der Titel erscheint erstmal ziemlich verwirrend. Aber im Laufe des Buches wird er sinnvoll und erklärt sich von selber.
Meine Meinung
** ** ** ** ** ** **
Ich kann das Buch wirklich mit ruhigem Gewissen empfehlen, es wird nie langweilig.Ich habe es in kürzester Zeit verschlugen, denn die Geschichte fesselt und das Ende ist bis kurz vor Schluss ungewiss.
Die Verteilung meiner Symphatien war nicht sehr schwierig. Die Einteilung in Gut und Böse ist ziemlich eindeutig. Es werden zwar auch bei den guten kleine negative Schwächen und Begebenheiten eingebaut, aber diese werden als menschlich und verzeihbar abgetan. So wird zum Beispiel ein Alkoholproblem von Molly Cates erwähnt, aber als vergangen und verzeihbar eingestuft. Die Figuren bleiben menschlich und real.
Mit am besten haben mir die Szenen mit dem Hund gefallen. Sie lockern die Atmosphäre ein bisschen auf und geben den Personen Molly und Grady ein bisschen zusätzliche Tiefe.
Im Grossen und Ganzen eben ein gelungenes Stück gedruckte Worte und durchaus lesenswert.
Die Zeit bis zum Anfang 2004 vertreibe ich mir jetzt mit dem 2. Buch von Mary Willis Walker, denn ich habe \'Der rote Schrei\' schon hier liegen. Das bringt mich dann auch wieder zurück zur Logik, denn wenn ich dieses Buch gelesen habe, darf ich mich logischer Weise zusätzlich auch auf Ende 2004 und Walkers 6. Roman freuen.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-14 09:56:20 mit dem Titel Wenn die Mäuse Katzen jagen - Patterson, James
Eigentlich habe ich immer einen kleinen Vorrat an ungelesenen Büchern zu Hause. Man weiss ja nie, wann man mal wieder zum Einkaufen kommt – ist meine beliebteste Ausrede. In Wirklichkeit bin ich süchtig nach Bücher kaufen ;-)
Auf jeden Fall gehe ich an keinem Bücherstand vorbei, ohne ihn wenigstens zu überfliegen und bei einer solchen Aktion ist mir ‚Wenn die Mäuse Katzen jagen‘ von James Patterson in die Finger geraten. Ich habe es gekauft, weil mir der Autor bekannt vorkam und weil mir die Aufmachung gefiel. Jetzt – ca. 4 Monate später – habe ich das Buch endlich gelesen.
Der Autor
** ** **
James Patterson (*1949) studierte Literatur, arbeitete in der Psychiatrie und dann in einer New Yorker Werbeagentur. Sein erster Roman ‚The Thomas Berryman Number‘ wurde erst von 31 Verlagen abgelehnt, um dann nach seinem endgültigen Erscheinen mit dem Edgar Allan Poe Award ausgezeichnet zu werden.
Bekannt wurde er durch sein Psychothriller, die inzwischen in 27 Sprachen übersetzt wurden. Seine Bücher erreichten inzwischen eine Gesamtauflage von ca. 25 Millionen und eines davon (‚..denn zum Küssen sind sie da‘) wurde verfilmt.
Neben inzwischen 10 diversen Werken, von denen aber nur sieben ins Deutsche übersetzt wurden, erschienen auch folgende Romane mit Alex Cross als Titelheld:
-- Morgen, Kinder, wird’s was geben (1993) – original Along Came A Spider (1993)
-- .. .. denn zum Küssen sind sie da (1995) – original Kiss the Girls (1995)
-- Sonne, Mond und Sterne (2001) – original Jack & Jill (1996)
-- Wenn die Mäuse Katzen jagen (1999) – original Cat & Mouse (1997)
-- original Pop! Goes the Weasel (1999)
Die Aufmachung
** ** ** ** **
Das Taschenbuch fiel mir sofort ins Auge, weil es wirklich eine sehr schöne Umschlaggestaltung aufzuweisen hat. Es ist rundherum in einem sehr schönen blau gehalten, mit einer schwarzen Katze in der unteren Hälfte. Sowohl der Buchtitel als auch der Autor sind in einer 3D-Schrift – ich würde sagen es ist Book Antiqua – nicht nur aufgedruckt, sondern in den Deckel eingeprägt. Dadurch wirkt das Buch für ein Taschenbuch verhältnismäßig edel und auffällig. Auf der Rückseite darf natürlich neben dem Klappentext die Maus nicht fehlen.
Das Buch hat 413 Seiten, ist also in nicht all zu langer Zeit zu bewältigen.
Die Story
** ** **
Polizeipsychologe Alex Cross, ein farbiger, sympathischer Doktor der Psychologie, lebt mit seiner Familie in Washington. Seine Familie besteht aus seiner alten, aber lebensfrohen Großmutter Nana und seinen beiden Kindern Jannie und Damon. Cross jagt den Serienmörder Gary Soneji, der davon besessen ist, die spektakulärsten Massenmorde der amerikanischen Geschichte zu übertreffen. Cross hat ihn bereits einmal ins Gefängnis gebracht und hofft, dies noch einmal zu schaffen.
Auch in Europa treibt ein Serienmörder sein Unwesen. Der allerdings richtet seine Opfer auf bestialische Weise zu und wird in der Öffentlichkeit ‚Mr.Smith, der Außerirdische genannt. Auch in diesem Fall bitten ihn die Kollegen um Rat. Erst lehnt Cross ab, da er sowieso schon zu wenig Zeit für seine Familie hat, doch schon bald stellt sich heraus, dass er auch in diesem Fall eine Rolle zu spielen scheint.
Meine Meinung
** ** ** ** **
Um es direkt vorweg zu sagen: Das Buch ist nicht wirklich schlecht. Aber man muss es nicht unbedingt gelesen haben. Es ist nicht wirklich fesselnd und neue, revolutionäre Ideen enthält es auch nicht.
Das Malheur beginnt schon mit der Übersetzung des Titels.
Die Story handelt von der Thematik Katz-und Mausspiel. Patterson löst im Verlauf des Buches niemals auf, wer die Katze und wer die Maus ist, und schon gar nicht, wer wen jagt. So heißt das Buch im Originaltitel ‚Cat and Mouse‘, was denn auch schon falsch übersetzt wurde mit ‚Wenn die Mäuse Katzen jagen‘. Während Patterson dem Leser selber überläßt, wer nun wen jagd, nimmt die Übersetzerin dem Leser diese Entscheidung ab, und der Übersetzerin (Dietlind Kaiser) steht das wohl nicht unbedingt zu, denke ich.
Da ich das Original nicht gelesen habe, werde ich ab jetzt behaupten, der Autor selber wäre schuld ;-). Schuld zum Beispiel am Malheur mit der Person des Erzählers. Das Buch wird jeweils aus zwei Perspektiven erzählt. In der 3. Person (er ging .. ..) , wenn es um den jeweiligen Verbrecher geht – also Gary Soneji und Mr. Smith und in der 1. Person (ich ging .. ..), wenn es um den Polizisten geht – also Alex Cross. Verwirrend wird es allerdings, dass der Ich-Erzähler in der Mitte der Story wechselt. Cross pausiert sozusagen als Erzähler und Thomas Pierce übernimmt diese Rolle. Dadurch entsteht ein unheimliches Chaos an Polizist und Verbrecher, Ich und Er .. ..
.. .. auf jeden Fall hab ich bisher gedacht, das in der 1. Person dann geschrieben wird, wenn es einen Erzähler der Story gibt, der das Ganze aus seiner Sicht erzählt. Der Wechsel mag an dieser Stelle als ein stilistisches Werkzeug geplant gewesen sein, ich empfinde es nur als sehr unnötig verwirrend.
Die Charaktere in dem Buch sind ein bißchen flach. Patterson verschwendet nicht viele Wörter an die Beschreibung seiner Charakter. Die Nebenfiguren sind fast besser beschrieben, als die Hauptdarsteller. Man erhält zwar einen Einblick in das Familienleben von Cross, oder auch in seine Freundschaft zu Sampson, aber einen Einblick in die Personen selber muss man sich selber ausdenken. Das muss zwar nicht unbedingt falsch sein, aber ich empfinde das in einem so kurzen Buch als zu ablenkend von der Story.
Jetzt im Nachhinein, habe ich gelesen, dass Alex Cross in der Verfilmung von \".. .. denn zum Küssen sind sie da\" von Morgan Freeman gespielt wurde. Seltsam, ich hab den symphatischen Bullen, mit der netten Familie immer als Denzil Washington vor mir gesehn, hehe.
Die Story an sich ist sehr konstruiert. Anstatt sich auf einen der beiden Serienkiller zu konzentrieren, versucht Patterson vergeblich, eine komplizierte ineinander verstrickte Geschichte zu basteln. Das hilft der Story nicht gerade dabei, Spannung zu erzeugen. Alles wirkt ein bißchen unwahr und zufällig zurecht gelegt. Nicht sehr überzeugend. Das mag anders sein, wenn man auch die anderen Cross-Romane gelesen hat. Aber diesem als Einzelwerk fehlt es an Tiefe und Charakter.
Ich würde das Buch nicht unbedingt als unspannend bezeichnen. Auf seine Art ist es sicher spannend. Allerdings zieht sich nicht ein Spannungsbogen durch das komplette Buch, sondern es sind viele, kleine Teilstrecken, die durch Spannung miteinander durchzogen werden. Leider lösen sich diese kleinen, spannenden Episoden immer zu schnell auf, weil ganz plötzlich etwas passiert und weg ist sie .. .. die Spannung.
Man zittert nicht wirklich mit, wenn schlimme Dinge passieren. Man kann sicher nicht viele Schriftsteller mit Thomas Harris vergleichen, aber Patteron ist sehr weit davon entfernt, versucht sich aber vergeblich, ähnliche Empfindungen im Leser hervor zu rufen. Seine Mörder handeln ähnlich bestialisch wie Hannibal Lecter, aber es berührt mich nicht wirklich, zu lesen, dass dem Opfer die Gesichtshaut von der Stirn bis über das Kinn gezogen wird. Patterson könnte genauso gut erzählen, wie jemand einen Apfel schält.
Aber wie Anfangs erwähnt, es ist nicht wirklich schlecht. Aber man muss es auch nicht unbedingt gelesen haben. Es unterhält, aber es fesselt nicht.
Gruß, Euer Irres Licht
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-14 22:44:31 mit dem Titel Todesmarsch - Richard Bachman aka Stephan King
Es gibt zwei Arten, dieses Buch zu lesen.
Die herkömmliche Art
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läßt uns einen spannenden Roman verschlingen, im Bestreben herauszufinden, wer den Todesmarsch gewinnt. In diesem Fall handelt es sich bei dem Buch um eine spannende Geschichte, deren Ausgang man zwar ahnt, aber die immer wieder hoffen läßt, dass unvorhersehbare Dinge geschehen. Beim ersten Lesen zwingt sich diese Art auf und man kann das Buch kaum aus der Hand legen, denn es liest sich flüssig und jeder wird wenigstens einen Geher finden, mit dem er sich entweder identifizieren kann, oder dem er wenigstens seine Sympathien schenken kann.
Aus dieser Sicht des Lesens würde ich dem Buch 4 von 5 Sternen vergeben, denn die Geschichte läßt eigentlich wenig zu wünschen übrig. Sie ist spannend, unterhaltsam, für Horrorfans fließt ausreichend Blut, für die etwas zarter besaiteten gibt es Geschichten über Freundschaft und für die oberflächlich betrachtet Hintergründigen gibt es sogar ein paar Unterhaltungen darüber, wie man sich auf solch todbringend Spiele einlassen kann. Es gibt Sympathien, Antipathien, Mitleidiges, Erfreuliches und vieles, was sich einfach in einem Rutsch lesen läßt, ohne Langeweile aufkommen zu lassen.
Kurz gesagt, man kann ‚Todesmarsch‘ lesen, sich mit seinen Freunden darüber unterhalten, über den Ausgang der Geschichte nachdenken, das Buch ins Regal stellen und zur Tagesordnung übergehen.
Die Handlung
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an Sich ist recht einfach und klingt alles andere als spektakulär.
In einer Zeit, in der die Weltbevölkerung verarmt und vor allem gelangweilt ist, in der das Militär über das Land herrscht, gibt es jedes Jahr eine Volksbelustigung, zu deren Teilnahme sich ein Großteil der männlichen Jugendlichen anmeldet. Aber nur 100 von ihnen können daran teilnehmen. Diese Auserwählten werden auf einen Marsch um Leben und Tod geschickt.
100 junge Männer laufen los und dürfen nicht stehen bleiben, egal was passiert. Es gibt kein Erbarmen, keine Ausnahmen, kein Entkommen. Wer stehen bleibt wird erschossen und es spielt keine Rolle, ob er von Wadenkrämpfen gequält wird, seine Schuhe verloren hat oder ob er sich ein Bein bricht. Wer nicht weiter läuft ist tot, denn nur ein Läufer – der, der alle anderen überlebt – kann am Ende gewinnen.
Die tiefergründige Art
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befasst sich mit den Gefühlen und den Gedanken der Geher und der Zuschauer des Spektakels. Und vor allen Dingen befasst sie sich mit den Gefühlen des Lesers.
Hier mag der Einwand laut werden, dass Bachman/King kein Psychologe ist, sondern ‚nur‘ ein Schriftsteller. Doch er ist nicht irgendein Schriftsteller, er ist der Meister des Horrors. Er beansprucht im ‚Todesmarsch‘ keine tiefenpsychologischen Erkenntnisse für sich, sondern er beschreibt die Ereignisse ausschließlich und führt uns vor Augen, wie es sein könnte .. ..
Er hält uns einen Spiegel vor und wer sich während des Lesens mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt, wird bald merken, dass King uns hier weniger vorgibt, als wir anfangs glauben. Und er hinterläßt eine kaum sichtbare, aber sehr fein gezeichnete Linie des Horrors.
Anfangs scheint es so, dass den Gehern erst nach und nach klar wird, auf was sie sich da eingelassen haben. In den Regeln des Marsches steht eindeutig geschrieben, dass ausschließlich einer der Teilnehmer den Marsch überleben kann. Aber den wenigsten scheint klar zu sein, dass das gleichbedeutend ist mit der Aussage, dass 99 der Geher den Tod finden werden.
Auch dem Leser wird das, obwohl auch er die Regeln am Beginn des Buches erfährt, nur langsam bewußt. Nach und nach sterben Jungen vor unserem geistigen Auge, nur weil sie sich eine Grippe einfangen haben oder einfach keine Hoffnung mehr haben und sich auf die Strasse setzen, bis sie dort nach ihrer dritten Verwarnung erschossen werden.
Und so wie der Leser immer noch glaubt, die Handlung würde eine Wendung erfahren, glauben auch die Teilnehmer des Marsches anfangs daran, dass alles nur ein Spiel ist. Während der Tod eines Jungen am Anfang noch ein Verlust scheint und Entsetzten hervorruft, wird im Laufe des Buches jeder Schuss gleichgültiger, solange er nicht unseren Sympathieträger trifft. Das bezieht sich nicht nur auf die Geher im Buch, sondern auch auf den Leser und wer darüber näher nachdenkt, erschreckt über seine eigenen Gefühle und Gedanken.
Hoffnungslosigkeit bekommt in diesem Buch eine ganz neue Bedeutung.
Besonders erschreckend finde ich die Reaktionen der Zuschauer, die sich am Wegesrand einfinden. Und sehr bald stellt sich die Frage, was geschehen würde, wenn es einen solchen Marsch tatsächlich einmal geben sollte. Würden auch wir jubelnd am Strassenrand stehen, wenn einer der Jungen vor uns auf die Knie fällt und kurze Zeit später erschossen wird ? Schließlich sind auch wir nicht hier erschienen, um einer Gruppe Wanderer zuzusehen .. ..
Der Autor
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ist bekanntlich Stephen King, der den ‚Todesmarsch‘ unter dem Pseudonym Richard Bachman verlegte, um den Markt in den 70er Jahren nicht mit King-Schockern zu überschwemmen. Allerdings wurde schneller als geplant bekannt, wer sich hinter dem Namen verbarg und so wurde auch der ‚Todesmarsch‘ sehr schnell ein großer Erfolg.
Anders als bei den Büchern, die King unter seinem richtigen Namen herausgab, haben die Bachman-Bücher alle eines gemeinsam, sie kommen viel schneller zur Sache. Während King-Bücher allesamt eine relativ lange Einleitungsphase haben, in denen die Personen vorgestellt werden, um die es in der folgenden Geschichte geht, kommt King in seinen Bachman-Büchern schnell zur Sache und treibt die Handlung voran. Die Protagonisten lernt man im Laufe der Handlung kennen.
Das macht übrigens den ‚Todesmarsch‘ auch interessant für Leser, denen King zu langatmig schreibt.
Die Vision
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die hinter der Geschichte an Sich steht, ist in greifbarere Nähe gerückt, als wir es uns einzugestehen wagen. Zu gerne würde ich Stephen King einmal fragen, ob er sich jemals hätte träumen lassen, wie dicht die Menschheit schon zu seinen Lebzeiten an diese Form der Unterhaltung herangekommen ist.
Wie weit sind wir noch von einem Todesmarsch entfernt, wenn wir uns vor unseren Fernsehern versammeln, um Menschen beim Abnehmen zuzusehen, oder wenn wir zum Telefonhörer greifen um an der Abstimmung teilzunehmen, darüber ob jemand ein Haus verläßt, in dem er hofft sich bis zum Ende der Show exhibitionieren zu können ?
Oh, ich weiss, ich übertreibe .. ..
Aber andererseits schrieb King dieses Buch, als sich Fernsehshows größtenteils noch auf Frage- und Antwortspielchen beschränkten und er dachte ebenfalls mit größter Wahrscheinlichkeit, dass er masslos übertreibt, wenn er ein Spiel erfindet, in dem Zuschauer die Spieler beim Leiden anfeuern.
An dieser Stelle stellt sich allerdings die Frage: Hat er es erfunden, oder hatte er ein historisches Vorbild ?
Mein Eindruck
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verstärkt sich mit jedem Lesen von ‚Todesmarsch‘, dass es nicht darum geht, dass die ‚Verlierer‘ getötet werden und wer den Marsch verliert. Egal, wie man zu den Darstellern steht, es werden immer auch einige den Tod finden, denen man das Leben gegönnt hätte.
Es geht viel mehr darum, dass jeder Leser für sich die Grenze ergründet. Keiner wird für sich eine endgültige Entscheidung treffen können, wie weit er gehen würde (weder als Teilnehmer, noch als Zuschauer), denn schließlich ist es ein sehr großer Unterschied, ob ich mir das Unvorstellbare vorstelle, oder ob ich es erlebe.
Genau so ergeht es den Gehern in der Geschichte und Bachman/King schafft es sehr erdrückend, den Leser in die Geschichte zu ziehen und mitleiden zu lassen. Er macht sehr deutlich, wie sich das Bewußtsein nur schrittweise mit den Tatsachen abfindet, bis sie vor Überflutung der Gefühle dann irgendwann an Bedeutung verlieren.
Es ist schon erschreckend, wie weit unsere Vorstellungskraft reichen kann .. ..
Die Autorin Mary Willis Walker schreibt zwar wirklich hervorragende Krimis - immerhin habe ich jetzt genau 50 % aller ihrer Bücher verschlungen, lol - aber noch nicht so lange, daher gibt es bisher genau 4 Titel von ihr, die es in deutscher Sprache zu kaufen gibt.
1996 - Raubtierfütterung
1996 - Der rote Schrei
2000 - Unter des Käfers Keller
2000 - Lass die Toten ruhn
Aha, denkt der aufmerksame Leser. Schreibt sie also 2 Krimis im Jahr und das im 4-Jahres-Rythmus. Da ich davon jeden 2. lese, kann ich mich also jetzt auf Anfang 2004 freuen.
Ja, da staunt der werte Leser. Logik ist schon was feines, und ich beherrsche sie .. .. jupp .. .. ich mag Krimis und ich kann Logik .. .. jawoll .. .. Logik ist der Schlüssel zu jedem Krimi .. .. .. .. .. ..
.. .. .. .. weeeiittt gefehlt, aber dazu später.
Erstmal die Handlung
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Der selbsternannte Prophet Samuel Mordecai entführt einen Schulbus mit 11 Kindern und dem Busfahrer Walter Demming. Er verschanzt sich mit seinen Sektenmitgliedern auf dem Land und hält seine Geiseln in einem Bus gefangen, der im Erdreich einer Scheune vergraben ist. Jeden Tag erscheint er vor ihnen und predigt den \'Lämmern\' - wie er sie nennt - die Apocalypse und ihre wichtige Rolle dabei.
Währenddessen versucht das FBI ergebnislos, Mordecai zu Verhandlungen zu überreden und ist mit seinem Latein am Ende. Nur die Jounalistin Molly Cates ist einer Spur auf der Fährte. Allerdings kennt sie Mordecai von früher, als sie ein Interwie mit ihm führte und will weder mit ihm, noch mit der Entführung etwas zu tun haben. Als sie allerdings merkt, dass es hier nicht nur um eine Geiselnahme geht, nimmt sie Verbindung mit dem FBI auf.
Falsche Schublade, erfreuliche Erkenntnisse
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Die Geschichte beginnt mit der Vorstellung von Walter Demming, der sich mit den Kindern bereits in dem eingegrabenen Bus befindet. Das 1. Kapitel befasst sich mit der Situation unter der Erde. Es wird schnell klar, dass Walter mit Kindern nicht wirklich was zu tun haben will. Er hat nichts gegen Kinder, aber er kann mit ihnen nichts anfangen. Und ausgerechnet dieser Mann sitzt hier in diesem engen, einzelnen Raum seit sechsundvierzig Tagen mit elf Kindern gefangen und versucht die Fassung zu behalten, denn die Kinder zählen auf ihn.
Als ich soweit gelesen hatte, machte ich in Gedanken eine Schublade auf, auf der in grossen Lettern \'Psychosülze\' steht und pfefferte das Buch hinein. Nicht, dass der Eindruck entsteht, dass ich Bücher mit psychologischem Hintergrund nicht mag, aber mir war grade mehr nach Entspannung und nicht so sehr nach denken beim Lesen. Ich hatte die Befürchtung, dass das Buch immer tiefer in die Ängste der Kinder eintauchen und sich im Gewirr von Gefühlen und Gedanken verfangen würde.
Aber weit daneben gepfeffert, denn schon im nächsten Kapitel wird uns die Journalistin Molly Cates vorgestellt, gefolgt von ihrem Exmann Grady, der als Polizist die Belagerung des Sektengeländes unterstütz.Wir lernen Freunde des Busfahrers Walter Demming kennen, den Sektenführer Samuel Mordecai und viele mehr.
Die Zusammenfassung auf dem Buchrücken assoziiert eine vollkommen falsche Gewichgung der Geschehnisse. Das wird leider so manchen Leser enttäuchen, doch mich hat es hoch erfreut ;-)).
Beruhigt, dass sich die Geschichte nicht ausschliesslich um die Psyche der Kinder dreht, habe ich also weitergelesen und fand in diesem Krimi Entspannung pur.
Der etwas andere Krimi
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Die meisten Krimis, die ich gelesen habe, motivieren den Leser früher oder später dazu, den Täter und die Umstände zu erraten. Die Autoren arbeiten darauf hin, dem Leser nach und nach Hinweise zukommen zu lassen, um das Verbrechen mit einer logischen Tat- und Beweisfolge zu untermalen. Nicht ganz reizlos und alt bewährt.
Aber dieser Krimi ist anders. Von Anfang an steht fest, wer die Bösen und wer die Guten sind und dem Leser bleibt auch nicht verheimlicht, wo sich die Kinder befinden und auch der Grund für ihre Entführung wird ziemlich schnell klar. \'Unter des Käfers Keller\' ist deswegen ganz genau genommen auch gar kein Krimi. Das Buch beschreibt die Ereignisse, die auf die Entführung folgen und stellt die Personen vor, die an der Lösung der Situation beteiligt sind, die immer kritischer wird.
Die Frage ist nicht : wer ist hier der Mörder, sondern : schaffen es die Beteiligten, die Kinder zu retten.
Die Geschichte ist gut recherchiert, die Story lückenlos und ohne Ungereimtheiten, die hinter schönen Worten versteckt werden. Eigentlich bleibt kaum eine Frage offen und Mary Willis Walker erschlägt den Leser nicht mit Logik, sondern erzählt ihm eine spannende Geschichte.
Der Titel
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Der Titel des Buches \'Unter des Käfers Keller\' ist ein Teil eines Gedichtes. Ohne zu viel zu verraten, möchte ich aus den Gedanken von Molly Cates zitieren:
\"Als Kind hatte sie wiederkehrende Alpträume von gelibten Menschen gehabt, die in der schwarzen, kalten Erde begraben wurden. Es erschien ihr wie die schlimmste Verbannung, die Vertreibung in die dunkle Sphäre, unter dem Licht, unter dem Gras, unter der Erde. \'Unter des Käfers Keller\' .. .. \"
Der Titel erscheint erstmal ziemlich verwirrend. Aber im Laufe des Buches wird er sinnvoll und erklärt sich von selber.
Meine Meinung
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Ich kann das Buch wirklich mit ruhigem Gewissen empfehlen, es wird nie langweilig.Ich habe es in kürzester Zeit verschlugen, denn die Geschichte fesselt und das Ende ist bis kurz vor Schluss ungewiss.
Die Verteilung meiner Symphatien war nicht sehr schwierig. Die Einteilung in Gut und Böse ist ziemlich eindeutig. Es werden zwar auch bei den guten kleine negative Schwächen und Begebenheiten eingebaut, aber diese werden als menschlich und verzeihbar abgetan. So wird zum Beispiel ein Alkoholproblem von Molly Cates erwähnt, aber als vergangen und verzeihbar eingestuft. Die Figuren bleiben menschlich und real.
Mit am besten haben mir die Szenen mit dem Hund gefallen. Sie lockern die Atmosphäre ein bisschen auf und geben den Personen Molly und Grady ein bisschen zusätzliche Tiefe.
Im Grossen und Ganzen eben ein gelungenes Stück gedruckte Worte und durchaus lesenswert.
Die Zeit bis zum Anfang 2004 vertreibe ich mir jetzt mit dem 2. Buch von Mary Willis Walker, denn ich habe \'Der rote Schrei\' schon hier liegen. Das bringt mich dann auch wieder zurück zur Logik, denn wenn ich dieses Buch gelesen habe, darf ich mich logischer Weise zusätzlich auch auf Ende 2004 und Walkers 6. Roman freuen.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-14 09:56:20 mit dem Titel Wenn die Mäuse Katzen jagen - Patterson, James
Eigentlich habe ich immer einen kleinen Vorrat an ungelesenen Büchern zu Hause. Man weiss ja nie, wann man mal wieder zum Einkaufen kommt – ist meine beliebteste Ausrede. In Wirklichkeit bin ich süchtig nach Bücher kaufen ;-)
Auf jeden Fall gehe ich an keinem Bücherstand vorbei, ohne ihn wenigstens zu überfliegen und bei einer solchen Aktion ist mir ‚Wenn die Mäuse Katzen jagen‘ von James Patterson in die Finger geraten. Ich habe es gekauft, weil mir der Autor bekannt vorkam und weil mir die Aufmachung gefiel. Jetzt – ca. 4 Monate später – habe ich das Buch endlich gelesen.
Der Autor
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James Patterson (*1949) studierte Literatur, arbeitete in der Psychiatrie und dann in einer New Yorker Werbeagentur. Sein erster Roman ‚The Thomas Berryman Number‘ wurde erst von 31 Verlagen abgelehnt, um dann nach seinem endgültigen Erscheinen mit dem Edgar Allan Poe Award ausgezeichnet zu werden.
Bekannt wurde er durch sein Psychothriller, die inzwischen in 27 Sprachen übersetzt wurden. Seine Bücher erreichten inzwischen eine Gesamtauflage von ca. 25 Millionen und eines davon (‚..denn zum Küssen sind sie da‘) wurde verfilmt.
Neben inzwischen 10 diversen Werken, von denen aber nur sieben ins Deutsche übersetzt wurden, erschienen auch folgende Romane mit Alex Cross als Titelheld:
-- Morgen, Kinder, wird’s was geben (1993) – original Along Came A Spider (1993)
-- .. .. denn zum Küssen sind sie da (1995) – original Kiss the Girls (1995)
-- Sonne, Mond und Sterne (2001) – original Jack & Jill (1996)
-- Wenn die Mäuse Katzen jagen (1999) – original Cat & Mouse (1997)
-- original Pop! Goes the Weasel (1999)
Die Aufmachung
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Das Taschenbuch fiel mir sofort ins Auge, weil es wirklich eine sehr schöne Umschlaggestaltung aufzuweisen hat. Es ist rundherum in einem sehr schönen blau gehalten, mit einer schwarzen Katze in der unteren Hälfte. Sowohl der Buchtitel als auch der Autor sind in einer 3D-Schrift – ich würde sagen es ist Book Antiqua – nicht nur aufgedruckt, sondern in den Deckel eingeprägt. Dadurch wirkt das Buch für ein Taschenbuch verhältnismäßig edel und auffällig. Auf der Rückseite darf natürlich neben dem Klappentext die Maus nicht fehlen.
Das Buch hat 413 Seiten, ist also in nicht all zu langer Zeit zu bewältigen.
Die Story
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Polizeipsychologe Alex Cross, ein farbiger, sympathischer Doktor der Psychologie, lebt mit seiner Familie in Washington. Seine Familie besteht aus seiner alten, aber lebensfrohen Großmutter Nana und seinen beiden Kindern Jannie und Damon. Cross jagt den Serienmörder Gary Soneji, der davon besessen ist, die spektakulärsten Massenmorde der amerikanischen Geschichte zu übertreffen. Cross hat ihn bereits einmal ins Gefängnis gebracht und hofft, dies noch einmal zu schaffen.
Auch in Europa treibt ein Serienmörder sein Unwesen. Der allerdings richtet seine Opfer auf bestialische Weise zu und wird in der Öffentlichkeit ‚Mr.Smith, der Außerirdische genannt. Auch in diesem Fall bitten ihn die Kollegen um Rat. Erst lehnt Cross ab, da er sowieso schon zu wenig Zeit für seine Familie hat, doch schon bald stellt sich heraus, dass er auch in diesem Fall eine Rolle zu spielen scheint.
Meine Meinung
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Um es direkt vorweg zu sagen: Das Buch ist nicht wirklich schlecht. Aber man muss es nicht unbedingt gelesen haben. Es ist nicht wirklich fesselnd und neue, revolutionäre Ideen enthält es auch nicht.
Das Malheur beginnt schon mit der Übersetzung des Titels.
Die Story handelt von der Thematik Katz-und Mausspiel. Patterson löst im Verlauf des Buches niemals auf, wer die Katze und wer die Maus ist, und schon gar nicht, wer wen jagt. So heißt das Buch im Originaltitel ‚Cat and Mouse‘, was denn auch schon falsch übersetzt wurde mit ‚Wenn die Mäuse Katzen jagen‘. Während Patterson dem Leser selber überläßt, wer nun wen jagd, nimmt die Übersetzerin dem Leser diese Entscheidung ab, und der Übersetzerin (Dietlind Kaiser) steht das wohl nicht unbedingt zu, denke ich.
Da ich das Original nicht gelesen habe, werde ich ab jetzt behaupten, der Autor selber wäre schuld ;-). Schuld zum Beispiel am Malheur mit der Person des Erzählers. Das Buch wird jeweils aus zwei Perspektiven erzählt. In der 3. Person (er ging .. ..) , wenn es um den jeweiligen Verbrecher geht – also Gary Soneji und Mr. Smith und in der 1. Person (ich ging .. ..), wenn es um den Polizisten geht – also Alex Cross. Verwirrend wird es allerdings, dass der Ich-Erzähler in der Mitte der Story wechselt. Cross pausiert sozusagen als Erzähler und Thomas Pierce übernimmt diese Rolle. Dadurch entsteht ein unheimliches Chaos an Polizist und Verbrecher, Ich und Er .. ..
.. .. auf jeden Fall hab ich bisher gedacht, das in der 1. Person dann geschrieben wird, wenn es einen Erzähler der Story gibt, der das Ganze aus seiner Sicht erzählt. Der Wechsel mag an dieser Stelle als ein stilistisches Werkzeug geplant gewesen sein, ich empfinde es nur als sehr unnötig verwirrend.
Die Charaktere in dem Buch sind ein bißchen flach. Patterson verschwendet nicht viele Wörter an die Beschreibung seiner Charakter. Die Nebenfiguren sind fast besser beschrieben, als die Hauptdarsteller. Man erhält zwar einen Einblick in das Familienleben von Cross, oder auch in seine Freundschaft zu Sampson, aber einen Einblick in die Personen selber muss man sich selber ausdenken. Das muss zwar nicht unbedingt falsch sein, aber ich empfinde das in einem so kurzen Buch als zu ablenkend von der Story.
Jetzt im Nachhinein, habe ich gelesen, dass Alex Cross in der Verfilmung von \".. .. denn zum Küssen sind sie da\" von Morgan Freeman gespielt wurde. Seltsam, ich hab den symphatischen Bullen, mit der netten Familie immer als Denzil Washington vor mir gesehn, hehe.
Die Story an sich ist sehr konstruiert. Anstatt sich auf einen der beiden Serienkiller zu konzentrieren, versucht Patterson vergeblich, eine komplizierte ineinander verstrickte Geschichte zu basteln. Das hilft der Story nicht gerade dabei, Spannung zu erzeugen. Alles wirkt ein bißchen unwahr und zufällig zurecht gelegt. Nicht sehr überzeugend. Das mag anders sein, wenn man auch die anderen Cross-Romane gelesen hat. Aber diesem als Einzelwerk fehlt es an Tiefe und Charakter.
Ich würde das Buch nicht unbedingt als unspannend bezeichnen. Auf seine Art ist es sicher spannend. Allerdings zieht sich nicht ein Spannungsbogen durch das komplette Buch, sondern es sind viele, kleine Teilstrecken, die durch Spannung miteinander durchzogen werden. Leider lösen sich diese kleinen, spannenden Episoden immer zu schnell auf, weil ganz plötzlich etwas passiert und weg ist sie .. .. die Spannung.
Man zittert nicht wirklich mit, wenn schlimme Dinge passieren. Man kann sicher nicht viele Schriftsteller mit Thomas Harris vergleichen, aber Patteron ist sehr weit davon entfernt, versucht sich aber vergeblich, ähnliche Empfindungen im Leser hervor zu rufen. Seine Mörder handeln ähnlich bestialisch wie Hannibal Lecter, aber es berührt mich nicht wirklich, zu lesen, dass dem Opfer die Gesichtshaut von der Stirn bis über das Kinn gezogen wird. Patterson könnte genauso gut erzählen, wie jemand einen Apfel schält.
Aber wie Anfangs erwähnt, es ist nicht wirklich schlecht. Aber man muss es auch nicht unbedingt gelesen haben. Es unterhält, aber es fesselt nicht.
Gruß, Euer Irres Licht
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-14 22:44:31 mit dem Titel Todesmarsch - Richard Bachman aka Stephan King
Es gibt zwei Arten, dieses Buch zu lesen.
Die herkömmliche Art
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läßt uns einen spannenden Roman verschlingen, im Bestreben herauszufinden, wer den Todesmarsch gewinnt. In diesem Fall handelt es sich bei dem Buch um eine spannende Geschichte, deren Ausgang man zwar ahnt, aber die immer wieder hoffen läßt, dass unvorhersehbare Dinge geschehen. Beim ersten Lesen zwingt sich diese Art auf und man kann das Buch kaum aus der Hand legen, denn es liest sich flüssig und jeder wird wenigstens einen Geher finden, mit dem er sich entweder identifizieren kann, oder dem er wenigstens seine Sympathien schenken kann.
Aus dieser Sicht des Lesens würde ich dem Buch 4 von 5 Sternen vergeben, denn die Geschichte läßt eigentlich wenig zu wünschen übrig. Sie ist spannend, unterhaltsam, für Horrorfans fließt ausreichend Blut, für die etwas zarter besaiteten gibt es Geschichten über Freundschaft und für die oberflächlich betrachtet Hintergründigen gibt es sogar ein paar Unterhaltungen darüber, wie man sich auf solch todbringend Spiele einlassen kann. Es gibt Sympathien, Antipathien, Mitleidiges, Erfreuliches und vieles, was sich einfach in einem Rutsch lesen läßt, ohne Langeweile aufkommen zu lassen.
Kurz gesagt, man kann ‚Todesmarsch‘ lesen, sich mit seinen Freunden darüber unterhalten, über den Ausgang der Geschichte nachdenken, das Buch ins Regal stellen und zur Tagesordnung übergehen.
Die Handlung
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an Sich ist recht einfach und klingt alles andere als spektakulär.
In einer Zeit, in der die Weltbevölkerung verarmt und vor allem gelangweilt ist, in der das Militär über das Land herrscht, gibt es jedes Jahr eine Volksbelustigung, zu deren Teilnahme sich ein Großteil der männlichen Jugendlichen anmeldet. Aber nur 100 von ihnen können daran teilnehmen. Diese Auserwählten werden auf einen Marsch um Leben und Tod geschickt.
100 junge Männer laufen los und dürfen nicht stehen bleiben, egal was passiert. Es gibt kein Erbarmen, keine Ausnahmen, kein Entkommen. Wer stehen bleibt wird erschossen und es spielt keine Rolle, ob er von Wadenkrämpfen gequält wird, seine Schuhe verloren hat oder ob er sich ein Bein bricht. Wer nicht weiter läuft ist tot, denn nur ein Läufer – der, der alle anderen überlebt – kann am Ende gewinnen.
Die tiefergründige Art
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befasst sich mit den Gefühlen und den Gedanken der Geher und der Zuschauer des Spektakels. Und vor allen Dingen befasst sie sich mit den Gefühlen des Lesers.
Hier mag der Einwand laut werden, dass Bachman/King kein Psychologe ist, sondern ‚nur‘ ein Schriftsteller. Doch er ist nicht irgendein Schriftsteller, er ist der Meister des Horrors. Er beansprucht im ‚Todesmarsch‘ keine tiefenpsychologischen Erkenntnisse für sich, sondern er beschreibt die Ereignisse ausschließlich und führt uns vor Augen, wie es sein könnte .. ..
Er hält uns einen Spiegel vor und wer sich während des Lesens mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt, wird bald merken, dass King uns hier weniger vorgibt, als wir anfangs glauben. Und er hinterläßt eine kaum sichtbare, aber sehr fein gezeichnete Linie des Horrors.
Anfangs scheint es so, dass den Gehern erst nach und nach klar wird, auf was sie sich da eingelassen haben. In den Regeln des Marsches steht eindeutig geschrieben, dass ausschließlich einer der Teilnehmer den Marsch überleben kann. Aber den wenigsten scheint klar zu sein, dass das gleichbedeutend ist mit der Aussage, dass 99 der Geher den Tod finden werden.
Auch dem Leser wird das, obwohl auch er die Regeln am Beginn des Buches erfährt, nur langsam bewußt. Nach und nach sterben Jungen vor unserem geistigen Auge, nur weil sie sich eine Grippe einfangen haben oder einfach keine Hoffnung mehr haben und sich auf die Strasse setzen, bis sie dort nach ihrer dritten Verwarnung erschossen werden.
Und so wie der Leser immer noch glaubt, die Handlung würde eine Wendung erfahren, glauben auch die Teilnehmer des Marsches anfangs daran, dass alles nur ein Spiel ist. Während der Tod eines Jungen am Anfang noch ein Verlust scheint und Entsetzten hervorruft, wird im Laufe des Buches jeder Schuss gleichgültiger, solange er nicht unseren Sympathieträger trifft. Das bezieht sich nicht nur auf die Geher im Buch, sondern auch auf den Leser und wer darüber näher nachdenkt, erschreckt über seine eigenen Gefühle und Gedanken.
Hoffnungslosigkeit bekommt in diesem Buch eine ganz neue Bedeutung.
Besonders erschreckend finde ich die Reaktionen der Zuschauer, die sich am Wegesrand einfinden. Und sehr bald stellt sich die Frage, was geschehen würde, wenn es einen solchen Marsch tatsächlich einmal geben sollte. Würden auch wir jubelnd am Strassenrand stehen, wenn einer der Jungen vor uns auf die Knie fällt und kurze Zeit später erschossen wird ? Schließlich sind auch wir nicht hier erschienen, um einer Gruppe Wanderer zuzusehen .. ..
Der Autor
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ist bekanntlich Stephen King, der den ‚Todesmarsch‘ unter dem Pseudonym Richard Bachman verlegte, um den Markt in den 70er Jahren nicht mit King-Schockern zu überschwemmen. Allerdings wurde schneller als geplant bekannt, wer sich hinter dem Namen verbarg und so wurde auch der ‚Todesmarsch‘ sehr schnell ein großer Erfolg.
Anders als bei den Büchern, die King unter seinem richtigen Namen herausgab, haben die Bachman-Bücher alle eines gemeinsam, sie kommen viel schneller zur Sache. Während King-Bücher allesamt eine relativ lange Einleitungsphase haben, in denen die Personen vorgestellt werden, um die es in der folgenden Geschichte geht, kommt King in seinen Bachman-Büchern schnell zur Sache und treibt die Handlung voran. Die Protagonisten lernt man im Laufe der Handlung kennen.
Das macht übrigens den ‚Todesmarsch‘ auch interessant für Leser, denen King zu langatmig schreibt.
Die Vision
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die hinter der Geschichte an Sich steht, ist in greifbarere Nähe gerückt, als wir es uns einzugestehen wagen. Zu gerne würde ich Stephen King einmal fragen, ob er sich jemals hätte träumen lassen, wie dicht die Menschheit schon zu seinen Lebzeiten an diese Form der Unterhaltung herangekommen ist.
Wie weit sind wir noch von einem Todesmarsch entfernt, wenn wir uns vor unseren Fernsehern versammeln, um Menschen beim Abnehmen zuzusehen, oder wenn wir zum Telefonhörer greifen um an der Abstimmung teilzunehmen, darüber ob jemand ein Haus verläßt, in dem er hofft sich bis zum Ende der Show exhibitionieren zu können ?
Oh, ich weiss, ich übertreibe .. ..
Aber andererseits schrieb King dieses Buch, als sich Fernsehshows größtenteils noch auf Frage- und Antwortspielchen beschränkten und er dachte ebenfalls mit größter Wahrscheinlichkeit, dass er masslos übertreibt, wenn er ein Spiel erfindet, in dem Zuschauer die Spieler beim Leiden anfeuern.
An dieser Stelle stellt sich allerdings die Frage: Hat er es erfunden, oder hatte er ein historisches Vorbild ?
Mein Eindruck
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verstärkt sich mit jedem Lesen von ‚Todesmarsch‘, dass es nicht darum geht, dass die ‚Verlierer‘ getötet werden und wer den Marsch verliert. Egal, wie man zu den Darstellern steht, es werden immer auch einige den Tod finden, denen man das Leben gegönnt hätte.
Es geht viel mehr darum, dass jeder Leser für sich die Grenze ergründet. Keiner wird für sich eine endgültige Entscheidung treffen können, wie weit er gehen würde (weder als Teilnehmer, noch als Zuschauer), denn schließlich ist es ein sehr großer Unterschied, ob ich mir das Unvorstellbare vorstelle, oder ob ich es erlebe.
Genau so ergeht es den Gehern in der Geschichte und Bachman/King schafft es sehr erdrückend, den Leser in die Geschichte zu ziehen und mitleiden zu lassen. Er macht sehr deutlich, wie sich das Bewußtsein nur schrittweise mit den Tatsachen abfindet, bis sie vor Überflutung der Gefühle dann irgendwann an Bedeutung verlieren.
Es ist schon erschreckend, wie weit unsere Vorstellungskraft reichen kann .. ..
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