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Erfahrungsbericht von kingsunday

Friedrich Schiller: Kabale und Liebe

Pro:

Billig

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Kauf:

Ich habe mir das Buch gekauft, da es in der Schule gelesen werden musste. Ich habe mich dabei für die ungekürzte Fassung der Hamburger Leseheft entschieden.

Entstehung:

Kabale und Liebe entstand im Jahre 1784 und wurde von dem deutschen Schriftteller Friedrich Schiller (1759-1805) geschrieben. Die Quelle für die gesellschaftlichen und politischen Zustände, die Friedrich Schiller seinem Trauerspiel zugrundelegt, stammt aus der damalige Situation im Herzogtum Württemberg unter Karl Eugen. Als 1737 sein Vater verstorben war, musste er mit 16 Jahren die Alleinherrschaft antreten. Karl Eugen galt als verschwendungs- und ruhmsüchtig. Diese Erfahrung musste Friedrich Schiller persönlich machen, als er mit 13 Jahren die herzogliche Akademie besuchte. Schiller besuchte diese Akademie acht Jahre lang und verließ 1780, im Alter von 21 Jahren, die Schule als Mediziner. Schillers Vater wurde 1775 zum Major der herzoglichen Hofgärtnerei ernannt und somit kannte Schiller die zwei Zentren des damaligen württembergischen Hofes.

Praktiken von Eugen, die Schiller kritisiert:

Verschwendungssucht am Hof: Der herzogliche Hof hatte zu Zeiten Karl Eugens bis zu 2000 Angestellte, denen ein standesgemäßes Leben ermöglicht werden musste, obwohl das Land Württemberg ein armes Land war. Karl Eugen wollte sich Versailles in Württemberg errichten und somit entfielen die häufigen Feste, Bälle, Opernaufführungen und Jagden sehr prunkvoll.

Mätressenwesen: Seit 1748 war Karl Eugen mit Friederike von Brandenburg-Bayreuth verheiratet, doch neben seiner Frau hatte er bald die blichen Affären, was seine Frau dazu bewegte den Hof zu verlassen und nie wieder zu kehren. Seine neue Frau wurde Franziska von Leutrum, die damals erst 23 Jahre alt war. Genau diese ist auch das Vorbild für Lady Milford in „Kabale und Liebe“.

Intrigen: Der leitende Minister am württembergischen Hof Graf Friedrich Samuel Monmartin hatte sich das alleinige Vertrauen des Fürsten durch eine Intrige gegen seinen einstigen Mitminister, den Oberkriegsrat Friedrich Phillip Rieger, verschafft. Dies ist das Vorbild für den Präsidenten in „Kabale und Liebe“ gewesen.

Willkürherrschaft: Der Dichter Christian Friedrich Daniel Schubart, der vom Herzog mehr als zehn Jahre in der Festung Hohenasperg gefangen gehalten wurde, ist ein sehr gutes Beispiel für die Willkürherrschaft von Karl Eugen.

Soldatenverkauf: Der Verkauf von Landesbürgern musste Friedrich Schiller auch mit erleben, als ein finsteres Kapitel der württembergischen Politik. Hierbei wurden Bauern- oder Handwerkssöhne mit Gewalt in fremde Armeen gepresst. Die Länder wurden für diese Menschen sehr gut bezahlt und sahen darin ein lukratives Geschäft.

Zum Stück:

Personen im Werk:

Präsident von Walter – am Hof eines deutschen Fürsten
Ferdinand – sein Sohn, Major
Hofmarschall von Kalb
Lady Milford – Liebling des Fürsten
Wurm – Sekretär des Präsidenten
Miller - Stadtmusikant
Dessen Frau
Luise – Tochter von Miller
Sophie – Kammerjungfer der Lady Milford
Kammerdiener des Fürsten
Verschiedene Nebenpersonen

Formale Merkmale des Dramas:

- die Figuren sprechen selber
- Regieanweisung
- Einteilung in Akte und Szenen
- Akt: eine in sich geschlossene, deutlich abgegrenzte Drameneinheit
- Szene: Unterabschnitte des Aktes für Bühnenzwecke
- Auflistung der Personen

Akt I., 1.Szene:

Der äußere Konflikt wird durch die Eltern vorgestellt. Der Vater, ein Musiker (also Bürger), ist gegen die Beziehung mit Ferdinand, dem Sohn eines Adligen. Seine Gründe dafür sind: die Perspektivlosigkeit der Beziehung, die Gefährdung der Ehre seiner Tochter (als Prostituierte) und das sich Luise für ihre bürgerliche Herkunft schämen könnte.
à Das ehrbare Bürgertum à Kernpunkt der Dramen Schillers à Kritik gegen den Adel

Akt I., 2,3.Szene:

Was erfährt man über den Wurm?
Er ist ein hässlicher, hinterlistiger Sekretär des Präsidenten mit roten Haaren, der den Mut nicht hat sich bei Luise vorzustellen. Diese Eigenschaften sollen seinen fiesen Charakter darstellen. Luise scheint er nicht richtig zu lieben, denn er beruht sich lediglich auf ein altes Eheversprechen.

Wie verhält sich Miller ihm gegenüber?
Er ist höflich, aber zurückhaltend, später offene Ablehnung. Miller spricht sich gegen eine Beziehung Luise-Wurm aus, da er erkennt, dass der Wurm Luise nicht liebt und Luise Wurm nicht lieben kann. Er will dem Glück seiner Tochter nicht im Wege stehen und akzeptiert die freie Gattenwahl.

Wie verhält sich seine Frau ihm gegenüber?
Wurm gegenüber verhält sich Frau Miller abweisend und überheblich. Sie äußert sich zum Teil ironisch und will auf keinen Fall Wurm zum Schwiegersohn haben. Aus Gefallenssucht und Dummheit plaudert sie die Beziehung zwischen Luise und Ferdinand aus.

Am Ende von I.2, zieht Wurm bitter beleidigt ab und Miller befürchtete, dass Wurm diese Information zu seinem Schaden einsetzen könnte.

Akt I., 4.Szene:

In dieser Szene nimmt Ferdinand Stellung zum Konflikt. Er steht zu seiner Liebe und glaubt an eine gute Zukunft mit Luise. Standesgrenzen sind für Ferdinand keine Grenzen, denn „nur die Liebe zählt“. Er will für die Liebe kämpfen: „Lass auch Hindernisse wie Gebürge zwischen uns treten, ich will sie für Treppen nehmen.“ (Seite 11, Zeile 39).

Akt I., 5,6.Szene:

Gegensicht des Konfliktes: Ferdinand soll Lady Milford heiraten, und zwar aus machtpolitischen Interessen, dabei kann er Luise als Mätresse behalten. Diese Szene spiegelt den Gegensatz zwischen der Moralvorstellung des Adels und des Bürgertums wieder.

Akt I., 7.Szene:

In dieser Szene wird die respektvolle Haltung Ferdinands gegenüber seines Vaters deutlich, allerdings ist dies ein Verhältnis ohne Vaterliebe. Ferdinand teilt nicht die Moral- und Glücksauffassung seines Vaters: „Weil meine Begriffe von Größe und Glück nicht ganz die Ihrigen sind.“ (Seite 17, Zeile 42). Die Beziehung zwischen Vater und Sohn steht kurz vor dem Verwürfnis.

Funktion des I.Aktes:

- Exposition: die wirkungsvolle Einführung des Zuschauers in Grundstimmung,
Ausgangssituation, Zustände, Zeit, Ort und Personen
- Vorstellen des Konfliktes
- Die Richtung für das weitere Geschehen wird bestimmt
- Kontrastierung des sozialen Schichtung

Akt II., 1.Szene:

Lady Milford will sich in dieser Szene von ihrer Vergangenheit als Mätresse des Fürsten lösen und Ferdinand heiraten.

Akt II., 2.Szene:

Botenbericht des Kammerdieners: Verkauf von 7000 Soldaten an den englischen König. Lady Milford ist vom Bericht des Kammerdieners zu tiefst schockiert, doch die Soldaten reagieren einerseits ironisch andererseits hoffen sie auf Desertation. Diese Szene macht die polische Kritik Schillers an dem württembergischen Hof deutlich: Der Herzog realisiert seine lasterhafte Lebenshaltung (Prunk, Mätressenwirtschaft) durch unmoralische Mittel (Unterjochung der Untertann z.B.: durch die Steuerlast, Soldatenverkauf).

Akt II., 3.Szene:

Diese Szene ist der Höhepunkt des Handlungsstranges „Ferdinand-Lady Milford“. Der Verlauf des Dialoges ist wie folgt:
1. unterschiedliche Gesprächserwartungen
2. Ferdinands Meinungsumschwung
3. Gegenseitige Geständnisse
4. Absolutheitsanspruch von Ferdinands Liede
5. Realistische Sichtweise der Lady Milford
6. Offener Ausgang des Dialoges

Akt II., 4.Szene:

In dieser Szene wird durch den Wurm die Liebschaft bekannt und Miller will beim Präsidenten persönlich Rechenschaft ablegen.

Akt II., 5.Szene:

In der fünften Szene wird der drohende Schatten des Präsidenten dargestellt und dieser stellt eine existentielle Bedrohung für die Millers da. Ferdinand hat sich entschieden und entschied sich zu Gunsten des Absolutheitsanspruch seiner Liebe. Luise ist das Opfer dieser Szene, denn sie hat seelische Not, doch sie bekommt von keiner Seite menschliche Hilfe.

Akt II., 6.Szene:

In dieser Szene wird der Zweifel des Präsidenten an der Liebe sehr deutlich. Ferdinand besucht Luise zum ersten mal seit dem November, da er Luises die Liebe schwur und nun auch zu dieser Liebe hält. Doch der Präsident will sich rächen.
Der Konflikt spitzt sich zu und scheint am Ende zu eskalieren. Die Absicht des Präsidenten besteht darin, Luise zu demütigen und beleidigen, um eine feste Beziehung zwischen Ferdinand und Luise unmöglich zu machen, doch sein Plan scheitert. Aber letztlich ist Ferdinand zu schwach , um seinen Vater Paroli zu bieten. Am Ende bleibt ihm nur noch die letzte Waffe übrig: seinen Vater durch die Kenntnis über seine verbrecherische Vergangenheit zu erpressen.

Akt II., 7.Szene:

In dieser Szene geht es um den Kampf zwischen Luise, Ferdinand und dem Präsidenten. Der Präsident hat Ferdinand und Luise bis vor das Gericht bekommen und er versucht nun Miller an den Galgen zu bringen. Ferdinand will Luise vor den Gerichtsdienern schützen, doch der Präsident droht Miller und Luise in den Kerker zu werfen.

Akt III., 1,2,3.Szene:

Die zweite Kabale wird gesponnen. Der Imitator ist der heimtückische Wurm, der selber Luise heiraten will. Sein Plan ist, einen gefälschten Liebesbrief aufzusetzen der Ferdinand eifersüchtig macht. Luise soll den Brief selber schreiben und einen Eid ablegen, dass sie diese Kabale geheim hält. Wurms Mittel dazu ist die Erpressung Luises durch Bedrohung ihrer Eltern.

Akt III., 4,5.Szene:

Diese Szene stellt den Umschwung der Handlung dar. Ferdinand ist zum letzen Schritt bereit, indem er mit Luise fliehen will und alles andere aufgeben will. Er spricht dabei von höchster Gefahr und Riesensprüngen. „Du Luise, und ich und die Liebe! - - Liegt nicht in diesem Zirkel der ganze Himmel? Oder brauchst du noch etwas Viertes dazu?“ (Seite 49, Zeile 14). Luise fürchtet den Zorn des Präsidenten und den Zorn des Himmels. Für sie bedeutet eine Flucht mit Ferdinand eine Gefahr für sich und vor allem für ihr Eltern und zugleich wäre dies eine frevelhafte Tat gegen ihren Glauben. Daher macht Luise mit Ferdinand Schluss: „Mein Anspruch war Kirchenraub, und schaudernd gebe ich ihn auf.“ (Seite 50, Zeile 20). Doch Ferdinand ist unfähig, Luises weitgehend irrationale Beweggründe nachzuvollziehen oder gar zu verstehen und er fragt sich, ob es vielleicht einen anderen im Leben von Luise gibt.

Akt III., 6.Szene:

Luise ist allein zu Hause und wartet auf ihre Eltern, da diese schon lange zu Hause sein müssten. Wurm kommt zur Tür herein und berichtet ihr, dass ihre Mutter im Spinnhaus ist, der Vater auf Befehl des Herzogs verhaftet wurde und Ferdinand die Lady Milford wählt oder verpflichtet und enterbt wird. Luise ist schwer betroffen von der Nachricht und fragt nach ihrem Vater. Wurm erzählt ihr, dass er vors Gericht auf Leben und Tod musste. Luise möchte zum Herzog und das Wort Elend beschreiben. Sie hofft auf die Freilassung des Vaters, aufgrund des Gespräches. Wurm sagte das das Vorhaben nutzlos sein wird und sie überlegen sich eine andere Idee. Sie schreiben gemeinsam einen Brief an den Hofmarschall von Kalb.

Akt IV., 1.Szene:

Ferdinand hat den gefälschten Brief gefunden (er wurde ihm zufällig zugespielt) und will nun den Hofmarschall von Kalb zur Rede stellen.

Akt IV., 2.Szene:

In dieser Szene folgt die Reaktion Ferdinands und sein Irrtum wird deutlich: „Jetzt erwache ich, jetzt enthüllt sich mir alles.“ (Seite 58, Zeile 17).

Akt IV., 3.Szene:

Ferdinand will ein Duell mit dem Hofmarschall, lässt ihn letztlich aber „aus Toleranz, die einer Pause schont“, am leben. Als dieser ihm aus Angst die Wahrheit sagt, glaubt ihm Ferdinand diese aus übersteigerter Eifersucht und verletztem Stolz nicht: „Für deinesgleichen ist kein Pulver erfunden!“ (Seite 62, Zeile 14).

Akt IV., 4.Szene:

Zweiter Monolog von Ferdinand, in dem seine ganze Verzweiflung zum Vorschein kommt: „Ich einst Gott, jetzt ihr Teufel.“ (Seite 62, Zeile 26). Er plant anschließend Luise und sich selbst zu töten, damit er sie dennoch besitzen kann: „Die Vermählung ist fürchterlich, aber ewig.“ (Seite 62, Zeile 32).

Akt IV., 5.Szene:

Ferdinand bittet seinen Vater um Verzeihung, da er auf den Brief hereingefallen ist und nimmt an, dass der Inhalt des Briefes richtig ist und bittet den Präsidenten um Verzeihung. Der Präsident weiß genau, dass keine Heirat zwischen Ferdinand und Luise stattfinden kann. Er versucht sich deshalb bei Ferdinand “einzuschleimen“, um somit den Streit zu schlichten.
Der Präsident beruft sich dabei auf seine ganze Geschicklichkeit, doch Ferdinand ist nicht in der Lage diesen Trick zu erkennen. Diese Versöhnung der beiden Gegenspieler zögert die Katastrophe nur hinaus.

Akt V., 1.Szene:

Es herrscht die Stimmung des Untergangs, denn Luise ist zum Selbstmord beriet (Überwindung des Konfliktes „Pflicht und Neigung“) ändert aber ihren Entschluss ihrem Vater zu Liebe (Pflicht vor Neigung!“).

Akt V., 2.Szene:

In dieser Szene wird der Zwiespalt von Luise und die Eifersucht von Ferdinand deutlich. Dies führt zur Entfremdung der Liebenden und dem Ende der Szene: „Willst du mir ein Glas Limonade reichen?“ (Seite 82, Zeile 4).

Akt V., 3-6.Szene:

Ferdinands Entschluss zum Selbst mord bleibt bestehen, trotz einiger Gewissensbisse Luises Vater gegenüber: „Das einzige Kind! – Fühlst du das, Mörder? Das einzige! Mörder! Hörst du, das einzige! – und der Mann hat auf der großen Welt Gottes nicht als sein Instrument und das einzige – Du willst’s ihm rauben?“ (Seite 83, Zeile 10).

Akt V., 7.Szene:

In der siebten Szene des fünften Aktes stirbt Luise und sie macht ihr Unschuldsbekenntnis. Die Reaktion Ferdinands folgt daraufhin. Die Folgen seines tragischen Missverständnisses lassen sich nicht mehr rückgängig machen. Für die Rache an seinem verbrecherischen Gegenspieler reicht die Zeit nicht mehr aus.

Akt V., 8.Szene:

In der letzten Szene folgt die Abrechnung mit dem absolutistischem System, der sich ein idealistischer Schluss anschließt. Der Sieg der höheren Gerechtigkeit wir deutlich.

Euer KingSunday,
17.04.2002

61 Bewertungen, 9 Kommentare

  • Sayenna

    20.04.2006, 23:24 Uhr von Sayenna
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sh…...‹(•¿•)›…..LG Ela

  • schnuckie1983

    17.04.2006, 02:19 Uhr von schnuckie1983
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh und lg Tanja =)

  • stinky-bob

    16.05.2002, 23:33 Uhr von stinky-bob
    Bewertung: sehr hilfreich

    Arghhhh nein, es hat mich schon in der Shule verfolgt und nun auch hier bei YOPI...HILFÄÄÄÄÄÄÄÄ ;-) Christian

  • flela2

    02.05.2002, 14:29 Uhr von flela2
    Bewertung: sehr hilfreich

    Waaaahnsinn :-) echt gut gemacht

  • Yachti32

    25.04.2002, 13:35 Uhr von Yachti32
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr ausführlich!

  • mystery_delusion

    22.04.2002, 12:02 Uhr von mystery_delusion
    Bewertung: sehr hilfreich

    wär' mir "zu schwer" glaube ich. Danke deshalb für die Kurzfassung *g*. Gruß Mysty

  • nina243

    21.04.2002, 01:51 Uhr von nina243
    Bewertung: sehr hilfreich

    da war meine abiklausur drüber *bg*

  • suppengirl

    17.04.2002, 18:10 Uhr von suppengirl
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hab das damals als Schullektüre gelesen und es - natürlich - gehasst. Vielleicht könnte ich mittlerweile mehr damit anfangen... Grüßle, Suppi

  • Flower_65

    17.04.2002, 18:02 Uhr von Flower_65
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wirklich klasse Bericht!