Metropolis Part 2 - Dream Theater Testbericht

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ab 6,80
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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Erfahrungsbericht von KickSomeAZZ

Metropolis Pt.2: Scenes From A Memory

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Mit diesem Album führten Dream Theater die Geschichte weiter, die sie auf dem Album "Images And Words" mit "Metropolis Pt.1: The Miracle and the Sleeper" begonnen hatten. Entgegen früheren Plänen, Metropolis Pt.2 als Einzelstück zu verfassen, entschieden sie sich dafür, es als Konzeptalbum herauszubringen.
Eingeleitet wird das Album hörspielartig. Ein Psychologe versetzt eine Person (wer, wird hier nicht verraten) in Hypnose. In dieser steigen nun Erinnerungen aus vergangener Zeit (einem vergangenen Leben?) herauf.
Mit der Ouvertüre setzt die ganze Band ein. Mit einem Snare-Drum/Riff-Gewitter beginnt die Ouvertüre. Und wie bei einer richtigen Ouvertüre werden hier so gut wie alle wichtigen Themen vorgestellt, die man im weiteren Verlauf des Albums wiederfinden wird. Man läßt John seine Gitarren eine Melodie singen, mal wird man von einem dunklen Riffgewittersturm eingedeckt.
Direkt hinter der Ouvertüre schließt sich "Strange Deja Vu" an. Genauso wie das Ende der Ouvertüre fängt dieser Abschnitt an. Hier muß man nicht mehr lange auf James' Gesang warten, er setzt gleich zu Beginn des Stückes ein. Alle Schlagzeuger sollten auf jeden Fall bei dem 2ten Abschnitt der 1sten Strophe genau hinhören. Hier stellt Mike sein Können mit einer unglaublich genialen Doublebasspassage unter Beweis.
Verläuft das Stück anfangs eher in gemütlicher Stimmung, so entwickelt sich im 2ten Teil eine Stimmung, die nicht mehr ganz so "gemütlich" ist. Es scheint sich doch etwas in dem Kopf des Hypnotisierten zu tun...
"Through My Words" ist ein sehr ruhiges, balladenartiges Stück, daß ausschließlich von James und Jordan vergetragen wird, also hört man hier nur Gesang und Keyboard. Knapp über eine Minute dauert dieser Abschnitt, dann folgt eine direkte Überleitung zu Track 5, "Fatal Tragedy".
Ein bißchen an Queen erinnernd, setzt die Band nach kurzem Vorspiel vom Keyboard voll ein. Spätestens beim weiteren Gesang merkt man, daß James nun viel mehr von Mike's Organ unterstützt wird. Ob das nun besser oder schlechter ist, bleibt jedem selbst überlassen. Jedenfalls erzählt das Stück nun immer mehr von der Geschichte, und spätestens jetzt wird es klar: Ein Mord fand statt! Als dies erzählt wird, verdüstert sich die Atmosphäre des Stückes mehr und mehr. Einmal noch wird zum Refrain übergeleitet, dann folgt ein Instrumentalpart, der bis zum Rest des Stückes andauern soll. Eingeleitet wird dieser von einem weiteren schuheausziehenden Riff von John. Man achte hierbei auf Mike's betont musikalisches und melodiegebundenes Drumming. Nun setzt John zu einem Gitarrensolopart an, bei dem es auch mir als dürftigen Gelegenheitsgitarristen den Atem verschlägt. Mit atemberaubenden Läufen und Effekten übergibt er schließlich die Stimme an Jordan, der mit einem Keyboadsolo an die perfekte Darbietung von John nahtlos anschließen kann.
Nachdem dieser Teil vorbei ist, setzen John und Jordan zu einem Duell an, daß am besten mit dem aus "Afterlife" zu vergleichen ist. Man beachte dabei auf jeden Fall auch John M.s Bassläufe im Hintergrund.
Abrupt endet das Stück, der Psychologe schließt mit den Worten: "Now it is time to see how you died. Remember, the death is not the end... but only a transition."
Gleich darauf setzt John mit dem Einleitungsriff zu "Beyond This Life", was das Härteste auf diesem Album sein wird. Die Lyrics erzählen währenddessen von einem Zeitungsartikel, der zu dem oben genannten Mord erschienen ist. Dementsprechend ist auch die Atmosphäre des Stückes. Bedrückend, dunkel und verworren. Das über 11 Minuten gehende Stück wartet im weiteren Verlauf mit enorm vielen Variationen des Themas auf, eine Lektion, von der sich andere Bands gut mehrere Scheiben abschneiden könnten... allerdings wirkt es auch etwas langatmig.
Mit "Through Her Eyes" wirkt das musikalische Thema von "Through My Words" aufgegriffen... nomen est omen. Das Stück ist sehr ruhig, ähnlich wie sein themenverwandter Bruder. Allerdings spielen hier Gitarre und Bass mit. Auffällig ist hier, daß Mike selbst nicht spielt, sondern ein Drumcomputer im Hintergrund läuft. Das soll so geschehen sein, daß als die Band das Stück geschrieben hat, Mike gerade nicht da war und sie dann einfach einen Drumcomputer mitlaufen lassen haben. Und das gefiel ihnen allen ganz gut, also blieb es dabei.
Das achte Stück auf dem Album ist "Home". Mit orientalischen Klängen, gespielt von Gitarre und Keyboard, wird zum Bassthema übergeleitet. Jeder Tool-Fan wird merken, daß das genau die gleiche Melodie ist wie in Tool's "46 And Two". Mike kommentierte diese Stelle mit "Yeah, this sounds a bit like Tool". Aber dieses "Abschauen" sei ihnen verziehen, denn das Stück klingt doch sehr anders als das von Tool. Die orientalischen Klänge beibehaltend, setzt nun auch Mike mit zurückhaltenden und doch anspruchsvollen Drumming ein. Geschickt baut nun Jordan mit seinen gekonnten Keyboardläufen die Brücke zur Kracherpassage des Stückes. So rockig erlebt man Dream Theater nicht häufig. Nach dieser Passage wird es etwas "ruhiger", John schrammelt seine Gewitterriffe staccatoartig, während Mike einen "straight downbeat", wie er sagt, dazu beisteuert. Nun setzt auch James mit seinem Gesang ein, mit Unterstützung von Mike. Langsam leitet die darauf folgende Brigde den Refrain ein, der etwas melodischer und harmonischer ist als die Passagen davor. Nachdem der Refrain einmal durch ist, wird es kurz etwas leiser, aber dafür umso bedrohlicher von der Stimmung. Hier wird verzerrt ein gesprochener Text eingefügt, mit einem kurzen Zitat aus Metropolis Pt.1: "I remember, I was told there's a new love that's born for each one that has died". Nun wiederholt sich das gesamte Schema, bis es wieder einen ruhigen Zwischenpart gibt. Langsam und ruhig setzen wieder die Drums ein, bis sich diese Atmosphäre ins laut Mitreißende steigert. Das gibt die perfekte Startvoraussetzung für ein unglaublich beeindruckendes Keyboardsolo von Jordan, an dem sich auch gleich ein nicht minder perfektes Solo von John anschließt. Schließlich wiederholt sich danach noch einmal der Refrain, und "Home" klingt aus... fast! Wieder auf orientalische Klänge getrimmt, spielen die 4 Instrumentalisten eine ruhigeren Schluß, indem vor allem Mike demonstriert, wie genial sich 7/8 und 10/8 Takte anhören können. Enden tut das Stück mit einer kurzen Drumsoloeinlage von Mike (live fällt die ungefähr 5x so lang aus).
Mit "The Dance Of Eternity" ist man beim 2ten Instrumentalstück der CD angelangt. Es wird ähnlich wie in der Ouvertüre begonnen, jedoch mit viel dunkler und "böserer" Atmosphäre. Stark im Vordergrund stehend ist hier das Keyboard. Und Jordan beweist, daß dies nicht zu Unrecht der Fall ist. In diesem Intrumentalstück haben die 4 sehr viel Platz für Referenzen aus Metropolis Pt.1. Ebenso wie im Original legt John M. hier ein absolut glänzendes und umwerfendes Basssolo hin. Auch eine für eine kleine Referenz zu Metallica's "The Four Horsemen" findet in dem Stück Platz. Jordan verblüfft auch mit gekonnten Westernpianoeinlagen. Etwas, was er häufiger machen wird.
Direkt an seinen Vorgänger schließt sich "One Last Time" an. Es beginnt ruhig mit einem Pianosolo von Jordan, dessen Genialität nur schwer in Worte zu fassen ist. Jeder Pianist wird (wie ich.. :D) diese Stelle sich bestimmt 10mal hintereinander anhören und immer noch nicht begreifen können, wie superschnell und perfekt Jordan dieses Solo vorträgt.
Das Stück verläuft weiterhin erstmal sehr ruhig, dann beginnt aber eine Überleitung und es wird mitreißender als am Anfang. Das Thema von "Strange Deja Vu" wird hier auch kurz weiterverwendet.
"The Spirit Carries On" ist wieder ein ruhiges und fröhliches Stück, was an "Through My Words" und "Through Her Eyes" erinnert. Allerdings hat es einen wunderschönen Refrain, der live gespielt alle Fans zum Mitsingen quasi auffordert.
Das letzte Stück heißt "Finally Free". Hier wird man aus der Hypnose zurückgeholt, und das Stück beginnt ruhig und leise mit Keyboard und Gitarre. Allerdings entwickelt es sich, parallel zur sich immer weiter fortlaufenden Storyline, immer mehr ins Bedrohliche. Auch eine kurze Referenz zu "One Last Time" findet hier Platz. Im weiteren Verlauf des Stückes wird durch Einspielungen das Ende des Hörkrimis enthüllt. Wie es endet, sollte allerdings jeder selbst versuchen, herauszufinden.
Dies ist das erste Album, bei dem Jordan Rudess von Anfang an mitgeschrieben hat, kam er erst 1998 zur Band. Sein Stil macht sich durch viel mehr Keyboardsolos und -läufe bemerkbar, was meiner Meinung nach aber durchaus nicht schlecht ist, im Gegenteil.

Ich kann allen Dream Theater Fans nur empfehlen, sich die live-DVD "Metropolis Pt.2: Scenes From New York" zuzulegen. Dort performen Dream Theater das komplette Album, als Bonuszugaben erhält man noch "Erotomania", "Voices", "The Silent Man" in einer genialen Fassung, die 100mal besser ist als auf dem Album, außerdem noch "Learning To Live" und die komplette 24minütige Version von "A Change Of Seasons"! Mit dabei Interviews, Behind The Scenes und eine Fotogalerie. Dream Theater performen hier absolut perfekt, teilweise sogar besser als auf dem Album. Ein echtes Muß!!

9 Bewertungen, 2 Kommentare

  • astrosoft

    01.06.2003, 17:42 Uhr von astrosoft
    Bewertung: sehr hilfreich

    hallo! guter bericht über die platte aller platten! nur etwas unstrukturiert... viele möchten einen schnellen überblick haben und nicht den kompletten text lesen... ps: schau mal bei meinen berichten nach... die neue dt - train of thought

  • 9ulle

    19.02.2002, 18:40 Uhr von 9ulle
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein echter Fan!