Stupid White Men (gebundene Ausgabe) / Moore Michael Testbericht

Penguin-books-ltd-uk-stupid-white-men-gebundene-ausgabe
ab 12,33
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 06/2004

5 Sterne
(14)
4 Sterne
(6)
3 Sterne
(2)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von BjoernS

Anyone stupid out here?

Pro:

amüsant, lehrreich, regt zum Nachdenken an, trainiert die Sprache

Kontra:

Kenntnisse der Systeme der USA zwingend erforderlich

Empfehlung:

Ja

Auch im Urlaub will man ja nicht völlig verblöden und sich eventuell ein wenig mit den politischen Gegebenheiten dieser Welt beschäftigen. Wenn die entsprechende Literatur dann auch noch in Englisch vorliegt, trainiert man auch gleich noch seine Fremdsprachenkenntnisse. So entschied ich mich diesmal für das Buch „stupid white men“ von Michael Moore ...


Fakten

„Stupid white men“ von Michael Moore ist erstmal 2001 beim amerikanischen Verlag HarperCollins erschienen. Mein Exemplar wurde bei englischen Verlag Pinguin im Jahr 2002 veröffentlicht, trägt die ISBN 0-141-01190-4, kostet im Vereinigten Königreich 7.99 Pfund und ist bei uns unter anderem bei amazon für 7,94 Euro zu haben. Es handelt sich um eine englischsprachige Originalausgabe ...


Inhaltliches

Den gesamten Inhalt hier darzustellen ist nicht einmal annährend möglich. Im Groben rechnet der Autor in diesem Buch mit dem politischen und sozialen System der Vereinigten Staaten ab, deckt Missstände auf und schreibt zu vielen Themen unverholen seine eigene Meinung. Im ersten Kapitel stellt er da, wie die Präsidentschaftswahl im Jahr 2000 manipuliert worden ist und warum seiner Meinung nach George W. Bush nicht der rechtmässige Präsident ist. In einem weiteren Kapitel schreibt er einen offenen Brief an George und fragt in die drei grundlegenden Fragen: „können sie auf dem dem Nievau eines Erwachsenen lesen?“, „haben sie ein Alkoholproblem?“ und „haben sie ein Drogenproblem?“. Alle Fragen beantwortet er auf seine Art, wobei ganz deutlich wird, wie Michael Moore überhaupt auf diese Frage gekommen ist. Weitere Kapitel beschäftigen sich mit dem Sozialsystem, der Rassenproblematik, der Emanzipation der Frau, der Umweltpolitik ...


Literarisches

Um es vorweg zu nehmen, das Buch ist keine leichte Kost. Leser, die sich nicht im politischen und sozialen System der Vereinigten Staaten von Amerika auskennen, werden an vielen Stellen den Erläuterungen nicht folgen können. Zwar werden die „Hauptakteure der derzeitigen amerikanischen Regierung“ im ersten Kapitel kurz vorgestellt, aber es tauchen auch immer wieder politische Akteure auf, die ohne Erläuterung für Begründungen oder Thesen herangezogen werden, ohne dass dies groß erklärt wird. So muss man beispielsweise einfach wissen, dass Nadder der politische Führer der amerikanischen „Grünen“ ist – sonst versteht man das entsprechende Kapitel nur sehr schwer.

Für alle, die mit den politischen Gegebenheiten vertraut sind, ist das Buch der reinste Hochgenuss. Michael Moore deckt in einer fast penetrant zu nennenden Art Lücken und unlautere Machenschaften auf, wobei er stets Statistiken und allgemein zugängliche politische Statements der Personen als Basis heranzieht und somit seine Thesen indirekt oder direkt beweisen kann.

Der Schreibstil ist durchaus als sarkastisch zu bezeichnen, wobei der Humor auf keinen Fall zu kurz kommt. Ich habe an so mancher Stelle geschmunzelt und musste mich auch einige Male zusammen reissen, um (am Strand liegend und lesend) nicht laut zu lachen. Dabei muss aber auch hier gesagt werden, dass dieses fremdsprachliche Werk nichts für Anfänger ist – Queensenglisch findet man nur selten, Moore schreibt in jener Umgangssprache, die seinem amerikanischen Naturell entspricht. Hinzu kommen diverese politische Ausdrücke, die auch nicht zum Standardwortschatz einer Person gehören, die Englisch als Fremdsprache sprechen. Wen die Geschichte interessiert, wer aber des Englischen nicht auf einem relativ hohen Niveau mächtig ist, der sollte lieber zu deutschen Ausgabe greifen ....

An einigen Stellen findet man übrigens sehr schöne Querverbindungen zur deutschen und europäischen Politik. So beschreibt Moore beispielsweise, dass die beiden großen amerikanischen Parteien (Demokraten und Republikaner) sich in sehr sehr vielen Punkten äusserst ähnlich sind und es wohl keiner merken würde, wenn eine Partei daraus gemacht werden würde – mit anderen Worten: eine echte politische Opposition existiert nicht. Ähnliche Tendenzen sieht man ja auch bei den großen Parteien in Deutschland und Europa, so dass die dargestellten amerikanischen Verhältnisse nicht nur interessant sind, sondern durchaus auch zum Nachdenken über unsere Gegebenheiten anregen.


Fazit

Ein äusserst interessantes Buch über die politischen und sozialen Vorgänge in den USA, welches aber auf jeden Fall Grundkenntnisse über die dortigen Systeme vorraussetzt. Als englischsprachiges Werk auf keinen Fall für Anfänger in der Sprache geeignet – und auch für Leute, die es gewohnt sind Englisch zu Sprechen keine leichte Kost. Trotzdem hat es mir sehr sehr gut gefallen und ich breue den Kauf auf keinen Fall (auch nicht den Kauf im Original) und vergebe daher die volle Punktzahl mit der Empfehlung, bei etwaigen Sprachproblemen lieber die deutschsprachige Version zu kaufen.

Vielen Dank fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren
cu easywk