Stupid White Men (gebundene Ausgabe) / Moore Michael Testbericht
ab 12,33 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
Erfahrungsbericht von Tut_Ench_Amun
Hail to the Chief - oder: Wee luv da "Prez"!
Pro:
Genial triefender sarkastisch-ironischer Schreibstil, ein Must-Read für Bush-Gegner
Kontra:
Einige Behauptungen dürften schwer nachweisbar sein...egal! ;-)
Empfehlung:
Ja
Kaum ein Thema hat uns derzeit so im Griff, wie der verfluchte, unnötige Irak-Krieg, dabei ist das Thema so neu nun wirklich nicht, mehr noch: Es war bereits abzusehen und man muss den Bush-Kriegern und der politischen Administration der USA vorwerfen, dass dieser Streich nicht nur vorhersehbar, sondern von langer Hand vorbereitet gewesen ist. Alleine die „Wahl“ von Georgy „Dumbya“ Bush jun. weist klassische Züge eines Staatsstreichs auf, den man wohl eher in Südamerikas Diktaturen vermutet, doch nicht in Gods Own Country, das sich einbildet die Demokratie erfunden zu haben (NB liebe Amis: das waren die Griechen). Doch immerhin haben die Amerikaner in der Neuzeit den Gedanken neu kultiviert und damit die Monarchien zurückgedrängt....bis Junior das Zepter in die Hand bekam...Doch wo ich grade mal so richtig in Fahrt bin auf geistig minderbemittelte, amerikanische Präsidenten verbal einzuprügeln, hole ich mir im Rahmen des Bücherfrühlings ein wenig Hilfe herbei und überlass das doch lieber berufenerem Munde. Daher übergebe ich das Wort, einem echten Amerikaner. Einer, der sogar den Schneid hatte auf der hochheiligen, unpolitischen Oscar-Verleihung sein Lästermaul aufzureissen, auf welcher er für seinen Doku-Film „Bowling For Columbine“ einen der begehrten Goldjungen abgeräumt hat. Die Rede ist von Michael Moore, dem fleischgewordenen Gewissen der USA (und da ist ne MENGE Fleisch an dem Burschen *g*). Schon vor seiner preisgekrönten, sozialkritischen Verfilmung hat „Mike“ mit bissigem Humor zugeschlagen und uns ein Buch beschert, dass obwohl es noch vor dem denkwürdigen 11.9.2001 entstand kaum etwas von seiner Aktualität eingebüsst hat. Moore rechnet mit der Bananenrepublik Amerika, der regierenden Junta und seinem „Präsidenten“ gnadenlos ab...
Der Steckbrief
------------------
Titel: „Stupid White Men“
Autor: Michael Moore
Erscheinungsjahr: 2002 (D), 2001 (USA)
Erschienen bei: PIPER Verlag
Seiten: 329
ISBN: 3 - 492- 04517 - 0
Preis: 12,90 €
Allgemeines
---------------
Michael Moore stammt aus dem Automobil-Staat Michigan, zwar nicht aus Detroit selbst, sondern aus einem Kaff namens Flint, doch behauptet er von sich selbst auch dort jede Menge unbekannte Schadstoffe, welche die Industrie dort zuhauf und staatlich sanktioniert in die Luft bläst (und viel zu viel ungesundes Rindfleisch in Form von Burgern), in sich aufgenommen zu haben. Eine Nebenwirkung dieses ungesunden Umfelds und Lebensstils zeigt sich nicht nur in seiner beachtlichen Leibesfülle, vielmehr scheint es das Interesse zu verstärken dokumetarische Filme zu drehen, Bücher zu verfassen und den Präsidentenkandidaten Ralph Nader zu unterstützen (den hier wohl kaum einer kennen dürfte). Zudem fährt „Mike“ zu allem Überfluss einen der verhassten, spritfressenden Mini-Vans (in Amiland kurz: „SRV“ genannt), wofür er sich tief in seinem tiefsten Herzen schämt, denn damit fördert er nicht nur die Ölindustrie, sondern ganz speziell seinen heissgeliebten „Präsidenten“ George W. Bush (Mike setzt immer Anführungszeichen, wenn er von Bush jun. spricht). Mike ist, wie wir sehen von der Biographie her also ein (fast) normaler Amerikaner...
Doch halt!...nicht nur dass er sich grämt ein Luftverpester zu sein, er verabscheut auch Waffen und diejenigen, die sie tragen – allen voran die Waffennarren der NRA (National Rifle Association), welche es als gottgegebenes, verdammtes Recht betrachten, dass jeder „gute“ Ami mindestens das Arsenal der Marke „Schwarzenegger meets Stallone“ im Waffenschrank hat, wenn nicht sogar eine unterwassergestützte Pershing II im heimischen Swimming Pool. Noch etwas unterscheidet ihn von dem hierzulande so oft gepflegten Bild des ungebildeten Durchschnittsamerikaners: Er besitzt eine Riesenportion selbstkritische Ironie, beissenden Spott und outet sich als Frauenversteher (er wuchs in einem von Frauen dominierten Haushalt auf...wenn das nicht mal ein Schicksalsschlag ist *g*), ausserdem hat er so seine Thesen, wie das „Weisse“ Amerika mit seiner schwarzen Bevölkerung umgeht...Tja wenn so einer ein Buch schreibt, kann man sein Zwerchfell am besten festketten! ;-)
Zum Inhalt
--------------
Moore beginnt seine Abrechnung mit Amerika vor der Präsidentschaftswahl 2000, die bekanntlich George W. Bush und seine „Falken“ im Hintergrund gewannen. Er zeigt hier die plumpe Wahlmanipulation auf, die betrieben wurde, und bei der die gesamte Sippschaft derer von Bush verwickelt ist, doch auch eine Menge alter Seilschaften seines Daddys (beispielsweise im Obersten Gericht). Trotz der lächerlichen Aussperrung von tausenden Schwarzen von den Wahlurnen, wegen angeblicher Straftaten (oftmals bestand deren grösstes „Verbrechen“ darin falsch zu parken), oder wegen NAMENSGLEICHEITEN, geriet Florida (regiert von Bush-Bruder Jeb) beinahe in die Hände der Demokraten um Al Gore. Mit einem juristischen Zaubertrick (wir erinnern uns an die Berichterstattung aus dieser Zeit) wurde trotz des eigentlichen Wahlsieges von Gore dann doch Dumbya Prez in Washingtoner Capitol. Der Präsident der eigentlich gar keiner ist, weil er nicht von der Mehrheit des Volkes gewählt wurde. Dabei lässt Moore es jedoch nicht bewenden, sondern fordert (sicher nicht ganz ernst gemeint) Kofi Annan auf, doch bitte ein paar UN-Blauhelm Truppen nach Washington zu schicken, um den Usurpator Bush zu entmachten und das geknechtete, amerikanische Volk zu befreien. Nebenher kriegen die wirklichen Drahtzieher im White House, wie Powell, Rumsfeld, Cheney, Ashcroft und Rice (allesamt Hardliner, die schon Bush Senior hilfreich zur Seite standen) eins auffe Mütze, doch auch die vorherige Clinton-Administration kommt nicht sehr gut weg. Mike zeigt politische Verknüpfungen und Parallelen auf, wie welche Firmen, welche politische Entscheidungen beeinflussten und immer noch beeinflussen.
Alsbald hangelt sich Moore durch den Querschnitt der amerikanischen Bevölkerung und Kultur, prangert himmelschreiende, gesellschaftliche Missstände an, was den Umgang mit Schwarzen, Frauen und in Todeszellen hockende „Verbrecher“ angeht. Seine allergrösste Nemesis jedoch ist das verrückte Waffengesetz der USA und derjenigen, die es weidlich ausnutzen. So stellt er nicht ohne Ironie fest, dass bei Einbrüchen in 75 % der Fälle Familienangehörige statt des Einbrechers erschossen werden...oder der Einbrecher dem Geschädigten die Waffe abnimmt und ihn dann damit umnietet. Daher plädiert Moore als Prävention gegen das Erschossenwerden für die simpelste aller Methoden: Man sollte keinerlei Waffen im Haus haben, sondern sich lieber nen Hund halten. Überhaupt: Einbrecher sind nach Ami-Lesart sowieso alles verarmte, brutale Schwarze. Nach seinem Dafürhalten, sind Schwarze aber die besseren Menschen, die aber leider immer noch in einer Art Sklaverei stecken, da sie von „Dummen, Weissen Männern“ regiert werden, die nichts dagegen tun, dass ein Grossteil der Bevölkerung immer noch Afroamerikaner, als den literarisch verbuchten „Schwarzen Mann“ sehen. Der ganze Neo-Liberalismus sei also reiner Nonsens und entspräche nicht im Entferntesten der Wirklichkeit, in einer Gesellschaft, wo ein Afroamerikaner immer noch per se einfach mal für schuldig für-was-auch-immer gehalten wird, während sich ein Weisser jede Menge rausnehmen kann (oder mit einem guten Anwalt selbst bei schweren Delikten straffrei ausgeht)...das und noch viel mehr erwartet den sozialkritischen Leser von „Stupid White Men“ ;-)
Pharaos Meinung
----------------------
Zugegeben, manch kultureller Umstand und manches unsinnig anmutende Gesetz mag uns Kontinentaleuropäern doch sehr seltsam vorkommen, wie so vieles in den USA und nicht auf unsere Verhältnisse übertragbar sein, doch ist es wirklich interessant, wie der Wahnsinn jenseits des grossen Teichs offenbar Methode hat. Manche Dinge sind auch in unseren Breiten (leider) immer häufiger zu beobachten. Sicherlich überzeichnet Moore manche Sachen sehr stark, was in allererster Linie an seinem bissigen und sarkastischen Ton liegt und nicht alle Behauptungen sind unanfechtbar, doch ist das Bild, dass er von der letzten noch existierenden Weltmacht präsentiert ein gar grausiges: Zustände, wie zur Zeit der Inquisition, oder wie auf dem Buchcover vermerkt, einer „Bananenrepublik“ mit einer Junta aus Hardlinern, denen es vornehmlich um die Sicherung der eigenen Pfründe geht. Die Gesetze werden gebogen, wie es gerade passt und dass auch die Demokraten keine reine Weste hatten/haben ist mir bewusst gewesen – doch wie stark Republikaner und Demokraten miteinander verwoben sind, ist schon faszinierend. Moore hat in den Anhang Dokumente und Quellangaben gepackt, die seine Behauptungen untermauern sollen. Mit Vielem hatte er damals schon recht (immerhin ist das Buch VOR dem denkwürdigen 11. September fertiggestellt worden) und man muss ihm geradezu prophetische Gaben nachsagen, denn der Irak-Krieg wird dort auch quasi schon als sichere & beschlossene Sache erwähnt – nur nen Grund bräuchte man noch und den bekam man ja bekanntlich mit den Anschlägen aufs WTC. Leider hat die harte Wirklichkeit, einige der schwärzesten Prognosen nicht nur eingeholt, sondern gar übertroffen. Trotz des manchmal echt haarsträubenden und beängstigenden Bildes, kann man nicht umhin den absolut genialen Stil zu loben in welchem das Buch verfasst ist, ich hab oftmals lauthals lachen müssen, dabei ist das Beschriebene eher dazu angetan sich handfeste Sorgen zu machen...Leider geht in der deutschen Version der oft geniale Wortwitz etwas verloren, doch die Übersetzung ist ansonsten wirklich sehr gut gelungen.
Fazit
------
Moore nimmt das amerikanische Volk (und was viel wichtiger ist: auch sich selbst) ironisch ordentlich auf die Schippe, wenngleich der zum Brüllen komische Schreibstil nicht darüber hinwegtäuschen sollte, wie traurig dieses Bild unserer heutigen Welt ist. Scheinbar muss man in den Staaten so drastisch und sarkastisch schreiben, um einige Leute wachzurütteln, uns mag so Manches davon wirklich lächerlich und töricht vorkommen, doch nehme ich Mike viel von dem Geschriebenen ab, er ist schliesslich nicht der Erste und der Einzige, der derart über Amerika herzieht – leider werden solche kritischen Stimmen, ganz gern zum Schweigen gebracht. Moore hat daher wohl sich selbst den Ruf zugelegt ein überdrehter Spinner zu sein, doch auch wer nicht akribisch-genau liest bemerkt, dass dies nur Fassade ist, um (vielleicht) als solcher abgestempelt zu werden und dementsprechend eher milde belächelt statt behelligt zu werden. Hinter der flappsigen Art schlägt in Wahrheit nämlich ein gutes Herz und ein noch wacherer Verstand, der gnadenlos analysiert und anprangert. Hätte er nicht schon ne Auszeichnung in Form eines Oscars für seinen ebenso genialen Film kürzlich erhalten, für dieses Buch allein hätte eine verdient. Zwar ist das Buch so gesehen nicht mehr ganz neu, doch immer noch in beinahe allen Punkten gültig und aktuell, wenngleich sich in den USA vieles noch zum Schlimmeren gewendet hat. Ich verleihe 5 dumme, weisse Punkte und spreche ne Empfehlung für Freunde von knallhartem, plakativem Sarkasmus aus...Allen anderen ist eh nicht mehr zu helfen und sollen weiter an ihre heile Welt glauben ;-)
Feed Your Head!
Der Patrioten-Pharao
Warnhinweis:
Schnellklicker sollen mal just for Fun im texanischen Todestrakt schmoren...
Der Steckbrief
------------------
Titel: „Stupid White Men“
Autor: Michael Moore
Erscheinungsjahr: 2002 (D), 2001 (USA)
Erschienen bei: PIPER Verlag
Seiten: 329
ISBN: 3 - 492- 04517 - 0
Preis: 12,90 €
Allgemeines
---------------
Michael Moore stammt aus dem Automobil-Staat Michigan, zwar nicht aus Detroit selbst, sondern aus einem Kaff namens Flint, doch behauptet er von sich selbst auch dort jede Menge unbekannte Schadstoffe, welche die Industrie dort zuhauf und staatlich sanktioniert in die Luft bläst (und viel zu viel ungesundes Rindfleisch in Form von Burgern), in sich aufgenommen zu haben. Eine Nebenwirkung dieses ungesunden Umfelds und Lebensstils zeigt sich nicht nur in seiner beachtlichen Leibesfülle, vielmehr scheint es das Interesse zu verstärken dokumetarische Filme zu drehen, Bücher zu verfassen und den Präsidentenkandidaten Ralph Nader zu unterstützen (den hier wohl kaum einer kennen dürfte). Zudem fährt „Mike“ zu allem Überfluss einen der verhassten, spritfressenden Mini-Vans (in Amiland kurz: „SRV“ genannt), wofür er sich tief in seinem tiefsten Herzen schämt, denn damit fördert er nicht nur die Ölindustrie, sondern ganz speziell seinen heissgeliebten „Präsidenten“ George W. Bush (Mike setzt immer Anführungszeichen, wenn er von Bush jun. spricht). Mike ist, wie wir sehen von der Biographie her also ein (fast) normaler Amerikaner...
Doch halt!...nicht nur dass er sich grämt ein Luftverpester zu sein, er verabscheut auch Waffen und diejenigen, die sie tragen – allen voran die Waffennarren der NRA (National Rifle Association), welche es als gottgegebenes, verdammtes Recht betrachten, dass jeder „gute“ Ami mindestens das Arsenal der Marke „Schwarzenegger meets Stallone“ im Waffenschrank hat, wenn nicht sogar eine unterwassergestützte Pershing II im heimischen Swimming Pool. Noch etwas unterscheidet ihn von dem hierzulande so oft gepflegten Bild des ungebildeten Durchschnittsamerikaners: Er besitzt eine Riesenportion selbstkritische Ironie, beissenden Spott und outet sich als Frauenversteher (er wuchs in einem von Frauen dominierten Haushalt auf...wenn das nicht mal ein Schicksalsschlag ist *g*), ausserdem hat er so seine Thesen, wie das „Weisse“ Amerika mit seiner schwarzen Bevölkerung umgeht...Tja wenn so einer ein Buch schreibt, kann man sein Zwerchfell am besten festketten! ;-)
Zum Inhalt
--------------
Moore beginnt seine Abrechnung mit Amerika vor der Präsidentschaftswahl 2000, die bekanntlich George W. Bush und seine „Falken“ im Hintergrund gewannen. Er zeigt hier die plumpe Wahlmanipulation auf, die betrieben wurde, und bei der die gesamte Sippschaft derer von Bush verwickelt ist, doch auch eine Menge alter Seilschaften seines Daddys (beispielsweise im Obersten Gericht). Trotz der lächerlichen Aussperrung von tausenden Schwarzen von den Wahlurnen, wegen angeblicher Straftaten (oftmals bestand deren grösstes „Verbrechen“ darin falsch zu parken), oder wegen NAMENSGLEICHEITEN, geriet Florida (regiert von Bush-Bruder Jeb) beinahe in die Hände der Demokraten um Al Gore. Mit einem juristischen Zaubertrick (wir erinnern uns an die Berichterstattung aus dieser Zeit) wurde trotz des eigentlichen Wahlsieges von Gore dann doch Dumbya Prez in Washingtoner Capitol. Der Präsident der eigentlich gar keiner ist, weil er nicht von der Mehrheit des Volkes gewählt wurde. Dabei lässt Moore es jedoch nicht bewenden, sondern fordert (sicher nicht ganz ernst gemeint) Kofi Annan auf, doch bitte ein paar UN-Blauhelm Truppen nach Washington zu schicken, um den Usurpator Bush zu entmachten und das geknechtete, amerikanische Volk zu befreien. Nebenher kriegen die wirklichen Drahtzieher im White House, wie Powell, Rumsfeld, Cheney, Ashcroft und Rice (allesamt Hardliner, die schon Bush Senior hilfreich zur Seite standen) eins auffe Mütze, doch auch die vorherige Clinton-Administration kommt nicht sehr gut weg. Mike zeigt politische Verknüpfungen und Parallelen auf, wie welche Firmen, welche politische Entscheidungen beeinflussten und immer noch beeinflussen.
Alsbald hangelt sich Moore durch den Querschnitt der amerikanischen Bevölkerung und Kultur, prangert himmelschreiende, gesellschaftliche Missstände an, was den Umgang mit Schwarzen, Frauen und in Todeszellen hockende „Verbrecher“ angeht. Seine allergrösste Nemesis jedoch ist das verrückte Waffengesetz der USA und derjenigen, die es weidlich ausnutzen. So stellt er nicht ohne Ironie fest, dass bei Einbrüchen in 75 % der Fälle Familienangehörige statt des Einbrechers erschossen werden...oder der Einbrecher dem Geschädigten die Waffe abnimmt und ihn dann damit umnietet. Daher plädiert Moore als Prävention gegen das Erschossenwerden für die simpelste aller Methoden: Man sollte keinerlei Waffen im Haus haben, sondern sich lieber nen Hund halten. Überhaupt: Einbrecher sind nach Ami-Lesart sowieso alles verarmte, brutale Schwarze. Nach seinem Dafürhalten, sind Schwarze aber die besseren Menschen, die aber leider immer noch in einer Art Sklaverei stecken, da sie von „Dummen, Weissen Männern“ regiert werden, die nichts dagegen tun, dass ein Grossteil der Bevölkerung immer noch Afroamerikaner, als den literarisch verbuchten „Schwarzen Mann“ sehen. Der ganze Neo-Liberalismus sei also reiner Nonsens und entspräche nicht im Entferntesten der Wirklichkeit, in einer Gesellschaft, wo ein Afroamerikaner immer noch per se einfach mal für schuldig für-was-auch-immer gehalten wird, während sich ein Weisser jede Menge rausnehmen kann (oder mit einem guten Anwalt selbst bei schweren Delikten straffrei ausgeht)...das und noch viel mehr erwartet den sozialkritischen Leser von „Stupid White Men“ ;-)
Pharaos Meinung
----------------------
Zugegeben, manch kultureller Umstand und manches unsinnig anmutende Gesetz mag uns Kontinentaleuropäern doch sehr seltsam vorkommen, wie so vieles in den USA und nicht auf unsere Verhältnisse übertragbar sein, doch ist es wirklich interessant, wie der Wahnsinn jenseits des grossen Teichs offenbar Methode hat. Manche Dinge sind auch in unseren Breiten (leider) immer häufiger zu beobachten. Sicherlich überzeichnet Moore manche Sachen sehr stark, was in allererster Linie an seinem bissigen und sarkastischen Ton liegt und nicht alle Behauptungen sind unanfechtbar, doch ist das Bild, dass er von der letzten noch existierenden Weltmacht präsentiert ein gar grausiges: Zustände, wie zur Zeit der Inquisition, oder wie auf dem Buchcover vermerkt, einer „Bananenrepublik“ mit einer Junta aus Hardlinern, denen es vornehmlich um die Sicherung der eigenen Pfründe geht. Die Gesetze werden gebogen, wie es gerade passt und dass auch die Demokraten keine reine Weste hatten/haben ist mir bewusst gewesen – doch wie stark Republikaner und Demokraten miteinander verwoben sind, ist schon faszinierend. Moore hat in den Anhang Dokumente und Quellangaben gepackt, die seine Behauptungen untermauern sollen. Mit Vielem hatte er damals schon recht (immerhin ist das Buch VOR dem denkwürdigen 11. September fertiggestellt worden) und man muss ihm geradezu prophetische Gaben nachsagen, denn der Irak-Krieg wird dort auch quasi schon als sichere & beschlossene Sache erwähnt – nur nen Grund bräuchte man noch und den bekam man ja bekanntlich mit den Anschlägen aufs WTC. Leider hat die harte Wirklichkeit, einige der schwärzesten Prognosen nicht nur eingeholt, sondern gar übertroffen. Trotz des manchmal echt haarsträubenden und beängstigenden Bildes, kann man nicht umhin den absolut genialen Stil zu loben in welchem das Buch verfasst ist, ich hab oftmals lauthals lachen müssen, dabei ist das Beschriebene eher dazu angetan sich handfeste Sorgen zu machen...Leider geht in der deutschen Version der oft geniale Wortwitz etwas verloren, doch die Übersetzung ist ansonsten wirklich sehr gut gelungen.
Fazit
------
Moore nimmt das amerikanische Volk (und was viel wichtiger ist: auch sich selbst) ironisch ordentlich auf die Schippe, wenngleich der zum Brüllen komische Schreibstil nicht darüber hinwegtäuschen sollte, wie traurig dieses Bild unserer heutigen Welt ist. Scheinbar muss man in den Staaten so drastisch und sarkastisch schreiben, um einige Leute wachzurütteln, uns mag so Manches davon wirklich lächerlich und töricht vorkommen, doch nehme ich Mike viel von dem Geschriebenen ab, er ist schliesslich nicht der Erste und der Einzige, der derart über Amerika herzieht – leider werden solche kritischen Stimmen, ganz gern zum Schweigen gebracht. Moore hat daher wohl sich selbst den Ruf zugelegt ein überdrehter Spinner zu sein, doch auch wer nicht akribisch-genau liest bemerkt, dass dies nur Fassade ist, um (vielleicht) als solcher abgestempelt zu werden und dementsprechend eher milde belächelt statt behelligt zu werden. Hinter der flappsigen Art schlägt in Wahrheit nämlich ein gutes Herz und ein noch wacherer Verstand, der gnadenlos analysiert und anprangert. Hätte er nicht schon ne Auszeichnung in Form eines Oscars für seinen ebenso genialen Film kürzlich erhalten, für dieses Buch allein hätte eine verdient. Zwar ist das Buch so gesehen nicht mehr ganz neu, doch immer noch in beinahe allen Punkten gültig und aktuell, wenngleich sich in den USA vieles noch zum Schlimmeren gewendet hat. Ich verleihe 5 dumme, weisse Punkte und spreche ne Empfehlung für Freunde von knallhartem, plakativem Sarkasmus aus...Allen anderen ist eh nicht mehr zu helfen und sollen weiter an ihre heile Welt glauben ;-)
Feed Your Head!
Der Patrioten-Pharao
Warnhinweis:
Schnellklicker sollen mal just for Fun im texanischen Todestrakt schmoren...
Bewerten / Kommentar schreiben