Mother Earth (2000) - Within Temptation Testbericht

Mother-earth-2000-within-temptation
ab 21,58
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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Erfahrungsbericht von The_Wishmaster

Die bombastischste Versuchung seit es Rock gibt

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Hallo liebe Leserinnen und Leser!



Unsere Keyboarderin Vera hat mich vor etlichen Monaten auf eine Band aufmerksam gemacht, von der sie ganz angetan war: \"Within Temptation\" aus Holland. Klar, der Name sagte mir was und ich konnte die Kapelle auch spontan einordnen, in die Gothic-Metal-Schublade (*zwäng*), aber ein musikalisches Werk der and hatte ich bis dato noch nicht gehört. Vera lieh mir also mal ganz sponatan deren aktuelle Scheibe \"Mother Earth\" aus und am nächsten Tag fand ich mich bei meinem heimischen CD-Dealer wieder - die Scheibe musste ich auch haben! Warum ich daran von der ersten Sekunde an keine Zweifel hatte und warum meine anfangs gewählte Schublade letztendlich doch nicht so ganz passte, lest Ihr am besten selbst...



~~~Mother Earth~~~

Wir steigen gleich mit dem Titeltrack in das Album ein und werden dort zu Beginn von einer sanften Violinenmelodie in Empfang genommen. Ein Piano spielt die Begleitung und bald gesellt sich ein sphärischer Chor hinzu. Doch bald schon steigt die Band komplett ein und bombastet uns erst mal im netten Midtempo die Ohren zu. Im weiteren Verlauf ist der Song geprägt durch die einerseits harten Gitarrenriffs in den Strophen, die aber dank Sharon del Adel\'s wundervoller Stimme (Na, schon mal bei \"Avantasia\" gehört?) auch für Nicht-Metaller verträglich sein sollten und diversen Zwischenparts, mal ruhig und melancholisch, mal aufbrausend und bombastisch. Immer wieder kommt man auf die Anfangsmelodie zurück und ein mit einem sakralen Männernchor gefülltest Break lockert den Titel gegen Ende erneut auf. Dann wird übrigens dank dem Duell zwischen diesem und einem Frauenchor erneut Spannung aufgebaut und man bringt den Opener pompös seinem Ende entegegen.

Bisher blieb also eines der typischen Gothic-Merkmale, männliche Growls, komplett aus - und ich darf schon soviel verraten, man wird auf diesem Album auch kein Gegrunze finden. Stattdessen paaren sich diverse Chöre, mal männlichen, mal weiblichen Ursprungs, mit gezielt eingesetzten Gitarren-Riffs, wuchtigem Drumming und jeder Menge Keyboard-Bombast. Dabei verfällt man aber nie in plumpen oder garn aufdringlichen Kitsch, wie manche es vielleicht von den Italienern \"Rhapsody\" kennen. Die auftauchenden Chöre unterstreichen in jeder Situation perfekt die Songs, Orchester-Breaks passen an ihrer Stelle jedes Mal wieder perfekt und jagem dem Hörer in schöner Regelmäßigkeit einen Schauer über den Rücken. Die pompösen Midtempo-Rocker und die ruhigen Balladen halten sich dabei in etwa die Wage, Uptempo-Nummern findet man keine.

Neben dem Opener und Titeltrack dürfte der Midtempo-Kracher \"Ice Queen\" wohl zu den bekanntestens Songs des Albums gehören, da er meines Wissens nach auch auf einem Sampler erschienen ist. Hier wird man übrigens auch das erste Mal Zeuge von Sharon del Adel\'s herausragender Stimme, die im Chorus mit einer Leichtigkeit von ihrer normalen Gesangsstimme in die höchsten Höhen ansetzt, dass es eine wahre Pracht ist. Ein weiterer Beweis für ihre Sangeskunst wird auch bei \"Caged\" angetreten. Im schleppenden Bombast-Chorus duelliert sich die Dame nämlich mit einem ganzen Frauenchor, klingt mal aggressiv, fast ein wenig abgedreht und energisch, nur um im weiteren Verlauf des Songs - im Käfig eingesperrt eben - beinahe zu zerbrechen, bevor man den Song ergreifend und emotional auf die Spitze treibt.

\"Always there to remind me,
it keeps me from believing
that someone might be there
who frees me and never ever leaves me...\"

Und bleibt \"The Promise\" ein wenig im Mittelfeld zurück, so erhebt sich \"Dark Wings\" als letzter Song im Kreise der Bombast-Rocker nach dem an achter Stelle auf dem Album als \"Intro\" etwas seltsam betitelten Keyboardzwischenspiel erfreulich frisch und von einem eingängigen Chor dominiert aus der Mittelmäßigkeit. Und auch das anfangs so ruhige und atmosphärische \"Deceiver of Fools\" bombastet sich nach dem längeren Intro schnell in die Herzen der Hörer, dank der ergreifenden Chöre und Gitarrenakkorde im Chorus sollte das keine Frage sein.


Doch auf diesem Album gibt es wie gesagt auch jeden Menge ruhigere Songs und Balladen, von denen \"Our Farewell\" den Anfang macht. Zu sanften Pianoklängen singt Sharon ihre traurigen Melodien von einem bevorstehenden Abschied. Man kann den Kummer und Schmerz in ihrer Stimme förmlich spüren und wie es sich für eine Bombast-Ballade gehört, steigt passend zum zweiten Chorus die Band komplett mit ein, bevor unsere Ohren mit einem wunderschön-dramatischen Gitarrensolo verwöhnt werden. Der finale Chorus ertönt dann sogar zweistimmig, was die Intensität nur noch weiter steigert und ihn zu einer der emotionalsten Nummern macht, die ich in den letzten Jahren gehört habe. Pianoklänge werden auch bei \"Never-ending Story\" angeschlagen, wobei diese weniger balladesk klingen und neben Sharon\'s Gesang sogar von leichten Percussions begleitet werden. So lässt sich der Titel vielleicht am ehesten als eingängige Akustiknummer bezeichnen, die ein weiteres Mal durch einen phänomenalen Chorus glänzt, in dem sich Sharon\'s gesangliche Qualitäten ein ums andere Mal offenbaren.

Abgerundet wird das Album letztendlich von \"In Perfect Harmony\", welches mit stimmungsvollen Naturlauten eingeläutet wird. Zu den Klängen einer Akustikgitarre und einer später einsetzenden Flöte verbreitet Sharon noch einmal Gänsehautatmosphäre. Ein Streicherquartett, Pauken, Becken - alles dezent im Hintergrund gehalten, verbreitet es doch eine sehr dichte und pompöse Stimmung in dem Titel, die gegen Ende hin ihren natürlich Höhepunkt erreicht und die Scheibe mit einem weiteren Highlight abschließt.



\"Ancient spirits of the forest
made him king of elves and trees.
He was the only human being
who lived in harmony,
in perfect harmony.\"




01. Mother Earth_________10/10
02. Ice Queen___________09/10
03. Our Farewell_________10/10
04. Caged______________09/10
05. The Promise_________08/10
06. Never-ending Story___09/10
07. Deceiver of Fools_____09/10
08. Intro_______________07/10
09. Dark Wings__________09/10
10. In Perfect Harmony___10/10



~~~Fazit~~~

Wie gesagt, meine Schublade mit der Aufschrift \"Gothic-Metal\" habe ich gleich wieder aufgemacht, \"Within Temptation\" da herausgenommen und sie in eine mit der Aufschrift \"Atmosphärischer Bombast-Rock\" gesteckt. Man beachte übrigens, dass der Begriff \"Metal\" darin gar nicht vorkommt. Soll heißen, dass \"Mother Earth\" ein Album für alle Fans bombastischer Rockmusik ist, da es wie erwähnt auch nie zu heftigeren Gitarren-Attacken kommt. Die Blackmetaller und alle Assi- bzw. Trulla-Metaller könnte das freilich ein wenig abschrecken. Dafür sollten aber andere leichten Zugang zu den Holländern finden, zumal Sharon\'s Stimme bei weitem natürlicher klingt und auf Dauer nicht so anstrengend ist wie die Sirene der \"Nightwish\"-Kollegin Tarja Turunen. Ich spreche hiermit also eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aus (verstecke schnell alle Stifte und Zaunpfähle vor dem Sööör) und lasse Ausreden wie \"Das ist nicht meine Musik\" diesmal nicht gelten. Reinhören ist Pflicht! Und wer den Bericht gelesen hat, weiß auch warum... ;)



In diesem Sinne...

Stay Dark!

The-Earth-Master

35 Bewertungen, 1 Kommentar

  • LittleSparko

    11.01.2007, 13:36 Uhr von LittleSparko
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg, daniela