My Big Fat Greek Wedding (VHS) Testbericht

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ab 10,82
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Erfahrungsbericht von myra-belle

Groß, größer, griechisch

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Nach diesem Motto sollte eine griechische Familie aufgebaut werden. Zumindest diesem Film nach.

Toula, Tochter einer als typisch anzusehenden griechischen Familie (Komödien leben nun mal von leichten bis übermäßigen Übertreibungen), die nach Amerika ausgewandert ist, wurde jahrzehntelang eingeimpft, dass ein griechisches Mädchen 1) einen griechischen Mann zu heiraten hat, 2) mit diesem viele Kinder in die Welt setzen soll und 3) alle Mäuler der Sippe mit Unmengen an Essen vollstopfen muß. Da sie aber gar keine typische Griechin sein will, sondern viel lieber so sein und am Besten auch noch so aussehen, wie alle anderen (blond, schlank, mit Sandwiches als Lunch), probt sie mit 30 den Aufstand. Auslöser für diesen Willensakt ist der Anblick von Ian, der sich mit seinem Lehrerkollegen in dem Lokal \"Dancing Zorbas\" trifft. Obwohl er nur ein paar Minuten am Tische verweilt, ist Toula vom 1. Augenblick an ganz von ihm gefangen. Zu diesem Zeitpunkt ist sie aber noch recht unansehlich. Extrem bieder angezogen, schlaff herunterhängendes Haar und eine altmodische Brille werten ihr ungeschminktes Gesicht, das einen leicht eulenartigen Ausdruck hat, kein bißchen auf. So wundert´s nicht, dass Ian nicht groß reagiert.
Das Bistro/Restaurant wird von der Familie Portokalos geführt. Toula hält die Stellung als Tischanweiserin. Von ihrem Vater Gus wird die Meinung vertreten, dass ein Mädchen keine Bildung benötige, da ihr Lebenszweck sowieso die Vermehrung der Familienmitglieder ist. Toula aber möchte nicht wie ihre Schwester Athena enden, die traditionell früh geheiratet hat und nach 3 halbwüchsigen Söhnen wieder schwanger ist. Stattdessen will sie sich an einen Computerkurs an der Volkhochschule einschreiben. Gus, der fest davon überzeugt ist, dass es auf dieser Welt nur 2 Sorten Menschen gibt, nämlich Griechen und solche, die gerne Griechen sein würden, da Grieche zu sein ein Privileg ist, redet sich ein, dass Toula ihn mit diesem Schritt verlassen wolle. Doch Maria, Toulas Mutter, beweist Toula, dass der Mann zwar der Herr im Hause ist, die Frau aber das Sagen hat und den Mann in jede ihr beliebte Richtung zerren kann, indem sie ihn derartig manipuliert, dass er am Ende sogar glaubt, das Alles ja seine geniale Idee sei. So besucht Toula diesen Kurs und wird bei ihrer Tante in deren Reisebüro eingestellt.
Mittlerweile ist aus dem häßlichen Entlein ein hübsches Mädchen im besten Heiratsalter geworden. Ganz ohne Zutun von Ian. Das ist ein Punkt, den ich nicht so ganz verstanden habe. Da fängt die alte Jungfer auf einmal an, sich herauszuputzen. Neue Kleider in hellen ihr schmeichelnden Farben, eine neue Frisur, das Tragen von Kontaktlinsen und dezentes Schminken machen aus ihr einen neuen Menschen. Und die ganze Zeit über macht sich keiner aus ihrer Familie Gedanken darüber, ob ein Mann dahinter stecken könnte oder sonst was. Und das, obwohl sie sich Gedanken darüber machen, woher sie ihr einen Griechen heranschaffen könnten, um sie endlich unter der Haube zu haben.

Nun, es kommt, wie es kommen muß, jedenfalls den Gesetzen einer romantischen Komödie nach : Die beiden verlieben sich in einander und beschließen, gegen den Widerstand ihrer Familie zu heiraten. Dazu muss er nur Grieche werden.

Wie das geht, erzählt der Film auf recht witzige Weise. Vielleicht nicht übermäßig originell, da man natürlich schon so seine Vorstellungen von Griechen hat und diese Vorurteile bis zum Letzten ausgereizt werden, doch sehr charmant. Die Darsteller geben alles, um möglichst natürlich zu wirken, obwohl sie als Figur überdreht reagieren. Die Gefühle wirken echt, ohne wie so andere Filme auf die Tränendrüse zu drücken, um große Emotionen darzustellen. Einzig und allein die Hauptdarstellerin wirkt manchmal auf mich etwas hölzern. Es könnte etwas damit zu tun haben, dass sie das Drehbuch mit autobiografischen Zügen geschrieben hat und nach erfolgreichem Gang auf die Theaterbretter darauf bestanden hat, die Rolle selbst zu übernehmen. Da aber ansonsten alles (streckenweise zu) perfekt ist, verzeihe ich ihr natürlich gerne. Was haben wir gestern Nacht im Kino gelacht.

Romantische Komödie, USA 2002, 96 Minuten, ab -

Originaltitel: My Big Fat Greek Wedding; Deutschlandstart: 23.01.2003 (20th Century Fox); Regie: Joel Zwick; Produktion: Paul Brooks, Rita Wilson, Tom Hanks; Buch: Nia Vardalos; Musik: Alesander Janko, Chris Wilson; Kamera: Jeff Jur; Schnitt: Mia Goldman; Kostüme: Michael Clancy
mit Nia Vardalos (Toula Portokalos), Michael Constantine (Gus Portokalos), Christina Eleusiniotis (Toula mit 6), Lainie Kazan (Maria Portokalos), Marita Zouravlioff (Toula mit 12), Sarah Osman (Athena mit 15), Bess Meisler (Yiayia), Andrea Martin (Aunt Voula), Louis Mandylor (Nick Portokalos), Gerry Mendicino (Onkel Taki), Stavroula Logothettis (Athena)

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