Nil-Kreuzfahrt Testbericht

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Erfahrungsbericht von bavaria123

Eine traumhafte Woche

Pro:

Viel Kultur, viel Sehenswertes, schönes Schiff, herrliche Landschaft, nette Menschen, Sonne

Kontra:

geht viel zu schnell vorbei

Empfehlung:

Ja

Eine Ägyptenreise war für mich schon lange ein unerfüllter Traum. Nun habe ich mir diesen – zumindest teilweise – erfüllt. Ich war auf dem Nil unterwegs von Luxor bis Assuan und ich habe viele besondere Eindrücke gewinnen können. Einges lässt sich kaum in Worte fassen, trotzdem werde ich versuchen, eine möglichst genaue Schilderung zu verfassen, wobei ich meine Erfahrungen gleich bei den jeweilgen Punkten einfüge.


= Allgemeine Informationen =

Das Gebiet zwischen Luxor und Assuan eignet sich besonders in unseren Wintermonaten als Reiseziel. Später im Jahr wird man die Sehenswürdigkeiten, die man besucht, nur nach ihrem schattenspendenden Raum beurteilen. Wir hatten im Januar Temperaturen von maximal 25 Grad C und immer einen blauen Himmel.
Da die deutschen Krankenversicherungen im allgemeinen kein Abkommen mit Ägypten haben, empfiehlt sich der Abschluß einer Reisekrankenversicherung, die Notfallbehandlungen oder den Heimtransport übernehmen. Die Medikamente, die man dauernd nutzt, sollte man in ausreichender Menge mitnehmen. Arzneien gegen Durchfall lässt man sich bei Bedarf besser direkt an Bord geben, denn hier bekommt man genau die, die gegen die heimischen Erreger wirken. Zur Prophylaxe ist es sinnvoll, Früchte und Gemüse stets zu schälen und Leitungswasser auch bei der Mundhygiene zu meiden.
Impfungen sind nicht vorgeschrieben, uns wurde aber empfohlen, solche gegen Hepatitis A+B (ca. 120,00 €) und Typhus (ca. 24,00 €) durchzuführen. Auch der Diphterie-, Tetanus- und Kinderlähmungsschutz sollte aktuell sein (Kosten werden von den Kassen übernommen).
Zur Einreise benötigt man einen Reisepaß und ein Visum (ca. 20,00 €).
In Ägypten ist die Zeit eine Stunde vorraus – allerdings nicht während der MESZ.
In den Nilschiffen beträgt die Netzspannung 220 V, so dass man keinen Adapter benötigt.
Wenn die Landeswährung auch Ägyptische Pfund sind (1 € = ca. 8 Ägyp.Pfund; man darf nur fürca. 3,50 € Ägyptische Pfund einführen, wobei der Tauschkurs in Deutschland wesentlich günstiger ist!), so wird in den Schiffen und in den Orten, die man während der Fahrt besucht, ganz besonders gern der Euro genommen.
Ein erwähnenswerter Punkt ist noch, dass es auf öffentlichen Toiletten kein Papier ausliegt – also immer ein Papiertaschentuch mitnehmen. Auf den Schiffen wird das Papier nicht über die Toilette, sondern über den Mülleimer entsorgt.


= Das Schiff =

Ich war unterwegs mit der Solaris I, die von der Eagle-Tours betreut wird. Es ist ein Fünf-Sterne-Schiff mit 66 Kabinen und einer 75köpfigen Mannschaft. Es ist nur Vollpension buchbar, wobei die Verpflegung absolut erstklassig ist und der ganze Bordservice auch nur gelobt werden kann.
Die Getränke werden extra bezahlt, wobei die Preise sehr ähnlich sind, wie auch in deutschen Restaurants. Die Zahlungen erfolgen im allgemeinen gesamt am Ende der Reise (bar oder auch unbar).
Die Kabinen haben ein Bad mit doppelten Waschbecken und Fön, eine Wanne und ein WC. Die weitere Einrichtung ist sehr stilvoll, wobei besonders ein kleiner Freisitz ein schönes Extra darstellt.
Die Minibar ist gut bestückt (gleiche Preise wie im Bordrestaurant) wird aber leider nicht nachgefüllt.
Die Woche Aufenthalt hat ca. 250,00 € gekostet (+ 25,00 € Trinkgelder), dazu habe ich ein Ausflugsprogramm gewählt (235,00 €), welches die Fahrten und Eintrittsgelder der nachfolgenden Sehenwürdigkeiten beinhaltet hat.
Das Schiff ist z.B. in Cairo zu buchen (Tel.:759819) oder auch über Reisebüros in Deutschland.


= Der Nil =

Dieser 6671 km lange Fluß nimmt seinen Anfang in Burundi (Rutana), durchfließt den Albertsee und nimmt drei Nebenflüsse auf und hat dann als Weißer Nil eine beeindruckende Fülle. Im Sudan vereint sich der Weiße Nil mit dem aus Äthiopien kommenden Blauen Nil und nimmt dann auf dem weiteren Lauf bis zum Mittelmeer noch den Atbara-Fluß auf. Bei einer unterschiedlichen Breite von 500 bis 900 m hat er ein 100-350m tiefes Flußbett und endet nördlich von Kairo in einem großflächigen Delta mit den zwei Armen Damietta und Rosetta im Mittelmeer.
Faszinierend ist das wechselnde Bild am Nilufer. Teilweise sieht man hier große Grünflächen, die beispielsweise auch aus Bananenplantagen oder Palmen bestehen, teilweise reicht die Wüste bis fast an das Ufer heran. Man sieht trinkende Wasserbüffel neben karrenziehenden Eseln, wäschewaschende Frauen und spielende Kinder, betende Menschen und „fliegende“ Händler, Felswände mit Gräbern, einzelne Fabriken, ärmliche Hütten und viktorianische Häuser. Der Anblick ist vielseitig und beeindruckend.
Die touristische Nilschifffahrt begrenzt sich seit den Terroranschlägen 1997 auf eine Fahrt zwischen Luxor und Assuan. In Esna ist dabei eine Schleuse zu passieren, was manchmal zu Zeitverzögerungen führt.


= Die Ausflüge =

LUXOR
Für diese Stadt, die im alten Ägypten ein geistiges und religiöses Zentrum war, benötigt man eigentlich mehrere Tage, um zumindest einen Großteil der Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Sie ist Herberge vieler Sehenswürdigkeiten aus frühester Zeit...aber während einer Stadtrundfahrt stachen mir auch diverse Internetcafes ins Auge, wo bereits ganz junge Kinder an den Bildschirmen saßen. Unsere erste Fahrt, die etwa eine halbe Stunde dauerte, führte uns zunächst zur Westseite des Nils.

Tal der Könige
Der Eintritt kostet hier 55 Ägyptische Pfund, dafür kann man sich drei der insgesamt über 60 Felsengräber der Könige der 18.,19. und 20. Dynastie ansehen (es sind wechselweise immer nur 10 davon geöffnet). Diese Einschränkung liegt an den schädlichen Auswirkungen des vermehrten Tourismus (Atem, Blitzlicht, Abreibungen), wobei man erwägt, die Gräber ganz zu schließen und Repliken zu erschaffen. Wir waren früh am Morgen da und es herrschte schon ein reger Betrieb. Viele Besucher haben sich nicht an den Vorgaben gehalten, daß fotografieren verboten ist, obwohl es für 1,00 € 18 Bilder der Innenansichten von Gräbern zu kaufen gibt.
Die Wege zu den einzelnen Gräbern sind gut zu gehen (aber nicht behindertengerecht!), im Mittelbereich bietet ein kleineres Rasthaus zu etwas erhöhten Preisen Erfrischungsgetränken an.
Ich habe mir unter anderem das Grab von Ramses III. angesehen, welches das drittgrößte hier ist. Von der Vielzahl an Seitenkammern und den wunderbar erhaltenen Farben der Wandreliefs war ich sehr beeindruckt. Das Grab von Tutanchamun war zwar auch geöffnet, es ist aber eher unspektakulär.
Wir hatten knapp 2 Stunden Zeit ... das ist viel zu wenig. Sollte man ohne Reisegruppe hier sein, kann man durchaus einen halben Tag hier einplanen.

Tempel der Hatschepsut
Schon der erste Blick auf diesen Tempel beeindruckt ungemein – die steil ansteigende goldgelbe Felswand, der helle Tempelbau und der blaue Himmel. Der Eintritt beträgt 35 Ägyptische Pfund, dafür kann man auch eine kleine Bahn benutzen, die einen vom Parkplatz bis zum Fuße des Tempels bringt.
Dieses Bauwerk ist zu Beginn des Neuen Reiches unter der Königin Hatschepsut entstanden, wurde in verschiedenen Terassen erbaut und mit vielen Stauten, Inschriften und Reliefs ausgestattet. Gänsehaut bekommt man hier außer wegen des grandiosen Eindruckes und des wunderschönen Ausblickes von oben noch aus zwei weiteren Gründen. Zum einen werden hier einige Zwistigkeiten der Geschichte deutlich, denn der Nachfolger von Hatschepsut hat ihre Bilder und namentliche Erwähnungen brutal beseitigen lassen und so wurde vieles zerstört. Zum anderen kam es hier 1997 zum terroristischen Anschlag auf Touristen, bei dem es 60 Tote gab. Daher sind hier Sicherheitskräfte ganz besonders gehäuft anzutreffen.

Memnonkolosse
Direkt an der Straße zurück zur Anlegestelle der Nilschiffe erheben sich weithin sichtbar zwei große Statuen des Amenophis III. aus gelbbraunen Kieselsandstein. Der dazugehörige Tempel ist nicht mehr vorhanden und so begnügt man sich hier meistens mit einem kurzen Foto-Stop. Allerdings finde ich, dass sich ein etwas genauerer Blick schon lohnt, denn von nahen betrachtet, sieht man zahlreiche Inschriften.

Im Gebiet westlich des Nils kann man noch sehr viele Sehenswürdigkeiten besuchen, sei es das Tal der Königinnen, den Tempel des Mentuhotep, das Ramesseum oder auch die Felsengräber von Schech Abd el-Kurna.... aber, so sagte unserer Reiseführer immer : „Das haben wir leider nicht im Programm...“ Aber auch östlich des Nils gibt es viel anzuschauen.

Die Tempelanlage von Karnak
Sie beeindruckt schon allein durch ihre Größe und den Alleen von Widdern und Sphingen am Eingang (Eintritt 50 Ägypt. Pfund). In meinem Reiseführer umfasst die Schilderung 18 Seiten...so kann man sich vorstellen, daß man hier sehr gut einen ganzen Tag verbringen kann, ohne sich zu langweilen. Wir hatten nur etwa 2 Stunden Zeit. Für eine solche kurze Zeit lohnt sich das Ansehen des Großen Amun Tempels mit einem hohen Obelisken und sehr gut erhaltenen Malereien in den Säulensälen. Im nördlichen Tempelbezirk stösst man auch auf den Heiligen See, von dem aus man einen schönen Blick auf verschiedene weitere Tempelbereiche hat. Hier kann man sich auch in einem kleinen Cafe stärken oder in einem Kiosk zu nur leicht erhöhten Preise Andenken kaufen.
In den Anlagen wird auch eine Lichtshow angeboten, die an verschiedenen Wochentagen in mehreren Sprachen abgehalten wird.

Der Tempel von Luxor
Dicht am Nilufer steht dieser Tempel, der während der Regierungszeit von Amenophis III. aus Sandstein errichtet wurde und damals Apet Amun resjet hieß. Er ist um einiges kleiner als die Anlage von Karnak und so kostet der Eintrit 35 Ägyp. Pfund.Ein Obelisk aus dieser Anlage ziert den Place de la Concorde in Paris. In diese Anlage ist eine Moschee integriert, die als solche auch noch genutzt wird. Deshalb empfehle ich nicht den Besuch zu Zeiten, in denen zum Gebet gerufen wird, denn der Hall in diesem Tempel ist unglaublich! Sehenswert sind im Tempel der Säulengang und der Geburtssaal mit guterhaltenen Reliefs.
Sollte man noch Zeit haben, kann man sich auf den Weg ins Luxor-Museum machen (Eintritt 15 Ägyp. Pfund), das besonders die neueren Funden aus dem Großraum Theben zeigt (herrliche Alabasterfiguren) und gute Beschriftungen (wenn auch in englisch) aufweist.

Etwa 100 km südlich gelangt man dann mit dem Schiff nach

EDFU
Die Stadt selbst empfinde ich nicht als besonders sehenswert. Direkt an den Bootsanlegern wird auch die einzige sehr aggressive Anbiederung der ansäßigen Verkäufer betrieben. Zu dem Horustempel (Eintritt 35 Ägypt. Pfund) gelangt man am einfachsten mit Pferdekutschen. Diese aus Sandstein erbaute Anlage bietet einen überwältigenden Eindruck, da sie fast vollständig erhalten ist. In der Vorhalle beeindrucken die zwölf mit Blumenkapitälen versehenen Säulen. Wenn man einen besonderen Eindruck vom Tempel erhaschen will, sollte man versuchen, am frühen morgen anzureisen, denn die Sonne gibt dem Tempel eine ganz besondere Farbe.
Weiter ging dann unsere Fahrt nachdem

KOM OMBO
Hier handelt es sich um ein Doppelheiligtum zum einen für den krokodilköpfigen Gott Sobek und zum anderen für den falkenköpfigen Haroeris. Wir haben diesen recht umfangreichen Tempel zur Zeit des Sonnenuntergangs besucht. Das war zum einen unglaublich schön, denn das Bauwerk ist sehr gekonnt beleuchtet und bietet so ganz besondere Eindrücke. Allerdings war es zu dieser Zeit auch unglaublich voll, so daß man Schwierigkeiten hatte, den Ausführungen des eigenen Reiseleiters zu folgen und man aufpassen musste, seine Gruppe nicht zu verlieren. In der Hathorkapelle sind drei Krokodilmumien ausgestellt. Diese sind aber wenig sehenswert, so daß man die Zeit lieber anderen Dingen hier im Tempel widtmen sollte. Es lohnt sich auch ein Blick auf das Umfeld, denn rund um Kom Ombo ist es herrlich grün.

ASSUAN
Was für eine schöne Umgebung hier rund um Assuan, wo sich der Nil in mehrere Arme teilt und verschiedene Granitklippeninseln umschliesst. Das Kreuzfahrtschiff ankert in der Nähe des Abu Simbel Hotels.
Am nächsten Tag haben wir eine Fahrt mit dem Motorboot gemacht. Dabei konnten wir zunächst einen genaueren Blick auf die grüne, palmenreiche Insel Elephantine werfen. Leider wird sie immer mehr touristisch erschlossen und die zwei darauf befindlichen nubischen Dörfer erhalten mehr und mehr unehrlichen Charakter. Weitere Anlaufziele auf dieser Insel sind ein Nilmesser und das Assuanmuseum. Wir haben an der Kitchener Insel Halt gemacht. Die Insel ist ein botanischer Garten, den man für 35 Ägyt. Pfund ansehen kann. Jeder Zierpflanzengärtner kommt hier ins Staunen...Gummibäume aller Arten, Weihnachtssterne, Bougainvilleen und weitere Pflanzen, die man daheim hegt und pflegt sind hier in üppiger Größe zu bewundern. Durch einen üppigen Pflanzenwuchs hindurch hat man einen romantischen Blick auf vorbeifahrende Feluken.
Wenn man mit dem Boot etwas weiter fährt, sieht man das Mausoleum des Aga Khan, das aber seit einiger Zeit nicht mehr zu besichtigen ist. Fast auf der gegenüberliegenden Seite kann man die Ansicht des Hotel Catarct geniessen und sich an den Kriminalroman von Agatha Christie erinnern...Außerdem sieht man hier Reiher und wunderschöne kleinste Inselchen. Wir haben auf der westlichen Seite des Nils dann noch kurze Zeit in einem nubischen Dorf gemacht, welches wohl den Alltag zeigen sollte, meiner Meinung nach jedoch doch sehr auf Besucher abgestimmmt war. Während der Rückfahrt zu unserem Nilschiff ging die Sonne unter...
Am nächsten Morgen ging es früh zum Unvollendeten Obelisken. Für mich war dieses die schwächste Sehenswürdigkeit (Eintritt 20 Ägypt. Pfund). Am schönsten ist noch der Blick von der höchsten Stelle hier über die Gegend rund um Assuan.
Beeindruckend ist dagegen der Assuan Hochdamm, der den Nil zum Nasser-See aufstaut. Es ist sehr beeindruckend, diese Wassermassen zu betrachten. Der Hochdamm ist sehr nobel gestaltet und besteht aus polierten Granit. Die Bewachung ist hier ganz deutlich zu spüren, denn nicht nur die Touristen werden hier beschützt, auch der Staudamm selbst steht unter höchster Kontrolle.
Den nächsten Morgen erlebten wir sehr früh, denn um 2:30 Uhr ging die Busfahrt los ins 280 km entfernte Abu Simbel. Sehr viele Reisebusse trafen sich an einem Sammelpunkt um mit Polizeibegleitung im Konvoi zu diesem Objekt zu fahren. So trafen wir bei Sonnenaufgang ein. Der Anblick war überwältigend...die großen Statuen von Ramses II. bei Morgendämmerung. Allerdings darf man nicht vergessen, dass es zu dieser Zeit in der Wüste sehr kalt sein kann. Trotz Fleecepulli und dicker Jacke habe ich zu dieser Zeit bei einem kalten Wind unglaublich gefroren und bin erst wieder in dem Inneren des Felsentempels aufgetaut. Der Große Tempel ist überaus beeindruckend, zumal er ja auch in einer Rettungsaktion der Unesco vor dem ewigen Abtauchen im Nasser-See bewahrt worden ist. Die im Tempel stehenden 33 m hohen Kolosalstatuen sind ein geschichtlicher Leckerbissen, aber große Ehrfurcht empfindet man beim Anblick des Allerheiligsten...Hier sitzen die überlebensgroßen Figuren von Ptah, Amun-Re, Ramses II. und Re-Harachte. Der Anblick hat mich außerordentlich beeindruckt. Geärgert hat mich aber das Fotografieren vieler Besucher, obwohl es verboten ist und das Entlangschleifen mit aufgestetzten Rücksäcken an vedrschiedenen Säulen oder Wänden. Sicher, es ist unglaublich voll, da ja ein ganzer Konvoi an Bussen gelandet ist...aber Respekt vor der Geschichte sollte doch hier ganz besonders gewahrt sein. Für 2,00 € kann man 12 Fotos der Innenansichten des Großen und des Kleinen Tempels erwerben.
Der Kleine Tempel wurde zu Ehren von Nefertari, der Lieblingsfrau von Ramses II. und der Göttin Hathor erbaut. Er sit zwar wesentlich kleiner als der erstgenannte, aber auch sehr sehenswert. Der Besuch beider Tempel kostet 50 Ägypt. Pfund. Nebenbei geniesst man noch einen herrlichen Blick auf den Nasser-See. Das Manko in Abu Simbel sind auf jeden Fall die Toiletten. Wie gesagt, sind hier durch den Konvoi die Touristen immer in größter Anzahl vorhanen. Es gibt aber nur eine Toilettenstelle mit je zwei Kabinen...so steht man ewig lange oder kneift zu.
Im Bereich von Assuan gehört auch eine Felukenfahrt zum Ausflugsprogramm. Mich hat es fast verärgert, als der Schiffsjunge inmitten der Fahrt seine Taschen auspackte und versuchte, Ketten, geschnitzte Kamele oder Brieföffner aus Kamelknochen an Mann oder Frau zu bringen. Diese Felukenfahrt kann man ruhigen Gewissens auslassen, wenn man vorher die Motorbootfahrt genossen hat. Da ist man auf dem Kreuzfahrtschiff mit einem guten Buch besser aufgehoben.


= Noch mehr Meinung =

Die Nilfahrt war die Erfüllung eines Traumes!
Die Besatzung des Schiffes hat für alle Annehmlichkeiten gesorgt. Die Kabine wurde zweimal täglich gesäubert und eines Tages saß sogar ein Krokodil aus Handtüchern gebastelt auf dem Bett. An einem Abend war ich von einem starken Migräneanfall gebeutelt und konnte nicht zum Abendessen gehen...die Kellner fragten meinen Freund, ob sie mir nicht zumindest einen Teller Suppe in die Kabine bringen könnten ... und am nächsten Morgen wurde ich noch herzlicher als sonst von ihnen empfangen. Das Essen war einfach spitze..egal ob Vorspeise, Hauptgericht, Dessert oder auch Frühstück. Hier muß man aufpassen, nicht ordentlich zuzulegen.
Auch für Zerstreuung auf dem Schiff wurde mit Bauchtanz, einer Kostümparty und einer einheimischen Musikband gesorgt. Die Solaris fährt als Fünf-Sterne-Schiff und jeden einzelnen hat sie sich mehr als verdient. Der Reiseleiter war unglaublich engagiert und ist mir in dieser Woche sehr ans Herz gewachsen. Er hatte verschiedene Redensweisen wie „meine Damen und Herren“ oder „ Das ist leider nicht in unserem Ausflugsprogramm“...die ich wohl nicht meht aus meinen Gedanken bekommen werde. Das gehört zum Nil, wie alle anderen Eindrücke.
Die Fahrgeräusche sind nachts zwar wahrnehmbar, aber obwohl ich einen sehr leichten Schlaf habe, wurde ich dadurch nicht gestört.
Eagle-Tours hat sich in absolut vorbildlicher Weise um „seine“ Touristen gekümmert. Als sich der Rückflug um zwei Stunden verspätete, wurde von diesem Veranstalter, der ja mit diesen Unannehmlichkeiten nichts zu tun hatte, Getränke und kleine Snacks in den Flughafenwartesaal gereicht und ein höherer Angestellter bat um Nachsicht. Das habe ich bei meinen vielen Reisen noch nie erlebt.
Ich habe mich strikt an die von mir eingangs erwähnten Dinge gehalten und somit war für mich auch eine Durchfallerkrankung absolut kein Theman auf dieser Reise.
Der Nil bietet Einsichten und Kontraste wie kaum ein anderer Fluß. Das Ausflugsprogramm in Ägypten ist eine Klasse für sich. Jeder geschichtsinteressierte Mensch kommt hier auf seine Kosten. Es ist nicht möglich, das Gesehene in Worte zu fassen. Ich habe schon sehr viel während meiner Reisen gesehen... und doch saß ich weinend im Bus, als es Richtung Flughafen Luxor und somit auf die Heimreise ging. Ich habe die Gastfreundschaft der Ägypter sehr genossen. Der Reiseleiter sagte, er vermeidet Abschiedsworte und auch ich kann nur aus ganz tiefem Herzen hoffen, daß ich mich nicht für immer verabschiedet habe, sondern dass auch ich sagen kann „Auf Wiedersehen“. Ägypten ist ein sympathisches Land, sicher mit viel Armut und anderen Schattenseiten... aber auch mit sovielen wunderbaren Schätzen und einer sehr menschlichen Zuneigung!!!
Meinem Freund wurden 22 Kamele für mich geboten - ob dieses ein annehmbarer Kurs ist kann ich nicht beeurteilen, da mir Vergleichsangebote fehlen!

Ich bin tief beeindruckt von diesem Land und wünsche ihm in der gesamten Entwicklung alles Gute. Ich werde sehr gerne wiederkommen und die Gegend zwischen Cairo und Luxor ansehen, sobald es wieder möglich ist.





Vielen Dank für`s Lesen, Kommentieren und Bewerten, Bavaria



Für Ciao und Yopi

29 Bewertungen, 5 Kommentare

  • Venezianerin_2005

    10.04.2006, 14:20 Uhr von Venezianerin_2005
    Bewertung: sehr hilfreich

    Von Ägypten kann ich leider auch nur träumen. <br/>SH & LG :o) Ina

  • Mundi

    20.02.2005, 16:21 Uhr von Mundi
    Bewertung: sehr hilfreich

    Besonders nützlich! lg Mundi

  • little_maryann

    17.02.2005, 11:47 Uhr von little_maryann
    Bewertung: sehr hilfreich

    das hast Du wirklich toll wieder gegeben

  • sindimindi

    15.02.2005, 22:09 Uhr von sindimindi
    Bewertung: sehr hilfreich

    Beneidenswert! - würde mir auch einmal Freude machen...;-) LG; Roland PS: Aber was mache ich mit meinem Hund?

  • anonym

    14.02.2005, 19:50 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    ... will ich mit (hihi).