Super Mario Sunshine (GameCube Spiel) Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Grafik:  gut
  • Sound:  gut
  • Bedienung:  sehr einfach
  • Wird langweilig:  nie
  • Suchtfaktor:  hoch

Erfahrungsbericht von [TG]noRb

Hüpf,Hüpf ;)

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Fünf Jahre ist es her seit das letzte Mario Abenteuer erschienen ist. Entsprechend groß war
natürlich die Hoffnung ein neues Spiel um Nintendos Vorzeigeklempner beim Gamecube Start
in den Regalen finden zu können. Doch Nintendo enttäuschte die Fans und brach gleichzeitig
eine jahrelang währende Tradition: Noch nie erschien eine Nintendo Konsole ohne ein Mario
Game zum Start. Doch kaum hatten sich die Gamecube-Fans mit dem Launch ohne Mario
abgefunden, wurden sie erneut geschockt. Als auf der E3 2002 die ersten Screenshots und
bewegten Bilder von Super Mario Sunshine gezeigt wurden, waren viele entsetzt. Die Grafik
sah nicht Gamecube würdig aus und einige Fans fühlten sich schon an N64 Zeiten erinnert.
Doch allen Vorurteilen zum Trotz führte Super Mario Sunshine monatelang die Most-Wanted
Listen an. Jetzt ist das Spiel erhältlich und in unserem großen Test könnt ihr nachlesen,
ob nicht nur Mario draufsteht sondern auch Mario drin ist.

Nach all dem Ärger in den letzten Jahren, haben Mario und Peach beschlossen, ein paar Tage
Urlaub auf der paradiesischen Insel “Isla Delfino” zu machen. Im Flugzeug wird noch von den
Annehmlichkeiten des Urlaubs geträumt, doch bereits bei der Landung werden Mario,
Peach und ihre Hofgesellschaft jäh aus ihren Urlaubsträumen gerissen. Ein glitschiges
Geschmiere, das scheinbar die ganze Insel unter sich begraben hat, behindert den
Landeanflug erheblich. Endlich sicher an Land findet Mario sogleich den “Dreckweg 08/17”,
die neueste Erfindung der I. Gidd GmbH. Dieser Wasserwerfer, der sogar sprechen kann,
ist Mario nun beim Säubern des Rollfeldes behilflich. Doch kaum glänzt die Landebahn
wieder, kommt schon das nächste Unheil in Form von Polizisten, die Mario in Verwahrung
nehmen. Bereits am nächsten Tag wird dem armen Klempner der Prozess gemacht.
Zeugenaussagen zufolge sieht der Übeltäter genau wie Mario aus. Für den Richter besteht
also kein Zweifel wer der Schuldige ist. Daraufhin wird Mario dazu verdonnert die gesamte
Insel zu säubern und alle, durch die Verunstaltung vertriebenen Insignien der Sonne (Shines)
zurückzubringen.

Der “Dreckweg 08/17” (Fludd) steht Mario dabei allerdings hilfreich zur Seite. Solltet ihr mal
nicht weiterkommen, gibt euch die neueste Erfindung von Professor I. Gidd sogar nützliche
Tipps. Und auch die Bedienung von “Fludd” geht relativ leicht von der Hand. Mit dem rechten
Schulterbutton aktiviert ihr den Wasserstrahl. Drückt ihr ganz durch, fixiert sich die Kamera
hinter Mario und ihr könnt mit dem Analogstick die Gegner besser bearbeiten. Drückt ihr die
R-Taste jedoch nicht ganz durch, kann Mario während des Spritzens sogar laufen.
Der “Dreckweg08/17” kann jedoch noch viel mehr. Neben dem oben beschriebenen
Standardaufsatz hat das futuristische Gerät auch noch eine Sekundärfunktion, die per Druck
auf die X-Taste aktiviert wird. Zu Beginn steht als Zweitaufsatz nur das Jetpack zur Verfügung,
mit dem Mario größere Abgründe überwinden kann. Im weiteren Spielverlauf können jedoch
noch zwei weitere Aufsätze eingesammelt werden.

Mit dem Raketen-Boost, den ihr per
gedrückthalten der R-Taste aufladet, wird Mario einige Meter hoch in den Himmel
geschossen. Habt ihr die Turbodüse eingesammelt müsst ihr den rechten Schulterbutton
erneut gedrückt halten, um sie aufzuladen und anschließend mit großer Geschwindigkeit
davonzudüsen. Ist der Wasertank einmal leer, kann er durch drücken der rechten
Schultertaste im Wasser wieder aufgeladen werden.
Neben dem Wasserwerfer darf man natürlich die wichtigste Funktion eines Jump’n
Runs nicht vergessen: das Springen. Hierfür wurde der A-Knopf gewählt. Wie schon bei
Mario64 stehen euch wieder verschiedene Sprungarten zur Verfügung.
Den Anfang macht natürlich der gute alte Wandsprung, ohne den ihr in Super Mario Sunshine
nicht auskommt. Aber auch Dreisprung, Drehsprung, Hechtsprung und der Seitwärtssalto sind
wieder mit von der Partie. Drückt ihr die L-Taste während sich Mario in der Luft befindet,
führt er außerdem noch eine Stampfattacke aus. Mit dem Z-Knopf ruft ihr eine Karte von
“Isla Delfina” auf, die euch genauere Informationen über die einzelnen Levelabschnitte gibt.

Damit sind wir auch schon bei den einzelnen Levels. Ähnlich wie in Mario64 gibt es eine Art
Oberwelt, von der aus ihr in die jeweiligen Levels gelangen könnt. Die Oberwelt ist eine
lustige kleine Stadt, in der ihr auch einige Shines erspielen könnt, die zur Bestreitung des
Endkampfes aber nicht notwendig sind. Zu Beginn des Spiels wird euch in einer netten
Sequenz gezeigt, was ihr in der Oberwelt tun müsst, um die Eingänge zu den einzelnen
Abschnitten erscheinen zu lassen. Meistens müsst ihr größere Schlammpflanzen besiegen um
Gebäude erscheinen zu lassen, durch die ihr dann in eine von insgesamt sieben Welten
kommt. Hierbei verschlägt es euch an die verschiedensten Orte. Von einem kleinen Dorf über
einen Hafen bis hin zu einem Luxushotel ist alles dabei, was das Urlauberherz begehrt.
In jeder dieser Welten müsst ihr acht Aufgaben erledigen, für die ihr je einen Shine bekommt.
Die Shines kann man mit den Sternen aus Mario64 vergleichen. Genau wie beim Vorgänger
gibt es auch bei Super Mario Sunshine wieder 120 dieser Shines. Diese acht Aufgaben
wiederholen sich zwar meistens von Welt zu Welt, sind aber jedes Mal wieder aufs Neue
unterhaltsam und spannend. So müsst ihr pro Level mindestens einmal acht rote Münzen
finden, euren Doppelgänger, der für die Schmierereien verantwortlich ist, verfolgen, einen
größeren Gegner besiegen und eine Geschicklichkeitspassage meistern.

Und diese Passagen
haben es wirklich in sich, denn hier wird euch von vornherein eure Wasserkanone
abgenommen. Anschließend müsst ihr über sich drehende Würfel und Balken springen,
große Abgründe überwinden und über Sandklötze laufen, die zerfallen, sobald ihr sie betritt.
Diese Geschicklichkeitslevels nehmen ungefähr ein Fünftel des Spiels in Anspruch und sind
wirklich verdammt schwer. So ist es eigentlich normal, wenn man das Level erst nach dem
dreißigsten Anlauf schafft. Das ist zwar unheimlich frustrierend, macht aber dennoch süchtig.
Ein Lob verdient sich Nintendo für den Einbezug von Yoshi. Anders als beim N64-Vorgänger
könnt ihr den kleinen Dino in Super Mario Sunshine selbst steuern und braucht ihn sogar um
die eine oder andere Aufgabe lösen zu können. Diese Levels kommen zwar leider viel zu
kurz, sorgen aber für Abwechslung im etwas lineraen Spielverlauf.
Außerdem gibt es in jeder der sieben Welten noch dreißig blaue Münzen, die in der
Oberwelt gegen Shines eingetauscht werden können (10 blaue Münzen = 1 Shine).

Viele Kritiker meinten, dass Super Mario Sunshine wegen dem ständigen Beseitigen des
Geschmieres ähnlich monoton wie Luigis Mansion werden könnte. Haben diese Nörgler das
neue Mario Game aber erst mal gespielt, werden sie sicherlich verstummen. Denn es macht
einfach riesigen Spass mit Mario durch die Gegend zu hüpfen und den Dreck zu beseitigen.
Allerdings gibt es auch eine Spaßbremse in Super Mario Sunshine: Die teilweise echt nervige
Kamera! Diese ist halbautomatisch, d. h. es bleibt einem eigentlich selbst überlassen,
welche Perspektive man wählt. Ihr steuert die Kamera mit Hilfe des C-Stick nämlich selbst
und könnt heranzoomen wann ihr wollt sowie die Richtung ändern, wenn es nötig ist.
Diese Idee ist an sich nicht schlecht, denn so kann der Spieler selbst entscheiden,
welche Position für ihn am besten ist. Vor allem in den Geschicklichtkeitspassagen spielt die
Wahl der richtigen Kameraperspektive eine wichtige Rolle, um nicht im Minutentakt über den
Jordan zu wandern. Die Wahl des Kamerawinkels ist jedoch der negativste Aspekt des Spiels.
So hat es Nintendo versäumt, die richtige Perspektive zu finden. Die Kamera bleibt machmal
an Häusern und Bergen hängen.
Ist Mario dann verdeckt, könnt ihr nur noch seine Silhoutte erkennen. Ihr seht also nichts von
der Umgebung. Steht Mario knapp vor einem Abgrund, den ihr leider nicht sehen könnt,
ist sein Tod vorprogrammiert.

Aber nun wieder zum Positiven von Super Mario Sunshine. Einmal mehr kann nur über
Nintendos Kreativität gestaunt werden. Witzige und abwechslungsreiche Gegner verbunden
mit den liebevoll entworfenen Inselbewohnern von “Isla Delfino” machen das neue Mario
Spiel zu einem einzigartigen Spielerlebnis. Auch die Oberwelt wurde fantastisch gestaltet.
Alles passt zum Urlaubsflair von Super Mario Sunshine. Von den Möwen, die am Himmel ihre
Kreise ziehen bis hin zu den fantastischen Wassereffekten.

Vor dem Release war die Grafik noch sehr umstritten. Böse Zungen meinten, sie sei einer
Next-Generation Konsole nicht würdig. Gut, Super Mario sunshine kann wirklich nicht mit
unglaublich vielen Polygonen auftrumpfen und die Texturen sind teilweise auch sehr
verwaschen. Dafür sind die Effekte, allen voran die phänomenale Waserdarstellung, einfach
fantastisch. Die Spiegelungen im Wasser und die perfekten Wellenanimationen sind ein
echter Augenschmaus und brauchen sich nicht hinter denen eines Wave Race: Blue Storm
zu verstecken. Am Strand hinterlässt Mario realistische Fußabdrücke im Sand, die Grafik
flimmert teilweise wegen der Hitze und die Weitsicht entführt einen wirklich in Marios erholsame
Urlaubswelt. Befindet ihr euch auf dem höchsten Punkt einer Welt, könnt ihr das ganze Areal
überblicken. Alles bleibt sichtbar und detailliert. Desweiteren arbeitet Super Mario Sunshine
mit der neuartigen Geo Morphing Engine. Diese ist dafür verantwortlich, dass plötzlich Dinge
erscheinen, die eben noch nicht da waren. Sonnenblumen schießen aus der Erde, Palmen
wachsen am Strand und sobald ihr eine Passage komplett vom Schmutz befreit habt,
erscheint die ursprüngliche Landschaft wieder. Die Grafik läuft zwar nur mit 30fps,
ruckelt deshalb aber nicht. Im Gegenteil: In der Regel läuft alles super flüssig und die
Slowdowns, die im ganzen Spiel auftreten, kann man an einer Hand abzählen.
Da neue Mario-Spiel setzt zwar keineswegs neue Maßstäbe in Sachen Grafik,
ist aber auf jeden Fall GameCube würdig und sieht viel besser aus als die ersten Screenshots
vermuten ließen.

Neben der Grafik verdient auch der Sound viel Lob. Die Musik wurde sehr interaktiv gestaltet,
d.h. sie ändert sich von Welt zu Welt und ist abhängig von den Feinden, die gerade in euerer
Nähe sind. Der Sound hat dabei eine durchweg hohe Qualität und punktet mit neuartigen
Melodien, die wunderbar zum Urlaubsflair passen. Außerdem findet sich der ein oder andere
Song aus früheren Mario Spielen wieder. Wunderbar ist auch die tolle Sorround-Atmosphäre,
mit der ihr euere Gegner viel leichter orten könnt. Besitzer eines Dolby Pro Logic II Sorround
Systems können sich ebenfalls freuen, denn Super Mario Sunshine unterstützt dieses
Soundsystem und zaubert so einprägsame Klänge aus den fünf Lautsprecherboxen.

Wer jetzt von Super Mario Sunshine eine ähnliche Revolution des Jump’n’ Runs wie bei
Mario64 erwartet, der wird enttäuscht sein. Denn Nintendos neuester Streich ist wohl nicht
das beste Mario Game aller Zeiten. Dafür gibt es einfach zu viele kleine Mängel.
Aber eigentlich ist es egal, wie Super Mario Sunshine im Vergleich mit seinen Vorgängern
abschneidet. Das Wichtigste ist doch der Spielspaß und davon hat dieses Spiel wirklich genug.

Marios neuestes Abenteuer fesselt einen von der ersten bis zur letzten Minute vor
seinen Fernseher und hat ein Suchtpotential wie kein anderes GameCube Spiel zuvor.
Selbst beim mehrmaligen Durchspielen wird es einem nicht langweilig. Es gibt einfach so
viel zu entdecken, dass man wochenlang spielen muss, um alles, wirklich alles gesehen zu
haben. Profis dürften ungefähr 25 Stunden benötigen, um die für den Endkampf notwendigen
50 Shines zu bekommen. Anfänger müssen mindestens das Doppelte einplanen.
Super Mario Sunshine sollte eigentlich in keiner GameCube Sammlung fehlen,
da es Nintendo gelungen ist, ein perfektes Spiel zu erschaffen, dass die Urlaubsatmosphäre
gekonnt rüberbringt. Man hat wirklich das Gefühl im Urlaub zu sein. Nur dass dieser Urlaub
gerade mal 55 € kostet und ihr ihn zuhause auf eurem Sofa genießen könnt.

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