Nissan Micra Testbericht

Nissan-micra
Abbildung beispielhaft
ab 23,79
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5 Sterne
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Summe aller Bewertungen
  • Fahreigenschaften:  sehr gut
  • Fahrkomfort:  sehr gut
  • Platzangebot:  großzügig
  • Zuverlässigkeit:  gut

Erfahrungsbericht von magnifico

Der "Winzling" gilt hier nur für außen

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Name ist hier Programm: Micra heißt der Winzling, und kaum ein anderer Name würde wohl auch besser passen, den an ihm ist alles klein: mit einer Länge von 3,74 Metern, einer Breite von 1,59 Metern sowie einer Gesamthöhe im unbeladenen Zustand von 1,43 Metern besteht zugegebenermaßen schon mal die Gefahr, den kleinsten Nissan in Parklücken oder im Rückspiegel zu übersehen. Dafür glänzt er jedoch um so mehr mit inneren Werten wie kaum ein anderer. Zwei Erwachsene finden vorne einen unerwartet reichlichen Platzkomfort, der selbst auf längeren Strecken nicht immer mehr zusammen zu schrumpfen scheint. Gut, hinten ist es - aber das ist zumindest bei den mir bekannten Kleinwägen bis hinauf zur unteren Mittelklasse nicht anders - etwas enger, doch solange "nur" Kinder dort sitzen, wird Kritik sicherlich nicht laut werden. Doch auch in Sachen Stauraum kann nicht gemeckert werden: im "Personenbetrieb" stehen immerhin 206 Liter Gepäckraum zur Verfügung, die sich, durch Umklappen der asymetrisch geteilten Rückbank, auf bis zu 906 Liter erhöhen läßt - nicht vergessen, hier wird kein 40-Tonner und auch keine Transall benutzt.

Der Innenraum, der sich in einem aufgeräumten und auch ein wenig bieder wirkenden Outfit anbietet, kann seine Stärken durch zahlreiche Ablagen und durchdachte Lösungen zahlreicher Details gut ausspielen, da hierdurch eine beträchtliche Erleichterung des Autofahrer-Alltags - der zumindest nach meinen Erfahrungen langsam aber stetig an Streß und Hektik zunimmt, mag man sich auch dagegen sträuben und versuchen, sich nicht davon mitreißen zu lassen - erreicht wird. Bedauerlich ist nur der in meinen Augen ganz offensichtlich mißlungene Versuch, einfaches Plastik wie glänzendes Aluminium aussehen zu lassen - Nissans Ingenieure wären auch die ersten, denen das gelungen wäre. Hier wäre, das will ich nicht verschweigen, eine Nachbesserung wirklich nicht verkehrt.

In Sachen Fahrantrieb hingegen kann für diese Klasse uneingeschränktes Lob gespendet werden. Das Lederlenkrad, das gut in der Hand liegt, ermöglicht dank der Servo-Unterstützung, die in angenehmer Weise leichtgängig ausgestaltet ist, auch im innerstädtischen Straßendschungel ein schnelles und wenig schweißtreibendes Manövrieren. Doch auch außerhalb dieser "stop-and-go"-Zonen gibt der Micra eine gute Figur ab. Mit seinem immerhin 82 PS (bei 6.000 U/min) starken Vierzylinder, der aus 1.348 ccm Hubraum bei 2.800 U/min ein maximales Drehmoment von 108 Nm schöpft, können immerhin 170 km/h erreicht werden - für einen Kleinwagen auf der Autobahn sicherlich ausreichend. Bezüglich des Fahrverhaltens in Kurven kann von guter Neutralität gesprochen werden, wobei lediglich bei schnell gefahrenen und eng liegenden Kurven ein Schub über die Vorderräder, von denen auch die gesamte Leistung auf die Straße gebracht wird, bemerkt wird. Auch hier wieder die Erinnerung, daß ich keinen Boxter oder M3 beschreiben zu versuche, sondern eben einen soliden Kleinwagen.

Die Sicht, die sich dank den kompakten Dimensionen als gut bis sehr gut beschreiben läßt, hat bisher auch noch keine Probleme aus einer Parklücke werden lassen - gelobt sei hier noch einmal die Servolenkung. Bezüglich des Bremswegs ist ebenfalls nur Positives festzustellen: auch wenn ich hier keine Angaben über genaue Längen in Abhängigkeiten der Anfangsgeschwindigkeit treffen kann - dafür sind mir das Profil der Reifen, 165/60 R 14, dann doch zu teuer - so kann ich dennoch versichern, daß die vorn angreifenden Scheibenbremsen bzw. die das Heck verzögernde Trommelbremsen in Verbindung mit dem ABS nicht schlecht "hinlangen". Ein wenig anders hingegen zu bewerten sind die Sitze, die gerade bei längeren Kurven und höheren Geschwindigkeiten, etwa bei Autobahnabzweigungen, wenig Seitenhalt bieten - man kommt zwar nicht in die Verlegenheit - vielleicht auch Gelegenheit ;-)) - seiner Beifahrerin auf den Schoß zu rutschen, doch ein wenig mehr Halt wäre kein überflüssiger Luxus. Denn auch in Sachen Seitenwind, der sich bei einem Gewicht von 940 Kilogramm zuzüglich Fahrer schnell und durchaus auch heftig bemerkbar zu machen versteht, erinnert man sich an das eben beschriebene "Manko".

Insbesondere in Zeiten, in denen die Fahrt zur Tankstelle zum individuellen Horror-Trip wird und Sparsamkeit plötzlich auch für PS-Enthusiasten ein Thema wird, kann der Micra mit angenehmen Werten aufwarten. In der Stadt lassen sich bei normaler Fahrweise - darunter verstehe ich weder fahrschulmäßiges Schleichen noch rüpelhaftes Rasen - die von Nissan angegebenen 7,7 Liter durchaus auch mal mit einem knappen halben Liter Superbenzin auf hundert Kilometer unterbieten. Im "Überland"-Bereich ist sogar auch mal, dank dem gut ausgelegten Fünfganggetriebe, eine "4" vor dem Komma möglich - Nissans Verkaufsprospekte geben hier 5,2 an. Bezüglich des oftmals vorzufindenden "Mix"-Verbrauchs beschränke ich mich auf die Werkangabe von 6,1 Liter auf 100 Kilometer, da mir hier zu viele persönliche Aspekte hineinkommen und auch die genaue Nachahmung einfach zu kompliziert ist. Ganz klar ist jedoch, daß die Erfüllung der D4-Abgasnorm nicht unerwähnt bleiben sollte, wird doch mal wieder über eine "ökologische" Komponente bei der Kfz-Steuer nachgedacht. Ach ja, das Tankvolumen ist mit 42 Litern nicht gerade der Spitzenreiter dieser Klasse, auf der anderen Seite aber auf jeden Fall für über 500 Kilometer Stadtverkehr tauglich - bei Land- und gemäßigten Autobahnfahrten können auch mal 700-800 Kilometer drin sein. Zudem, wer will schon jedesmal an der Tankstelle - wenn dann auch in längeren Abständen - von seinem sauer verdienten "Blauen" lediglich ein trockenes "Danke" des Tankwarts zurück bekommen.

Netterweise wurde auch an eine Überarbeitung des optischen Gesamtbildes gedacht, so daß in Sachen Design so einige Verbesserungen gegenüber dem Vorjahresmodell festgestellt werden können: allen voran der nissantypische Chrom-Kühlergrill mit seinem Flügeldesign, umgeben von Klarglasscheinwerfern. Doch auch die neuen Stoßfänger und Seitenschutzleisten sowie die dritte Bremsleuchte, im oberen Heckscheibenbereich angebracht, tragen zu einem gelungeneren und beachtenswerteren Erscheinungsbild bei - wobei Beurteilungen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis zwischen "knuffig" und " süß", "bieder" und " pausbäckig" reichen und somit kein wirklich verläßliches Ausgangsurteil bieten.

Ein letztes noch zu Preis und Serienausstattung: für 22.700 DM erhält man bereits einen gut ausgestatteten Nissan Micra Sport, der neben ABS mit Bremsassistent und elektronischer Wegfahrsperre auch über Front- und Seitenairbags sowie Gurtstraffer verfügt. Lediglich die Klimaanlage, die in dem doch hoffentlich bald Einzug haltenden Sommer ihre Leistung unter Beweis stellen kann, bedarf eines "Zuschusses" von 2.100 DM. Dafür erhält man dann aber auch einen vielseitigen, weil nicht nur im Stadtverkehr repräsentativen, Kleinwagen, der neben einer guten Verarbeitungsqualität auch Sicherheit und Attraktivität in sich vereinigt.

13 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Azira

    13.12.2003, 00:34 Uhr von Azira
    Bewertung: sehr hilfreich

    Danke für den umfassenden und sehr informativen Bericht. Ich bekomme morgen meinen neuen Micra und freue mich, eine so gute Wahl getroffen zu haben. Gruß von Azira