Nokia 7650 Testbericht

Nokia-7650
ab 23,39
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Summe aller Bewertungen
  • Design:  sehr gut
  • Qualität & Verarbeitung:  sehr gut
  • Ausstattung:  sehr gut

Erfahrungsbericht von Celina

,.-+~* nokia 7650 *~+-.,

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ein leichter Druck mit dem rechten Zeigefinger auf den Einschaltknopf der rechten Außenseite oben lässt das 7650 dann erstaunlich lebendig werden. Enorm hell und klar erstrahlt das große Display, zeigt eingangs den Nokia-Schriftzug und lässt wenige Sekunden später den bekannten Händedruck als bewegte Sequenz ablaufen. Zur Eingabe des verlangten PIN-Codes muss das Gerät verlängert, sprich, die Vorderfront nach oben geschoben werden. Und der hierdurch faszinierte Nutzer bekommt einen noch stärkeren Eindruck von den vielfältigen Möglichkeiten des Multimedia-Gerätes.

Ein Daumen-„Push“ auf die silberne Taste links außen unter der 35 x 41 mm großen Anzeige zaubert ein buntes Menü auf den Schirm. Und jeder, der einen PDA, Desktop-PC oder „Klapprechner“ (norddeutsch: Laptop!) besitzt, fühlt sich fast schon wie im gewohnten EDV-Bereich.

Übersichtlich werden Icons angezeigt, die mit dem mittig angebrachten Joystick leicht und punktgenau annavigiert werden können. Aber, auch wenn eine drängende Neugier vorschnelle Handlungen heraufbeschwört, um zu entdecken, was sich hinter den Symbolen so alles verbirgt.... die Bedienungsanleitung sollte stets griffbereit zur Hand sein. Vieles erschließt sich zwar gewohnt intuitiv, doch die enorme Nutzungsvielfalt verwirrt auch ausgewiesene „Schnellmerker“!

Und was gibt es da zu entdecken?

Hervorstechendes Merkmal des Nokia 7650 ist die eingebaute Digicam. Deren Objektiv wird freigegeben durch ein Hochschieben der Handy-Vorderfront. Hinter dem Schutzglas wirkt es winzig und verrät vorab, dass es wohl kaum in der Lage ist, qualitativ hochwertige Pics zu „schießen“ (die MCA-25 des T300 von Sony-Ericsson ist eine Klasse besser!). Probeaufnahmen wirken milchig und verschwommen, zu den Rändern hin unscharf und sogar mal aus der Perspektive eines Laubfrosches gesehen. Einigermaßen annehmbare Schnappschüsse ergeben sich jedoch, wenn eine Entfernung von ein bis zwei Metern zum fotografierten Objekt eingehalten wird. Leider hat die Cam auch erhebliche Schwierigkeiten bei starken Helligkeitskontrasten. Alles in allem gilt aber wohl doch: für MMS und Schnappschüsse reicht das Knipsgerät allemal aus.

Verschicken kann man seine lichtbildnerischen Erzeugnisse auf zweifache Art: erstens per Email, zweitens mittels MMS, dann aber in reduzierter Auflösung. Will der User die Pics zuvor auf dem eigenen PC bearbeiten, kann er die Bilder über Bluetooth oder Infrarot dorthin transferieren, sofern IR-Port oder Bluetooth-Adapter am PC vorhanden sind.

Und wo wir schon beim Thema MMS sind: das Nokia 7650 zeigt hier seine erste Schwäche. Es gibt Probleme beim Erstellen, zum Teil sogar beim Versenden in andere Mobilfunknetze. Wer sicher gehen will, nutzt hier den eingebauten Email-Client, der sogar Pics in Originalgröße und nur durch den vorhandenen Speicher limitiert (bei MMS sind max. 100 Kb möglich) weiterreicht.

Dennoch, die Stärken des 7650 machen diesen Mangel locker wett.

So können seine Fähigkeiten mit externer Software (Beispiel: www.symbian.com) erweitert werden. Java- und Epoc-Programme werden ohne nennenswerte Probleme vom PC auf das Handy transferiert. Und ein großer Speicher von beinahe 3,6 Mb lässt merklichen Spielraum, auch wenn andere Anwendung ebenfalls davon zehren.
Der Organizer, ein weiterer Pluspunkt! Speziell Büromenschen und Pünktlichkeitsfanatiker sind mit diesem Feature des Finnen prima bedient; Kalender und Adressbuch handhabt ein jeder sehr gut.

Übertragungsmöglichkeiten zwischen Handy und PC sowie nötige Synchronisationen entsprechender Daten werden, wie vorab erwähnt, auf zwei Arten gestattet, per Infrarot und mittels der Bluetooth-Technik.

Während es bei Infrarottransfers relativ störungsfrei läuft, kann Bluetooth wohl das vorzeitigen Ergrauen des Haupthaares verursachen. Obwohl erhebliches Manko des Nokia-Flaggschiffes, ist die fehlende Headset-Unterstützung beim 7650 zu verschmerzen. Doch die Einrichtung einer Bluetooth-Umgebung auf Laptop oder Desktop ohne Vorkenntnisse verursacht u. U. viel Ärger, ist möglicherweise sogar schweißtreibender, als das fünfminütige Stemmen eines Maßkruges! Dazu aber mehr am Ende des Praxisberichtes.

Bockig zeigt sich das Nokia 7650 beim Einrichten von Email- und Datenkonten. Mit dem Befehl „Schließen“ wird mühsam Eingetipptes nicht etwa gespeichert! Nein, hier muss der User sämtliche Eingaben mit „Zurück“ abschließen, sollen die Informationen dauerhaft im Gerät verbleiben.

Und die Soundfähigkeiten des MMS-Finnen? Gut hörbar kommen die Töne, gleich 24-stimmig schallt es und zugegebenermaßen ein wenig blechern aus dem Lautsprecher. .wav sowie .mid Dateien können im Gerät problemlos gespeichert und auch angehört werden. Beachtlich dabei: Musikstücke, die sich auf dem PC schon schick anhören, erfahren bisweilen eine unerwartete, akustische Aufwertung auf dem Nokia 7650.
Aus aktuellem Anlaß hier ein ein interessanter Hinweis auf den sogenannten SAR-Wert (spezifische Absorptionsrate, welche die Leistung der Einstrahlung beim Telefonieren in den menschlichen Kopf angibt!) des Nokia 7650. Dieser wurde mit 0,35 W/kg erfreulich niedrig gemessen, so dass sich Befürchtungen bezüglich einer erhöhten Einstrahlung durch das MMS-Handy im Rahmen halten können. Von allen, bisher getesteten Foto-bzw. MMS-Mobilfunkgeräten verursacht das Nokia 7650 die noch geringste, elektromagnetische Belastung des menschlichen Organismus.

Bluetooth – ein Kapitel für sich!

Bluetooth ist eine drahtlose Technik der Datenübertragung von und zu einem PC. Wie schon erwähnt, ist das Nokia 7650 „blauzahnfähig“, d. h. es kann eine Funkübertragung zu einem anderen Gerät aufbauen, das dieser Verfahrensweise ebenfalls mächtig ist. Die übliche Reichweite einer Bluetooth-Verbindung beträgt circa zehn Meter, wobei kein Sichtkontakt, beispielsweise zwischen einem „blauzahnfähigen“ PC und dem Handy, bestehen muss.

Infrarot-Ports sind inzwischen, sowohl bei Mobilfunkgeräten, als auch bei fast allen Laptops, Standard. Die Bluetooth-Technologie ist dagegen noch längst nicht so verbreitet. Kaum ein Rechner ist per primam mit der Fähigkeit ausgestattet, per Funk mit dem 7650 zu kommunizieren.

Doch gewusst wie: Ein USB-Bluetooth-Adapter von der Firma Acer ™ wurde für mich das Mittel der Wahl. Nur wenig teurer, als ein Datenkabel, bietet er eine fühlbar bequemere Art der Datentransferierung. Ohne „Leine“ lassen sich Bits und Bytes hin und herschicken.

Freilich sollte der 7650-User nicht auf die, von Acer ™ mitgelieferte Software zurückgreifen. Die momentan gelieferte Version ist wohl noch nicht kompatibel zum 7650!

Es empfiehlt sich ein Update auf der deutschsprachigen Website von Acer ™! Nach Download des Programmes „bt500_1327“ wird dieses auf dem Rechner installiert. Anschließend erfolgt ein Neustart (ohne eingesteckten Dongle), erst dann sollte der Bluetooth USB-Adapter zum ersten Male überhaupt in den PC eingesteckt werden. Der Adapter wird flott erkannt, die Windows-Datenbank entsprechend konfiguriert, und ab geht die Post – wenn sich der Mobilfunker begleitend an die Anweisungen des 7650 Handbuches hält. Dann läuft es erstaunlich glatt, wobei alle gebotenen Bluetooth-Möglichkeiten ausgeschöpft werden können.

Fazit:

Das seit dem Sommer letzten Jahres auf dem Markt befindliche Nokia 7650 ist nach wie vor „das“ MMS-Handy und Maß aller Dinge. Allein der noch immer hohe Preis für dieses Traumhandy ist wohl Ursache für die bisher eingeschränkte Verbreitung des Gerätes. Für viele Fans des Finnen-Mobilfunkflaggschiffes bietet aber der Abschluss eines Mobilfunkvertrages die Chance, sich die Segnung modernster Mobilfunktechnik zu Eigen zu machen..
Denn das ist sicher: Es lohnt sich, das Kommunikationsgenie Nokia 7650 zum Begleiter und Freund zu haben, auch wenn dadurch Eifersuchtsszenen des anderen Geschlechts heraufbeschworen werden könnten. Möglicherweise ist auch ein urbayrischer Brauch gefährdet: Durch die Versendung einer pfiffigen „Verabredungs-MMS“ könnte sich so manches „Fensterln“ erübrigen!

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