Number of the the Beast - Iron Maiden Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von ausforming_von_ciao

Die Jungfrau und das Biest

5
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  durchschnittlich

Pro:

einige absolute Klassiker, gelungene Melodien, Dickinsons Gesang

Kontra:

nicht alle Songs können das Niveau halten

Empfehlung:

Ja

Tja, Iron Maiden kennt wahrscheinlich jeder, wenigstens vom Namen her. Die britische Metal-Band hat mittlerweile nun schon 17 Alben veröffentlicht, das letzte im Sommer des vergangenen Jahres, ich möchte mich hier allerdings mit einem älteren Werk auseinandersetzen. „The number of the beast“ ist das dritte Studioalbum der britischen Band und auch eines der besten. Doch bevor ich auf das Album zu sprechen komme, möchte ich die Band etwas genauer vorstellen.

Iron Maiden wird im Jahre 1975 unter anderem vom Bassisten Steve Harris gegründet. Diesen kann man aber wohl getrost den Kopf der Band nennen, da er die restliche Truppe einfach mal austauscht, die hat ihm halt nicht mehr so zugesagt. 1980 erscheint dann das erste Album unter dem Namen „Iron maiden“, eben selbstbetitelt, was ja für ein Debüt-Album nicht allzu selten ist. Der Nachfolger „Killers“ kommt dann ein Jahr später in die Läden und wird ebenfalls zum Erfolg. Nach „Killers“ kommt es dann aber zu einer für die spätere Entwicklung entscheidenden Veränderung: Sänger Paul Di’Anno verlässt die Band und wird durch Bruce Dickinson ersetzt, so dass die Band nun in folgender Besetzung spielt:

Bruce Dickinson – Gesang

Adrian Smith – Gitarre, Gesang

Dave Murray – Gitarre

Steve Harris – Bass

Clive Burr – Schlagzeug

Auf die weitere Band-Historie werde ich erst in Erfahrungsberichten über spätere Alben eingehen, für „The number of the beast“ ist sie unerheblich.

Die Titel im einzelnen:

INVADERS 3:22
Nach einem Gitarren-Intro geht der Song los, der auch bald an Tempo zulegt und dieses dann auch bis zum Schluss aufrecht erhält. Schon bei diesem ersten Titel werden die Stützpfeiler Iron Maidens recht deutlich, Steve mit seinem behänden Bass-Spiel und die etwas eigenwillige Stimme von Bruce. Letzterer bewegt sich vor allem in den höheren Gefilden der Tonleiter, was dem ganzen einen doch recht eigenwilligen Klang verleiht.

CHILDREN OF THE DAMNED 4:33
Ein balladesker Anfang, getragen von einem gezogenen Gitarrensolo. Der folgende Gesang von Bruce hört sich dann auch recht normal an und führt in einen einfachen Chorus über. Musikalisch nichts weltbewegendes, aber wunder schön. Nach der zweiten Strophe legt der Titel dann langsam aber sicher zu. Bruce wird etwas drängender und die Gitarren härter, ehe das Ganze in einem furiosen Gitarrensolo-Part gipfelt. Zum Ende hin dann noch ein paar Oh Oh Ohs von Bruce und ganz zum Schluss dann noch mal der Refrain, nur dieses Mal im Up-Tempo-Bereich.

THE PRISONER 6:00
Zu Beginn hört man einen Ausschnitt aus einer alten TV-Serie (I’m not a number, I’m a free man), der von einem drumlastigen Intro gefolgt wird. Nach diesem ruhigeren und eingängigeren Rhythmus folgt ein Abschnitt, der sich nicht unbedingt zum mitsingen eignet, was sich aber spätestens beim Refrain wieder ändert. Eine gelungene Melodie und eine perfekte Instrumentenbeherrschung machen auch diesen Titel wieder mehr als hörenswert. Gegen Ende darf natürlich auch bei diesem Song das Gitarrensolo nicht fehlen, das wie bei den Vorgängern gut gelungen ist. Insgesamt ist dieser Titel zwar rhythmuslastiger als der Rest, er steht diesem aber in nichts nach, eher das Gegenteil ist der Fall.

22 ACACIA AVENUE 4:49
Die Fortsetzung von „Charlot the harlot“ vom Debütalbum. Recht melodischer Titel in dem es thematisch eben über die besagte Frau und deren Dienste geht. Der Song beginnt ziemlich forsch und verliert dieses Auftreten auch im Refrain nicht. Man hat hier zwar nicht den melodischsten Titel komponiert, aber anhören kann man sich’s schon noch. Dennoch fällt er gegenüber seinen Vorgängern deutlich ab, nicht zuletzt wegen der gewöhnungsbedürftigen Melodie. Einziges „Highlight“ ist ein ruhiger Mittelteil.

THE NUMBER OF THE BEAST 3:50
Der Titel-Track und ich muss sagen man hat sich nicht vergriffen. Es folgen zwar noch bessere Lieder, dieses gehört aber mit zu den besten. Nach einem gesprochenen Intro, steigt Bruce, zusammen mit einer Gitarre, in den Song ein. Nach einiger Zeit der langsamen Steigerung, folgt ein Up-Tempo-Part und ein energiegeladener Refrain. Mit den treibenden und dem fordernden Gesang von Bruce, erzeugt dieser Titel auch eine Stimmung, die zum textlichen Albtraum hervorragend passt.

RUN TO THE HILLS 3:50
Nach einem reinen Schlagzeugintro zu dem sich nach einiger Zeit eine Gitarre Gesellt, leitet den Song ein. Nach der ersten Strophe steigt dann auch noch der Rest der Band mit ein und das Tempo wird vom Bass und den Gitarren kräftig angezogen. Der Refrain ist mehr als eingängig und eignet sich besten zum mitsingen. Außerdem bekommt man gegen Ende ein Solo zu hören, das man so schnell nicht mehr vergisst. Thematisch geht es in diesem Song um die Indianerverfolgungen und zwar sowohl aus Sicht der Indianer, als auch der Siedler. Dieser Song hat eigentlich nur einen Makel, er ist viel zu kurz.

GANGLAND 3:47
Zu Beginn ein sehr schnelles Drumming und ein paar Gitarren- und Basstöne, als Intro aus meiner Sicht etwas zu lang. Insgesamt ist der Song recht eintönig und bietet keinen dauerhaften Hörgenuss. Hier fehlt einfach die melodische Abwechslung.

TOTAL ECLIPSE 4:28
Begonnen wird wieder einmal mit einem langsameren Intro, das aber wiederum auf dem Schlagzeug basiert. Der folgende Mid-Tempo-Rocker ist wie „Gangland“ nicht unbedingt ein Stück, das einen vom Hocker reißt, bietet im Melodiebereich aber etwas mehr Abwechslung.

HALLOWED BE THY NAME 7:10
Ebenso wie “Run to the hills” ein Klassiker. Erzählt werden die Gedanken eines zum Tode verurteilten Mannes, der sich auf den Weg zum Galgen begibt. Dementsprechend düster geht es dann auch los. Eine getragene Stimme und eine Schlagzeug, das wohl an eine Kirchenglocke erinnern soll eröffnen den Song. Dieser steigert sich jedoch recht bald. Nun wechseln sich Riffs und gesungene Passagen ab, ehe beides ineinander übergeht. Das folgende Instrumentalzwischenstück beinhaltet ein gelungenes Solo, das, wie wir später sehen werden, aber auch noch ohne Probleme in den Schatten gestellt werden kann. Nach einer weiteren Strophe, einen Refrain im eigentlichen Sinne besitzt dieses Lied nicht, befürchtet man schon der Song könnte zu Ende sein, doch weit gefehlt. Man bekommt hier noch ein Gitarrensolo zu Gehör, das wohl zum Besten gehört, was Maiden in ihrer Schaffenszeit hervorgebracht haben. Das Ende könnte man dann zwar etwas zusammenkürzen, das ändert aber nichts an der Tatsache, dass wir es hier mit einem schlichtweg genialen Song zu tun haben, der mit dem Motiv aus dem Mittelteil und den Worten Hallowed be thy name endet.

COVER
Auf dem in Schwarztönen gehaltenen Cover, sieht man eine brennende Landschaft, auf der sich eine Marionettenkonstellation befindet. Ein Mensch wird vom Teufel gesteuert, der wiederum an den Fäden des Band-Maskottchens Eddie hängt. In blutroter, triefender Schrift ist der Titel des Albums zu lesen, am oberen Rand steht der Bandname. Im Booklet sind sämtliche Texte enthalten, außerdem ist es reich bebildert.

FAZIT
„The number of the beast“ ist eines der besten Maiden-Alben. Abwechslungsreiche Lieder, die nur so vor Ideen strotzen, Texte, die zum Teil sozialkritische Themen behandeln und eine ausgezeichnete Beherrschung der Instrumente. Zudem bekommt das Album durch Bruce Dickinsons Stimme, die er in Höhen einer Luftschutzsirene treiben kann, einen besonderen Charakter. Zugegeben, die Stimme ist natürlich auch auf späteren Alben zu hören, aber da lassen dann die Songwriter-Qualitäten teilweise stark zu wünschen übrig. Auf jeden Fall kann ich dieses Album jedem Metal-Fan empfehlen, die meisten werden es wahrscheinlich sogar schon haben.

Bis demnächst, oder wie Iron Maiden sagen würde:

Shake heads!

10 Bewertungen