Ong-bak (DVD) Testbericht

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Ong-bak-dvd-actionfilm
ab 2,96
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Erfahrungsbericht von Manumania

Muay Thai Filme - Besser als Kung Fu & Co.?

Pro:

Geniale Kampfszenen

Kontra:

Story ist öde

Empfehlung:

Ja

Montag war mal wieder Sneak angesagt und laut Forum sollte „Die Unglaublichen“ laufen … nunja, unglaublich war nur dass wir uns da mal wieder sehr geirrt haben und komplett falsch lagen :-)

1. Story
2. Schauspieler
3. Regie
4. Eigene Meinung

==== Story ====

Irgendwo im Fernen Osten liegt ein kleines Dorf. In diesem Ort wird der „Ong-Bak“ angebetet (mag mich jemand aufklären was der für jemand war? Hab den Namen noch nie gehört…). Er wird in Form einer Statue in der Kirche aufbewahrt. Eines Tages kommt Don, aus Bangkok, in dieses Dorf und möchte von einem älteren Mann ein Medallion erwerben. Der Mann allerdings möchte es nicht verkaufen, er hofft immer noch dass sein Sohn eines Tages zurück kommt und Mönch wird und er ihm dieses Medallion dann geben kann.

Don gibt sich allerdings nicht damit zufrieden mit leeren zurück zu kehren und stielt nachts den Kopf des „Ong-Bak“. Er wird dabei erwischt, kann allerdings, dank einer Messlatte, unbeschwert fliehen.

Am nächsten morgen finden die Bewohner des Dorfes den verletzten am Boden liegen und die Staue ohne Kopf vor. Der Mann sagt dass Don aus Bangkok den Kopf des „Ong-Bak“ gestohlen hat. Da „Ong-Bak“ den Dorfbewohner heilig ist und sie glauben dass das Dorf nun verflucht sei, muss jemand nach Bangkok und den Kopf wiederbringen, sonst wird Buddha für immer böses über das Dorf bringen…

Da sich niemand meldet nimmt Ting die Sache an sich. Ting gewann am Tag davor ein Spiel des Dorfes, bei dem die Spieler auf einen Baum klettern müssen und in der Krone ein Tuch nehmen und mit diesem unten wieder ankommen … Regeln gibt es bei dem Spiel keine.
Zudem ist Ting noch derjenige im Dorf, der Wild darauf ist endlich mal seine Kampffähigkeiten auszuprobieren, aber er weiß dass er sie nicht zum Spass anwenden darf, dennoch ist er deswegen etwas ungeduldig und übt auch spät Nachts noch.

Er bekommt von den Bewohnern noch allerlei Sachen, vorwiegend Geld. Der Mann, der das Medallion nicht verkaufen wollte, gibt ihm einen Brief mit, den er seinem Sohn in Bangkok geben soll.

Ting findet sich in Bangkok erst gar nicht zurecht, ist alles noch zu neu für ihn. Durch Zufall trifft er auf George, der früher Humlae hieß. Er tut allerdings so als würde er Ting nicht kennen. Da Ting allerdings Geld bei sich hat, welches George erst nach kurzer Zeit sieht, will er ihn doch kennen und nimmt ihn mit auf sein Zimmer. Er überredet ihn zu duschen und klaut das Geld. Als Ting das bemerkt folgt er George und landet in einer Halle, in der Illegale Kämpfe stattfinden, die nicht selten mit dem Tod enden.

Ting möchte sein Geld zurück, aber George hat alles schon verwettet. Da Ting es sich aber zurückholen will geht er quer durch die Halle und landet auf dem Kampfplatz, wo er eigentlich nicht mitmachen möchte da dies für ihn keinen Sinn ergibt. Doch er wird mehr oder weniger dazu gezwungen mitzumachen. Sein Gegner ist der bisherige Champion „Pearl Harbour“. Als dieser Anläuft um Ting mit einem Schwungvollen Schlag KO zu schlagen rammt dieser mit einer Mordswucht sein Knie in dessen Magen, sodass er auf der Stelle KO ist und sich so schnell nicht mehr erhebt. Die Menge staunt natürlich darüber wie jemand den Champion mit einem Schlag außer Gefecht setzen kann.

Er soll sein Siegergeld bekommen, doch er will nur das Geld, welches George ihm gestohlen hat. Da er der Champion ist bekommt er es auch ohne zögern wieder.

George wittert natürlich jetzt das große Geschäft, aber Ting will nur „Ong-Bak“ wieder haben. George verspricht ihm dabei zu helfen, aber zuerst soll Ting ihm ein bisschen Geld einbringen, hat George doch nichts auf die Beine gestellt seid er aus dem Dorf weg ist und muss sich mit Betrügereien durchs Leben schlagen.

Ting lässt sich darauf nicht ein, aber George will es immer wieder versuchen und so landen beide plötzlich vor einer Horde von Schlägertypen, gegen die selbst Ting Machtlos ist, da es einfach zu viele sind und die auch noch mit Eisenstangen oder Messern bewaffnet sind. Er und George können fliehen, doch da George nicht gerade sportlich ist bekommt er Probleme beim überqueren einer Mauer und dort verspricht er Ting, dass er ihm helfen wird, sofern er ihm jetzt aus der Situation hier hilft.

So entwickelt sich eine Freundschaft, in der Ting noch das ein oder andere Mal in dieser Halle landet und auch sonst noch den ein oder anderen Fight bestreiten muss, denn der jetzige Besitzer des „Ong-Bak“ ist sicherlich keine der netten Gesellschaft…

Und ob Ting und George „Ong-Bak“ retten können, ob sie dem Bösen Gesellen das Handwerk legen können und ob George sich entschließt zurück zu gehen um dort Mönch zu werden, das könnt ihr herausfinden, indem ihr euch den Film anseht.

==== Schauspieler ====

Von den Darstellern kenne ich noch wenigere, aber einige schienen mindestens Phanom Yeerum alias Tony Jaa zu kennen.

Ting – Phanom Yeerum (Tony Jaa). Auch er gab mit “Ong-Bak” sein Debüt, lediglich in Mortal Kombat 2 war er ein Stunt Double. Wie man es aber von Kampffilmen gewohnt ist kann man von der Schauspielerischen Leistung nicht zu viel erwarten, er spielt halt den „Rächer“, der rein Zufällig ein Exzellenter Muay Thai Kämpfer ist. Ich könnte mir zwar auch vorstellen dass er in anderen Rollen auch gut aussehen würde, aber für etwas richtig Anspruchsvolles könnte ich ihn mir (im Moment) noch nicht vorstellen.

Humlae/George - Puh, hier weiß ich nicht welchen Namen ich hinschreiben soll, er lies sich in jedem seiner Filme einen anderen geben. Hier mal die Namen: Perttary Wongkamlao; Mum Jokmok und sein wohl richtiger Name lautet: Petchtai Wongkamlao. Er war vor „Ong-Bak“ schon in „Killer Tattoo“ zu sehen, der Film aber sagt mir auch rein gar nichts. Er spielte eher durchschnittlich, teilweise etwas zu überdreht, teilweise aber auch ganz ok, manchmal aber auch glaubte ich jemanden vor mir zu haben, der krampfhaft versucht groß rauszukommen, sich dabei er zu sehr in die Sache verbeißt, dass er fast nur noch lächerlich wirkt, aber das kam wirklich sehr selten vor. Er wird auch in besagtem „Remake“ mitspielen und ich will mal hoffen dass er dort etwas besser spielt, denn eine Glanzleistung war das nicht!

==== Regie ====

Sowenig ich vorher von dem Film wusste, so wenig weiß ich auch von dem Regiesseur. Sein Name lautet jedenfalls: Prachya Pinkaew. Ich kann damit null anfangen und laut imdb war „Ong-Bak“ auch sein erstes Werk. Er wird 2005 noch einen Film mit unserem Protagonisten verfilmen, kein 2. Teil, sondern wohl eher eine Remake oder so, denn die Story klingt verdammt ähnlich! Jedenfalls kann ich zu ihm nicht viel sagen, er war Produzent und Regiesseur und machte seine Arbeit sehr ordentlich, mehr gibt es da jetzt eigentlich nicht zu sagen, er hat keine Szenen eingebaut bei denen man sagen würde „Damit hab ich nu gar nicht gerechnet“ aber auch keine „Man, das war jetzt ein Schock!“. Einfach der normale Regiesseur, wie er nicht besonders hervorsticht aber auch nicht schlecht ist.


==== Eigene Meinung ====

Als der Film anfing und wir die, mit getrocknetem Schlamm, überzogenen Japaner vor dem riesigen Baum sahen, wollte meine Begleitung eigentlich sofort aus dem raus, da Ong-Bak sich für sie nicht gerade nach einem tollen Film anhörte und dieser Anblick auch nicht gerade das Beste war.
Dann klettern die plötzlich alle den Baum hoch und werfen sich Gegenseitig runter (was teilweise für Lacher gesorgt hat). Da hat’s 4ren schon gereicht und sie sind aus dem Kino gegangen. Meine Begleitung wollte auch, aber ich blieb sitzen, man kann doch nicht an der ersten Szene oder am Titel ausmachen ob der Film gut ist oder nicht, nur weil es kein Hollywood Streifen ist.

So lies ich mich also überraschen was da auf mich zukommen mag. Anfangs dachte ich an einen Actionlosen Film, der eher durch Bilder, Story und Schauspieler glänzen will. Als dann die erste Szenen aus Bangkok kam, dachte ich „Oh Nein, ein japanischer Abklatsch von Fast & Furious“, was sich aber auch schnell wieder legte. Da dachte ich mir eigentlich dass es ein langweiliger Film werden wird, der einfach nur die Story durchgeht und der Zuschauer Ting auf seiner Reise begleitet. Als dann aber der erste Kampf kam, wusste ich gar nicht mehr wo ich den Film zuordnen soll. Einen Kampffilm habe ich am wenigsten erwartet und auch ehrlich gesagt gar nicht daran gedacht. Nungut, mir gefiel diese besagte Szene aber und so entschloss ich mich mir den Film zu ende anzusehen, auch wenn ich manchmal dachte dass der Film bestimmt 2 – 2 ½ Stunden dauern wird, da die beiden irgendwie nie zum Ende kamen, weder bei den Kämpfen noch bei der Suche nach „Ong-Bak“, also langatmig war er nicht, er dachte nur das würde noch dauern bis die den Knausen gefunden haben.

Allerdings ist die Story so was von alt und ausgelutscht, das hat weniger Spass gemacht. Wie oft haben wir schon gesehen das ein einziger sich durch die Welt kämpft nur um einen Gegenstand zu finden, wie oft hat Van Damme (soll keine Kritik an seinen Filmen sein, ich mag die!) in Untergrund Kämpfen gegen böse Buben Geld verdient und Blut verloren? Da hätte man sich echt etwas besseres einfallen lassen können oder halt einen reinen Kampfsport-Film drauß machen sollen, aber so vermischen sich hier noch Abenteuer Stile und das passt irgendwie gar nicht, zumal die Umsetzung sich viel mehr auf den Kampfsport spezialisiert und nicht auf die Abenteuer Elemente, was für mich ein Stern Abzug ist.

Das war aber auch schon das einzige, was ich an dem Film negativ fand. Denn was der Film an Kampfszenen bietet, ist einfach der Wahnsinn! Die Praktizierte Kampfsportart nennt sich
„Muay Thai“ und besteht daraus, dass man sich vorwiegend mit Ellenbogen und Knien bekämpft. Gewohnt ist der normale Zuschauer bei Kampfsport Filme alá Bloodsport, Mortal Kombat etc. dass einfach draufgeprügelt wird das der Körper hergibt und keinerlei Techniken oder gar schöne Kampfstile verwendet werden. Gut, es lässt sich darüber streiten ob Bloodsport nicht ein Kampfsport Klassiker ist (für mich ist er einer), aber dort wird kein bestimmter Kampfstil verwendet und andere Martial Arts Filme alá Jackie Chan, Bruce Lee, Jet Li etc. liegen in der Form, in der es „Ong-Bak“ zeigt, schon lange, sehr lange zurück.
Somit war es natürlich ein Risikoreiches Unterfangen, solch eine Story zu verfilmen und sich dabei auf eine Kampfsport Art zu spezialisieren, welche kaum jemand außerhalb dem Asiatischem Raum kennt.
Auch war es Risikoreich Schauspieler zu nehmen, die nicht bekannt sind, denn was könnte schon großartig dabei rauskommen eine x-mal verfilmte Story, Schauspieler ohne Bekanntheitsgrad und Prügeleien zu vermischen? Richtig – „Ong-Bak“!
Denn, was der Zuschauer hier an Kampfszenen zu sehen bekommt ist einfach nur grandios. Hier wurde nicht mit Matrix-Style gearbeitet, und auch sonstige Computertechniken blieben dem Dreh fern. Stattdessen wurde, würde ich jetzt mal meinen, richtig „geprügelt“ denn einige Szenen sehen verdammt realistisch aus.
Es macht einfach nur Spass diesen Kampfszenen zuzusehen, denn solch eine flüssige, aber doch elegante Art des Kampfsports bekommt man selten zu sehen und der Hauptdarsteller ist ein Meister dieser Kunst und man sieht ihm auch an dass er sehr viel Spass and er Sache hat und warum dann nicht zum Film und sein können beweisen?

Was mir noch sehr positiv auffiel, der Film holt sich selbst nicht Ernst. Wie man es bei anderen Kampfsportfilmen oftmals sieht (z.B. Bloodsport) wird dort mit Humor gespart und der Zuschauer sitzt angespannt vor dem TV bzw. der Leinwand. „Ong-Bak“ aber nimmt sich oftmals selbst auf die Schippe und durch die Kampfszenen entstehen nicht selten lustige Szenen und auch George, der mehr oder weniger Tollpatschig ist, bringt dem Zuschauer nicht selten ein grinsen aufs Gesicht. Gut, die meisten Szenen sind auch schon oft kopiert, aber dennoch immer wieder Amüsant mitanzusehen. Allerdings wirkt es am Anfang etwas ZU albern, als Ting seine Kampfstile ausführt und sagt um welchen es sich handelt, das brachte das Kino zum schmunzeln und war wirklich ZU albern.

Dazu kommt noch, dass der Film einen sehr guten Soundtrack hat, welcher die einzelnen Szenen wunderbar untermalt und die Kameraführung lässt auch nicht zu wünschen übrig, im Gegenteil, viele Kampfszenen oder sonstige Spektakulären Szenen werden mehrmals aus verschiedenen Positionen wiederholt, was mir sehr gut gefiel.

Abschließend bleibt mir nur zu sagen dass „Ong-Bak“ ein genialer Kampfsportfilm ist, der durch die Story seine Macken und durch elegante, grandiose und unterhaltende Kampfszenen dem Zuschauer einen Wunderbaren Filmabend liefert. Somit kann ich Freunden des Kampfsportfilmes „Ong-Bak“ uneingeschränkt empfehlen, andere sollten allerdings die Finger davon lassen, da sie sich nur langweilen werden.

Zum Schluss möchte ich noch 2 wunderbare Szenen beschreiben, die wohl zur FSK von 16 Jahren führten (für mich noch etwas zu wenig, wenn ich bedenke das Bloodsport nicht härter ist sondern nur mehr Kampfszenen bietet). Gegen Ende bekommt unser Held es mit einer Säge zu tun. Der Böse Bube rammt sie mit den Zacken auf Ting zu, der wiederum hält seine beiden Armrücken zum Schutz vor sich, was dazu führt, dass die Säge sich in den Arm bohrt (was man noch schön von der Seite sieht). Und zu guter letzt noch die wohl beste Szene, bei der ich nicht wenige sah, die ihren Kopf von der Leinwand wegdrehten: Ting schnappt sich das Bein eines Bösewichts, klemmt es zwischen seine, springt einmal hoch und rrrrrrrratsch ist das Knie durch … feine Sache ;-)

PS: Zur Verbesserung hätten ein paar Splatterffekte nicht schlecht getan, ich hätte am Ende zu gerne gesehen wie der Schädel von „Tiger“ zerspringt, aber man sieht nur ein bisschen Blut :-(

Zum Schluss: 4 Sterne (Abzug für die Story) und eine Empfehlung für Genrefans. Hoffentlich kommen demnächst noch solche Filme mit, nicht Bekannten und vielleicht auch lustigen, Kampfsportarten, denn der hier hat mir gefallen!

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