Ong-bak (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 11/2010
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Erfahrungsbericht von CiscoGianino
A star is born
Pro:
Tony Jaa, Fights, Stunts
Kontra:
Story klischeehaft und dünn, überflüssige Nebenfiguren
Empfehlung:
Ja
Auf dem Sektor des Martial-Arts-Genres ist schon seit längerer Zeit tote Hose: Bruce Lee starb vor über 30 Jahren und mit ihm eine Ära, die von Darstellern wie Wang Yu, Ti Lung, David Chiang, Fu Sheng oder Chen Kuan Tai eingeläutet wurde. Spätere Kampfkunstexperten wie Jet Li und Jackie Chan drehen nur noch langweilige Hollywood-Schinken, andere Hoffnungen wie Sammo Hung haben schon ewig nichts mehr von sich hören lassen oder sind wie Donnie Yen in der Versenkung verschwunden. Japanische Stars wie Sonny Chiba oder Hiroyuki Sanada haben sich längst zur Ruhe gesetzt und für primitive Prügel-Proleten wie Jean Claude Van Damme oder Chuck Norris habe ich nicht mehr übrig als diese herablassende Bemerkung. Doch es scheint wieder Hoffnung zu geben: Panom Yeerum, genannt Tony Jaa, zeigt mit „Ong-bak“, dass er ein absoluter Ausnahmeathlet ist.
Der aktuelle Knaller aus Thailand, der momentan weltweit für Furore sorgt, beginnt in einem kleinen Bauerndorf, dessen Idylle durch ein paar finstere Großstädter bedroht wird. Da die Dörfler nichts für die dunklen Machenschaften der geldgierigen Gauner übrig haben, entwenden diese prompt den Kopf von Ong-bak, dem heiligen Steinbuddha des Dorfes, der diesem angeblich Schutz verleiht. Da das Dorf nach dem Glauben der Einwohner nun verflucht ist, muss der Kopf wieder zurück an seinen angestammten Platz um Buddha zu besänftigen. Wer wäre für diese Mission wohl besser geeignet als Boonting (Tony Jaa), der ganz nebenbei der versierteste Fighter des Dorfes ist.
Also macht er sich auf nach Bangkok, wo ein entfernter Verwandter von ihm lebt, der zunächst nichts mit ihm zu tun haben will. Der kleine Ganove hat es in seinem Leben nicht weit gebracht, hat Schulden vom Wetten auf illegale Boxkämpfe. Interessant wird Boonting erst für ihn als dieser zufällig im Ring landet – und den Champion mit einem Kick ausknockt. Nun wittert er natürlich da große Geld, doch Boonting hat nur Interesse für Ong-baks Kopf, doch einige unschöne Begegnungen mit den Gangstern schweißt die beiden zusammen...
Vergesst die lächerliche Story – die ist ohnehin nur Rahmenhandlung für eine Aneinanderreihung der beeindruckendsten Kämpfe und Stunts seit Jahren. Tony Jaa ist ganz eindeutig die neue Attraktion des thailändischen Actionkinos. Der Film ist vollkommen auf seine Person zugeschnitten und so werden seine Stunts auch entsprechend häufig aus verschiedenen Kamerapositionen mehrmals gezeigt. Was der Junge drauf hat, lässt selbst den sonst so hochgejubelten Jackie Chan alt aussehen: Aus vollem Lauf rutsch er unter fahrenden Autos durch, klettert mühelos Wände und Zäune empor oder zwängt sich durch unglaublich enge Stacheldrahtrollen. Das Ganze geschieht dazu in einem Tempo, das einem den Atem verschlägt und den Adrenalinspiegel in ungeahnte Höhen treibt.
Dazu kommt noch, wovon jeder spricht: Die Fights. Nie habe ich solch knochenharte, physisch intensive Kämpfe gesehen wie in „Ong-bak“. Dies liegt hauptsächlich am Kampfstil, der zur Abwechslung mal nicht aus diesem Show-Kung-Fu aus Hongkong besteht, sondern aus dem extrem brutalen Muay Thai, bei dem vornehmlich mit Ellenbogen und Knien auf den Kopf des Gegners eingedroschen wird. „Ong-bak“ verzichtet weitestgehend auf Show-Elemente und präsentiert seine Fights in realistischer Härte, so dass man sich schon fragt, wie viele Darsteller bei den Dreharbeiten mindestens schwer verletzt wurden. Schon alleine die Anfangssequenz, bei der etliche Dorfbewohner sich gegenseitig in den Kronen verdammt hoher Bäume bekämpfen, ist unglaublich intensiv: Die Besiegten fallen metertief schlag mit einem dumpfen Knall auf den Boden auf, Knoch knacken, Staub wirbelt auf, die Gefallenen ächzen unter Schmerzen.
Wenn sich Tony Jaa und seine Gegner dann später durch das gesamte Inventar der Boxclubs von Bangkok prügeln, gibt es kein Halten mehr: Ich hätte nie gedacht, dass mich als altgedientem Martial-Arts-Fan ein Kampfsportfilm noch so begeistern kann, aber „Ong-bak“ schafft dies locker.
So innovativ und begeisternd die Kämpfe auch sein mögen, so altbacken und lächerlich klischeehaft kommen dafür Handlung und Dialoge daher. Die Bösen sind so böse wie nur möglich (Buddhastatuen zerstören – tiefer kann man in Thailand gar nicht sinken) und den Guten trieft der Idealismus geradezu aus den Knopfaugen. Allerdings sollte man diesem Punkt nicht allzu viel Wert beimessen, denn, mal ehrlich, wer hat sich bei „Fist of Fury“ oder „Enter the Dragon“ für die Story interessiert? Es ging einzig und allein um Bruce Lee und wie er seine Gegner auseinander nimmt. Trotzdem nervt es bei „Ong-bak“ ein wenig, dass einige Nebenfiguren eingeführt werden, die überhaupt keine Funktion haben. Diese Figuren werden nicht einmal richtig vorgestellt, so dass man wirklich nicht weiß, wer sie eigentlich sind oder was ihre Aufgabe sein soll.
Trotzdem macht „Ong-bak“ einfach nur Spaß wenn Tony Jaa seine Gegner vermöbelt, selbst wenn er schon in Flammen steht. Ein übermäßig guter Schauspieler ist er wie eigentlich alle Martial-Arts-Stars nicht wirklich, aber er ist sehr sympathisch und wenn er einen Motorradhelm mit dem Ellenbogen spaltet, dann ist das schon sehr beeindruckend. Tony Jaa ist eindeutig der neue Stern, den der Martial-Arts-Himmel schon längst mal wieder benötigte und man kann sich nur auf weitere Produktionen mit ihm freuen – vielleicht nächstes mal auch mit besserer Story...
Originaltitel: Ong-bak
Alternativtitel: Muay Thai Warrior
Produktionsland & -jahr: Thailand 2003
Regie: Prachya Pinkaew
Drehbuch: Prachya Pinkaew, Panna Rittikrai
Kamera: Nuttawut Kittikun
Darsteller: Tony Jaa (=Panom Yeerum), Pumwaree Yodkamol, Suchoa Pongvilai
Der aktuelle Knaller aus Thailand, der momentan weltweit für Furore sorgt, beginnt in einem kleinen Bauerndorf, dessen Idylle durch ein paar finstere Großstädter bedroht wird. Da die Dörfler nichts für die dunklen Machenschaften der geldgierigen Gauner übrig haben, entwenden diese prompt den Kopf von Ong-bak, dem heiligen Steinbuddha des Dorfes, der diesem angeblich Schutz verleiht. Da das Dorf nach dem Glauben der Einwohner nun verflucht ist, muss der Kopf wieder zurück an seinen angestammten Platz um Buddha zu besänftigen. Wer wäre für diese Mission wohl besser geeignet als Boonting (Tony Jaa), der ganz nebenbei der versierteste Fighter des Dorfes ist.
Also macht er sich auf nach Bangkok, wo ein entfernter Verwandter von ihm lebt, der zunächst nichts mit ihm zu tun haben will. Der kleine Ganove hat es in seinem Leben nicht weit gebracht, hat Schulden vom Wetten auf illegale Boxkämpfe. Interessant wird Boonting erst für ihn als dieser zufällig im Ring landet – und den Champion mit einem Kick ausknockt. Nun wittert er natürlich da große Geld, doch Boonting hat nur Interesse für Ong-baks Kopf, doch einige unschöne Begegnungen mit den Gangstern schweißt die beiden zusammen...
Vergesst die lächerliche Story – die ist ohnehin nur Rahmenhandlung für eine Aneinanderreihung der beeindruckendsten Kämpfe und Stunts seit Jahren. Tony Jaa ist ganz eindeutig die neue Attraktion des thailändischen Actionkinos. Der Film ist vollkommen auf seine Person zugeschnitten und so werden seine Stunts auch entsprechend häufig aus verschiedenen Kamerapositionen mehrmals gezeigt. Was der Junge drauf hat, lässt selbst den sonst so hochgejubelten Jackie Chan alt aussehen: Aus vollem Lauf rutsch er unter fahrenden Autos durch, klettert mühelos Wände und Zäune empor oder zwängt sich durch unglaublich enge Stacheldrahtrollen. Das Ganze geschieht dazu in einem Tempo, das einem den Atem verschlägt und den Adrenalinspiegel in ungeahnte Höhen treibt.
Dazu kommt noch, wovon jeder spricht: Die Fights. Nie habe ich solch knochenharte, physisch intensive Kämpfe gesehen wie in „Ong-bak“. Dies liegt hauptsächlich am Kampfstil, der zur Abwechslung mal nicht aus diesem Show-Kung-Fu aus Hongkong besteht, sondern aus dem extrem brutalen Muay Thai, bei dem vornehmlich mit Ellenbogen und Knien auf den Kopf des Gegners eingedroschen wird. „Ong-bak“ verzichtet weitestgehend auf Show-Elemente und präsentiert seine Fights in realistischer Härte, so dass man sich schon fragt, wie viele Darsteller bei den Dreharbeiten mindestens schwer verletzt wurden. Schon alleine die Anfangssequenz, bei der etliche Dorfbewohner sich gegenseitig in den Kronen verdammt hoher Bäume bekämpfen, ist unglaublich intensiv: Die Besiegten fallen metertief schlag mit einem dumpfen Knall auf den Boden auf, Knoch knacken, Staub wirbelt auf, die Gefallenen ächzen unter Schmerzen.
Wenn sich Tony Jaa und seine Gegner dann später durch das gesamte Inventar der Boxclubs von Bangkok prügeln, gibt es kein Halten mehr: Ich hätte nie gedacht, dass mich als altgedientem Martial-Arts-Fan ein Kampfsportfilm noch so begeistern kann, aber „Ong-bak“ schafft dies locker.
So innovativ und begeisternd die Kämpfe auch sein mögen, so altbacken und lächerlich klischeehaft kommen dafür Handlung und Dialoge daher. Die Bösen sind so böse wie nur möglich (Buddhastatuen zerstören – tiefer kann man in Thailand gar nicht sinken) und den Guten trieft der Idealismus geradezu aus den Knopfaugen. Allerdings sollte man diesem Punkt nicht allzu viel Wert beimessen, denn, mal ehrlich, wer hat sich bei „Fist of Fury“ oder „Enter the Dragon“ für die Story interessiert? Es ging einzig und allein um Bruce Lee und wie er seine Gegner auseinander nimmt. Trotzdem nervt es bei „Ong-bak“ ein wenig, dass einige Nebenfiguren eingeführt werden, die überhaupt keine Funktion haben. Diese Figuren werden nicht einmal richtig vorgestellt, so dass man wirklich nicht weiß, wer sie eigentlich sind oder was ihre Aufgabe sein soll.
Trotzdem macht „Ong-bak“ einfach nur Spaß wenn Tony Jaa seine Gegner vermöbelt, selbst wenn er schon in Flammen steht. Ein übermäßig guter Schauspieler ist er wie eigentlich alle Martial-Arts-Stars nicht wirklich, aber er ist sehr sympathisch und wenn er einen Motorradhelm mit dem Ellenbogen spaltet, dann ist das schon sehr beeindruckend. Tony Jaa ist eindeutig der neue Stern, den der Martial-Arts-Himmel schon längst mal wieder benötigte und man kann sich nur auf weitere Produktionen mit ihm freuen – vielleicht nächstes mal auch mit besserer Story...
Originaltitel: Ong-bak
Alternativtitel: Muay Thai Warrior
Produktionsland & -jahr: Thailand 2003
Regie: Prachya Pinkaew
Drehbuch: Prachya Pinkaew, Panna Rittikrai
Kamera: Nuttawut Kittikun
Darsteller: Tony Jaa (=Panom Yeerum), Pumwaree Yodkamol, Suchoa Pongvilai
19 Bewertungen, 1 Kommentar
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20.06.2004, 19:12 Uhr von Stormwatch2k3
Bewertung: sehr hilfreichHmm, leider nicht mein Genre. ~~Gruß Norman~~
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