1984 (Taschenbuch) / George Orwell Testbericht

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Erfahrungsbericht von RedHawk

Big Brother is watching you

Pro:

gesellschaftskritisch spannend

Kontra:

nicht für Jederman

Empfehlung:

Nein

An einem kalten Apriltag steigt der Angestellte Winston Smith die Treppen zu seiner bescheidenen Wohnung hinauf. Er wohnt im siebten Stock, der Aufstieg bereitet dem 39jährigen, kränklichen Mann Schwierigkeiten. Jedes neue Stockwerk konfrontiert ihn mit einem an der Wand angebrachten Poster, auf dem das Gesicht eines Mannes abgebildet ist. Wie einige der Selbstporträts Rembrandts scheint es den sich bewegenden Betrachter mit den Augen zu verfolgen. Das ist beabsichtigt, denn jeder Bürger soll sich beobachtet fühlen. Unter dem Bild steht die Mitteilung: \"BIG BROTHER IS WATCHING YOU.\"

\"Der große Bruder sieht dich an\", allein dieser jedermann bekannte Satz sichert dem Roman \"1984\" des englischen Autors George Orwell Unsterblichkeit. Unabhängig von der literarischen Qualität des Werkes, das der schwerkranke Verfasser in einem Wettlauf mit der Zeit vollendete, gehört der Roman zu den einflußreichsten und erfolgreichsten Büchern dieses Jahrhunderts. Diese Wirkung verdankt \"1984\" in erster Linie einem Thema, das die Menschheit seit Jahrtausenden beschäftigt: Utopie. Nur dass Orwell nicht die begeisternden Höhenflüge utopischer Entwürfe feiert, sondern, im Gegenteil, den Absturz in die Niederungen einer grausamen Realität darstellt, in Chaos und Tyrannei. Dabei ist der 1949 erschienene, unter dem Eindruck von Nazismus und Stalinismus entstandene Roman nicht etwa als Zukunftsvision zu verstehen, sondern als Warnung an die Zeitgenossen. Da die Menschen aber auch nach den historischen Erfahrungen mit Stalin und Hitler nicht von ihren utopischen Sehnsüchten lassen wollten (und wollen), bleibt Orwells Werk nach wie vor als Gegenentwurf wirksam und notwendig.

Die Welt, die der Autor beschreibt, ist aufgespalten in drei Supermächte: Ozeanien, Eurasien und Ostasien. Deren Gesellschaften gleichen sich in Herrschaftsstruktur und Ideologie. Sie sind in einen permanenten Scheinkrieg untereinander verstrickt, was den Machthabern den Vorwand liefert, die eigene Bevölkerung, notfalls mit Gewalt, zu organisieren und zu disziplinieren.

Winston Smith, Orwells Hauptfigur, lebt in London, der Hauptstadt Ozeaniens. Das Land wird von einer Partei-Oligarchie regiert, man unterscheidet hierarchisch zwischen \"innerer\" und \"äußerer\" Partei, die einen tragen schwarze, die anderen blaue Overalls. An der Spitze steht der fiktive \"Große Bruder\" - 45 Jahre, schnurrbärtig, attraktive Erscheinung -, dessen Bildnis von allen Wänden starrt. Mittels technischer Überwachungsapparate ist so etwas wie der permanente Lauschangriff möglich, das Tele-Auge des Staates überwacht und beeinflußt das Leben der Parteimitglieder bis in die Intimsphäre. Beispielsweise befindet sich in jedem Raum ein Tele-Schirm, er macht Bilder von dir und nimmt akustische Signale auf. Zweifelst du an der Partei wird das registriert. Anschließend wirst du vaporisiert und niemand kennt dich mehr. Ziel ist die Vernichtung des individuellen Bewußtseins. Kein Wunder, daß die Menschen auf die Tröstungen von stinkigem \"Victory Gin\" und krümeligen \"Victory Cigarettes\" angewiesen sind.

echt, Freiheit, Wahrheit, Wissen, Gefühle, Träume und Ideale sind in Ozeanien nicht viel mehr als Spielmaterial. In einer Gesellschaft, die proklamiert \"Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke\" werden humane Werte systematisch in ihr Gegenteil verkehrt. Das gemeine Volk, 85 Prozent der Bevölkerung, wird in einem Zustand geistiger Unmündigkeit, wenn nicht Umnachtung gehalten. Ihr Bewußtsein füttert das \"Wahrheitsministerium\" mit manipuliertem Material. Geschichte, kollektive wie individuelle, wird ständig neu- und umgeschrieben. Abweichungen von der Norm, \"Gedankenverbrechen\", gelten als gesellschaftliche Todsünden.
Doch es gibt für Winston noch Julia. Winstons Rebellion gegen das System drückt sich in unbändigem Haß aus, Julia lehnt sich mit einem Lebenswandel gegen das Regime auf: Sex als symbolischer Akt. Die pathetische Liebesgeschichte zwischen Winston und Julia scheitert ebenso wie Winstons Versuch, mit einer Oppositionsbewegung Kontakt aufzunehmen.
Am Ende des Romans steht Winston vor ...

Das Buch ist spannend geschrieben und jedem nur empfehlenswert. Bringt das Buch mal mit den Folgen des 11. September in Verbindung. Mehr Überwachung der Bürger und somit weniger Freiheiten. Ihr werdet nach diesem Buch die Welt mit anderen Augen sehen und viel mehr eure Freiheit genießen.

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