Patchwork-Familien Testbericht

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Erfahrungsbericht von redwomen

TROTZ NEUER FRAU EIN SUPER „FAMILIENVERHÄLTNIS“

Pro:

Wenn man es selber will gelingt es auch.

Kontra:

Man muss sich mit der \"Ex-Familie\" auseinander setzen.

Empfehlung:

Ja

Patchworkfamilien !!! Immer wieder mal hört man dazu Berichte in den Medien oder liest Berichte in den Zeitungen. Und ich denke, gerade bei diesem Thema gibt es sowohl „Pro“ als auch „Contra“ Streitpunkte. Aber sicherlich liegt es bei einem bzw. bei der Familie alleine was man aus dieser Situation macht und sie meistert. Da ich selbst davon betroffen bin möchte ich euch heute einmal meine Meinung aus meiner Sicht dazu kund tun.

Vor etwas sechs Jahren habe ich meinen jetzigen Mann „besser“ kennen gelernt, denn kennen tue ich ihn eigentlich schon fast 9 Jahre. Doch damals sind wir uns halt durch einen eigentlich eher „dummen“ Zufall –heute kann ich nur sagen: „GOTT SEI DANK“- einfach näher gekommen. Ich wusste zu dem damaligen Zeitpunkt noch nicht, dass er verheiratet war und vier Kinder hat. Aber ich denke, zu diesem Zeitpunkt wäre mir dies auch egal gewesen, denn mein Herz hatte sich bereits in diesen Mann „verloren“. Als wir jedoch nach ein paar Tagen schon wussten, dass es doch etwas ernsthaft werden könnte, kam auch das Gespräch auf seine Ex-Frau und seine Familie. Uns war damals allen Beiden klar, dass wir unsere Beziehung eigentlich nur verfestigen können, wenn ich auch mit den Kindern soweit klar komme, bzw. die Kinder mit mir. –hierzu möchte ich anmerken, dass diese Einstellung von unserer beiden Seiten aus ging- Also gut, gesagt, getan. Bereits eine Woche später musste ich „durch“. Ich hatte schon die ganze Woche mit meinem „neuen Mann“ verbracht, also auch bei ihm bereits geschlafen und an einem Sonntag war es soweit. Die Kinder UND die Ex-Frau mit ihrem Freund –ja ihr lest richtig, auch seine Ex-Frau war mit anwesend- sind alle schon ganz gespannt am Frühstückstisch gesessen und haben natürlich alle mit GROSSER NEUGIER auf die „neue“ Frau von ihrem Vater gewartet. Ich selbst bin mir natürlich in dieser Situation mehr als „dumm“ und „blöd“ vorgekommen und hätte mich am liebsten unter der Bettdecke verkrochen und gewartet bis alle wieder weg sind. Doch es nützte ja nichtsv, ich musste da durch. *lach* Mein Schatz unterstütze mich allerdings total lieb und meinte zu mir: „Na komm, sie beißen schon nicht“. –na wer weis??? *sfg*- Aber gut, ich musste in die „Höhle des Löwen“. Also, auf ging es. UND siehe da, ich war mehr als positiv überrascht. Die Kinder haben mich mit offenen Armen aufgenommen und auch seine Ex-Frau war sehr sehr nett zu mir. *ufz* Die erste schlimme Stufe war schon überwunden und ich war so weit ganz zufrieden. Zum damaligen Zeitpunkt haben seine beiden Töchter bei meinem Mann gewohnt. Als wir uns schließlich nach einem Jahr entschieden haben zusammen zuziehen, nachdem wir gemerkt haben es klappt mit den Kindern ganz gut, standen wir vor der Entscheidung ob die beiden Töchter mit zu uns ziehen. Da seine älteste Tochter damals schon 18 war, hat sich diese dann entschieden eine eigene kleine Wohnung zu nehmen. –allerdings nicht wegen mir, sondern weil sie selbstständig sein wollte. Was sie jedoch leider bis heute noch nicht ist. Aber dies ist ein anderes Thema- Seine mittlere Tochter, damals 12 Jahre ist dann schließlich mit zu uns gezogen. Mit diesem Mädchen hatte ich eigentlich am meisten Probleme, da sie sich mir gegenüber sehr verschlossen gehalten hat und es kein „zu ihr eindringen“ gegeben hat. Heute weis ich, dass es nicht an mir gelegen hat, sondern dass dieses Mädchen damals durch die Trennung der Eltern und der damalige Freundin von ihrem Vater, eigentlich nur noch negative Erfahrungen gemacht hat. Also gesagt, getan wir haben uns ein kleines Haus mit Garten gemietet und für meine Stieftochter war somit ein wunderschönes eigenes Zimmer vorhanden. –bis zu dem damaligen Zeitpunkt hat sie sich ein Zimmer mit ihrer Schwester teilen müssen- Nachdem wir drei Jahre liiert waren, war uns beiden klar, dass wir auch heiraten wollen. Natürlich wusste ich auf was ich mich einlasse, schließlich hatte mein Mann vier Kinder, und ich selbst überhaupt keines. Also bereiteten wir seine Kinder darauf vor und ich muss sagen, sie waren alle sehr begeistert. –anscheinend habe ich doch nicht dieses typische „Stiefmutter-Syndrom“ *lach*- Somit haben wir vor 3 Jahren geheiratet und ich bereue bis heute diesen Schritt in keiner Weise.


EIGENE MEINUNG zu einer Patchwork-Familie:
Für mich persönlich war es eine extreme Umstellung gleich mit einer ganzen Familie konfrontiert zu sein. Schließlich war ich bis zu dem damaligen Zeitpunkt schon 18 Jahre lang stets alleine, bzw. wenn dann nur immer zu Zweit. Ich war es eigentlich nie gewohnt mich irgendwo ein- bzw. unterzuordnen, aber bei einer vierköpfigen Familie blieb mir da wohl oder übel nichts anderes übrig. Aber ich muss gestehen, es fiel mir eigentlich relativ leicht. Vielleicht auch aus dem Grund, weil mich die Kinder wirklich mit offenen Armen empfangen haben und ich vor meiner eigenen Courage keine Angst mehr zu haben brauchte. Ich will mich ja jetzt nicht unbedingt selber loben, aber ich weis, dass ich eigentlich ein sehr umgänglicher, lustiger, unkomplizierter aber auch ab und an strenger Mensch bin und in die Rolle als sog. Mutter bzw. Stiefmutter habe ich mich relativ schnell, Gott sei Dank, zu Recht gefunden. Zu dem heutigen Zeitpunkt kann ich nur sagen, dass ich gerade mit meiner Stieftochter, welche bei uns ja lebt und heute 18 ist, ein ausgesprochenes tolles, gutes und auch „Muttersatz- mäßiges Verhältnis habe. Nachdem sie mich nach länger Zeit besser kennen gelernt hat und auch wusste, dass ich ganz anders bin als die Freundin von ihrem Vater damals, hat sie sich auch endlich mir gegenüber geöffnet und Vertrauen in mich investiert. Auch mit den anderen drei Kindern habe ich ein absolut tolles, gutes und freundschaftliches Verhältnis. Und erstaunlicher Weise lassen sich meine Stiefkinder auch viel von mir sagen und hören oftmals auf mich. –vielleicht auch aus dem Grund, weil ich zur heutigen Zeit viele Dinge sehe, die ihre leibliche Mutter in meinen Augen falschn macht, bzw. nicht fähig ist selbst in „geordnete“ Verhältnisse zu leben. Aber gut, dies ist jetzt nicht das Thema und ich werde mich hüten, diese Meinung vor meinen Kindern zu vertreten, schließlich und endlich ist es noch immer die leibliche Mutter und die Kinder hängen an ihr genauso wie an ihrem Vater und mittlerweile auch an mir. – Auch wir Erwachsenen unter einander meistern die ganze Situation so, dass die Kinder darunter nicht leiden. Und da mein Mann sowieso ein absoluter Familienmensch ist, er hätte damals auch seine Familie nie verlassen bzw. sich scheiden lassen dieser Weg ging damals von seiner Frau aus, ist er natürlich mehr als glücklich mit der ganzen Situation. Aber ich muss auch sagen, ich liebe so extrem meinen Mann, dass ich auch alles gegeben hätte, um eine ordentliche, ruhige und entspannte Familiensituation zu erreichen. Mittlerweile ist seine Ex-Frau auch wieder verheiratet und die beiden Jüngsten leben bei ihr und ihrem Mann. Ich weis allerdings von den Beiden, dass sie mit dem neuen Mann von ihr „fast“ absolut nicht zu Recht kommen und hier muss ich mal ehrlich gestehen, dass mich dies natürlich innerlich total freut. –ich weis, dass dies sehr gemein klingt, doch wenn ihr wüsstet, was diese Frau und auch dieser Mann, der ja schließlich der Scheidungsgrund war, meinen Mann alles angetan haben, würden sicherlich auch viele von euch so reagieren. Und diese ganzen Geschichten weis ich NICHT von meinem Mann sondern von seinen vier Kindern. Also ist diese Reaktion auch irgendwo verständlich.- Sicherlich hätte ich auch noch gerne ein eigenes Kind mit meinem jetzigen Mann gehabt, doch leider hat es nie geklappt und heute bin ich mittlerweile 41 Jahre und ich denke, es ist doch ein großes Risiko mit meinem Alter noch Kinder zu bekommen. Sollte es jedoch doch so kommen, werden wir uns trotzdem darüber freuen und ich weis auch genau, dass sich ebenso meine vier Stiefkinder darüber freuen.

Mein Schlusswort und Fazit zu diesem Thema:
Den Schritt diesen Mann mit einer ganzen Familie zu heiraten habe ich bis heute noch nie bereut, obwohl es sicherlich oftmals kleine Streitereien gibt, eigentlich NUR wegen seiner Kinder. Ich sehe halt vielleicht viele Dinge mit ganz anderen Augen und bin um einiges strenger als mein Mann und da gibt es halt bei uns Beiden leider öfter mal Differenzen. Die sind aber nie so ernst, dass wir uns im Bösen streiten würden. Meine Stiefkinder wissen mittlerweile wie ich bin und dass ich teilweise viele Dinge mit anderen Augen sehe und auch oftmals sehr streng bin. Doch ich glaube und denke, genau das ist es was sie so an mir schätzen und lieben. Ich bin stets für sie da, weise sie *hoffentlich* den richtigen Schritt für das eigene Leben und bin vielleicht in vielen Dingen auch eher die „neutrale“ Person für sie. Meine extrem große Umstellung, auf einmal so eine große Familie zu haben, habe ich, denke ich, super gemeistert und bin sowohl mit mir, als auch mit meinem Mann und meiner „angeheirateten“ Familie mehr als zu Frieden. Es gibt sicherlich viele Dinge, die meine Kinder vielleicht etwas anders sehen als ich und wo unsere Einstellungen auseinander gehen. Außerdem glaube ich auch, dass ich vielleicht auch viele Dinge in meiner Erziehung anders gemacht hätte, als seine Ex-Frau, und ich da dann auch ab und an vielleicht einmal unfair werde. Aber wie gesagt, im Großen und Ganzen können wir mehr als zufrieden sein und auch wir Erwachsenen haben zum Wohle der Kinder soweit ein sehr gutes Verhältnis, auch wenn wir uns vielleicht nicht unbedingt „lieben“. -*sfg* wer würde dies auch schon tun???- Aber ich weis, wir haben alles soweit ganz gut im Griff und meistern die Situation ganz gut.

Also, ich kann nur eine Empfehlung für so eine Patchwork-Familie aussprechen, allerdings sollten sich natürlich ALLE beteiligten darüber im Klaren sein, was auf sie zukommt und sich dies vorher gut überlegen und das Wichtigste, auch schauen, wie und ob man mit den Kindern auskommt.

Im diesen Sinne
einen lieben Gruß

von einer „eigentlich“ „LIEBEN-Stiefmutter“

99 Bewertungen, 17 Kommentare

  • anonym

    09.04.2007, 17:38 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Damaris

  • Zuckermaus29

    25.07.2006, 02:13 Uhr von Zuckermaus29
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh von mir für Dich :o) Viele Grüße Jeanny

  • morla

    01.05.2006, 12:10 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • swissflyer

    20.03.2006, 20:54 Uhr von swissflyer
    Bewertung: sehr hilfreich

    ------------- <br/>----S H---- <br/>------------- <br/> <br/>Liebe Grüsse aus der schönen Schweiz, Patrik :-D

  • lara03

    11.03.2006, 19:13 Uhr von lara03
    Bewertung: sehr hilfreich

    du rätst mir jetzt aber nicht, meinen Mann zu verlassen und mir ne neue Familie zu suchen? *ggg* kann mir schon vorstellen, dass das interessant ist in so ner Patch-work family. LG

  • anonym

    09.03.2006, 01:43 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    ...sh...*g*, Lg, Christina

  • anonym

    01.08.2005, 00:12 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    beschrieben :o) weiterhin alles Liebe tammy

  • schrift

    25.03.2005, 12:36 Uhr von schrift
    Bewertung: sehr hilfreich

    kann es für mich nicht vorstellen. kinder ja, aber selbst das ist schwierig und muss nicht so positiv verlaufen. ich denke die erfahrung öffnet den menschen und ändert die meinung...lg

  • ViktorGruener

    20.11.2004, 06:49 Uhr von ViktorGruener
    Bewertung: sehr hilfreich

    sicher nicht einfach alles.

  • antjeeule

    24.10.2004, 01:12 Uhr von antjeeule
    Bewertung: sehr hilfreich

    Da hast du wirklich sehr viel Glück gehabt, dass es sich für alle Beteiligten so positiv entwickelt hat. Zum einen liegt es vermutlich an deiner offenen Art den Kindern gegenüber. Aber ich denke, dass es auch ganz wesentlich ist, dass dein M

  • anonym

    22.10.2004, 16:28 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    super bericht kann ich da nur sagen.bei uns ist es so ähnlich der freund meiner mutter hat sie auch genommen mit 3 kindern.Und es klappt einfach super.

  • anonym

    18.10.2004, 00:34 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    wir sind auch ein grossfamilie (aber nicht patchwork) mit fünf kindern und ich könnte mir vorstellen, dass es da zu einiger arbeit kommen würde, wenn da eine neue mutter oder ein neuer vater ins spiel käme... ich freue mich sehr fü

  • kerstin30

    16.10.2004, 19:58 Uhr von kerstin30
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich habe seit sieben Jahren auch eine Tochter. Die ist jetzt 12. Schwer ist es immer, wenn sie bei der Mutter war und nach Hauese kommt. Die Mutter spricht nur Käse und sehr schlecht über mich. Da ist es schwer die Tochter wieder in den Griff zu

  • Alusru

    15.10.2004, 23:04 Uhr von Alusru
    Bewertung: sehr hilfreich

    Kenne ich aus Erfahrung, ist nicht leicht, aber auch bei uns hat es geklappt, meine Kinder waren schon älter und das war gar nicht leicht. Aber jetzt sind wir schon 16 Jahre verheiratet und haben es nicht bereut, lieben Gruß und schönes WE

  • Phlegma

    15.10.2004, 16:24 Uhr von Phlegma
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich heirate eine Familie... Daran habe ich auch gedacht *gg* Schön dass es doch ganz gut geklappt hat, mit der "Eingliederung". Übrigens, ich hätte mich beim ersten Treffen mit der ganzen Family auch komisch gefühlt ;)

  • Madrianda

    15.10.2004, 09:49 Uhr von Madrianda
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wie hieß nochmal der Film *Ich heirate eine Familie* Du hast in Deinem Bericht sehr einfühlsam beschrieben, wie Dein Leben aussieht...Da bleibt mir nur noch, Dir und dem Rest der Family alles *Glück* zu wünschen ;-) Grüßles

  • w.gruentjens

    15.10.2004, 01:33 Uhr von w.gruentjens
    Bewertung: sehr hilfreich

    - muss ja nicht immer schief gehen. Schöner Bericht.