Per Anhalter durch die Galaxis (DVD) Testbericht

ab 7,45
Auf yopi.de gelistet seit 02/2010
Summe aller Bewertungen
  • Action:  viel
  • Anspruch:  durchschnittlich
  • Romantik:  sehr niedrig
  • Humor:  durchschnittlich
  • Spannung:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von wirnhier

Douglas Adams pur

Pro:

Fun pur

Kontra:

unpassendes Feld für Leute mit Geschmack

Empfehlung:

Ja

Hallo erstmal,

unter Informatikern und mittlerweile auch in ein paar anderen Kreisen gilt die 42 immernoch. 42, als die Antwort auf alles, auf die Frage nach dem Sinn des Lebens.

Da ich die 42 verinnerlicht hatte, die eigentliche Quelle aber nicht kannte, musste ich irgendwann einmal das Buch lesen. Zuerst dachte ich in einem falschen Film zu sein, das Einzige was ich verstanden habe war, dass ich eigentlich nichts verstehe. Eine Geschichte die mit Anspielungen durchsetzt war. Erst als ich mir klar gemacht habe, dass ich ein zwei oder drei Generationen nach Douglas Adams lebe und somit die eine oder andere Anspielung vielleicht gar nicht verstehen konnte habe ich in die Geschichte eintauchen können. Fazit, ich fand die Bücher nach bewältigter Lesearbeit super. Vielleicht auch, weil ich es einfach geschafft habe durchzuhalten.

Nun ist der Film vom ersten der 5 Bücher im Kino:

1. kurzer Abriss der Geschichte
2. Umsetzung des Films
3. Feeling
4. ein völlig depressives Fazit


1. Abriss der Geschichte - für die, die sie nicht kennen
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Arthur Dent, ein Erdbewohner in England, hat sich vor ein paar Baufahrzeuge in den Dreck gelegt, um sein Haus vor dem Abriss zu schützen. Das Haus soll einer Umgehungsstrasse weichen. Sein Freund Ford Prefect, ein "Anhalter", der für ein paar Jahre auf der Erde hängen geblieben ist, holt Arthur dort weg, weil die Erde einer galaktischen Umgehung weichen soll. Ein Bautrupp der Vogonen ist dabei die Erde zu zerstören.

So gerät Arthur Dent, noch mit seinem Bademantel gekleidet und einem Handtuch ausgestattet auf eine aberwitzige Reise durch die Galaxie.

Nach einem kurzen Aufenthalt auf einem Vogonischen Raumschiff geraten die beiden in das Innere der Hard of Gold, einem Raumschiff, welches vom galaktischen Präsidenten Zaphod Beeblebrox entführt wurde. Auf diesem weißen Raumschiff trifft Arthur Dent eine Bekannte von der Erde wieder; Trillian. Quasi sind diese beiden die letzten überlebenden Erdbewohner.

Authur wird von Ford Prefect in die Galaxis eingeführt, da gibt es zum einen ein Handtuch, welches man als Anhalter immer mit sich führen sollte, weil es praktisch ist und in jeder Lebenslage zu gebrauchen. Oder aber den Reiseführer, der aussen die großen Lettern 'Keine Panik' trägt. Innen ist es eher ein digitales Buch und für die Erde ist als Beschreibung gerade mal ein Satz eingetragen.

So erlebt Authur Dent eine spannende Reise durch die Galaxis, trifft dabei auf eine fast fertig gestellte Kopie Erde und lernt, dass die eigentlichen Herrscher der Erde nicht die Delphine und schon gar nicht die Menschen waren, sondern die Mäuse. Also die Mäuse ihren Superrechner nach dem Sinn des Lebens fragten kam nach ewig langer Zeit die Antwort 42.

Da diese Antwort aber unbefriedigend war und festgestellt wurde, dass wohl die Frage falsch gestellt wurde hat der Superrechner einen neuen Computer bauen lassen, der bei der Suche nach der richtigen Frage helfen würde: die Erde.


2. Umsetzung des Films
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Vor dem Film habe ich das Buch gelesen. Keine einfache Kost. Das geht so verquer durch die Geschicht, das ist hin und wieder schon mal unverständlich und ich habe so ums eine oder andere Mal den Faden verloren. Die Story ist gespickt mit Anspielungen, irgendwann habe ich es aufgegeben alle Anspielungen verstehen zu wollen. Da ich nicht in der Generation des Autors groß geworden bin denke ich auch, dass ich nicht alle Anspielungen verstehen kann.

Trotzdem ist das Buch phaszinierend. Die Story macht Spass und Teile habe ich im Film wiederentdeckt. Der Film ist aber schon anders als das Buch, Phasenweise gewaltig anders und gerade die aller erste Szene in der Arthur sich in den Dreck gelegt hat vor den Baufahrzeugen, die sein Haus niederreißen wollen weicht stark von der im Buch ab.

Aber das fällt auch nur auf, weil diese Anfangsszene so krass ist, und den Leser in diese verschobene Buchwelt hineinholt, dass sie bei mir sich super stark eingeprägt hat.

Die Gesamtstory ist von dem Author nun ja schon als BBC Hörspiel, als Fernsehserie und in anderer Form umgesetzt worden und immer hat der Author die Story dem Medium angepasst und so auch für diesen Film - wobei, Douglas Adams hat nur im Vorwege ein wenig Drehbucharbeit leisten können, die Filmarbeiten hat er nicht mehr miterlebt, weil er früh verstorben ist.

Für mich ist der Film sehr gelungen, schiefer durchaus schwarzer Humor, also typisch britisch. Eine skurriele Story und alles in allem ein abgerundeter Film, ich hatte nicht den Eindruck, dass da etwas nicht passte.

An Effekten etc. wurde nicht gespart. Gerade die Vogonen sind als schleimige lebende Brocken richtig gut gelungen. Doch was mir super gut gefällt, die Effekte wurden nicht der Effekte wegen eingebaut, sondern um die Buchelemente umzusetzen. Es sind super viel filmische Elemente aus unterschielichen Animationssparten eingebaut. Von der Knetgummivariante bis hin zu der Computeranimation.

Es gibt zum Beilspiel den unbeschreiblichen wahrscheinlichkeits drive mit dem das Raumschiff Hard of Gold seinen physikalischen Zustand verlässt, um an irgendeinen anderen der Galaxy wieder herauszukommen. In diesem Zustand nimmt das Raumschiff irgendwelche beliebige Zustände an, Rose, Toilette etc. Ebenso ergeht es den Insassen, Sofa, Wollfiguren, Blumen in den Augen. Erst wenn die Lage wieder stabil ist wird alles wieder normal...

Ist natürlich nützlich, weil man so einem Vogonenschiff ausweichen kann.

Als Action Fan würde man ganz schnell ein Fragezeichen ob solcher Animationen setzen, das Raumschiff z.B. ploppt vom originalzustand zur Blume und plopp ist es ein Klo und dann wieder Raumschiff. Plumpe Animation, was die Technik angeht sicherlich, aber filmisch richtig plaziert. Und das dieser Effekt mit Absicht gewählt wurde und nicht aus Budget Mangel herrührt kann man an den vielen anderen Effekten erkennen, die sich der Story untergeordnet in dem Film befinden.


3. Feeling
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Alles in allem, es ist und bleibt natürlich eine Story für Liebhaber der 42. Es ist sicher so wie mit allen Dingen die polarisieren. Entweder man mag den Anhalter durch die Galaxis oder nicht. Vergleichbar mit der Einstellung zu New York, entweder man liebt diese Metropole oder aber man mag sie überhaupt nicht. Der Film passt sich da nahtlos in die Anhaltersammlung ein.

Mir hat der Film sehr viel Spaß gemacht. Aber ich mochte auch das Buch schon und ich bin natürlich mit positiver Stimmung an das Buch gegangen, weil mich die 42 immer schon verfolgt hatte, ich wollte endlich wissen woher dieses Zitat stammt.

Meine Skepsis, die ich direkt nach dem Lesen des Buches durchaus hatte hat sich aber im Laufe der Zeit völlig zerschlagen, die Gewissheit ein wissender zu sein ist schon mal schön, die Gewissheit es geschafft zu haben das Buch zu lesen ist nochmal etwas oben drauf und dann auch noch Spaß mit der Story zu haben und für mich zu erkennen, dass da nicht alles so ist wie es in den Zitaten benutzt wird - naja, normal oder...!


4. ein völlig depressives Fazit
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Eine der schönste Szenen des Films ist die finale Schlacht. Auf der Erdenkopie besucht Arthur Dent sein Haus - das steht da wieder, weil die Kopie Vorlage aus Stunden vor der Zerstörung stammt.

Vor dem Haus kommt es zu einer Schlacht zwischen aufgebrachten Vogonen und den unbewaffneten Hard of Gold reisenden, also Arthur, Trillian, Ford, Beeblebrox und dem deprimierten Roboter.

Ganz unbewaffnet sind die Heros aber nicht, sie haben eine Waffe dabei, die dem Getroffenen die Gedanken und Gefühle des Schützen übertragen. Sprich, dein Feind fühlt aufeinmal wie du.

Unter Dauerbeschuss flüchtet die Besatzung in einen Wohnwagen. Nur der deprimierte Roboter greift nach der Waffe und schießt mit seinen Depressionen auf die Vogonen und er erwischt sie alle - Folge, alle lassen sich depressiv zu Boden fallen. Eine herrliche Szene...

60 Bewertungen, 2 Kommentare

  • pedro57

    20.08.2005, 00:30 Uhr von pedro57
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hat sich da nicht ein Fehler eingeschlichen?

  • Fluetie

    15.08.2005, 00:04 Uhr von Fluetie
    Bewertung: sehr hilfreich

    die Galaxis. Einfach kult! Etwas durchgeknallteres gibt es nicht. In diesem Sinne - 42. lg Dirk