Pflanzenpflege im Frühjahr Testbericht

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Erfahrungsbericht von Paketmarke

Der grüne Daumen für Geranien

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Das Frühjahr hat begonnen und die Ostersonne erwärmt unseren Breitengrad, die Temperaturen steigen, die frostigen Nächte sind bald Tabu. Die Natur ist durch ihre Flora und Fauna zum Leben erweckt worden. Ein jeder Hobbygärtner plant mittlerweile seine Kulturen ein die in über das Jahr gesehen im Garten und auf der Fensterbank begleiten sollen.

Bei mir hat das Frühjahr im Gewächshaus schon begonnen als es noch Herbst war. Gerade aus diesem Grund möchte ich euch eine der meistgekauftesten Pflanzen für das Beet-, und Balkongeschäft näherbringen. Gerade die Peltaten sind das meistgeliebteste ung gehegteste Kind der deutschen Verbraucher auf dem Balkon.

Dies belegen auch die Statistiken. 60% der Pflanzenkäufer sind über 60 Jahre alt. Der 40 % ige Rest jünger. Gerade der niedrigere Anteil kauft lediglich einmal pro Jahr Pflanzen und dies meist zur Bepflanzung von Beet und Balkon. Also Zeit einen Bericht darüber zu veröffentlichen ;-).

In unserer Geranienlandschaft gibt es mehrere Exemplare. Eine seltene sehr schön anzusehende Peltatenart ist die sogenannte "Englische Geranie", der Lateiner bezeichnet sie als Pelargonium grandiflorum. Sie ist für das Fensterbrett sowie für die Beplanzung in freier Natur geeignet.

Es handelt sich um eine Art die aufrecht wächst und eine Höhe von ca. 0,25 m erreicht. Ihre Blätter sind hellgrün und gegenständig am Stengel(Haupttrieb) angebracht. Die Blätter weißen markante Spitzen auf, die sich am Blattrand unmittelbar nebeneinander über den gesamten Rand ausdehnen. Diese Blätter werden im Gegensatz zu anderen Arten sehr groß und erreichen die Größe einer Handfläche. Englische Geranien sind halbverholzt und bekommen lediglich am oberen Ende des Sproßes eine gefüllte große Blüte mit intensiven Geruch.

Die Blüte ist größer und haltbarer als bei den anderen Arten. Ein Nachteil liegt darin das die Pflanze nicht so blühfreudig und intensiv ist wie herkömmliche Geranienarten. Das Farbspektrum ist sehr hoch und weißt, exotische Farbkombinationen auf . Bei längerer Kultur sollte die Pflanze gestäbelt werden da sie sehr leicht eine Höhe erreicht bei der sie abknickt, eventuell an ein Stück Holz anbinden.

An die Erde stellt diese Gattung keine großen Ansprüche. Pelergonium grandiflorum benötigt sehr viel Wasser und muß täglich gegossen werden, damit sie ein haltbarer Blickfang auf der Terasse bleibt. Sie neigt zudem leicht zu Chlorosen, insbesondere Eisenmangel. Die Blätter verlieren ihre sattgrünnen Farben und gehen ins gelbliche über. Bei diesem Problem sollte im Gießwasser ein handelsüblicher Eisendünger, der überall erhältlich ist, verabreicht werden.

Auch ein Schädlingsbefall tritt bei dieser Pelargonie schneller ein als bei anderen Arten. Rote Spinne, Blattläuse und Spinnmilben sind keine Seltenheit. Bekämpfungsmöglichkeiten beschreibe ich später.

Nun zu unseren Standartgeranien die wir häufiger vorfinden. Zum einen unterscheiden wir zwischen hängenden und stehenden, sowie halbhängenden Geranienarten.

Zum ersten die stehende Geranie oder Pelargonium zonale Hybriden. Sie ist mit ihrem aufrechten Wuchs ideall für Wind und Wetter geeignet, bevorzugt wird diese auch für die Friedhofsbepflanzung. Sie verholzt schneller und leichter, was dem Habitus eine gewisse Standfestigkeit und Haltbarkeit gibt. Die Blätter sind herz-, bzw. nierenförmig. Die Pflanzen erreichen eine Höhe von 0,15 m bis 0,20 m.

Die Blätter sind bei den meisten Sorten an der Blattoberseite behaart. Dies ist eine Schutzfunktion die sich die Pflanze im Laufe der Zeit angelegt hat um der intensiven Sonneneinstrahlung Herr zu werden. Sicherlich hat diese Mutation viele Jahre gedauert, doch bringt sie der Pflanze viele Vorteile. Denn wenn wir andere Arten beobachten werden wir fesstellen das einige gerne verbrannte Blätter im Hochsommer aufweißen.

Pelargonium zonale verzweigt sich leichter, da der Kallusanteil (junge teilungsfähige Zellen) in alten verholzten Sproßen höher liegt. Pelargonium zonale sind chloropylbildender ( Licht wird im Blattgrün in Chloropyll und Stärke umgewandelt), so das keine Chlorosen, wie z.b Eisenmangel( Gelbfärbung der Blätter) häufig nicht so schnell auftritt. Diese Arten lieben Temperaturen ab 22 Grad, ein Substrat aus Sand - Torfgemisch (Verhältnis 1:1) um sich wohlzufühlen. Zu viel Wasser läßt die Wurzeln absterben ( schneller als bei anderen Arten).

Die Pflanzen wachsen langsamer und lieben einen Langzeitdünger, der sie Rund um die Uhr mit allem versorgt, was sie benötigen. Düngeempfehlungen später.

Nun noch der Punkt zu den hängenden Geranien. In Fachkreisen spricht man von Pelargonium peltatum Hybriden. Vorteil dieser Art liegt in der Wuchskraft. Wie der Name schon sagt haben die Peltaten einen hängenden Wuchs. Einige Sorten erreichen dabei leicht einen Meter. Sie verdecken Gebäude oder Blumenkasten sowie Terrakottakübel.

Aus allen Sproßen bilden sich Blüten in den verschiedensten Farbtönen. Die Pflanzen sind teilverhozt. Eine Verholzung erfolgt meist nur an den ersten 0,10 m über der Erde. Einige Sorten sind dadurch sehr brüchig, da sie im Laufe des Wachstums ein gewisses Gewicht aufweißen und durch ihren Wuchs eine hohe Belastung ausgesetzt sind. Die Blüten bilden sich nur am Sproß wo die Stengel der Blätter wachsen.

Die Blätter sind meist rundlich und nicht behaart. Die obere Epidermis (Blattoberseite) weißt eine sehr starke, dicke Katikula (Fettschicht auf der Blattoberseite) auf, die im Sonnenlicht glänzt. Der Vorteil dieser Fettschicht liegt im Schädlingsbefall. Sicherlich bekommt auch diese Pflanze Schädlinge, doch einige saugende und beißende Insekten wie z.b die Weiße Fliege können mit Ihren Bohrrüßeln nicht durch die Fettschicht eindringen und finden diese Pflanze als uninteressant. Peltaten benötigen sehr viel Wasser.

Bei unregelmäßigem Gießen wird man dies mit einigen Schönheitsflecken an der Pflanze honoriert bekommen. An der Blattunterseite werden einige Flecken sichtbar die aussehen wie Korkrückstände. Genau Kork, so nennt man diesen Vorgang. Durch den unregelmäßigen Wasserhaushalt platzen die Zellen, da der Druck vom Zellsaft auf die Zellwand (Turgordruck) unterschiedlich hoch ist. Eisenmangel tritt bei Peltaten sehr häufig auf, hier sollte man einen Dünger mit in das Substrat mischen. Es gibt bei den Blüten verschiedene Sorten.

Hier unterscheiden wir zwischen selbstreinigenden Sorten, bei denen die Blüten nicht gefüllt sind. Beim verblühen fallen die Blüten ab, sie faulen nicht in die Pflanze. Ein Vorteil für jeden Nutzer, der seine Pflanzen nicht ausputzen möchte. Zudem gibt es gefüllte Sorten bei denen die Blüten nach der Blüte faulen bzw. eintrocknen und entfernt werden müßen, hier handelt es sich meist um gefüllte Sorten. Für die Friedhofsbepflanzung würde ich von hängenden Geraniensorten abraten, da sie durch ihren Wuchs auf der Erde aufliegen und beim Gießen naß werden und so sehr schnell anfaulen.

Ebenso bei weißen Sorten, die beim verblühen sehr schnell in den Habitus faulen.

Düngerempfehlungen:

Wie ich schon angesprochen habe tretten häufiger gelbe Blätter an Geranien auf, wenn die Pflanze komplett gelb wird handelt es sich um einen Eisenmangel. Hier kann man folgende Dünger, die im Handel erhältlich sind verwenden. Fetrilon, Sequestren, Gabi Eisendünger sind sehr empfehlenswert und wirken innerhalb 10- 14 Tage. Da Geranien zu den Mittelstarkzehern in Sachen Düngeaufnahme zählen sollte regelmäßig mit Flüßigdünger, Düngestäbchen einmal pro Woche gedüngt werden, da das Substrat schnell ausgelaugt ist.

Beste Erfahrungen habe ich mit zwei Langzeiddüngern gemacht, die ins Substrat beim Bepflanzen mit eingemischt werden (Granulat) und ihre Wirkung 6- 8 Wochen zeigen. Hierbei handelt es sich um Osmocote und Plantocode. Spezielle angebotene Geraniendünger haben meist nicht die Inhaltsstoffe wie sie von der Pflanze benötigt werden.

Wer seine Pflanze aufpeppeln will und eine 1a Qualität erzielen möchte sollte folgende Faustformel kennen.
Fürs Wachstum stickstoffbetont, für Ausbildung von Blüten kalibetont düngen, für satte grüne Blätter und feste Stengel und Stiele empfehle ich Magnesiumdünger.

Schädlinge:

Bei Geranien tretten meist Spinnmilben, Blattläuse, Schildläuse und in seltenen Fällen die hartnäckige Rote Spinne auf. Bei geringen Befall kann man erst einmal Seifenwasser oder einen Brennessel-, oder Zigarettenkippensud verwenden, bei hartnäckigem Befall gibt es im Handel Mittel wie Baymat, Unden, Metasystox oder E 605 forte. Nur sollte man beim Ausbringen auf einiges achten. Nicht in der Wohnung anwenden und auf Kinder achten sowie auf Bienen.

Manchmal reicht es aus bei minimalen Befall die Sproßteile zu entfernen.

Pflanzungsmöglichkeiten:

Eigentlich ist die Geranie ein Allrounder, sie stellt keine großen Ansprüche an ihren Standort, jedoch sollte man bei einer Gruppenbepflanzung einiges beachten. Geranien sollten nie mit Surfinias (Petunienart) oder mit Bidens (Goldmarie, gelbes Gänseblümchen) zusammengepflanzt werden, da es sich um STICKSTOFFSTARKZEHER handelt.

Die Düngeaufnahme ist so enorm das einige Pflanzen Chlorosen bekommen oder im Wuchs kümmern bzw. absterben. Ins Substrat genügend Dünger mit einarbeiten, damit eine Nährstoffversorgung gewährleistet wird. Immer einen Gießrand lassen damit die Pflanzen den Überschuß später aufnehmen können.

Beste Sorten "Pelargonium Zonale":

Lila: Blues, Suafia(Friedhofsbepflanzung, dunkles Laub), Tiffany, Lady, Bravo, Bravo light pink.

Weiß: Alba.
Dunkelrot: Opera, Tango Red, Tango Dark Red.
Rot: Merkur, Grand Prix.

Lila-Rot: Atlantis

Orange: Tango Orange

Rosa: Schöne Helena, Madison.

Pelargoium peltatum selbstreinigend:

Rot: Beach, Paris rot(Feuercascade, Balcon imperial), Red Blizzard, Dark Red Blizzard.

Lila: Lila Paris, Lila-Compact Cascade.

Rosa: Sofie-Cascade, Ville de Paris, Acapulco.

Weiß: Withe Blizzard.


Pelargonium peltatum gefüllt:

Rot: Narina, Barock.

Rosa: Belladonna, Molina.

Lila: Butterfly, Amethyst.

Weiß: Luna, Kleine Dresdnerin weiß.


Friedhofsbepflanzung:

Speziell für das Bepflanzen von Gräbern gibt es Sorten von Pelargonium zonale die ein dunkles Blatt mit starker Zonierung aufweißen. Diese Sorten sind noch resisdenter gegen die direkte Sonneneinstrahlung.

Sorten wie Opera, Bravo, Tango orange, Suavia, Bravo light pink, Tango dark red, Grenchen, Schöne des Südens liegen für diese Nutzergruppe im Trend.

Dies ist nur ein Teil von ca. 60 Sorten mit denen ich es täglich zu tun habe. Häufig höhrt man den Begriff halbhängende Geranien, die Kunden wünschen. Doch halbhängende Sorten gibt es fast gar nicht.
Die einzigen die am Markt angeboten werden sind "Schöne des Südens" (Weiß-Orange), Reggae Red, sowie Grenchen (beide Rot). Diese Sorten sind eine Mischung zwischen Peltatum und Zonale, lassen sich in der lateinischen Namensgebung aber nicht zuordnen.

Fazit:

Für mich gehöhrt eine Geranie zu den schönsten, attraktivsten und pflegeleichtesten Gattungen. Auch ein Mensch der keinen Grünen Daumen besitzt kommt mit der Kultur leicht zurecht. Die Pflanze ist noch relativ günstig. Sie ist zwar nicht winterhart hält aber denoch Temperaturen bis minus 4 Grad aus ohne Schaden davon zu nehmen.

Sie ist Wind und Wetter tauglich und wird auch von der jungen Generation angenommen, was die Verkaufszahlen beweißen. ich kann diese Pflanze, soweit man sich für die richtige Sorte entscheidet nur empfehlen.


Ich danke euch für das Lesen und freue mich schon auf eure Kommentare, zudem wünsche ich euch allen einige schöne freie Ostertage.

Bis bald Paketmarke (c) 29. März 2002 (dooyoo), Paketmarke (yopi) 02.04.2002

14 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Tomcat01

    25.04.2002, 00:15 Uhr von Tomcat01
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hilfe- bei mir gehen immmer die zimmerrosen ein, was kann ich tun ?