Felidae (Taschenbuch) / Akif Pirincci Testbericht

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Erfahrungsbericht von holsi

eine Katze als Detektiv

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Einleitung

Was ist eigentlich das Grundthema einer Kriminalgeschichte? Fast immer gibt es einen Ermittler, der einen meist unbekannten Täter jagt. Aber der Ermittler muss nicht unbedingt ein Polizist sein, sondern es bieten sich auch an, eine private Person als Ermittler einzusetzen. Dieses Prinzip treibt der Autor Akif Pirincci dann noch weiter auf die Spitze, denn in seinem Roman ?Felidae? ist der Ermittler nicht nur eine Privatperson, sondern sie ist noch nicht einmal ein Mensch, sondern eine Katze. Daher auch der Name ?Felidae?, den dies ist der lateinische Oberbegriff für die Art der Katzen.

Story

Wie gesagt, der Ermittler ist eine Katze mit dem Namen Francis. Alle Opfer und auch alle Verdächtigen sind auch Katzen, was dann die ganze Geschichte wieder etwas relativiert. Denn eigentlich wird die ganze Geschichte von der Welt der Menschen nur in die Welt der Katzen transponiert.

Alles beginnt damit, dass Francis und sein Herrschen Gustav in eine neue Gegend umzieht. Katzen nennen ihre Besitzer aber nicht Herrschen, sondern Dosenöffner. Jedenfalls unternimmt Francis kurz nach seiner Ankunft eine erste Expedition durch sein neues Revier. Dabei trifft er auf einen neuen Freund, Blaubart. Dies ist eine recht dicke und starke Katze, die allerdings auch alt und verkrüppelt ist. Jedenfalls wird Blaubart zu einem wichtigen Helfer in der ganzen Sache, die sich nun anbahnt. Denn kurz nachdem Francis Blaubart kennen gelernt hat, findet er eine tote Katze im Garten. Diese wurde durch einen sauberen Nackenbiss, dem traditionellen Jagdbiss der Katzen getötet.

Dies veranlasst Francis sich der Sache anzunehmen. Noch dazu, dass im Laufe der Geschichte immer mehr tote Katzen auftauchen. Und alle haben eines gemeinsam, sie wollten sich gerade sexuell betätigen. Ich möchte jetzt nicht wirklich etwas von der Geschichte verraten, nur noch soviel, im Laufe seiner Ermittlungen trifft Francis noch eine Katze die einen Computer bedienen kann, ein altes Labor in dem furchtbare Experimente durchgeführt wurden, eine Sekte voller Katzen und einen alten Tempel mit vielen toten Katzen.

Ich weis, dass ich hier nicht gerade viel über die Story verrate, aber es ist alles so verzwickt und spannend, dass ich einfach nicht mehr verraten kann.

Schreibstill

als meine Freundin mir das Buch gab, hatte ich zuerst den Gedanken, es ist ein Kinderbuch. Kleine süße Katzen die ein leicht zu durchschauendes Versprechen aufdecken. Aber schwerer Irrtum meinerseits. Zum einen ist es alles anderes als ein Kinderbuch, denn in diesem Buch ist sogar etwas Horror und sehr viel Spannung. Und durchschaubar ist die Geschichte auch nicht. Die Spannung wird bis zum letzten Moment aufrecht erhalten.

Aber das wohl Ungewöhnlichste an der Geschichte ist wohl die Perspektive der Story. Unsere Welt, also die Welt der Menschen aus der Sicht einer Katze zu sehen ist schon sehr interessant. Alleine der Name Dosenöffner den die Katzen uns geben ist doch schon bezeichnend. Für mehr als eine Dose zu öffnen benötigen uns die Katzen doch eigentlich nicht. Vielmehr kommt in dem Buch zu Tage, dass selbst unsere Katzen eigentlich noch kleine Raubtiere sind, die gar nicht so harmlos sind, wie wir Menschen denken. Generell wird eigentlich nicht sonderlich gut von uns Menschen in dem Buch gesprochen. Die Katzen halten uns doch für recht Arrogant.

Der Autor bedient sich eines sehr detailreichen Schreibstils und verwendet dafür auch noch recht stark ineinander verschachtelte Sätze. Das macht das Lesen nicht gerade einfach. Hinzu kommt noch ein extrem starker Detailreichtum, der dem Leser alles sehr plastisch schildert.

Neben der Detailreichen Welt gibt es aber auch noch eine sehr surrealistische Traumwelt von Francis, die für die Geschehnisse im Buch sehr wichtig sind.


Fazit

Selten habe ich mich von einem Roman so sehr in den Bann gezogen gefühlt wie von dieser Geschichte. Ich gebe es zu, ich musste mich erst einmal etwas einlesen. Der Schreibstill ist etwas ungewöhnlich, hat man sich erst einmal daran gewöhnt, eröffnet sich einem eine extrem spannende Story, die einen nicht mehr los lässt.

Aber dem Autor ist es auch gelungen, neben extremer Spannung und Gruseln auch sehr viel Humor mit hinein zu packen.

Ich kann nur jedem empfehlen, dieses Buch einmal zu lesen. Es gibt übrigens auch einen sehr guten Zeichentrickfilm über die Story, wobei ich das Buch aber bevorzugen würde. Weiter gibt es auch noch 2 weitere Bücher über die Abenteuer von Francis.


Details

Autor: Akif Pirincci
Broschiert - 287 Seiten - Goldmann
Erscheinungsdatum: Juli 1989
ISBN: 3442092981
Preis: 8,00 Euro

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