Die Farben der Magie (Taschenbuch) / Terry Pratchett Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Niveau:  anspruchslos
  • Unterhaltungswert:  hoch
  • Spannung:  hoch
  • Humor:  durchschnittlich
  • Stil:  ausschmückend

Erfahrungsbericht von BulmaZ

Die Welt ist eine Scheibe.

2
  • Niveau:  anspruchslos
  • Unterhaltungswert:  hoch
  • Spannung:  hoch
  • Humor:  durchschnittlich
  • Stil:  ausschmückend
  • Zielgruppe:  jedermann

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Wenn man viel liest, gerät man zwangsläufig immer an Autoren, die einen gewissen Kultstatus haben. Aufmerksam wird man auf eben jene kultigen Autoren und deren Bücher meistens durch Mundpropaganda. Jedenfalls war es bei mir und dem Buch, das ich heute vorstellen möchte, so. Es handelt sich dabei um den allerersten Scheibenweltenroman.

Die Farben der Magie - Terry Pratchett

Bezugsquelle & Preis

Ich habe für den neuen und originalverpackten Roman bei eBay ganz genau 2,95 € zzgl. Porto bezahlt. Soviel kostet die hier vorgestellte Ausgabe überall in neu, was ich sehr günstig finde. Vor allem für ein so toll gestaltetes Buch, das auch noch als Hardcover daher kommt.

Kaufgrund

Von den Scheibenweltenromanen und dessen Autor Terry Pratchett hat sicher jeder, der sich ein wenig für's Lesen interessiert, wohl schon einmal gehört. Mir jedenfalls war der Name schon lange ein Begriff, dennoch konnte ich mich ob meiner Begeisterung für Fantasy nie wirklich für einen der unzähligen Romane aufraffen. Wie es der Zufall aber so wollte, unterhielt ich mich vor einer Weile mit einer Bekannten, die mir von den Romanen vorschwärmte. Sie meinte allerdings auch, dass ich unbedingt mit dem ersten Roman anfangen solle, da ich sonst den Aufbau der Scheibenwelt nicht verstünde. [Inzwischen weiß ich, dass das so nicht stimmt.] So zog ich neben wikipedia.de also noch weitere Seiten zu Rate und fand nach kurzem Suchen heraus, dass "Die Farben der Magie" der wahrhaft erste Roman der inzwischen mehr als 30 Bücher umfassenden Saga ist. Um also endlich mal mitreden zu können, fing ich vorgestern also an zu lesen.

Eckdaten zum Roman

Titel: Die Farben der Magie
Originaltitel: The Colour of Magic
Autor: Terry Pratchett
Übersetzer: Andreas Brandhorst
Ausgabe: Bild Fantasy - Bibliothek Band 9
Erscheinungsjahr: 1983
Seitenanzahl: 247 Seiten

Der Autor

Terry Pratchett, geboren 1948 in Beaconsfield, England, war Lokalredakteur und Sprecher der zentralen Elektrizitätserzeugungsbehörde. In den achziger Jahren erfand er eine ungemein flache Welt, die auf dem Rücken von vier Elefanten und einer Riesenschildkröte
Bilder
Bild Fantasy - Bibliothek Band 9: Die Farben der Magie / Terry Pratchett Farben der Magie
Die Farben der Magie
ruht. Die "Scheibenwelt" - Romane, allesamt Bestseller, werden in England weitaus häufiger gestohlen als alle anderen Bücher. Josh Kirby [1928 - 2001] hat mit seinen kongenialen Umschlagbildern Terry Pratchetts Romanen ein unverwechselbares Aussehen gegeben.

Quelle: Roman

Die Story

Wir befinden uns in der Hafenstadt Ankh - Morpork, in der es stets hoch her geht. Sei es nun eine Tavernenschlägerei oder ein riesiger Brand, der fast die ganze Stadt in Schutt und Asche legt. Genau hier landet der vom Pech verfolgte Zauberer Rincewind. Aufgrund einer Wette ist er von der Unsichtbaren Universität geflogen und kann nun nur einen einzigen Zauberspruch, von dem er allerdings nicht einmal weiß, was er bewirkt.
Kaum in Ankh - Morpork angekommen, gerät er auch schon an den ersten Touristen der ganzen Scheibenwelt - ein kleiner Kerl namens Zweiblum, dem eine Kiste auf 100 Füßen stets auf Schritt und Tritt folgt. Zweiblum möchte von Rincewind herumgeführt werden und ist bereit, dafür einen guten Preis zu zahlen. Rincewind lässt sich drauf ein und gelangt so von einem Unglück zum nächsten. Sei es nun der Tod, der ständig mit seiner Sense von Rincewinds Nase herumfuchtelt, Drachen oder Trolle - irgendetwas geht garantiert immer schief. Zumindest Zweiblum hat seinen Spaß, denn der findet alles unheimlich aufregend.

Währenddessen spielen die Götter und Halbgötter im Himmel um die Seelen und Leben der Menschen…

Eigene Eindrücke

Als ich die kurze Inhaltsangabe auf der Rückseite des Romans las, war ich eigentlich sofort interessiert. Immerhin klang sie nach viel Humor, Spaß und auch einer Portion Spannung. Nun, leider wurden all diese Punkte für meinen Geschmack nur unzureichend bis gar nicht erfüllt. Schon während des Prologs kommt man nicht umhin zwar zu erahnen, dass der Autor Vieles auf die Schippe nehmen will, ihm dies aufgrund der komplexen Schreibweise aber nur bedingt gelingt. Möchte man wirklich auf die letzte Pointe dieser ersten paar wenigen Seiten erfassen, muss man sehr aufmerksam und einiges sicher auch mehr als einmal lesen. Dies kann aber doch wohl nicht der Sinn eines Romans sein, oder? Denn was man im Prolog erahnt und vielleicht noch als leichte Einstiegsschwierigkeiten abtut, setzt sich im eigentlichen Roman bzw. der Hauptgeschichte fort. Pratchett bemüht sich zwar, die Eigenheiten der Stadt Ankh - Morpork und seiner Bewohner anschaulich zu beschreiben, doch verliert er sich in Schachtelsätzen, die erst nach nochmaligem Lesen einen Sinn ergeben. Der gesamte Schreibstil des Autors ist für meine Begriffe also schon sehr anspruchsvoll, um nicht zu sagen vollkommen konfus.
Genauso konfus geht es mit dem Stil der Geschichte weiter. Hat man es tatsächlich geschafft, die vielen Figuren, die zu Beginn auf einen einprasseln, halbwegs zuzuordnen, wird man von einem Schauplatz zum nächsten befördert und landet teilweise bei Handlungssträngen, die man zunächst gar nicht einordnen kann. Das fand ich schade, denn die eigentliche Geschichte hatte mich so irgendwie schon interessiert. Die vielen Sprünge darin jedoch haben mich verwirrt und außerdem haben sie meiner Ansicht nach den roten Faden zerstört, der eigentlich hätte irgendwann am Anfang auftauchen müssen. Man kann es sich vielleicht folgendermaßen vorstellen: Rincewind und Zweiblum befinden sich grade irgendwo auf der Schreibenwelt, sei es noch in Ankh - Morpork oder aber auch im Reich des Wyrmberges [ein Drachenhort], und die Handlung plätschert mehr oder minder ohne Vorankommen vor sich hin. Plötzlich passiert etwas, das eben jene Handlung auflockern könnte und schon ist das Kapitel zu Ende. Das jeweils Folgende beginnt dann plötzlich mit beispielsweise den Göttern, die um die Seelen der Menschen spielen. Erst dann geht es mit den Protagonisten weiter. Diese sind inzwischen aber schon wieder in einer ganz anderen Situation. Bis man sich nun wieder eingelesen hat, ist das Kapitel schon wieder zu Ende und das Ganze geht von vorne los.
Ich habe ehrlich die die Vermutung, dass man Terry Pratchett entweder mag oder eben nicht. Ein dazwischen gibt's sicher nicht [das verhält sich wohl ähnlich wie mit Klaus Wowereit]. Ich gehöre wohl zur letzten Kategorie. Zwar habe ich durchaus nichts gegen durchgeknallte Geschichten und außergewöhnliche Schreibstile - aber beides verlangt doch nicht automatisch so ein konfuses und verwirrendes Durcheinander wie ich es nun mit "Die Farben der Magie" erlebt habe. Ganz ernsthaft - ich habe mehrmals und trotz der wenigen Seiten überlegt, ob ich einfach aufhöre. Klar, habe ich mich dagegen entschieden. Aber wenn ich den Roman dann wieder zur Hand genommen habe, etwa abends im Bett, war es fast schon mit Widerwille. Das einzige, das mich wohl angetrieben hat weiter zu lesen, war wohl die Tatsache, dass noch gefühlte 50 andere Bücher in meinen Billy - Regalen von IKEA warten, die allesamt mehr Spannung versprechen. [Hinzu kamen noch die in Bälde bei mir eintreffenden vier Gutscheine für buecher.de]. Wie dem auch sei - natürlich möchte ich trotz meiner Enttäuschung über diesen Roman nicht die Figuren vergessen, die der geneigte Leser über die bizarre und merkwürdige Schreibenwelt begleitet.
Eigentlich sind es Unzählige, aber ich denke, es zählen nur zwei - der Zauberer Rincewind und der Tourist Zweiblum.

Rincewind ist wohl schon von jeher vom Pech verfolgt. Aufgrund einer blödsinnigen Wette, die er natürlich verloren hat, ist er von der Unsichtbaren Universität geflogen und kann folglich nur einen Zauberspruch, von dem er nicht mal weiß, was er bewirkt. Alles in seinem Leben geht schief und so zieht er mehr oder weniger ziellos über die Scheibenwelt. Diese Beschreibung ist sicher ein guter Ausgangspunkt, um eine Figur für einen Roman zu erschaffen. Gelungen ist es dem Autor allerdings kaum bis gar nicht. Denn Rincewind bleibt trotz seiner eigentlichen liebenswürdigen tollpatschigen Art vollkommen farblos, sodass man sich mit ihm kaum identifizieren kann. Zu diesem Aspekt bei trägt übrigens wieder einmal der Schreibstil, mit dem ich mich, wie gesagt, ja nicht anfreunden konnte. Ähnlich verhält es sich mit dem Scheibenwelten - Tourist Zweiblum. Er ist irgendwie ziemlich naiv und möchte alles aus nächster Nähe sehen, um es natürlich mit seinem Bilderautomat, im dem ein Kobold lebt und die jeweiligen Bilder malt, festhalten. Ihm stets auf dem Fuße folgt eine Kiste aus intelligentem Birnbaumholz auf 100 kleinen Füßen. Sie ist voll mit Gold, sodass Zweiblum sich alles leisten kann - was es nicht grade sicher für ihn macht zu reisen. Aufgrund seiner Naivität und seiner Touristen Mentalität, die sicher die Unsrige parodieren soll, kann man sich Zweiblum schon eher vorstellen. Besser jedenfalls als seinen Begleiter. Dennoch hat immer etwas gefehlt. Sicher auch bedingt durch den Schreibstil und die verwirrende Story.

Alles in allem habe ich es nun wirklich und wahrhaftig versucht mit einem solch berühmten Scheibenwelten - Roman. Ich dachte mir ja schon immer, dass das sicher nichts für mich ist, aber ich wollte es eben genau wissen. Nun weiß ich es und damit auch, dass ich die ganzen Jahre über nie etwas verpasst habe. Es ist ganz einfach nicht mein Ding. Sicher steckt in der Geschichte viel versteckter und durchaus auch intelligent platzierter Witz. Aber durch den chaotischen Schreibstil und die ebenso chaotische Geschichte geht das alles einfach so unter. Und wer möchte schon einen Roman lesen, noch dazu einen aus dem Genre Fantasy, bei dem man ganz konzentriert sein und manche Sätze oder Passagen vielleicht doppelt lesen muss? Ich jedenfalls nicht. Es gibt genug andere Bücher, die ich in der Vergangenheit lesen musste, auf die genau das zutraf. Da muss ich so etwas in meiner Freizeit nicht auch noch haben. In diesem Sinne empfehle ich "Die Farben der Magie" also nur bedingt an Leser, die vielleicht nicht soviel oder so oft lesen. Oder aber auch an Leser, die gerne den tieferen Sinn oder die Doppeldeutigkeiten suchen, die man auf den ersten Blick nicht erkennt. Wer dazu noch eine gehörige Portion abgedrehte Fantasy mag, ist sicher genau richtig. Allen anderen rate ich von diesem ersten Scheibenwelten - Roman ab. Sicher ist "Die Farben der Magie" nicht generell schlecht. Für mich persönlich war er jedoch nichts. Und da hier meine Einschätzung gilt, vergebe ich nur zwei Sterne und keine allgemeine Empfehlung.

35 Bewertungen, 9 Kommentare

  • Mondlicht1957

    17.08.2011, 19:38 Uhr von Mondlicht1957
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreich und liebe Grüsse

  • mima007

    17.08.2011, 10:22 Uhr von mima007
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Gruesse, mima007

  • severine

    16.08.2011, 23:34 Uhr von severine
    Bewertung: sehr hilfreich

    Freue mich über Gegenlesung. LG Severine

  • sirikit06

    16.08.2011, 23:00 Uhr von sirikit06
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wünsche Dir einen schönen Abend! LG

  • Miraculix1967

    16.08.2011, 22:55 Uhr von Miraculix1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schönen Sommerabend und LG aus dem gallischen Dorf Miraculix1967

  • Luna2010

    16.08.2011, 22:33 Uhr von Luna2010
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein toller Bericht. Gut gelungen. Gerne gelesen. Ich freue mich über Lesungen von dir =)

  • morla

    16.08.2011, 22:23 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg. ^^^^^^^^^^^^^^^petra

  • katjafranke

    16.08.2011, 22:11 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sonnige Grüße von der KATJA

  • Hansi04

    16.08.2011, 18:09 Uhr von Hansi04
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße von Hansi04