Prosa Testbericht

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Erfahrungsbericht von Juwo6

Liebe oder was man davon halten kann...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Liebe


Tragödien und Dramen haben sich zugetragen. Die Ursache: Liebe
Was ist das, die Liebe? Ein Zustand, eine Kraft, die Berge versetzen kann, eine Empfindung, die beflügelt oder niederschmettert, die das Herz hüpfen lässt oder bluten?!?
Die Liebe zwischen Mann und Frau kann Glück zaubern und Leid bringen, je nach den Umständen, unter denen sie wächst. Überdimensionale geistige Potenzen werden freigesetzt, wenn die Liebe zu einem Menschen sie beflügelt. Andererseits, wenn sie unglücklich ist, verkümmert der Geist, dann erschlafft der Körper und der Mensch wird gleichgültig und düster verbissen.
Die Romantiker haben es dabei besonders schwer. Sie neigen zum Träumen und es besteht die Gefahr, dass sie dabei die Realität aus den Augen verlieren. Sie klammern sich an Erscheinungen, die der Liebe ähneln und legen in durchaus nüchterne Vorgänge etwas hinein, das vielleicht gar nicht existiert. Dadurch sind sie immer wieder enttäuscht und verlieren den Glauben und nicht selten gehen sie dann mit offenen Augen an dem vorbei, der ihr Gegenstück sein möchte und sein könnte. Darin liegt die Gefahr.
Und doch, es ist gleichermaßen bitter und süß, Vergangenem nachzublicken. Dann siehst du, dass die Liebe auch ein Spiel ist, ein schönes Spiel, solange du daran glaubst, dass es gut ausgeht und deine Wünsche sich erfüllen. Dann denkst du an Getreidefelder oder Maisschläge, die die Liebe vor den neugierigen Blicken der Menschen geschützt haben. Durch stachelndes Gestrüpp bist du gelaufen und hast dich nicht an den blutigen Kratzern an Armen und Beinen gestört, die dir die Hagebuttensträucher zugefügt haben. Ihr habt am Feldrain gelegen und den Hasen zugesehen, die in der Juli-Abendsonne ihre Spiele trieben. Du hast fiebernd auf das Wiedersehen gewartet und nächtelang nicht geschlafen, weil dir viele Gedanken den Schlaf und die Müdigkeit vertrieben haben. Sicher, du hättest dich ‚geopfert’, wärest ehrlich hingetreten und hättest hinausgerufen: \'jawohl, ihr habt Recht, ich liebe ihn und ich gehöre zu ihm!\'
Sie wären über dich hergefallen wie Hyänen, denn diese Liebe war verboten, aber das hättest du ertragen!
Und dann hast du eine Eingebung gehabt, die dir gesagt hat, dass du dir die Finger verbrennst und du hat geweint und hattest tagelang Tränen im Herzen – und du hast es überlebt!
Ein Riss? Ja, ein Riss ist geblieben, der dich verändert hat. Du bist scheu geworden und verbirgst diese Scheu hinter einem losen Mundwerk. Ein paar wenige Menschen erkennen das und sind fair in ihrem Verhalten. Aber wie viele fragen dich unverschämt, ob sie nicht eine Chance hätten - für’s Bett...
Das stößt dich ab und so wirst du immer einsamer, weil du dich vergräbst. Eines Tages wird dich ein Partner stören. Welche Gefahr!! Und das ist eben die Tragödie, die aus der süßen Liebe erwachsen kann. Was sollst du davon halten...?!?


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-08-27 17:33:55 mit dem Titel Natur, wie man sie sehen kann..

Natur

Es ist schon eine komische Sache mit der Natur. Sie verändert ständig, sie ist ein großer Revolutionär. Die Gräser, die im Frühjahr aus dem Boden brechen, zaghaft nach Wärme suchend, verändern die Welt. Sie tauchen sie in Grün, wohltuend, beruhigend und Leben verheißend.
Und wenn du im Sommer durch die Wiesen gehst, sehnsuchtsvoll, dann breitet sich ein sanfter, betörender Duft aus; blühende Gräser, die Nahrungsquelle für die Bienen und anderes Kleingetier sind. Kennst du das Gefühl, auf dem aufgeheizten Septemberboden den ersten Altweibersommern zuzusehen? Wenn sich die Gräser im warmen Wind wiegen und du die Löcher in den Wolken zählst? Es rieselt durch deinen Körper und bleibt im Herzen stecken; die ganze Vielfalt der Natur kannst du im September entdecken, wenn der Sommer noch nicht gegangen und der Herbst schon eingezogen ist. Teilweise fallen schon die ersten Blätter von den Bäumen und unterbrechen für Augenblicke den Blick in das Blau-Grau des Himmels. Es riecht nach frischem Heu und Käfer laufen betriebsam über den Boden, über die Gräser, über deine Hand.. . Die Welt wird bunt und die ‚Beleuchtung’ ist den ganzen Tag über verhangen, in hauchdünne Schleier gehüllt.
Und dann beginnt der Herbst, die Scheinwerfer zu löschen, nimmt das Leben mit seinen Oktoberstürmen mit unter die Erde. Dort bleibt es vergraben, versteckt sich unter dem Laub der Bäume und lässt alles stagnieren. Der Dezember, der den Menschen eisige Kälte bringt und den Kindern den Alltag mit dem weißen Pulver versüßt, hilft dem Leben, sich zu schützen. Unter dem Schnee ist es gut aufgehoben und hat Zeit, sich auf den Frühling vorzubereiten, um bei den ersten wärmenden Sonnenstrahlen hervorzubrechen und zu dokumentieren, dass es einfach nur ausgeruht hat, um sich zu entfalten, noch prächtiger oder mindestens ebenso wie im vergangenen Jahr....








----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-08-27 17:40:46 mit dem Titel Heimat oder ein Rückblick...

Heimat


Was ist das, die Heimat? Die Vaterstadt? Die engen Straßen mit den ‚Katzenköpfen’, die Linden der Allee oder der kleine Fluss , der als schmutzig-graues Band die Kleinstadt von den Gärten und der Landschaft trennt?
Wenn du auf dem Hügel sitzt im warmen Abendsonnenschein des September und blickst über di kleine Stadt, breitet sich ein Panorama aus, das seltsam anmutet. Krasse Gegensätze liegen dir zu Füßen: im Osten verliert sich ein helles Band von weißem Rauch aus dem gewaltigen Schlot der großen Fabrik. Ein Übergang zum Kern der Stadt wird durch das einzige Hochhaus geschaffen, dann wechselt grün den Anblick. Der Blick schweift nach Süd-Osten. Dort ist eine Stadt in der Stadt entstanden. Nein, eigentlich ist es nur ein riesiges Wohnsilo, Übernachtungsgelegenheiten für die Menschen, die täglich in den Fabriken, den Schulen und wo sonst noch, ihrem Tagwerk nachgehen. Mehr nicht.
Und weiter im Süden ragen die Schornsteine der Ziegelwerkes in den Himmel. Dahinter die Siedlung, die durch städtebaulichen Blödsinn verunstaltet wurde.
Kirchtürme unterbrechen die Flachheit des Landes und lassen den Blick nach Westen frei, über den Park, den Fluss, die Felder bis hin zu den Dörfern und den Hügeln.
Geh durch diese kleine Stadt im Frühling, wenn die Linden blühen. Ein süßer Duft liegt über den alten Straßen und wenn es zufällig regnet, dann ist die Luft rein und wohltuend. Nicht einmal der Schlamm des schweren Bodens, der aus den Pflasterfugen drängt, stört dich.
Im Sommer, wenn es wirklich ein Sommer ist, liegt gleißendes Licht und flirrende Hitze über den Häusern. Gehst du dann über den Asphalt der einzigen neuen und breiten Straße in Richtung Osten, kannst du Ruhe finden auf dem Friedhof. Parkähnlich wurde er gestaltet. Es ist schön da, nur durch die gegenüberliegende Großbaustelle wird die Ruhe gestört.
Dann lauf lieber durch die Parks, sie sind kühl und still, manchmal von Kinderlachen geschwängert, wenn die Kindergärten Ausgang haben. Dort kannst du dich erholen.
Ganz anders ist es im Winter. Da zeigt sich an den langen Abenden die ganze Anonymität der Stadt. Nebel hüllen sie ein und lassen alles gleichermaßen wegrücken und zusammendrängen. Die Menschen eilen nachhause und verschließen sich, in den Wohnungen und voreinander.
Beredsamkeit ist nur Tratsch und Ameisenfleißigkeit, Gewimmel und Lärm ist in Wirklichkeit hektischer Weihnachtseinkauf.
In der Stunde zwischen 3 und 4 ist zu jeder Jahreszeit, an jedem Tag, in jeder Woche Stille in der Stadt. Du begegnest keinem Menschen und kannst erst dann ihre Schönheit erkennen. Du entdeckst bislang Ungesehenes, Kleinigkeiten, die sie wohnlich machen, diese Stadt.
Die alte Holzbrücke mit Hunderten von eingeritzten Namen, Herzen und Buchstaben der Liebenden. Das alte Wehr, das nur noch Attrappe ist, weil die Melioration die letzte Romantik ‚Begradigt’ hat, parkende ‚Wohlstandsdokumente’ unter den Linden oder Eis auf dem Teich, ein Blesshuhn, ein Käuzchen oder im August die Frösche, die die Stille unterbrechen, alles das ist Teil der Heimat. Du merkst es erst, wenn du in der Fremde bist, wenn du hier nicht mehr und da noch nicht zuhause bist, wenn du krampfhaft bemüht bist, der neuen Umgebung Schönes abzuringen.
Wenn du ganz allmählich beginnst, den Gesichtern Namen zuzuordnen, wenn du in eisiger Anonymität selbst im Hochsommer keinen Falter siehst, wenn du hinausstrebst auf’s Land , wo alles Geborgenheit ausstrahlt und enttäuscht von der Fremdheit mit Tränen in der Kehle in die Behausung zurückkommst, die dein Zuhause sein soll, dann weißt du, was Heimat ist. Nicht Vaterhaus, und Vaterstadt, aber Geborgenheit, Wärme, Zufriedenheit, innere Ruhe, Freunde...

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