RTL Wer wird Millionär Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Summe aller Bewertungen
- Unterhaltungswert:
- Informationsgehalt:
- Präsentation:
- Action:
- Spaß:
- Spannung:
- Romantik:
Erfahrungsbericht von Magistix
Irren ist männlich!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Millionen finden eigentlich jede Ausgabe den Weg vor ihren Fernseher und testen ihr Wissen – oder sollte man ehrlicher sagen: ihr Unwissen. Wer wird Millionär hat nun über 200 Folgen lang die Menschheit mit prüfenden Fragen auf den Boden der Tatsache zurück geholt und bildet nebenbei auch den Kneipenbruder ein wenig mehr, als dies RTL II jemals zu schaffen vermag.
Wer wird Millionär ist eine Quizshow, wie sie in ähnlicher Form mittlerweile zigfach auf allen Sendern läuft und doch kann sie sich auch jetzt noch ohne Weiteres behaupten. Wer wird Millionär schafft es RTL Traumquoten zu bescheren und wird scheinbar selbst nach so langer Sendedauer (noch) nicht langweilig. Woran mag das liegen und wie lange wird es Wer wird Millionär noch geben...?
_______________________________________________________
.:| Der Traum vom vielen Geld... |:.
“Wer wird Millionär“ verdankt seinen Erfolg vielleicht drei oder vier Umständen. Der mit Sicherheit wichtigste Aspekt ist die Gier des Menschen nach Besitz und Reichtum. Mit der versprochenen Höchstgewinnsumme von 1 Millionen Euro (früher DM) kann man ohne scheinbares Können von jetzt auf gleich reich sein und bis ans Ende der Tage ausgesorgt haben.
Der zweite, offensichtliche Grund, ist der Gedanke der Meisten, dass sie klug seien. Mit diesem scheinbar neutralen Medium (dem TV-Gerät) und der anonymen Befragung zu Hause kann ich mein Wissen testen, ohne mich zu blamieren. Bin ich eher der offensive Typ, so kann ich mich aber auch in meiner Stammkneipe beim Zuschaue damit brüsten, die Antwort eh zu kennen.
Das heißt, dass das Spielprinzip im Grunde auf dem Charakter des Menschen abzielt, sich selbst zu hochachten und dementsprechend wissend einzuschätzen. Mit der objektiven Show und dem eigentlichen „Richtig oder Falsch“ gelingt es nun, den Zuschauer herauszufordern und ihn mitunter auf gefährliches Glatteis zu führen. Dabei identifiziert er sich immer mit dem tatsächlichen Kandidaten auf der Mattscheibe.
Dieser nämlich sitzt ganz allein auf einem Stuhl in der Mitte von 4 Zuschauertribünen vor einem Bildschirm, ihm gegenüber der Moderator – Mr. Quizshow himself alias Günther Jauch - und in seinem Rücken die restlichen Kandidaten. Bis auf diesen Platz ist es doch ein beachtlicher Weg, den man zurücklegen muss.
Erst musste man sich bewerben – über die Internetseite www.werwirdmillionaer.de durch die Zahlung von 1 Euro und der richtigen Beantwortung einer Zufallsfrage, per Anruf bei einer 0190-er-Nummer und eben der korrekten Beantwortung einer Frage (0190-523 523 // 0,62 EUR/Min. max. 1,30 EUR) oder einer Postkarte mit der richtigen Antwort auf eine Frage an: RTL Stichwort: "Wer wird Millionär?", 50570 Köln.
Dann kommt man mit ein bisschen Glück in die Show. Dort wiederum sitzt man dann mit 9 anderen Kandidaten auf der Bühne am Rande vor den Zuschauern, hinter dem Stuhl für den spielenden Kandidaten. Doch nun geht’s erst richtig los. Jauch stellt eine meist relativ einfach Frage, in der es darum geht, vier Antworten in eine richtige Reihenfolge zu bringen (Beispiel: „Ordnen sie diese 4 Zeitepochen, beginnend mit der frühsten“). Wer dann richtig geordnet hat und noch dazu am Schnellsten ist der auserwählte Stuhlkandidat. Per Handschlag wird sich begrüßt und nach einer kurzen Vorstellung geht die Fragerei los.
Die insgesamt 15 Fragen bis zur ersehnten Millionen steigern sich zunehmend. Sind zu Beginn noch mit Fragen wie „Was ist die Banane laut Volksmund“ (es gibt nun 4 Antwortmöglichkeiten, aus denen man die Richtige auswählen muss: A] dumm [B] stumm [C] krumm [D] um) 50€ zu ergattern, nimmt die Schwierigkeit weiter zu.
_______________________________________________________
.:| ...darf es sonst noch was sein? |:.
Bis zur Millionen ist es jedoch wirklich ein weiter Weg uns so durfte auch seit der Euro-Umstellung sich noch niemand über den (fast) verdoppelten Betrag freuen. Hilfe erhält man auf diesem steinigen Pfad nur durch drei sogenannte „Joker“. Da ist der „Fifty-Fifty“ (oder 50%)-Joker, da ist der Telefon-Joker und zuletzt der Publikums-Joker. Jeden dieser Joker kann man im Spiel zu einem beliebigen Zeitpunkt einsetzen.
Der Fifty-Fitfy bewirkt, dass von den 4 vorgeschlagenen Antworten zwei Falsche entfallen. Nun ist natürlich die Gewinnchance erheblich gestiegen, was dazu führt, dass dieser Joker meist eingesetzt wird, wenn der Kandidat eine vage Ahnung hat, was stimmen könnte oder zocken will und seine Chancen erhöhen möchte.
Der Publikums-Joker ist ebenso eine wertvolle Hilfe. Auffällig ist, dass das Publikum erstaunlich viel Ahnung hat und eigentlich immer den richtigen Riecher hat. Natürlich werden mit zunehmender Schwierigkeit auch hier die Abweichungen größer (es werden die Prozentzahlen für die einzelnen Antworten angezeigt) und das Wissen im Publikum weniger – beliebt ist dieser Joker, wenn man einen „Blackout“ hat oder einfach in diesem Fachbereich bei einer vermeintlich leichten Frage einfach keine Antwort kennt.
Übrig bleibt der meiner Meinung nach wichtigste Joker – der Telefonanruf. Dieser ermöglicht dem unsicheren oder unwissenden Kandidaten in der Not einen von insgesamt drei im Vorfeld benannten Helfer zu Hause für 30 Sekunden anzurufen. Diese sitzen in einem abgeschlossenen Raum und kennen weder Showhergang bis dato, noch die Frage, wenn sie angerufen werden. Der Helfer bekommt die Frage vorgelesen und die Antworten genannt. Anschließend kann oder sollte er die seiner Meinung nach richtige Antwort nennen. Auffallend dabei ist, dass die vermeintlichen Helfer oft keine Hilfe sind, nur raten oder die Unwahrheit als Wissen darstellen... Na ja, soviel zum gefährlichen Halbwissen.
Was ich bisher unerwähnt ließ, waren die Fragen und die 2 Stufen, über die man klettern kann. Eingeteilt sind die 15 Fragen nämlich eigentlich in drei „Blöcke“. Sind die ersten fünf Fragen (gestaffelt in 50,100, 200, 300, 500€) noch ohne großes Überlegen zu beantworten (wenn’s kniffliger wird, hilft der Herr Jauch gerne weiter), so kommt es zu einer Schranke. 500€ sind nun fest gewonnen, auch wenn man die falsche Antwort gibt.
Der nächste Fünferblock wird schon schwieriger, kann aber meist auch noch mit gesundem Menschenverstand und einer soliden Allgemeinbildung beantwortet werden. Sicher, ab und an kommt es zu kniffligeren Fragen (also man hat dann meist einfach keinen Bezug zum Thema oder der Zeit, auf den sich die Antwort beziehen würde), doch hilft da noch einer der Joker. Hat man 16.000 € erreicht (also 1000, 2000, 400, 8000, 16000€ beantwortet), so ist eine weitere Stufe genommen. Beantwortet man eine Frage falsch, so hat man dennoch diesen Betrag sicher.
Fortan wird’s wirklich schwierig und kennt man sich nicht wirklich gut aus oder es wird (mit Glück) gerade eine passende Kategorie getroffen, die man kennt, muss man sich auf seine Ahnung oder Vermutung einlassen oder aber mit Hilfe der noch verbliebenen Joker die Lösung herausfinden. Die Gewinnsprünge sind nun relativ hoch, um den Spieler zum Zocken zu verleiten, aber viele sind einfach trotzdem vorsichtig und gehen bei vermeintlichem Unwissen lieber mit 32.000 oder 64.000€ nach Hause, als sich zu blamieren und zu verzocken. So liegt der durchschnittliche Gewinn auch knapp über 30'000 €uro.
Ehrlich gesagt hätte ich bei den von mir gesehenen Sendungen nie mehr als 250.000 € abgeräumt – dafür wird’s nachher zu schwer – und doch bleibt ja dieser Funke Hoffnung, dass einem das Thema zusagt oder man einfach Glück hat. Die Staffelungen sind übrigens in dieser Höhe beachtlich. Nach den 16'000 €uro kommen erst 32'000, 64'000 dann 128'000, 250'000, 500'000 und schlussendlich eine Million Euro! Ein Glück, das man jederzeit aussteigen kann und mit dem bisher erzielten Gewinn nach Hause geht... _______________________________________________________
.:| Der kleine Unterschied – Herr Jauch! |:.
Und wo ihr nun mehr als jeder Andere über das Show-Konzept erfahren habt, so möchte ich Euch nicht meine Meinung über dieses TV-Spektakel vorenthalten. Wer wird Millionär ist in meinen Augen vollkommen berechtigt so beliebt und gefragt bei den Zuschauern. Es war die erste Sendung, die dem Quizwahn vorausstand und ihn letztlich begründete. Wie keine andere Show passen Kandidaten, Spielprinzip und Effekte einfach ineinander. Zwischen den Fragen leuchtet ein Scheinwerfer auf, ein musikalischer Glockenschlag läutet die neue Runde ein.
Das Studio ist recht klein, wirkt aber angemessen. Die Fragen sind hier und da lustig (gerade bei den ersten fünf Fragen, wo Wortspiele, Verdreher oder Paradoxen an der Tagesordnung sind), gegen Ende hin aber richtig fordernd. Auffallend ist, dass immer ein gewisser Reiz zum Pokern gegeben wird, was nicht zuletzt an den „falschen“ Antworten liegt. Sie sind so geschickt ausgesucht, dass man nicht selten meint die Antwort zu kennen und sich letztlich doch irrt.
Wer wird Millionär ist die erfolgreichste Quizshow im deutschen Fernsehen und das hat trotz aller anderen positiven Punkte letztlich nur einen Grund: Günther Jauch. Der Moderator ist einfach ein schlauer Hund, wenn er auf dem Suhl sitzt und seine Kandidaten in Versuchung führt. Man merkt, dass es ihm Spaß macht, mit ihnen zu spielen, sie hochzunehmen aber auch hier und da helfend beizustehen.
In der sonst so ernsten Quizlandschaft, die eigentlich keine Gefühle zulässt, ist er der Pol, der uns warm ums Herz werden lässt. Besteht seine Aufgabe als Quizmaster doch eigentlich nur im Verlesen der Frage, der An- und Abmoderation, so zieht er doch die Sympathien während dieser simplen Tätigkeiten mit Späßchen und auch Spielchen auf sich. Er hat einfach eine Spürnase für das Befinden seiner Kandidaten und nimmt den Hochstapler so auseinander, dass er vollkommen enttarnt wieder kleine Brötchen backt.
Ist man ihm sympathisch oder keck, so wird auch Jauch wohlgesonnener. Er hilft mit dem berühmten Wink mit dem Zaunpfahl oder fragt noch einmal mehr nach, ob man sich sicher sei, wenn die falsche Antwort kommt. Seine Lenkung ist dabei meist eher unmerklich und leicht mit der sonst angewandten Verunsicherungstaktik verwechselbar, doch führt sie dazu, das Kandidaten einen helfenden Joker nehmen und meist einen höheren Gewinn mit nach Hause nehmen.
Jauch ist ein Talent, was die Quizmoderation angeht, kombiniert er doch die Gabe der Verunsicherung der Kandidaten mit der menschlichen Fähigkeit ihnen beinahe unmerklich in kniffligen Situationen unter die Arme zu greifen. Und was ich besonders an ihm schätze – wenn er ein Dummchen auf dem Kandidatenstuhl hat, so lässt er dieses weniger freundlich auflaufen, damit die anderen Studiogäste auch zu ihrer Chance kommen. Er ist ein gewiefter Taktiker und doch so menschlich, dass man ihn nur lieb haben kann.
Bleibt allenfalls hinzuzufügen, dass er noch dazu spontan ist. Gestern stürzte der PC ab und die Fragen gingen durcheinander. Keine Spur von Hektik oder Nervosität bei Jauch – er blieb lässig und moderierte einfach ohne technische Unterstützung weiter und rettete somit die Situation! Klasse.
______________________________________________________
.:| Fazit: Jauch wird Millionär und manch anderer (evt.) auch! |:.
Mit oft mehr als 10 Millionen Zuschauern ist Wer wird Millionär auch gut zwei Jahre nach dem Beginn der Sendung ein Zuschauermagnet. Das interessante Konzept kombiniert mit dem wohl pfiffigsten Quizmaster Deutschlands, machen die Show zum Klassenprimus. Alle anderen Shows dieses Formats verkommen zu blassen Kopien, was ich meist am Moderator festmache.
Eine spezielle Zielgruppe gibt es im Grunde auch nicht, da die innere Gier nach Selbstbestätigung und der Wissensdurst in uns allen wohnt. Ganz nebenbei lernt man sicherlich ein wenig und fühlt sich Folge für Folge gut unterhalten. So kommt es unregelmäßig abends von 20.15 – 21.15 Uhr zur Ratestunde (in der Regel montags, freitags, samstags; an Feiertagen auch schon einmal eine Stunde früher), die man sich unbedingt einmal ansehen sollte.
Und wer mir nun nicht folgen konnte oder wollte, der sollte sich eine Folge anschauen und anschließend noch „Einer gegen 100“ sehen – dann versteht ihr auch den Punkt mit dem Moderator ;-)
PS: Und wer nun denkt, der Titel habe nichts mit dem Bericht zu tun, der irrt! Ratet mal wer des Öfteren aus voller Brust herausposaunt er sei sich hundertprozentig sicher? Und scheitert? Na....?!
Wer wird Millionär ist eine Quizshow, wie sie in ähnlicher Form mittlerweile zigfach auf allen Sendern läuft und doch kann sie sich auch jetzt noch ohne Weiteres behaupten. Wer wird Millionär schafft es RTL Traumquoten zu bescheren und wird scheinbar selbst nach so langer Sendedauer (noch) nicht langweilig. Woran mag das liegen und wie lange wird es Wer wird Millionär noch geben...?
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.:| Der Traum vom vielen Geld... |:.
“Wer wird Millionär“ verdankt seinen Erfolg vielleicht drei oder vier Umständen. Der mit Sicherheit wichtigste Aspekt ist die Gier des Menschen nach Besitz und Reichtum. Mit der versprochenen Höchstgewinnsumme von 1 Millionen Euro (früher DM) kann man ohne scheinbares Können von jetzt auf gleich reich sein und bis ans Ende der Tage ausgesorgt haben.
Der zweite, offensichtliche Grund, ist der Gedanke der Meisten, dass sie klug seien. Mit diesem scheinbar neutralen Medium (dem TV-Gerät) und der anonymen Befragung zu Hause kann ich mein Wissen testen, ohne mich zu blamieren. Bin ich eher der offensive Typ, so kann ich mich aber auch in meiner Stammkneipe beim Zuschaue damit brüsten, die Antwort eh zu kennen.
Das heißt, dass das Spielprinzip im Grunde auf dem Charakter des Menschen abzielt, sich selbst zu hochachten und dementsprechend wissend einzuschätzen. Mit der objektiven Show und dem eigentlichen „Richtig oder Falsch“ gelingt es nun, den Zuschauer herauszufordern und ihn mitunter auf gefährliches Glatteis zu führen. Dabei identifiziert er sich immer mit dem tatsächlichen Kandidaten auf der Mattscheibe.
Dieser nämlich sitzt ganz allein auf einem Stuhl in der Mitte von 4 Zuschauertribünen vor einem Bildschirm, ihm gegenüber der Moderator – Mr. Quizshow himself alias Günther Jauch - und in seinem Rücken die restlichen Kandidaten. Bis auf diesen Platz ist es doch ein beachtlicher Weg, den man zurücklegen muss.
Erst musste man sich bewerben – über die Internetseite www.werwirdmillionaer.de durch die Zahlung von 1 Euro und der richtigen Beantwortung einer Zufallsfrage, per Anruf bei einer 0190-er-Nummer und eben der korrekten Beantwortung einer Frage (0190-523 523 // 0,62 EUR/Min. max. 1,30 EUR) oder einer Postkarte mit der richtigen Antwort auf eine Frage an: RTL Stichwort: "Wer wird Millionär?", 50570 Köln.
Dann kommt man mit ein bisschen Glück in die Show. Dort wiederum sitzt man dann mit 9 anderen Kandidaten auf der Bühne am Rande vor den Zuschauern, hinter dem Stuhl für den spielenden Kandidaten. Doch nun geht’s erst richtig los. Jauch stellt eine meist relativ einfach Frage, in der es darum geht, vier Antworten in eine richtige Reihenfolge zu bringen (Beispiel: „Ordnen sie diese 4 Zeitepochen, beginnend mit der frühsten“). Wer dann richtig geordnet hat und noch dazu am Schnellsten ist der auserwählte Stuhlkandidat. Per Handschlag wird sich begrüßt und nach einer kurzen Vorstellung geht die Fragerei los.
Die insgesamt 15 Fragen bis zur ersehnten Millionen steigern sich zunehmend. Sind zu Beginn noch mit Fragen wie „Was ist die Banane laut Volksmund“ (es gibt nun 4 Antwortmöglichkeiten, aus denen man die Richtige auswählen muss: A] dumm [B] stumm [C] krumm [D] um) 50€ zu ergattern, nimmt die Schwierigkeit weiter zu.
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.:| ...darf es sonst noch was sein? |:.
Bis zur Millionen ist es jedoch wirklich ein weiter Weg uns so durfte auch seit der Euro-Umstellung sich noch niemand über den (fast) verdoppelten Betrag freuen. Hilfe erhält man auf diesem steinigen Pfad nur durch drei sogenannte „Joker“. Da ist der „Fifty-Fifty“ (oder 50%)-Joker, da ist der Telefon-Joker und zuletzt der Publikums-Joker. Jeden dieser Joker kann man im Spiel zu einem beliebigen Zeitpunkt einsetzen.
Der Fifty-Fitfy bewirkt, dass von den 4 vorgeschlagenen Antworten zwei Falsche entfallen. Nun ist natürlich die Gewinnchance erheblich gestiegen, was dazu führt, dass dieser Joker meist eingesetzt wird, wenn der Kandidat eine vage Ahnung hat, was stimmen könnte oder zocken will und seine Chancen erhöhen möchte.
Der Publikums-Joker ist ebenso eine wertvolle Hilfe. Auffällig ist, dass das Publikum erstaunlich viel Ahnung hat und eigentlich immer den richtigen Riecher hat. Natürlich werden mit zunehmender Schwierigkeit auch hier die Abweichungen größer (es werden die Prozentzahlen für die einzelnen Antworten angezeigt) und das Wissen im Publikum weniger – beliebt ist dieser Joker, wenn man einen „Blackout“ hat oder einfach in diesem Fachbereich bei einer vermeintlich leichten Frage einfach keine Antwort kennt.
Übrig bleibt der meiner Meinung nach wichtigste Joker – der Telefonanruf. Dieser ermöglicht dem unsicheren oder unwissenden Kandidaten in der Not einen von insgesamt drei im Vorfeld benannten Helfer zu Hause für 30 Sekunden anzurufen. Diese sitzen in einem abgeschlossenen Raum und kennen weder Showhergang bis dato, noch die Frage, wenn sie angerufen werden. Der Helfer bekommt die Frage vorgelesen und die Antworten genannt. Anschließend kann oder sollte er die seiner Meinung nach richtige Antwort nennen. Auffallend dabei ist, dass die vermeintlichen Helfer oft keine Hilfe sind, nur raten oder die Unwahrheit als Wissen darstellen... Na ja, soviel zum gefährlichen Halbwissen.
Was ich bisher unerwähnt ließ, waren die Fragen und die 2 Stufen, über die man klettern kann. Eingeteilt sind die 15 Fragen nämlich eigentlich in drei „Blöcke“. Sind die ersten fünf Fragen (gestaffelt in 50,100, 200, 300, 500€) noch ohne großes Überlegen zu beantworten (wenn’s kniffliger wird, hilft der Herr Jauch gerne weiter), so kommt es zu einer Schranke. 500€ sind nun fest gewonnen, auch wenn man die falsche Antwort gibt.
Der nächste Fünferblock wird schon schwieriger, kann aber meist auch noch mit gesundem Menschenverstand und einer soliden Allgemeinbildung beantwortet werden. Sicher, ab und an kommt es zu kniffligeren Fragen (also man hat dann meist einfach keinen Bezug zum Thema oder der Zeit, auf den sich die Antwort beziehen würde), doch hilft da noch einer der Joker. Hat man 16.000 € erreicht (also 1000, 2000, 400, 8000, 16000€ beantwortet), so ist eine weitere Stufe genommen. Beantwortet man eine Frage falsch, so hat man dennoch diesen Betrag sicher.
Fortan wird’s wirklich schwierig und kennt man sich nicht wirklich gut aus oder es wird (mit Glück) gerade eine passende Kategorie getroffen, die man kennt, muss man sich auf seine Ahnung oder Vermutung einlassen oder aber mit Hilfe der noch verbliebenen Joker die Lösung herausfinden. Die Gewinnsprünge sind nun relativ hoch, um den Spieler zum Zocken zu verleiten, aber viele sind einfach trotzdem vorsichtig und gehen bei vermeintlichem Unwissen lieber mit 32.000 oder 64.000€ nach Hause, als sich zu blamieren und zu verzocken. So liegt der durchschnittliche Gewinn auch knapp über 30'000 €uro.
Ehrlich gesagt hätte ich bei den von mir gesehenen Sendungen nie mehr als 250.000 € abgeräumt – dafür wird’s nachher zu schwer – und doch bleibt ja dieser Funke Hoffnung, dass einem das Thema zusagt oder man einfach Glück hat. Die Staffelungen sind übrigens in dieser Höhe beachtlich. Nach den 16'000 €uro kommen erst 32'000, 64'000 dann 128'000, 250'000, 500'000 und schlussendlich eine Million Euro! Ein Glück, das man jederzeit aussteigen kann und mit dem bisher erzielten Gewinn nach Hause geht... _______________________________________________________
.:| Der kleine Unterschied – Herr Jauch! |:.
Und wo ihr nun mehr als jeder Andere über das Show-Konzept erfahren habt, so möchte ich Euch nicht meine Meinung über dieses TV-Spektakel vorenthalten. Wer wird Millionär ist in meinen Augen vollkommen berechtigt so beliebt und gefragt bei den Zuschauern. Es war die erste Sendung, die dem Quizwahn vorausstand und ihn letztlich begründete. Wie keine andere Show passen Kandidaten, Spielprinzip und Effekte einfach ineinander. Zwischen den Fragen leuchtet ein Scheinwerfer auf, ein musikalischer Glockenschlag läutet die neue Runde ein.
Das Studio ist recht klein, wirkt aber angemessen. Die Fragen sind hier und da lustig (gerade bei den ersten fünf Fragen, wo Wortspiele, Verdreher oder Paradoxen an der Tagesordnung sind), gegen Ende hin aber richtig fordernd. Auffallend ist, dass immer ein gewisser Reiz zum Pokern gegeben wird, was nicht zuletzt an den „falschen“ Antworten liegt. Sie sind so geschickt ausgesucht, dass man nicht selten meint die Antwort zu kennen und sich letztlich doch irrt.
Wer wird Millionär ist die erfolgreichste Quizshow im deutschen Fernsehen und das hat trotz aller anderen positiven Punkte letztlich nur einen Grund: Günther Jauch. Der Moderator ist einfach ein schlauer Hund, wenn er auf dem Suhl sitzt und seine Kandidaten in Versuchung führt. Man merkt, dass es ihm Spaß macht, mit ihnen zu spielen, sie hochzunehmen aber auch hier und da helfend beizustehen.
In der sonst so ernsten Quizlandschaft, die eigentlich keine Gefühle zulässt, ist er der Pol, der uns warm ums Herz werden lässt. Besteht seine Aufgabe als Quizmaster doch eigentlich nur im Verlesen der Frage, der An- und Abmoderation, so zieht er doch die Sympathien während dieser simplen Tätigkeiten mit Späßchen und auch Spielchen auf sich. Er hat einfach eine Spürnase für das Befinden seiner Kandidaten und nimmt den Hochstapler so auseinander, dass er vollkommen enttarnt wieder kleine Brötchen backt.
Ist man ihm sympathisch oder keck, so wird auch Jauch wohlgesonnener. Er hilft mit dem berühmten Wink mit dem Zaunpfahl oder fragt noch einmal mehr nach, ob man sich sicher sei, wenn die falsche Antwort kommt. Seine Lenkung ist dabei meist eher unmerklich und leicht mit der sonst angewandten Verunsicherungstaktik verwechselbar, doch führt sie dazu, das Kandidaten einen helfenden Joker nehmen und meist einen höheren Gewinn mit nach Hause nehmen.
Jauch ist ein Talent, was die Quizmoderation angeht, kombiniert er doch die Gabe der Verunsicherung der Kandidaten mit der menschlichen Fähigkeit ihnen beinahe unmerklich in kniffligen Situationen unter die Arme zu greifen. Und was ich besonders an ihm schätze – wenn er ein Dummchen auf dem Kandidatenstuhl hat, so lässt er dieses weniger freundlich auflaufen, damit die anderen Studiogäste auch zu ihrer Chance kommen. Er ist ein gewiefter Taktiker und doch so menschlich, dass man ihn nur lieb haben kann.
Bleibt allenfalls hinzuzufügen, dass er noch dazu spontan ist. Gestern stürzte der PC ab und die Fragen gingen durcheinander. Keine Spur von Hektik oder Nervosität bei Jauch – er blieb lässig und moderierte einfach ohne technische Unterstützung weiter und rettete somit die Situation! Klasse.
______________________________________________________
.:| Fazit: Jauch wird Millionär und manch anderer (evt.) auch! |:.
Mit oft mehr als 10 Millionen Zuschauern ist Wer wird Millionär auch gut zwei Jahre nach dem Beginn der Sendung ein Zuschauermagnet. Das interessante Konzept kombiniert mit dem wohl pfiffigsten Quizmaster Deutschlands, machen die Show zum Klassenprimus. Alle anderen Shows dieses Formats verkommen zu blassen Kopien, was ich meist am Moderator festmache.
Eine spezielle Zielgruppe gibt es im Grunde auch nicht, da die innere Gier nach Selbstbestätigung und der Wissensdurst in uns allen wohnt. Ganz nebenbei lernt man sicherlich ein wenig und fühlt sich Folge für Folge gut unterhalten. So kommt es unregelmäßig abends von 20.15 – 21.15 Uhr zur Ratestunde (in der Regel montags, freitags, samstags; an Feiertagen auch schon einmal eine Stunde früher), die man sich unbedingt einmal ansehen sollte.
Und wer mir nun nicht folgen konnte oder wollte, der sollte sich eine Folge anschauen und anschließend noch „Einer gegen 100“ sehen – dann versteht ihr auch den Punkt mit dem Moderator ;-)
PS: Und wer nun denkt, der Titel habe nichts mit dem Bericht zu tun, der irrt! Ratet mal wer des Öfteren aus voller Brust herausposaunt er sei sich hundertprozentig sicher? Und scheitert? Na....?!
19 Bewertungen, 4 Kommentare
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06.03.2002, 22:35 Uhr von scherpe
Bewertung: sehr hilfreichGrandios. Auch wenn ICH natürlich die Anwendung des Titels auf mich weit von mir weise...
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05.03.2002, 14:33 Uhr von Metacortex
Bewertung: sehr hilfreichNett geschrieben...
-
05.03.2002, 11:23 Uhr von hexe77
Bewertung: sehr hilfreichSehr schön dargestellt!
-
05.03.2002, 11:12 Uhr von owesen
Bewertung: sehr hilfreichAntwort auf den letzten Satz : ICH !!! *g* Gruß, Sönke (owi13)
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