Ratten Testbericht

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  • Futterkosten:  gering
  • Pflegeaufwand:  durchschnittlich
  • Spielbereitschaft:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von DieliebeFrauSnorre

Weit mehr als nur \"Ungeziefer\"

5
  • Futterkosten:  gering
  • Pflegeaufwand:  durchschnittlich
  • Spielbereitschaft:  hoch

Pro:

Unterhaltungswert, Anhänglichkeit

Kontra:

Lebenserwartung, Nagetrieb

Empfehlung:

Ja

Zunächst vorab: Der Bericht ist leider recht lang geworden. Das liegt daran, dass es über Ratten sehr viel zu sagen und viele Vorurteile auszuräumen gibt. Ich habe mich daher bemüht, möglichst eindeutige Überschriften zu finden, damit sich jeder das raussuchen kann, was er braucht.


Wie ich zu Ratten gekommen bin
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Vor einigen Jahren habe ich bei Freunden von mir ein paar zahme Ratten kennen gelernt. Die kleinen Biester haben mir von Anfang an gut gefallen. Eine grundsätzliche Abneigung gegen Ratten, wie sie viele Menschen aufgrund von Horrorgeschichten über wilde Ratten haben, gab es bei mir nie. Natürlich hatte ich nie das Bedürfnis, wilde Ratten einzufangen und sie anzufassen, aber das Bedürfnis habe ich auch bei den wenigsten anderen Wildtieren. Wohingegen ich bei den Käfigtieren mit den niedlichen Knopfaugen (die nachweislich frei von ansteckenden Krankheiten sind) schon dieses Bedürfnis verspürte. Nachdem ich mich über die grundsätzlichen Charaktereigenschaften von Ratten (dazu später mehr) informiert hatte, war mir klar, dass ich irgendwann mal welche davon haben wollte. Und dieses „Irgendwann“ ist letzten Oktober endlich eingetreten:
Der Mann einer Kollegin züchtet Ratten und Mäuse als Schlangenfutter (für mich absolut unverständlich, aber wenigstens werden die Tiere schnell mit einem Genickschlag getötet und müssen nicht vorher noch lange Ängste durchstehen) und als er mal wieder einen Wurf hatte, der nicht durch Inzucht zustande kam, habe ich schnell 2 der kleinen Gesellen im zarten Alter von 5 Wochen vor ihrem sicheren Tod gerettet. Und diese Entscheidung habe ich nicht bereut.

Männchen oder Weibchen?
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Lt. meinen Rattenbüchern sind Männchen zutraulicher und verschmuster als Weibchen. Dafür markieren sie ihr Revier deutlicher und haben daher einen stärkeren Eigengeruch. Weibchen sind etwas quirliger und klettern besser. Wir haben uns aufgrund des geringeren Markierverhaltens für Weibchen entschieden. Und zutraulich und zum Teil auch verschmust sind die mittlerweile auch.


Die richtige Haltung
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Da Ratten sehr soziale Tiere sind, immer mindestens zu zweit (gleichgeschlechtlich, am besten Wurfgeschwister) gehalten werden. Es kursiert immer wieder der Irrglaube, dass Ratten in Einzelhaltung zahmer werden als andere, doch das ist absoluter Quatsch. Die Tiere brauchen den Kontakt zu ihren Artgenossen und werden eher verhaltensgestört, wenn ihnen dieser Kontakt fehlt. Es ist auch ein wunderschönes Bild zu sehen, in welch unmöglichen Verrenkungen die kleinen Kröten übereinanderliegen und dabei sogar noch schlafen.

Käfig
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Der Käfig sollte geräumig und möglichst über mehrere Etagen gehen (für 2 Tiere mind. 70x50x80 cm). Abstände zwischen Gitterstäben sollten nicht zu groß (max. 2 cm) sein, da sich Ratten durch die unmöglichsten Engen zwängen. Kletter- und Spielmöglichkeiten wie ein dickes Seil, Äste, eine Hängematte aus einer alten Jeans oder einem Handtuch (wird schnell zum Lieblingsplatz, aber auch genauso schnell von den kleinen Biestern zerlegt), alte Blumentöpfe, Holzhäuschen, etc. dürfen natürlich auf keinen Fall fehlen. Achtet nur darauf, dass die Kleinen nicht in einem Anfall von Übermut tief abstürzen und sich dabei verletzen können. Auch buddeln Ratten unheimlich gerne. Zu diesem Zweck haben meine Mädels immer eine Ecke und ihre Häuschen voll mit Zeitungsschnipseln aus dem Schredder. Mit besonderer Vorliebe zerreißen sie sich auch die Zeitung, die eigentlich zum Schutz des Bodens gedacht war, selber und dekorieren damit kurzerhand etwas um.
Mein erstes Rattenhaus war ein Badezimmerschrank, bei dem ich die Türen ausgesägt und mit Gitter betackert, sowie Löcher in die Zwischenböden gesägt hatte. Die Zwischenböden selber habe ich mit Klebefolie ausstaffiert, damit das Urin nicht ins Holz zieht. Leider war das nicht von langem Nutzen, da die Kleinen sehr schnell Spaß daran gefunden haben, die Folie von den Brettern abzukauen. Gefressen haben sie sie nicht, einzig das Knabbern und kaputtmachen war schön!
Der 2. Rattenhaus ist aus USB-Platten aus dem Baumarkt zusammengezimmert. Die Zwischenböden habe ich mit Wachs behandelt, in der Hoffnung, dass tägliches Durchwischen das Einziehen von Urin ins Holz verhindern würde. War aber leider auch nicht so. Beim nächsten Mal werde ich es mit richtigem Lack versuchen. Ich denke auch nicht, dass das den Ratzen schaden würde, selbst wenn sie – wie sie das bei der Wand schon mit viel Vergnügen machen – wieder alles anknabbern würden. Denn sie sind sehr wählerisch in ihrer Futterauswahl und Holzreste mit Lack gehören definitiv nicht zu ihrer bevorzugten Nahrungsquelle.
Meine Mädels haben immer eine Kloschale in ihrem Käfig, die sie für ihr großes Geschäft von alleine benutzen. (Falls Eure Ratten das nicht machen, kann es evtl. helfen, die Köttel regelmäßig in der vorgesehenen Kloschüssel zu platzieren. Da viele Ratten einen angeborenen Instinkt haben, ihr Heim sauber zu halten, klappt das wohl auch bei vielen. Doch offensichtlich ist bei einigen domestizierten Tieren dieser Instinkt verlorengegangen.) Leider konnte ich es ihnen noch nicht abgewöhnen, den Rest des Käfigs vollzupieseln. Allerdings beschränken sie sich dabei meistens auch auf die Ecken ihrer Lieblingsetage. Ich suche immer noch nach einer Möglichkeit, die Stellen pipidicht zu machen, bis jetzt habe ich aber leider nichts narrensicheres gefunden. Zeitungspapier reißen sie immer raus und Einstreu verteilen sie überall hin, nur nicht dahin, wo es sein soll. Vielleicht lege ich demnächst Fliesen...

Standort des Käfigs
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Ratten haben gerne Anteil am Leben ihrer Menschen uns sind sehr neugierig. Sie sollten also nicht in irgendeine Abstellkammer abgeschoben werden, sondern nach Möglichkeit in eine durchzugsichere und vor starker Sonneneinstrahlung geschützte Ecke des Wohnzimmer gestellt werden. Unsere beiden sitzen abends gerne auf einem Stein und schauen uns voller Interesse bei unserer Abendbeschäftigung (auch wenn wir nur vor dem Fernseher sitzen) zu, was diesem Stein den Namen „Fernsehfelsen“ eingebracht hat.

Ratten und Rattengeruch
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Die Ratten selber haben einen sehr dezenten und – wie ich finde – sogar angenehmen Eigengeruch. Das was an ihnen stinkt, sind ihre Ausscheidungen (ist ja bei uns auch nicht anders). Ratten putzen sich selber mehrmals täglich (unsere sogar mehrmals stündlich). Nur den Käfig können sie eben nicht selber sauber machen. Darum ist es notwendig, den Käfig am besten 2x pro Woche gründlich zu reinigen. Dabei sollte eigentlich auf stark riechende Reinigungssubstanzen verzichtet werden, da Ratten sehr feine Nasen haben, doch ich konnte bei meinen noch keine Abneigung gegen irgendwelche Putzmittel erkennen. Sie schauen zwar nach der Reinigung manchmal ein bisschen seltsam, verlassen ihre Lieblingsecke aber trotzdem nicht, auch wenn es da etwas „komisch“ riecht.
Das schnelle Durchwischen gestaltet sich allerdings oft etwas schwierig, weil die kleinen Kröten sich einen Spaß daraus machen, hinter dem Lappen herzujagen und ihn mir stückchenweise aus der Hand zu reißen. Das sieht dann aus wie ein Hund, der an einem alten Lappen oder Seil zieht. Nur eben viel kleiner Ein sehr schöner Anblick!

Eingewöhnung
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Hier kann ich leider keine allgemeinen Hinweise, sondern nur meine noch nicht sehr umfangreichen Erfahrungen wiedergeben: Als die Kleinen bei uns eingezogen sind, haben wir uns viel Zeit für sie genommen. D.h. wir haben sie auch immer wieder mal aus ihrem Käfig genommen, um ihnen zu zeigen, dass ihnen von uns keine Gefahr droht. Als Belohnung für ihre „Tapferkeit“ gab es dann hinterher auch immer ein Leckerchen. Wir haben uns dann mit ihnen ins Badezimmer gesetzt und sie einfach mal schauen lassen. Aber wichtig: Am Anfang hier keine Versteckmöglichkeiten bieten, sonst kommen sie da den ganzen Abend nicht mehr raus. Unsere haben uns in den ersten Tagen dabei gerne vor Angst aufs Hemd gepieselt. Darum also am Anfang immer alte Klamotten tragen! Nach einiger Zeit wurden sie dann tapferer, haben ein wenig ihre Umgebung erkundet und sind dann immer wieder zu uns zurück gekommen. Oft haben wir sie auch einfach unter unsere Pullover gelegt. Da konnten sie sich dann verstecken und haben sich gleichzeitig an unseren Geruch gewöhnt.
Mittlerweile haben sie uns voll akzeptiert und lassen so ziemlich alles mit sich machen. Gebissen haben sie uns noch nie, selbst wenn wir sie arg bedrängt haben. Nur manchmal, wenn das Futter zu lecker anmutet, sollte man seine Finger rechtzeitig in Sicherheit bringen. Allerdings beißen sie auch dann noch recht behutsam.

Futterwahl und Futterplatz
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Wilde Ratten legen sich ihr Heim ähnlich an wie Menschen. D.h. sie haben einen Platz, an dem sie Fressen, einen an dem sie Schlafen und einen, an dem sie ihre Notdurft verrichten. Darum sollte für unsere Heimtiere auch immer ein fester Futterplatz zur Verfügung stehen. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie auch immer alles da fressen. Im Gegenteil werden sie versuchen, möglichst viel Futter in irgendwelchen Ecken zu horten, damit sie für schlechte Zeiten auch noch was haben oder eben als Snack beim Fernsehen oder so... Damit Frischfutter nicht in irgendeiner Ecker vergessen wird und verfault, sollte der Käfig regelmäßig nach verwesenden Futterresten durchsucht werden. Das tut auch dem Aroma in Eurer Wohnung durchaus ganz gut.

Als Futterschalen habe ich mir bei Knauber einfach 2 kleine glasierte Tonuntertöpfe für Blumen geholt. Die kosten nur ein Bruchteil der Futterschalen und leisten bisher hervorragende Dienste.

Als Trockenfutter für die Tiere empfehle ich Rattima (erhältlich unter www.zooplus.de). Das schmeckt den Ratzis gut und enthält alle wesentlichen Nährstoffe. Zusätzlich sollte auch immer wieder Frischfutter gegeben werden. Die Auswahl hängt vom Geschmack der Tiere ab. Unsere mögen am liebsten Mais, Erbsen, Bananen, Gurken, Wassermelone, etc. Einige Sachen haben sie beim ersten Mal anbieten auf Deutsch gesagt mit dem Arsch nicht angeschaut und einige Zeit später waren sie davon total begeistert (Bananen z.B.). Dafür war es bei einigen Keimlingen (Bockshornklee) genau andersherum. Also ruhig mehrmals probieren! Gerne fressen meine z.B. die Keime von Alfalfa (gibt´s bei Knauber, im Reformhaus „oder bei Obi“) oder ganz frische Weizenkeime. Die sind noch dazu sehr gesund. Außerdem mögen sie auch gerne frischen Löwenzahn von der Wiese (doch möglichst nicht direkt von der Straße oder vom Wegesrand, wo viele Hunde ihr Geschäft drauf erledigt haben).
Alle 2 Wochen bekommen die beiden auch mal ein ganzes gekochtes (!) Ei in der Schale. Da drehen sie dann total ab. Erst mal brauchen sie furchtbar lange, bis sie die Schale auf haben. Und dabei kommt schon mal der erste Ringkampf um die Frage, wer als erster an der Schale kratzen darf, zustande und sobald das Ei dann auf ist, geht es so richtig los. Es ist ja nicht so, als ob ein ganzes Hühnerei nicht ausreichend für zwei 400gr Ratten wäre. Da wird dann auch gerne mal geschoben und gedrückt (vorzugsweise ins Gesicht der Schwester), damit man als erste was abbekommt. Doch meistens beruhigen sie sich schnell wieder, sobald das erste Stück Ei die Rattenkehle hinunter gleitet und fressen friedlich vor sich hin, bis sie satt sind. Der Rest des Eis kann ja dann auch ruhig bis morgen liegen bleiben.
Ab und zu können als Lecherchen auch mal ein paar Nüsse (am besten in der Schale, da haben sie dann auch gleich was zu Nagen) oder ein Stückchen Käse gereicht werden. Meine schlecken am liebsten Joghurtreste vom Finger ab (natürlich vorzugsweise mit „Geschmack“, purer Joghurt ist aber auch in Ordnung und vor allem besser für die Zähne). Darum habe ich mir die teuren und vor allem stark zuckerhaltigen Joghurtdrops aus dem Zoohandel immer gespart.
Grundsätzlich besteht das Futter von Ratten zum größten Teil aus Kohlenhydraten und nur zu geringem Anteil aus Eiweiß (und da vor allem pflanzliches) und noch weniger Fett.

Freilauf
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Man sollte seinen Ratten regelmäßig Freilauf gönnen. Da meine Kleinen – wie wohl auch die meisten anderen – dabei gern Pipi verlieren, habe ich mich darauf beschränkt, sie im Badezimmer laufen zu lassen. Das lässt sich nach Herzenslust mit Ästen, Rohren, Buddelkisten, etc. für die Rattis verschönern. Allerdings ist der tollste Spielplatz meistens doch Herrchen oder Frauchen. Vor allem, wenn sie viele Kleider tragen, unter denen man sich verstecken kann.
Achtet im Freilauf immer darauf, dass sich die Kröten nicht verletzen können. Sie nagen gerne alles Mögliche an. Unsere haben jetzt begonnen, die Silikonfugen auszukauen. In einem gewissen Maße kann man sie dazu erziehen, nicht alles anzuknabbern (durch laute Pfui-Rufe z.B.), doch oft machen sie einfach weiter, wenn sie sich unbeobachtet fühlen. Also lieber immer unter Kontrolle halten.

Erziehung
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Aufgrund ihrer vielbesungenen Intelligenz soll man Ratten sehr gut erziehen können. Leider habe ich davon bisher noch nicht allzu viel gemerkt. Das liegt aber wohl auch daran, dass ich in eine Erziehung wesentlich mehr Zeit investieren müßte, als nur ab und zu eine halbe Stunde. Grundsätzlich kann man aber schon feststellen, dass sie meistens sehr genau wissen, was man von ihnen will und sie daher gut erziehbar sein müßten.


Wasserratten: Wohl kaum!
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Immer wieder habe ich gelesen, dass Ratten Wasser über alles lieben und gerne schwimmen (nicht umsonst gibt es ja den Begriff „Wasserratte“) Das gilt jedoch nicht für meine und wie ich gehört habe für einige andere noch weniger. Ich habe jedoch versucht, meine Mädels so früh wie möglich an Wasser zu gewöhnen, damit ein evtl. notwendiges Bad nicht zur Tortur wird. Anfangs habe ich unsere Badewanne nur wenig mit Wasser voll laufen lassen und die Kleinen hineingesetzt. Zunächst sind sie voller Panik durch die Gegend gelaufen und haben nach der nächstbesten Fluchtmöglichkeit gesucht. Die eine (Ylvi) ist sogar im zarten Alter von 9 Wochen mit einem Satz aus der Wanne auf den Wannenrand gesprungen!!! Allerdings konnte sie dieses Kunststück nicht mehr wiederholen. Danach habe ich ihnen immer mal wieder eine kleine Schüssel mit Wasser hingestellt und darin ein paar ihrer geliebten Maiskörner und Erbsen versenkt. Nachdem ich sie dezent auf den leckeren Inhalt hingewiesen hatte (d.h. ich musste sie mehrmals in die Schüssel reinsetzen), haben sie auch bald damit angefangen, nach den Leckerchen zu angeln. Die eine hat immer mit den Vorderfüßchen durch das Wasser gegriffen, bis sich etwas in ihren Händchen verfangen hatte und die andere ist sogar mit dem ganzen Kopf untergetaucht und hat dabei versucht, den Mais direkt in ihren Mund gleiten zu lassen. Ein wunderbares Bild! Seitdem hat sich ihre Abneigung gegen Wasser deutlich gebessert. Mittlerweile schwimmen sie sogar schon. Und wenn ich ihnen ein Rohr in die Wanne dazu lege, sind sie aus dem Wasser schon fast gar nicht mehr herauszubekommen. Und wenn ich sie jetzt mal baden muss, weil sie sich wieder in der Pipiecke gewälzt haben, geht das ohne große Panikkratzer vonstatten.


Die unbegründete Abneigung mancher Zeitgenossen
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Ich kann nicht verstehen, dass Menschen, selbst wenn sie Angst vor wilden Ratten haben, auch alle domestizierten Ratten „ekelig“ und beängstigend finden. Natürlich stammen alle Ratten von der gleichen Art ab, aber das tun Wolf und Hund auch und trotzdem sieht nicht jeder in einem vorbeilaufenden Dackel eine blutrünstige Bestie (versteht mich nicht falsch: Ich sehe in Wölfen keine blutrünstige Bestien. Ich wollte nur einen mehr oder weniger passenden Vergleich anstellen). Die eigentliche Angst vor Ratten beruht bei den meisten Menschen auf dem Argument, dass diese Tiere dreckig seien, Krankheiten übertragen und Mensch wie Tier bei lebendigem Leibe auffressen. Doch das ist vor allem in Bezug auf unsere Heimtierratten völliger Unsinn. Denn erst mal haben z.B. die Pest gar nicht die Ratten übertragen, sondern die Flöhe, die sich auf den Ratten eingenistet hatten, und zweitens kommen unsere Haustiere überhaupt nicht mit irgendwelchen Krankheitserregern außer durch uns selber in Kontakt, so dass wir für sie gefährlichere Krankheitsüberträger sind, als sie für uns. Und Lebewesen fressen selbst Wilde Ratten auch nur dann an, wenn sie kurz vor dem Verhungern sind. Das kommt bei meinen Kleinen eigentlich eher selten vor.
Ich stoße auch jetzt noch immer wieder bei Leuten auf ungläubige Blicke, wenn ich ihnen erzähle, dass wir uns Ratten halte. Und meistens kommt dann auch die übliche Begründung (s.o.). Doch wenn ich sie erst mal überzeugt habe, das sie sich keine Sorgen machen müssen und sie sich bereit erklären, den Ratten eine Chance zu geben, sind die meisten schnell hin und weg von den niedlichen Tieren. Meine Mutter z.B. kommt mich oft nur noch besuchen, weil sie die Ratzis sehen will. Zwar stößt der (eigentlich gar nicht so) nackte Schwanz immer noch viele ab, aber damit können sie sich meistens abfinden, wenn sie erst einmal in die hübschen Gesichtchen geschaut haben. Außerdem ist es auch sehr faszinierend zu sehen, wie gekonnt sie ihren Schwanz einsetzen können. Teilweise halten sie sich richtig damit fest, indem sie ihn um den nächstbesten Gegenstand wickeln, der ihnen Halt verspricht.


Anschaffung und Kosten
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Ratten sind in der Anschaffung nicht teuer. Oft bekommt man sie sogar umsonst. Auch die Kosten für Futter und Einstreu halten sich in Grenzen. Ich schätze, mit 2 Ratten komme ich im Monat kaum über 5 EUR heraus. Was ein Tierarzt kostet, musste ich bisher zum Glück noch nicht herausfinden.
In manchen Zoofachgeschäften bekommt man tatsächlich Ratten zu kaufen, doch leider sind das oft nur Tiere, die als Schlangenfutter gedacht waren und dadurch evtl. Inzuchtgeschädigt sind (was macht es der Schlange schon, wenn das Tier einen leichten Schatten hatte). Darum vor dem Kauf genau nachfragen. Ich würde allerdings sowieso eher empfehlen, Tierheimratten eine Chance zu geben, bevor man die Zucht noch weiter ankurbelt. So niedlich Rattenbabys auch sind: Es gibt genug (auch kleine) Ratten, die ein neues zu Hause suchen. Überlegt Euch daher bitte gut, ob Ihr womöglich selber noch neue Ratten züchten wollt.


Lebenserwartung
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Unsere Farbratten (so werden unsere Haustiere übrigens genannt. Hausratten (Rattus Rattus) ist eine Unterart wild lebender Ratten, die sich hauptsächlich in Häusern und Scheunen aufhält, mittlerweile aber fast ausgestorben ist. Die Farbratten stammen eigentlich von der Wanderratte (Rattus Norwegicus) ab.) werden in der Regeln nicht älter als 2-3 Jahre alt. Ich habe allerdings auch schonmal von einem Altersrekord von 7,4 Jahren gelesen. Darauf arbeite ich hin!!!
Da unsere Heimtier-Ratten ursprünglich als Laborratten gezüchtet wurden, sind sie auch entsprechend krankheits- und vor allem krebsanfälliger als andere. Darum entwickeln sich oft schon in jungem Alter Geschwüre, die man so früh wie möglich erkennen und ggf. behandeln lassen sollte. Daher ist es unverzichtbar, die Ratten regelmäßig auf Veränderungen abzutasten. Dass die Tierarztkosten dann die Anschaffungskosten bei weitem übersteigen werden, sollte jedem klar sein. Die Entscheidung, ob es sich noch lohnt (hinsichtlich der weiteren Lebenserwartung), das Tier operieren oder lieber einschläfern zu lassen, kann ich leider keinem abnehmen. Grundsätzlich sollte aber doch immer das Wohl des Tieres und nicht der Geldbeutel im Vordergrund stehen.


Und was habe ich jetzt eigentlich von Ratten, oder: Fazit
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Meine beiden Kleinen haben mein Leben wirklich angenehmer gemacht. Selbst wenn ich gestresst von der Arbeit nach Hause komme, brauche ich nur einen Blick auf meine Mädchen zu werfen und mir geht im wahrsten Sinne des Wortes das Herz auf. Natürlich machen sie auch Arbeit, aber das hält sich für meinen Geschmack in Grenzen. Auch, dass sie gerne mitten in der Nacht anfangen, ihr Haus lautstark klein zu nagen oder Zeitungspapier zu zerreißen, verzeihe ich ihnen schnell, wenn ich sie ein wenig beobachte. Es macht Spaß, ihnen einfach zuzuschauen, wenn sie ihr Futter, wie ein Eichhörnchen, zwischen den Pfötchen halten und es 20x drehen, bevor sie endlich alles aufgefressen haben, oder wenn sie sich beim Klettern mal wieder überschätzen und nur noch an einem Arm vom Seil herunterhängen und darauf warten, dass ihr Mensch sie rettet, oder wenn sie versuchen, an den Badezimmerfliesen hochzuklettern und merken, dass ein beherzter Sprung zur ersten Fuge nicht ausreicht, um die Wand hochzukommen, oder wenn sie meinen Finger mit aller Macht in beiden Händen festhalten und versuchen zu drehen, damit sie auch noch an den letzten Rest Joghurt kommen und und und.
Außerdem freut es mich zu sehen, wie sehr sie mir mittlerweile vertrauen. Wenn Fremde da sind, flüchten sie so schnell es geht zu Frauchen und wenn sie nicht gerade in Erkundungsstimmung sind, schlafen sie mittlerweile auch schon mal unter meinem Pullover ein.
Es lohnt sich wirklich, allein bei dem Namen Ratten nicht gleich „ihh“ zu schreien und wegzurennen, sondern ihnen erst mal eine Chance zu geben!!!


So, das ist jetzt tatsächlich sehr viel geworden und ich habe immer noch das Gefühl, nicht genug gesagt zu haben. Doch ich kann ja schlecht hier ein ganzes Buch schreiben. Sollte ich dennoch etwas Wesentliches vergessen habe, bin ich gerne bereit, noch etwas nachzulegen. Vielen Dank fürs Durchhalten und ich freue mich über jeden (möglichst positiven) Kommentar!

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