Regierungen und Ministerien Allgemein Testbericht

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Erfahrungsbericht von Halion

10 Tipps zu erfolgreichen Steuererhöhungen!

Pro:

Sie werden hier lernen, wie man erfolgreich die Steuer erhöht!

Kontra:

Möglicherweise hatten einige Politiker vor Ihnen diese Tipps bereits angewandt..

Empfehlung:

Nein

Liebe junge Politikerinnen und Politiker!
Möglicherweise werden Sie früher oder später mit diesem Thema konfrontiert, also lohnt es sich, sich mit dieser trockenen Materie zu befassen. Dafür werden Sie reichlich entlohnt, also es ist wert, die paar Zeilen zu lesen.

Glücklicherweise haben Sie wahre Meister schon vorgefunden, die alles Brauchbare für Sie schon erfunden haben. Offensichtlich hatten ihre Vorgänger sehr viel Erfolg mit dieser Technik, so möglicherweise führt sie zum gewünschten Erfolg.

Problem: Sie wollen gute Argumente finden, wie Sie die Staatskassen möglich voll bekommen, ohne die Staatsausgaben zu gefährden oder gar zu kürzen. Der Begriff „Steuererhöhung“ ist seit Vorzeiten negativ belastet. Also ist zu diesem Thema sehr viel Vorsicht geboten. Möglicherweise laufen Sie Gefahr, von der BILD Zeitung sofort enttarnt zu werden!

Hier einige Tipps, die schon erfolgreich angewandt wurden:

Tipp 1: verweisen Sie auf niedrigere Steuer im europäischen Vergleich.

Suchen Sie sich eine Steuer aus, die im europäischen, OECD, Welt usw gerade *niedrieger* ist als in Ihr Land. Argumentieren Sie „Deutschland hat die niedrigsten Steuersätze für Steuer X im europäischen (Welt, OECD, etc) Vergleich!“

Dadurch sind Sie sich die Zustimmung von den nach Gerechtigkeit strebenden Bürger sicher.

Jeder wird doch einsehen, dass es gut wäre wenn diese niedrige Steuer endlich mal ausgeglichen wäre. Schweigen sie tunlichst, dass es wiederum andere Steuer gibt, die hier deutlich höher sind (Prinzip der selektiven Gleichheit).

Tipp 2: Deklarieren Sie die Steuer als „zweckgebunden“.

Die Bürger werden eher die Kröte schlucken, wenn sie denken die Steuer sei für einen guten Zweck. Beispiele für einen „guten Zweck“ sind:
o die neue Steuer wird für eine bessere Bildung benötigt.
o durch die neue Steuer wird die Umwelt entlastet
o durch die neue Steuer werden die Beiträge für XYZ geringer (oder nicht erhöht)
o durch die neue Steuer wird ein einmaliges historisches Ereignis finanziert.


Normalerweise sind die Bürger jederzeit bereit, für lohnenswerte Zwecke auch Belastungen hinzunehmen. Also seien Sie kreativ!

Tipp 3: Benennen Sie die Steuer um in „Abgabe“

Dadurch wird der Bürger denken, es sei keine Steuer, sondern nur eine Abgabe. Möglicherweise können Sie dies mit Tipp 2 kombinieren und wahre Wunder erzielen!

Tipp 4: Führen Sie Steuer nur mit einem sehr niedrigen Betrag ein

Kein Mensch wird etwas dagegen haben, einen winzigen, zusätzlichen Betrag zu entlohnen. Also führen Sie Steuer ein, die man praktisch nicht merkt. Später können Sie den Betrag schrittweise und unauffällig erhöhen.

Tipp 5: Führen Sie Belastungen für Personenkreise, die gesellschaftlich ein niedriges Ansehen haben.

Sie erhöhen enorm die Akzeptanz für eine bestimmte Steuer, wenn die Bürger den Eindruck haben, dass sie sie gar nicht trifft. Die arme Schweine, die die Steuer auch zahlen müssen, sind dann selbst schuld. Beispiel für solche Gruppen sind Raucher, Reiche, etc. Die neue Steuer wird dann mit hoher Wahrscheinlichkeit als „gerecht“ gelten. Menschen neigen zu Gerechtigkeit, also wird die Steuer schon gut sein.

Tipp 6: Führen Sie eine Steuer nur für eine bestimmte Zeit

Wenn Sie den Bürger klar machen, dass die Steuer sie nur für eine endliche, begrenzte und überschaubare Zeit gelten soll, haben Sie gute Chancen, dass sie geschluckt wird.

Später können Sie wiederum die Steuer wiederum für einen bestimmten Zeitraum verlängern. Der Bürger wird den Eindruck haben, es sei nur „vorübergehend“ und wenn Sie Glück haben, wird die Angelegenheit bald wieder vergessen.

Tipp 7: Führen Sie neue Steuer als logische Folge von Naturkatastrophen

Jeder wird doch einsehen, dass als Folge von unvorhergesehenen Naturereignissen, die Steuer erhöht werden müssen. Schließlich sind Sie als Politiker kein Hellseher!

Verschweigen sie tunlichst, dass es so was wie „Risk Management“ gibt. Da die Mehrzahl der Bevölkerung dieser Begriff gar nicht kennt, wird Sie nicht beschuldigen, es nicht angewandt zu haben.

Tipp 8: Schaffen Sie Verwirrung!

Wenn der Bürger eine bestimmte Steuer leicht rechnen kann, wird er sie nicht akzeptieren.

Am Besten ist es, wenn die Steuer als Ergebnis von höchstkomplizierten Berechnungen erfolgt, die kein Mensch kapiert. Also werden nur diejenigen protestieren, die die Steuer auch durchblicken. Da sie in der Minderheit sind, können sie auch nicht allzu viel ausrichten. Problematisch wird es wenn die Minderheit aus Fachleuten besteht, die guten Zugang zu Medien haben. Aber auch hier gilt: gut informierte Medien sind auch in der Minderheit!


Tipp 9: Kombinieren Sie Belastungen mit Entlastungen

Stricken Sie eine Steuer, die aus einer Kombination aus Be- und Entlastungen besteht. Jeder wird denken, er sei entlastet und wird nicht meckern. Falls Sie zweifeln haben sollten, das es wirkt, kombinieren Sie es mit Tipp 8. Als weitere Vorgehen empfiehlt sich, die Entlastung schrittweise und unauffällig abzusenken.

Tipp 10: Deklarieren Sie eine „allgemeine Störung des wirtschaftlichen Gleichgewichtes“

Wenn die Bürger kurz vor dem Untergang stehen, werden sie eher bereit sein, Steuererhöhung zu akzeptieren. Das der potentieller Untergang möglicherweise selbst von der erfolgreichen Anwendungen der Tipps 1-9 erfolgte, braucht hier niemanden zu interessieren. Es werden schon bessere Zeiten kommen. Verweisen Sie auf die kommenden Generationen, die es besser als Sie haben sollten. Wenn Sie bei den kommenden Generationen angekommen sind, fangen Sie mit Tipp 1 an.

Weitere Tipps sind willkommen!

PS: falls Sie kein Politiker sind, ist für Sie der Bericht möglicherweise „nicht hilfreich“. Ein Bericht wie man sich vor Steuererhöhungen schützt, ist mir aber leider nicht gelungen…

16 Bewertungen, 1 Kommentar

  • frankensteins

    26.01.2008, 22:20 Uhr von frankensteins
    Bewertung: sehr hilfreich

    toll ironisch lg