Pellkartoffeln und Popcorn (Taschenbuch) / Evelyn Sanders Testbericht
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Erfahrungsbericht von patsam
Pellkartoffeln, Popcorn und eine kleine Evelyn Sanders
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Diesmal möchte ich über das Buch ,,Pellkartoffeln und Popcorn“ etwas schreiben.
Über das Buch bzw der Inhalt:
In diesem Buch berichtet Sanders über die Jahre 1939 bis 1947 – also die Kriegsjahre. Natürlich aus der Sicht eines Kindes, denn selbst wurde sie ja 1934 geboren. Sanders lebte mit ihren Eltern in Berlin im so genannten ,,Onkel-Toms-Hütte“ Viertel. Bauten mit viel grün rundherum – anfangs mit wenigen Mitbewohnern, die sich aber schön langsam vermehrten. Sie fand dort auch Freunde, aber wurde hauptsächlich von ihrer Oma erzogen, denn die Eltern waren den ganzen Tag arbeiten, auch abends kam es schon einmal vor, dass sie ihre Eltern nicht mehr zu Gesicht bekam.
Oma war etwas strenger, so musste klein Evelyn immer alles so machen wie es Oma gerade bestimme. Auch die verhasste riesen Schlaufe die sie als Kind tragen musste war ihr ein Gräuel, aber Oma sah es so vor. Kamen Omas Freundinnen zu Besuch, wurde tagelang vorher schon vorbereitet, sämtliche Fenster geputzt, Vorhänge gewaschen und klein Evelyn musste dann jedes Mal die selbstgedichteten Gedichte ihrer Oma vortragen.
Aber im Großen und Ganzen hatte die Sanders Familie inkl Oma ein gutes Leben. Es mangelte nicht am Essen, gab immer reine Kleidung zum Anziehen und als dann alle über den Krieg zu sprechen begannen, dachte niemand daran, dass dieser auch wirklich kommen würde – doch dieser kam.
Anfangs ging es allen noch gut, aber die Umstellung auf Essenskarten, Zuckerkarten etc war vor allem für die Oma schlimm. Als dann auch Stadtteile von Berlin bombardiert wurden, entschlossen sich Evelyns Mama und Oma die Kleine in Sicherheit zu bringen – nur wohin? Es wurden Kindertransporte zusammen gestellt wo die Kinder dann in halbwegs sichere Gebiete gebracht wurden. Da Evelyn nicht zur Tante Lotti wollte, entschieden sich Oma und Mama sie in ein kleines Örtchen vor Goldap zu bringen.
Dort war Evelyn dann eine längere Zeit mit ihrer besten Freundin Christa. Sie lernte gewisse Feldarbeiten, konnte sich mit diesen jedoch absolut nicht anfreunden. Natürlich besuchten die Berliner Stadtkinder auch die Schule, dort wurde das Klassenzimmer unterteilt – die Landkinder auf eine Seite, die Berliner auf die andere Seite.
Doch das Landleben tat ihr gut – bis ihre Mama wieder vor der Tür stand. Die Russen kämen, also wolle sie Evelyn praktisch ,,entführen“ ohne Reisegenehmigung und mit Hilfe von netten Leuten schaffte sie es auch. So kam Evelyn wieder zurück nach Berlin. Es gab natürlich den Schwarzhandel, denn niemand konnte mit den normalen Karten ein halbwegs angenehmes Leben führen. Evelyns Mama hatte auch ihren ,,eigenen“ Händler. So wurde die Aussteuer von Evelyn, Damastbettwäsche und Küchensilber, ziemlich rasch in Kerzen, Waschmittel, Zucker, Mehl und dergleichen umgewandelt. Sehr zur Freude von klein Evelyn, die von der Bettwäsche sowieso nicht viel hielt.
Evelyns Mama kam ab und an auch ins Gefängnis, alleine schon wenn man die Ausgehsperre um einige Minuten übertrat oder als sie auf dem Nach Hause Weg vom Schwarzmarkt erwischt wurde und natürlich nicht belegen konnte womit sie das viele Mehl, Zucker etc gekauft hatte. Doch Evelyns Mama sagte dann ,, Wer nicht einmal im Gefängnis saß, hat auch keine reine Weste“ (Zitat aus Buch). Oma war natürlich jedes Mal entrüstet, aber der Schwarzhandel blühte trotzdem weiter.
Evelyns Papa war natürlich im Krieg – Evelyns Mama arbeitete eine zeitlang in Nizza, kam zurück, ging nach Wien wieder in der Filmbranche zu arbeiten und kam wieder zurück. Mittlerweile lebten die Hausbewohner fast nur im Keller, denn es gab ja ständig Fliegeralarm. Und dann marschierten die Russen ein – die ersten Russen die zu Evelyns Haus kamen waren ganz nett. Es blühte der Tauschhandel zwischen den Hausbewohnern und den Russen und nach den Russen kamen die Amis. Als die Amis da waren, suchte sich Evelyns Mama eine Stelle als Hausmädchen und hatte Glück zu einer Amerikanerin zu kommen, die genauso wenig vom Haushalt verstand als sie selbst. Also genossen Sanders Familie die vielen Mitbringsel die Evelyns Mama ständig von der Amerikanerin bekam. Evelyn musste auch vorgestellt werden, also holte die Amerikanerin eines Tages die kleine Evelyn bei der so genannten ,,Grenze“ ab, setzte ihr die besten Speisen vor, verwöhnte sie mit Coca – Cola – doch dieses schmeckt doch wie Mottenpulver meinte Evelyn.
Mit den Amis kam auch Strom und Gas wieder – jedoch stand jedem Kopf nur eine gewisse Kilowatt Anzahl zu, die peinlichst genau notiert wurde. Oder war der Strom für die Bezirke unterteilt, bei Evelyn gab es dann z.B von 10-13 Uhr Strom und von 20 – 22 Uhr – aber auch hier nur eine gewisse Kilowatt Anzahl. So machten es sich die Bewohner zur Tagesordnung über das Essen zu diskutieren. Was braucht wielange und wie viel Strom wird dabei verbraucht!?
Der Krieg war schon vorbei und nun begann langsam der Aufbau….Evelyn hatte Glück in den Kriegsjahren immer gut untergekommen zu sein und ihre ,,Siedlung“ wo sie daheim war, wurde von den Bomben nicht einmal getroffen.
Nur wie Evelyn das Buch beendet, ob ihr Papa nach Kriegsende nach Hause kam, wie es mit ihrer Oma, Mama und den Freunden weiterging….selbst nachlesen!
Leseprobe von Seite 91:
Zur Heuernte gab es immer ein paar Schulfreie Tage, und obwohl uns Berlinern der Ernteeinsatz freigestellt wurde, erklärten wir uns natürlich alle zur Mithilfe bereit! So´n bisschen Geharke würden wir ja wohl noch schaffen.
….Onkel Willhelms große Wiesen lagen ziemlich weit draußen, und wenn wir nicht einen sechstündigen Fußmarsch in Kauf nehmen wollten, mussten wir schon um sechs Uhr früh auf dem Hof sein, damit wir auf dem Leiterwagen mitfahren konnten. ,,Schöne Ferien“ , maulte Christa, als wir noch reichlich verschlafen durch das Dorf trotteten. Bei Onkel Willhelm herrschte reges Treiben. Da liefen sogar ein paar Hitlerjungen herum, die wir gar nicht kannten. ,,Die sind zum Ernteeinsatz abkommandiert“, erklärte Tante Mathilde, ,,das sind genau solche Stadtfratzen wie ihr. Können eine Kuh nicht von einem Pferd unterscheiden.“
Das grenzte nun aber fast an eine Beleidigung! Dabei wusste ich sogar schon, wie ein Stier aussieht! Allerdings erst, seitdem ich auf so ein Vieh gedeutet und Onkel Willhelm gefragt hatte, wie viel Milch denn dieses Tier tatsächlich gäbe.
Meinung:
Ich lese zwar nie Bücher über den Krieg, weil sie einen traurig stimmen, doch dieses Buch, wo Sanders mit Kindesworten erzählt, ist teilweise auch zum Lächeln, denn auch als Kind hat sie schon einen eigenen Humor und dieser kommt in diesem Buch auch wirklich gut rüber. Viele Geschehnisse brachten mich dazu den Kopf zu schütteln und schon auf der nächsten Seite musste ich mich über die Oma ärgern oder ich lächelte wieder über lustige Zitate, denn der Berliner Dialekt darf auch in diesem Buch nicht fehlen.
Wenn man Sanders Bücher kennt in denen sie über ihre Familie, die eigenen Kinder schreibt wird anfangs vielleicht etwas enttäuscht sein wenn man nicht wieder über ihr witziges und oft turbolentes Familienleben lesen kann/darf, aber nach einigen Seiten hatte ich mich bei diesem Buch schon eingelesen und es dauerte nur 4,5 Abende und ich hatte es durch.
Ein wirkliches Lesevergnügen das diesmal auch etwas zum Nachdenken anregt.
Von mir gibt es dafür eine Kaufempfehlung!!
Daten zum Buch:
Heyne Verlag
ISBN:3-453-03319-1
Seitenanzahl 350
Preis steht am Taschenbuchcover DM 12,90/ÖS 95 – da ich keinen Währungsumrechner zur Hand habe, kann ich jetzt auch nicht genau sagen was es in Euro ausmacht, habe aber bei AuM Versand nachgeschaut und die Sanders Bücher alle im Schnitt um die 9 Euro gefunden.
Oder man stöbert wie ich bei ebay und hat auch noch Glück.
Vielen Dank fürs lesen
Patsam für ciao und yopi
88 Bewertungen, 22 Kommentare
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27.03.2007, 20:38 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh :o)
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23.02.2007, 19:48 Uhr von hjid55
Bewertung: sehr hilfreichsh & lg Sarah
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07.07.2006, 22:09 Uhr von blackangel63
Bewertung: sehr hilfreich◄ SH ◄► LG ◄► ANJA ►
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05.06.2006, 22:13 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh! ..... LG, Marianne .... :-)
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28.05.2006, 19:34 Uhr von Estha
Bewertung: sehr hilfreich.•:*¨¨*:•. ... sh ... .•:*¨¨*:•.
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15.05.2006, 01:44 Uhr von Zuckermaus29
Bewertung: sehr hilfreich"sh" von mir für Dich :o) <br/>Viele Grüße <br/>Jeanny
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30.04.2006, 00:29 Uhr von schnekuesschen
Bewertung: sehr hilfreichKlasse Bericht...LG Sandy
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27.04.2006, 15:56 Uhr von Venezianerin_2005
Bewertung: sehr hilfreichSH + LG <br/>Ina
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15.03.2006, 03:01 Uhr von sung1rl
Bewertung: sehr hilfreichsh, lg - sunny
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02.03.2006, 17:08 Uhr von Hoffi
Bewertung: sehr hilfreichsh :-) gruß Dominik
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01.03.2006, 18:22 Uhr von Alphanova1
Bewertung: sehr hilfreichLG!!!! Lukas PS: Alle freuen sich über Gegenlesungen
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21.02.2006, 10:38 Uhr von Ibizagirl1977
Bewertung: sehr hilfreichklasee bericht, das ist so ziemlich das einzige buch von E.Sanders das noch nicht in meinem Besitz ist <br/>liebe grüße sonja
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19.02.2006, 20:48 Uhr von Cicila
Bewertung: sehr hilfreichHört sich toll an. <br/>LG Cicila
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18.02.2006, 15:28 Uhr von 78sunny
Bewertung: sehr hilfreichHört sich interessant an! LG Sunny
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17.02.2006, 11:08 Uhr von AngelikaBS
Bewertung: sehr hilfreichGrüße! Angelika
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16.02.2006, 19:34 Uhr von Fluetie
Bewertung: sehr hilfreichLG Dirk
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15.02.2006, 09:29 Uhr von robreg
Bewertung: sehr hilfreichdie find ich auch toll
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15.02.2006, 08:46 Uhr von tiffel22
Bewertung: sehr hilfreichsehr schöner Bericht
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15.02.2006, 00:16 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh, LG Birgit :-)
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15.02.2006, 00:08 Uhr von WreckRin
Bewertung: sehr hilfreichguter Bericht, würde mich auch über Gegenlesungen freuen
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14.02.2006, 21:29 Uhr von Woelfchen4
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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14.02.2006, 20:32 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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