Science Fiction / Phantastische Literatur Testbericht

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Erfahrungsbericht von mima007

John Clute: *Science Fiction - Die illustrierte Enzyklopädie*: Unentbehrlich!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Wie bereitet man eigentlich 180 Jahre Literatur- und Kulturgeschichte auf, ohne den Leser - und Betrachter - mit beliebigen Informationen und Bildern zuzumüllen? Im Falle seiner Science Fiction-Enzyklopädie ist es John Clute gelungen, sowohl für eine klare Strukturierung zu sorgen als auch für eine stringente Verknüpfung der Sektionen mit der jeweiligen historischen Epoche. In der Schilderung des historischen Verlaufs der Genreentwicklung tauchen daher wichtige Stationen der Geschichte wie die erste Nuklearexplosion, die digitale Revolution usw. in klarer Zusammenschau mit bedeutenden Ereignissen des Genres SF auf, sozusagen als mehrdimensionales Band.

LITERATUR

Natürlich beschäftigt sich Clute hauptsächlich mit der Literatur - als dem ersten Medium - aber auch ausführlich mit allen anderen Medien: Magazine, Taschenbücher, Comics, Kinofilme, Fernsehserien, allerdings nicht mit dem - sicherlich ebenso erfolgreichen - Radiospiel. Beginnend mit dem 19.Jahrhundert und Mary Shelley, stellt Clute die wichtigsten SF-Schaffenden, insbesondere die AutorInnen vor. Nicht sonderlich überraschend ist dabei ein zunehmend stärkeres Auftreten von guten britischen Autoren in den letzten Jahren, beschäftigt sich Clute hauptberuflich als Herausgeber von \"Interzone\" vor allem mit ihnen: Stephen Baxter, Ian McDonald, Paul McAuley, Iain Banks. Französische und deutsche Autoren und Herausgeber (Jeschke) tauchen hingegen kaum auf. So entsteht der Eindruck, daß die SF in erster Linie ein angelsächsisches Phänomen sei, was nicht in jedem Fall stimmt. Das Internet wird überhaupt nicht berücksichtigt.

FILM etc.

In der Kinosektion stellt Clute die wichtigsten Produktionen vor, aber in sehr unterschiedlichem Umfang. Während den Vierzigern nur wenig Platz eingeräumt wird, bordet der Achtziger-Jahre-Text geradezu vor Informationen und kritischen Wertungen über. Sicherlich liegt das auch an der Fülle eines relativ aktuellen Zeitraums und dessen Abgeschlossenheit, wohingegen die Neunziger zwar schon auftauchen, aber noch wenig mit abschließenden Wertungen versehen werden.

Fazit

Die Reproduktion der Illustrationen in der deutschen Ausgabe ist erstklassig, die Übersetzung ist es jedoch nicht. Da werden z.B. aus \"The Quick and the Dead\" die \"Schnellen (statt der Lebendigen) und die Toten\". Diverse weitere Schnitzer hat der Herausgeber ebenfalls übersehen.

Dankbar ist der deutsche Leser für die deutschen Verleihtitel von Kino-und TV-Filmen sowie für die deutsche Bibliografie. Ansonsten jedoch ist dieses Buch geradezu unentbehrlich.

Michael Matzer (c)2000/2003ff

Info: 1995, 312 Seiten, Heyne Verlag, München, 1996, Nr. 40/331; 328 Seiten, mit rund 1400 Farb- und Schwarzweißillustrationen, DM 78,-; aus dem Englischen von Ronald M. Hahn.

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