Seat Toledo Testbericht

Seat-toledo
Abbildung beispielhaft
ab 36,66
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Summe aller Bewertungen
  • Fahreigenschaften:  gut
  • Fahrkomfort:  gut
  • Platzangebot:  großzügig
  • Zuverlässigkeit:  gut

Erfahrungsbericht von JarodX

Toledo - der bessere Golf

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Hallo liebe Leser,

freut Ihr Euch beim tanken mittlerweile auch jedes Mal so sehr wie ich?
Nein, nein – der alte Jarod ist nun nicht ganz übergeschnappt oder kann Zahlen nicht richtig lesen wenn er die Preise an den Tankstellen sieht.
Ich habe schon mitbekommen, dass für einen Liter Benzin schnell EUR 0,96 und für Diesel EUR 0,79 den Besitzer wechseln.

Wie einige von Euch wissen, habe ich mir Ende 2000 ein neueres Auto zulegen müssen, da der gute alte Polo seinen Dienst quittiert hat.
Und seitdem macht mir tanken wieder fast Spaß!
Aber dazu werdet ihr später noch etwas mehr lesen.

Nun mal langsam zum Grund meines Jubels. Es ist ein braunmettalic-farbener Seat Toledo Magnus 1,9 TDI mit 90 PS aus dem Baujahr 1998 auf den ich heute, wie vor einiger Zeit versprochen, genauer eingehen möchte. Da ich immer einen guten Erfahrungsbericht abgeben möchte, habe ich den Seat erstmal in allen Lebenslagen ausgiebig getestet um nun meine Meinung zu präsentieren.



Der Motor:

Das Triebwerk des Spaniers ist das Selbe, wie in jedem anderen VW, Audi oder Skoda auch. Mit 1,9 Liter Hubraum und 90 PS ist er der „schwächste“ im Kreis der TDI´s, aber das ist schon eine ausreichende Befeuerung für ein Fahrzeug dieser Klasse.

Laut Fahrzeugpapieren schafft es der Motor den Wagen bis zu 184 KM/H schnell fortzubewegen. Laut Tacho sind 190 KM/H und etwas mehr aber immer drin und auch recht flott erreicht.
Wer allerdings dauernd in diese Geschwindigkeiten vordringt läuft Gefahr, den Spaß beim tanken etwas zu dämpfen. Wer die volle Leistung will, zahlt dafür natürlich mit einem erhöhten Dieselkonsum.

Eine schöne Reisegeschwindigkeit ist 170 KM/H. Auch die Geräuschkulisse des Motors hält sich bei den Geschwindigkeiten noch in Grenzen. Klar das ein Diesel etwas lauter ist als ein Benziner, aber der Unterschied ist bei den heutigen Dieselmotoren sehr gering. Lauter sind dabei eher schon die Windgeräusche.
Man kommt zügig voran und der Verbrauch ist auch im genügsamen Rahmen.

Genau, der Verbrauch ist der Grund wieso mir das tanken nicht mehr sooo weh tut.
Wer viel auf der Autobahn unterwegs ist, wird mit einem Verbrauch von unter 6 Litern locker auskommen. Teilweise sind Werte um die 5 Liter keine Seltenheit.

Ich fahre meist Stadt und etwas Autobahn, wo der Verbrauch dann bei etwa 5,9 und 6,4 Litern liegt. Das ist nicht viel wenn man überlegt, dass der Wagen fast 1100 Kilo wiegt!

Nun kann man ja mal kurz rechnen... ein Benziner der auf 100 Kilometern etwa 8 Liter Normalbenzin verbraucht, kostet für diese Strecke an Sprit etwa EUR 6,88 und mein Diesel schluckt für etwa EUR 4,86 Diesel.
Schnell sieht man, wieso Dieselfahrer in der letzten Zeit mehr Spaß am Autofahren haben. Fast alle 100 Kilometer hat man sich eine Pizza für den Abend erspart.
Der Tank fasst etwas mehr als 50 Liter, was für gut 800 Kilometer reicht.

Der Seat Toledo hat noch einen weiteren Vorteil. Wer das Glück hat und eine Tankstelle mit Bio-Diesel in der Nähe hat, kann dieses laut Seat ohne Bedenken einfüllen und so noch einmal bei jedem Liter mindestens 10 Pfennig und mehr sparen! Allerdings wird die Leistung dann auch etwas geringer.
Trotzdem sicherheitshalber vor dem ersten Bio-Diesel-tanken einmal bei einem Seat-Händler nachfragen, ob das eigene Modell den Kraftstoff verträgt! Wenn nicht können die Dieselleitungen und Motordichtungen Schaden nehmen und im Extremfall den Motor zerstören. Das muss ja nun auch nicht sein.
Wer den günstigen Treibstoff tanken kann, sollte dennoch jede dritte oder vierte Betankung mit normalem Diesel machen um den Motor zu säubern. Auch ist der Kraftstoffilter durch den Bio-Diesel häufiger zu wechseln.

Wer allerdings mit den 90 PS nicht zufrieden ist kann ab etwa EUR 620,- seinen Motor beim Chiptuner munter machen.
Aber bitte nur bei seriösen Tunern! Den sonst habt ihr schnell mal Spaß am TDI gehabt und das wäre ein teurer Spaß. Lieber einmalig ein paar Euro mehr gezahlt, als später einen kaputten Motor zu haben.
Im Ruhrgebiet kann ich als seriöse Tuner zum Beispiel Digi-Tec in Datteln oder Nothelle in Mülheim nennen. Natürlich gibt es noch einige gute Tuner mehr, aber ich kann ja auch nicht alle kennen. Allerdings findet man im Internet genug Infos zu dem Thema. Allerdings ist nicht alles Gold was dort so glänzt!

Wer das macht sollte sich aber auch im klaren sein, dass die Leistungssteigerung auf etwa 120 PS nicht nur Vorteile hat! Wer seinen Motor auf Dauer die volle Leistung abringt, muss beim tanken den Expresszuschlag zahlen und auch die Verschleißteile werden stärker beansprucht.

Auch wenn allgemein gesagt wird, dass durch das Tuning der Verbrauch sogar gesenkt wird, ist man nicht unbedingt richtig beraten worden. Wer sein Fahrzeug normal fortbewegt und die Mehrpower nicht so oft fordert kann tatsächlich ein wenig den Kraftstoffverbrauch senken.
Aber wer die Kraft hat, will sie auch nutzen. Also lasst Euch nichts vormachen und vor allem, macht Euch selbst nichts vor.



Die Karosserie:

Wer den alten Toledo kennt weiß seine Vorteile schnell zu nennen. Er hat einen riesigen Kofferraum und ist wegen der komplett zu öffnenden Heckklappe sehr gut zugänglich. Sechs Getränkekisten passen schon mal ganz normal rein ohne zu stapeln, zu quetschen oder gar die Rückbank umlegen zu müssen.

Von der Verarbeitung her kann man nur des Lobes sein. Alle Fugen sind einheitlich breit und die gesamte Karosserie ist sehr steif. Kein Wunder eigentlich, den würde man das Blech abnehmen käme nichts anderes zum Vorschein als ein VW Golf 3. Nur das der Bruder aus dem Hause VW deutlich teurer und kleiner ist als der Seat.
Das war auch ein Grund für mich den Wagen zu kaufen. Golf fahren, Platz haben wie im Passat und nur einen Seat zu zahlen. Wenn Prestige nicht alles ist...

Durch den Heckspoiler auf der Kofferraumklappe ist das parken auch deutlich einfacher. Ohne die kleine Lippe würde man beim parken nur erraten können wo das Ende des Toledo ist. Sonst ist der Toledo für seine Größe eigentlich recht übersichtlich.
In Zahlen ist er 4,32 m lang, 1,66 m breit und 1,59m hoch.
Einziger Minuspunkt an der Karosserie sind meiner Meinung nach die recht lauten Fahrtwindgeräusche bei hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn.



Die Ausstattung:

Jaaa, jetzt fängt der Jarod an zu grinsen. Da hat er nämlich ein ganz seltenes Schnäppchen an Land gezogen.
Da mein Seat ein belgischer Reimport ist, hat er zu der manuellen Klimaanlage auch noch das elektrische Glas-Schiebedach spendiert bekommen.
Als weitere feine Helferchen sind noch elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Nebellampen, Rundumspoiler, Veloursausstattung und natürlich zwei Airbags und die dritte Bremsleuchte mit an Bord.
Nur auf ABS musste der Belgier verzichten – das allerdings im deutschen Modell in Serie dabei ist.

Die geteilt umklappbare Rückbank ist bei sperrigen Gegenständen eine willkommene Hilfe. Auch die Sitze lassen sich in der Höhe verstellen und sind auch auf langen Strecken bequem.
Was die Musik im Toledo angeht ist werkseitig Platz für sechs Boxen. Ich darf diese leider noch nachrüsten.

Als weitere Annehmlichkeiten habe ich noch zu den Winterrädern Alufelgen, Anhängerkupplung und einen Dachgepäckträger mitbekommen. Falls mal nicht alles in den Kofferraum passen sollte ist also alles vorbereitet.



Die Bedienung:

„Bedienung?“ werden sich nun einige fragen... ja, da möchte ich noch ein extra Wörtchen drüber verlieren.
Da ich etwas länger geraten bin, als viele andere muss ich auch etwas weiter hinten sitzen und da fängt das Problem an. Nach hinten rutschen kann ich mit dem Sitz weit genug, dass ist kein Problem. Selbst hinter mir ist dann noch genug Platz.

Nur der Lichtschalter ist dann in unerreichbarer Entfernung, da er unten links auf der Fahrerseite angebracht ist. Da muss man sich etwas nach vorne beugen um dran zu kommen. Keine tolle Lösung.
Auch die Schalter für die Nebellampen und die Heckscheibenheizung sind links und rechts hinter dem Lenkrad am Tacho echt schlecht angebracht. Man muss immer ums Lenkrad herumfassen um an einen der Schalter zu kommen. Wer die Warnblinkanlage bedienen will, muss auch wieder durchs Lenkrad greifen, da dieser Knopf auf der Lenksäule zu finden ist – eine echte VW-Unsitte.

Die Schalter und der gesamte Tacho selbst erinnern wie durch Zufall an VW...

Sonst sind die Bedienungselemente alle gut zugänglich. Etwas gewöhnungsbedürftig sind nur die Schalter für die Fensterheber. Die sind nämlich in der Mittelkonsole unter den Lüftungsreglern angebracht und nicht wie bei den meisten Fahrzeugen an den jeweiligen Türen.



Das Fahren:

Nun mal zum emotionalem Teil. Man kann zwar sagen – „mein Auto fährt 190“, aber was sagt das bitte über das Fahrgefühl aus?
Eben - sehr wenig.

Der Toledo kommt in Serie mit Reifen der Größe 185/60 R14 daher. Meiner Meinung nach hätte man da ruhig eine Dimension größer springen lassen können. Dennoch ist die Größe ausreichend.

Auf gerader Strecke liegt der Toledo auch bei höheren Geschwindigkeiten sicher und satt auf der Strasse. Ein Kurvenräuber ist er aber nicht. Man kann mit ihm nur bedingt sportlich in die Kurven gehen.
Er ist halt doch mehr ein Familienwagen. Aber für seine Masse ist der Fahrspaß noch akzeptabel. Wer mehr Spaß möchte, sollte ihm schon einen breiteren Reifen und vielleicht eine Tieferlegung spendieren. Aber wirklich brauchen tut man es nicht.
Schließlich ist auch ein Serien-Golf kein wahrer Sportler.

Auch wenn sein Fahrwerk nicht als sportlich zu bezeichnen ist, ist es doch sehr gutmütig und steckt einiges an Fahrbahnunebenheiten weg. Der Seat ist eben doch eher ein Reisefahrzeug.

Was allerdings einen Riesenspaß macht ist die Beschleunigung! Der kräftige TDI-Motor bringt den Toledo schnell und kraftvoll nach vorne. Da macht es richtig Spaß auf der Autobahn mal schnell von Tempo 100 aus der Reihe zu tanzen und zu überholen. Auch in der Stadt (bei den unendlich vielen Ampeln) macht es Spaß wieder auf Touren zu kommen. Hier kann man gemütlich mit 1500 Umdrehungen durch die Stadt fahren und sparen oder bei Lust und Laune runterschalten und die volle Power genießen.



Die Kosten:

Ja, jetzt wird es für alle die interessant, die auch mal auf die Kosten ihres Autos schauen.
Die Steuern für den Diesel sind natürlich nicht gerade erfreulich.
Pro Jahr darf man dem Staat für die 1,9 Liter Hubraum EUR 281,72 ins Steuersäckchen werfen.
Die Versicherer nehmen sich auch noch mal einen erhöhten Anteil, weil Diesel ja mehr fahren und deshalb auch mehr Unfälle verursachen. Wie nennt man das noch gleich? Milchmädchenrechnung?
Naja, darüber kann man sich ja bekanntlich streiten. Ich bin der Meinung, dass diejenigen die kaum fahren mehr Unfälle verursachen, als die Leute die täglich viel unterwegs sind. Egal, gehört nicht zum Thema! Ihr könnt ja dazu mal einen Kommentar hinterlassen...
Nunja, wer mit 75% Schadenfreiheitsrabatt fährt, kann mit ungefähr DM 1300,- / EUR 664,68 inklusive Teilkasko rechnen.

Übers Tanken habe ich mich ja schon geäußert – bei jedem Liter spart man im Moment schnell 17 Cent gegenüber dem Benzin!
Wie schon angesprochen ist es mit Bio-Diesel noch einmal möglich zu sparen.

Die meistverbreitete Meinung, dass man mindestens 30.000 Kilometer im Jahr fahren muss um mit einem Diesel sparen zu können ist längst überholt. In einigen Fällen lohnt es sich bereits ab einer Fahrleistung von mehr als 13.000 Kilometern im Jahr. Aber das muss man sich selbst von Modell zu Modell ausrechnen. Auf jeden Fall wird sich das rechnen in der nächsten Zeit noch mehr bezahlt machen.

Die Anschaffungskosten waren für meinen TDI noch recht gering. Für den 98er Seat mit nur 69.000 Kilometern auf der Uhr habe ich DM 15.750,- / EUR 8052,85 gezahlt.
Nun hat er schon über 90.000 Kilometer auf dem Tacho und die erste TÜV-Prüfung ohne Mängel hinter sich.
Wenn man sich überlegt, dass die TDI´s mittlerweile entweder gar nicht gebraucht zu bekommen sind oder schon deutlich über 100.000 Kilometer hinter sich haben, war das ein Schnäppchen.



Fazit:

Der Seat Toledo ist ein Reisewagen für die ganze Familie der im Preis und auch in der Qualität überzeugen kann. Die solide VW-Technik ist sehr unanfällig und auch die Ausstattung weiß zu gefallen.
Platz ist auf jeden Fall mehr als genug vorhanden.

Einzig die teilweise unpraktische Anordnung der Bedienelemente fällt unangenehm ins Auge.
Sonst ist der Toledo einfach der bessere Golf. (Nun, bin ich schon auf Eure wütenden Kommentare gespannt – bin selbst ein ehemaliger Golf-Fahrer)

Wer mehr Infos über Seat selbst möchte, kann im Internet unter www.seat.de stöbern. Hier hat man auch die Möglichkeit sich direkt mit Seat-Deutschland per Mail in Verbindung zu setzen und Fragen loszuwerden.

Meine einfache Frage welche Lautsprechergrößen ich einbauen kann wurde zwar sehr schnell, aber nicht ausreichend beantwortet.
Die Antwort war, dass ich zu einem Seat-Händler fahren solle – dieser hätte die passenden Boxen vorliegen. Als ob jeder Werksboxen haben möchte...
Sonst finde ich diesen Service allerdings sehr gut.

Ich hoffe ich konnte Euch eine Weile gut unterhalten und vor allem gut informieren über ein Auto, dass man zu unrecht ziemlich selten auf deutschen Strassen sieht.

In diesem Sinne allzeit gute Fahrt und danke fürs lesen...
Euer JarodX

15 Bewertungen, 4 Kommentare

  • YorulmazMehmet

    15.09.2005, 20:58 Uhr von YorulmazMehmet
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich fahre auch ein Toledo 1.9 TDI Magnus mit 110 PS :> Es ist einfach nur Spitze.

  • NorthPole76

    07.06.2002, 20:12 Uhr von NorthPole76
    Bewertung: sehr hilfreich

    tja, wenn du schon so über den "alten" Toledo schwärmst, dann würde ich dich gerne hören, nachdem du den neuen gefahren bist. Ich hatte anfangs auch den alten, fuhr dann 80.000km (in 16 monaten) den neuen Toledo und habe jetzt

  • Maeuschen21

    14.02.2002, 19:52 Uhr von Maeuschen21
    Bewertung: sehr hilfreich

    auf die antwort von Yopiund Ciao bin ich auch mal gespannt, da sie auch bei Ciao ist und nun weiß ich aber nicht ob die Berichte dort echt sind! Mal abwarten! Danke für deinen lieben Kommentar!! ;o)

  • Zarah24

    13.02.2002, 14:23 Uhr von Zarah24
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wie gut daß ich kein Auto habe