Sollten Kinder Kinder kriegen? Testbericht

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Erfahrungsbericht von wuestenrose

8 bis 12Uhr Schülerin - 12 bis 8 Uhr Mutter

Pro:

Leben schützen

Kontra:

- Kindheit der Mütter geht verloren - wirkt sich oft auch auf deren Kinder aus

Empfehlung:

Nein

Hallo,
ich habe jetzt schon so viele Meinungen zu diesem Thema gelesen, dass ich auch mal meinen Senf dazugeben möchte :-).
Dies soll weniger ein Aufzählen der Vor- und Nachteile einer jungen Schwangerschaft werden, als eher ein Erfahrungsbericht, was ich bis jetzt mit jungen Müttern und deren Kindern erlebt habe, werden. Also wer harte Fakten hören will, wird hier eher weniger finden :-)

MEINE MEINUNG:
Ich bin nicht dafür so früh Kinder zu bekommen. Ein paar der Gründe werde ich im Folgenden anführen.
Trotzdem sollte sich jeder einmal Gedanken darüber machen, was es wirklich bedeutet, wenn ein Kind selbst Kinder bekommt.

BEGRÜNDUNG:
Vielleicht wissen einige von Euch ja, dass ich neben meinem Studium 2 Mal die Woche in einem Jugendhaus arbeite und Kinder betreue. Oben sind wir, mit den \"Kleinen\" (1.-7. Klasse) und unten ist der Jugendtreff, in dem dann die Älteren Schüler sich aufhalten, Musik hören, Billard spielen, etc. Vielleicht sollte ich noch dazu sagen, dass das Jugendhaus in einem sozialen Brennpunkt liegt und hauptsächlich dazu eröffnet wurde um die Schüler(90% Ausländer einer Hauptschule) der nebenan liegenden Schule am Nachmittag \"von der Straße\" zu holen und ihnen sinnvollere Beschäftigungen zu geben, als zu Klauen oder sonstigen Unfug anzustellen.
Lange Rede, kurzer Sinn: hier komme ich sowohl mit jungen Mütter in Kontakt (wir haben 2 Mädels, die eine hat vor 6 Wochen entbunden und ist gerade mal 14 und bei der anderen sieht es ähnlich aus), als auch mit Kindern, deren Mütter ebenfalls so jung waren, als sie geboren wurden.
Und was ich einfach sehe ist, dass die jungen Mütter einfach überfordert sind und die Kinder dadurch auch psychische \"Schäden\" davontragen können. Ich möchte hier nicht pauschal urteilen, auch wenn es so klingen mag. Sicher gibt es Frauen, die damit zurechtkommen und glücklich sind. Aber ich möchte hier natürlich den - für mich - wahrscheinlicheren Fall anführen - also bitte niemand angegriffen fühlen!
Die Kinder:
Ich möchte euch jetzt den Fall eines Schülers schildern, der mich besonders beschäftigt. Der Schüler, nennen wir ihn Kurt geht in die 1. Klasse. Seine Schwester Anja in die 4. Klasse. Beide haben noch ein jüngeres Geschwisterchen, das ist jetzt 3 Jahre alt. Die Mutter - 25.
Anja musste sich mit 3 Jahren schon um Kurt kümmern und jetzt darf sie nicht einmal mehr in die Hausaufgabenbetreuung, weil sie sich um ihr neues Geschwisterchen kümmern muss. Sie besucht uns aber - zusammen mit ihm, noch oft. Dabei konnte ich bemerken, dass der Kleine SIE mit Mama anspricht und Anja überhaupt für ihre 10 Jahgre schon sehr sehr vernüftig handelt. Sie erscheint wie ein Erwachsener in einem Kinderkörper. Ich habe mich über die Familienverhältnisse erkundigt. Die Mutter fühlt(e) sich absolut überfordert und hat sobald es ging Kurt seiner Schwester in obhut gegeben . da war sie gerade erst 5 jahre alt. mit 5 Jahren wickeln, füttern, baden - hört sich unmöglich an, ist es aber. Anja wurde durch Fehler ihrer Mutter die Kindheit gestohlen und nicht nur ihr, auch den beiden anderen kindern werden viele Steine in den Weg gelegt, da sie sehr weit zurück sind, weil sie keine Förderung von daheim bekommen haben.
Das ist jetzt der schlimmste Fall bei uns aber wir haben noch 3 weiter Kinder, deren Eltern so jung sind und ähnliche Folgen kann man auch bei ihnen erkennen.
Und irgendwo kann man den Müttern dabei ja auch keinen Vorwurf machen, meistens auf sich allein gestellt, ohne Job und Abschluss...ich glaube nicht, dass ich mich in so einer Situation besonders viel besser verhalten würde. Muss ich wirklich zugeben.
Doch nun noch kurz etwas zu den Müttern:
Was ich nicht vertrete ist die hier oft gelesene Meinung, sie seine dumm, triebhaft oder ähnliches. Ich weiß, wie schnell man sich zu etwas \"überreden\" lässt, was man später sehr bereut. der Mensch ist nunmal schwach, aknn oft nicht neine sagen.
Und ich denke sehr wohl, dass diese Kinder wissen, dass man eine kondom benutzen sollte, die Pille nehmen usw. aber als Außenstehender ist man doch immer etwas schlauer - nicht?

\"LÖSUNG\":

Es wäre wichtig in den Schulen noch mehr Aufklärungsarbeit zu leisten, junge Mütter einzuladen, damit die Schüler von einer betroffenen, nicht viel älteren Person erfahren könnten, was es wirklich heißt als Kind selbst noch ein Kind zu bekommen.
Außerdem müsste ein besseres Auffangsystem für solche Menschen geschaffen werden. Spezielle Angebote, dass sie ihren Abschluss nachholen könnten, Gruppen in denen Probleme besprochen werden usw. In großen Städten gibt es das auch meistens, aber das Problem liegt ja allein schon in der Beschaffung der Adressen.

FAZIT:

Für mich ist klar, dass ich erst ein Kind bekommen will, wenn ich ihm die entsprechenden Dinge, wie ein sicheres Einkommen, eine sichere Partnerschaft, etc. so weit man es voraussagen kann, bieten kann.
Wenn es aber einem Kind passiert, sollte man schauen, wie man ihm helfen kann und nicht verächtlich die Nase rümpfen oder zur Abtreibung raten. Denn wegschauen und sich über die Situation anderer den Mund zu zerreißen ist immer der leichte Weg.

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