Sophie Scholl - Die letzten Tage (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von atrachte

Sich für das Gute einsetzen

Pro:

fabelhafte Schauspieler, sehr Authentisch,

Kontra:

nichts,

Empfehlung:

Ja

Auf Grund des Kriegsendes von vor 60 Jahren, war ich letzte Woche mit meiner Schulklasse im Film „Sophie Scholl – Die letzten Tage“. Genau über diesen Film möchte ich euch nun berichten. Beim lesen des Berichtes wünsche ich euch viel Spaß auch wenn es um ein ernsteres Thema geht.

Story:
18. Februar 1943. In einen kleinen Atelier in München drucken jugendliche Studenten, welche Mitglieder in der Wiederstandsbewegung „Die weiße Rose“ sind, Flugblätter in denen sie die Verbrechen der Nazis anprangern und zu Wiederstand gegen Hitler und dessen Kriegsführung aufrufen. Unter diesen Wiederstandskämpfern sind auch die Geschwister Scholl. Hans Scholl plant am nächsten Tag, Flugblätter in der Münchener Universität, während der Vorlesungen, zu verteilen. Dies ist nicht nur sehr riskant sondern auch Lebensgefährlich für alle Beteiligten. Denn das Nazi Regime duldet keinen Wiederstand und wenn es diesen gibt heißt die Antwort meistens Konzentrationslager oder sofortige Hinrichtung. Trotzdem will Hans Scholl die Flugblätter verteilen. Seine Schwester, Sophie, will ihren Bruder dabei unterstützen.

Am nächsten Tag verteilen die Scholl Geschwister mehrere hundert Flugblätter in der Universität. Langsam geraten sie aber in Panik sodass Sophie kurzerhand entscheidet einen Stapel Flugblätter vom obersten Stockwerk in die Eingangshalle der Universität zu werfen. Schnell hauen Sophie und Hans Scholl ab während die Studenten und Professoren sich die Flugblätter anschauen. Allerdings wurden die Scholl Geschwister bei ihrer Aktion von dem Hausmeister der Universität beobachtet welcher beide gleich zu dem Direktor bringt. Dieser informiert umgehend die Gestapo...

Meine Meinung zum Film:
Eigentlich kam es mir sehr gelegen das wir uns mit der Schule den Film angeguckt haben da mich die Zeit des Nationalsozailismuses sehr interessiert. Etwas überrascht hat mich das der Film schon an dem Tag beginnt, bevor die Geschwister Scholl festgenommen wurden. So ist es für einige Menschen, die sich mit dem Schicksal um Sophie Scholl nicht so gut auskennen, sicherlich nicht sehr einfach sich sofort in den Film reinzufinden. Nach wenigen Minuten weiß man aber spätestens worum es geht. Denn schon einige Minuten, nachdem der Film angefangen hat, sieht man wie die Scholl Geschwister verhört werden. Auf diesen Teil wurde besonders viel Wert gelegt da es, auch meiner Meinung nach, die Handlungsweise aller Charaktere erläutert. Dabei kommt es immer wieder zur Auseinandersetzung zwischen Sophie Scholl und Robert Mohr welcher das Verhör leitet. Denn beide vertreten immer wieder ihre Meinung auch wenn Sophie Scholl am Anfang natürlich versucht sich und ihren Bruder zu retten und alle anderen Mitglieder der „Weißen Rose“ raus zu halten. Leider gelingt dies bekanntermaßen nicht. Allerdings kann man ganz deutlich erkennen das Robert Mohr im Laufe des Filmes seine Meinung was das Regime und deren Methoden anbetrifft, grundlegend ändert. Besonders beindruckend fand ich da eine Szene im Gefängnis als Sophie Scholl, ihr Bruder und ein weiterer Wiederstandskämpfer bereits zum Tode verurteilt sind und Mohr Sophie Scholl nur anguckt als wolle er sagen: „Es tut mir leid“. Schon vor dieser Szene versucht Mohr offensichtlich Sophie Scholl zu helfen und versucht sie zu überreden das sie sich öffentlich entschuldigt damit sie nur eine Haftstrafe bekommt. Allerdings ist sich Sophie Scholl ihrem Schicksal längst bewusst und vertritt ihre Meinung bis zur letzten Minute weiter. Der Film hat mich wirklich von Anfang beeindruckt denn die Schauspieler spielen ihre Rollen unglaublich authentisch.

Dabei sticht vor allem Julia Jentsch hervor da sie die Hauptrolle spielt. Als Sophie Scholl gibt sie das überzeugte Mädchen das mit allen Mitteln versuchen will das die Menschen endlich zur Einsicht kommen und sich gegen das System stellen. Julia Jentsch spielt die Rolle so überzeugend das man bis zum Ende mit ihr bangt und hofft das sich noch alles zum guten wendet. Hans Scholl wird von Fabian Hinrichs gespielt und macht dies fast so gut wie Julia Jentsch. Allerdings wurde der Fokus eindeutig auf Sophie gelegt sodass man Hans Scholl nicht allzu oft zu Gesicht bekommt. Die zweit wichtigste Rolle im Film ist für mich die von Robert Mohr gespielt von Alexander Held, den einzigen Schauspieler den ich auch aus anderen Filmen kannte. Bei ihm merkt man ganz deutlich das er eigentlich kein Monster ist das jeden Juden oder Regime „Feind“ tot sehen will. Eher wirkt er wie ferngesteuert und stellt nicht die Fragen die man sich hätte stellen sollen als Deutscher in der damaligen Zeit wie „Warum müssen unsere Lieben (Soldaten an der Front) für diesen größenwahnsinnigen aus Österreich sterben?“. Im Laufe macht Mohr, wie bereits erwähnt, aber eine Wandlung durch und scheint zu verstehen das all die Dinge die, die Deutschen anrichten nicht richtig sind. Und so versucht er unterschwellig Sophie Scholl dazu zu bewegen das sie durch eine Entschuldigung oder die Nennung von weiteren Wiederstandskämpfern einer Todesstrafe umgeht. Den einzigen fanatischen Nazi den man im Film sieht ist der Richter Roland Freisler gespielt von Andre Hennicke. Dieser Richter ist voll und ganz vom System der Nazis überzeugt und macht die Angeklagten total zur Schnecke was selbst an den anwesenden Generälen, welche den Prozess beobachten, nicht spurlos vorbeigeht. Dabei wirkt Freisler extrem cholerisch denn er spricht eigentlich nicht sondern schreit nur rum. Manche empfanden dies als zu übertrieben. Wer aber mal Original Aufnahmen von Freisler gesehen hat wird wissen das die Darstellung fast noch untertrieben war. Denn Freisler war eines der wirklichen Nazi Monster.

Der Film ist auf keinen Fall leichte Kost. Aber nicht weil man Schießereien oder sonstige Gewaltdarstellungen sieht, sondern weil alles so unverständlich erscheint. So geht der Film manchen Leuten sicherlich ziemlich an den Magen weil man oft ein sehr unwohles Gefühl bekommt. Es ändert aber trotzdem nichts daran das der Film sehr sehenswert ist.

Original Filmtitel:
Sophie Scholl – Die letzten Tage (2005)

Länge des Filmes:
Ca. 116 Minuten

Schauspieler:
Julia Jentsch (Sophie Scholl)
Alexander Held (Robert Mohr)
Fabian Hinrichs (Hans Scholl)
Andre Hennicke (Roland Freisler)
Christoph Probst (Florian Stetter)

Regisseur:
Marc Rothemund

FSK:
Ab 12 Jahren

Fazit:
Ich finde es wirklich sehr Schade das der Film so wenig Aufmerksamkeit bekommt. Denn er hat es eindeutig verdient das man ihn sich anschaut. Auch um zu sehen das es wenige Deutsche gab die nicht zu dem abscheulichen Nazi Regime standen. Der Film lebt besonders dank seiner hervorragenden Schauspieler. Diese sind ein Hauptgrund warum der Film so Authentisch wirkt. kann ich euch den Film wirklich sehr empfehlen. Auch wenn euch das Thema vielleicht nicht so ganz interessiert. Denn man darf niemals vergessen was vor 60 Jahren in der Welt für Grausamkeiten herrschten. Und jeder Deutscher muss sich der Verantwortung bewusst werden das so etwas nie wieder geschehen darf. Daher ist der Film auch besonders für Jugendliche empfehlenswert die eindeutig eine Zielscheibe der Neo – Nazis sind. Also schaut euch den Film an. Er lohnt sich wirklich.

41 Bewertungen, 1 Kommentar

  • hjid55

    18.03.2007, 13:45 Uhr von hjid55
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sh & lg Sarah