Sophie Scholl - Die letzten Tage (DVD) Testbericht
ab 7,51 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 04/2011
Auf yopi.de gelistet seit 04/2011
Erfahrungsbericht von laesterschwester
Eine Meisterwerk ist Deutschland gelungen
Pro:
Geschichte, Verfilmung, Charaktere
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Ja
` Ich würde es genauso wieder machen `
***********************************************
Inhalt
I Vorwort
II Inhalt des Kinofilms
III Spannung, Humor, Action
IV Verfilmungen
V Schauspieler
VI Eigene Meinung und Fazit
VII Angaben zum Kinofilm
● I Vorwort
Wie fast alle Schulklassen sind auch wir mit unserer Geschichtslehrerin in den Kinofilm \"Sophie Scholl - die letzten Tage\" gegangen.
Ich bin noch nie sehr geschichtsinteressiert gewesen und habe auch wenig Interesse an dem Thema \"Nazis\" gezeigt. Ich war schon immer ein Dorn im Auge meiner Geschichtslehrerin und ich denke, sie weiß, was ich von den meist langweiligen Themen halte, die wir im Unterricht durchnehmen.
Als ich erfahren habe, dass wir in einen geschichtlichen Film gehen, rollte ich nur die Augen und war schon im Begriff mir den Freitag morgen einfach `frei` zu nehmen und meine Zeit im Bett zu verbringen. Ein geschichtlicher Film über dieses ätzende Thema dachte ich mir, das hat mir ja noch gefehlt.
Weil ich zwei Tage zuvor mal wieder eine kleine Moralpredigt meiner Geschichtslehrerin bekommen hatte, dass ich dem Unterricht nie folgen würde, hatte ich mich notgedrungen dazu entschlossen meine Klasse zu diesem, mir noch total unbekannten, Film zu begleiten.
Warum ich jetzt der Überflieger meines Geschichtskurses bin und warum ich mich plötzlich brennend für Geschichte interessiere erzähle ich euch hier...
● II Inhalt des Kinofilms
Sophie und Hans Scholl sind Geschwister. Beide sind unpolitisch erzogen worden, obwohl der Vater selbst gegen die Nazi-Dikatur rebbelliert hatte. Sophie kehrt sich erst gegen die Dikatur, als sie, selbst gelernte Kinderbetreuerin, erfährt, dass die Nazis behinderte Kinder in den Heimen abholen um sie als \"nicht würdige\" Deutsche \"entsorgen\" zu lassen.
Sophie und ihr Bruder drucken mit weiteren Anhängern der \"Weißen Rose\" in einem Atelier heimlich Flugbättern und verschicken sie in ganz Deutschland. Am darauffolgenden Tag verteilen Sophie und ihr Bruder Flugblätter in der Universität München. Kurz vor dem Verlassen der Universität stößt Sophie in der zweiten Etage einen Stapel Flugblätter an, die sich quer über den Lichthof verteilen. Daraufhin werden beide vom Hausmeister geschnappt und von der geheimen Staatspolizei abgeführt.
Bei der Staatspolizei trifft sie auf Robert Mohr, den Kriminalisten, der sie tagelang ins Verhöhr nimmt. Sophie wie Hans streiten die Tat ab und liefern ein nahezu ideales Alibi. Als die Polizei den beiden Glauben schenkt nichts mit den Propagandazetteln zutun zu haben, sollen sie entlassen werden. Doch bevor es zu einer Entlassung kommen kann, wird Sophie erneut ins Verhöhr genommen, da ein Indiz gefunden wurde, was die beiden schwer belastet. Hans gesteht letzendlich die Tat und auch Sophie gibt zu Mitwisser und Mittäter dieser Propagandaaktion gewesen zu sein. Sophie wird ab diesem Zeitpunkt in Haft genommen. Dort lernt sie Else Gebel, ihre Zellengenossin, kennen, die ebenfalls Kommunistin war. Robert Mohr nimmt Sophie Scholl weiterhin ins Verhöhr und versucht sie auf den Weg der \"richtigen Ansichten\" zu geleiten, doch sie hält an ihrem Standpunkt fest. Robert Mohr baut eine innerlich starke Beziehung zu Sophie Scholl auf - er bewundert sie. Doch niemand kann verhindern, dass der Prozess schon am nächsten Tag stattfindet.
Ein weiterer Anhänger, Christoph Probst, Familienvater, wird geschnappt und mit Sophie und Hans vor das Gericht geführt.
Roland Freisler, berühmter Richter der dafür bekannt ist die Angeklagten aufs Extremste zu beschimpfen, reist aus Berlin an um über die drei zu urteilen.
Er verurteilt alle drei zum Tode.
Noch am selben Tag sollte das Urteil vollstreckt werden. Sophie werden drei Stunden gegeben, um einen Brief an ihren Freund, der zur Zeit an der Ostfront ist, zu verfassen und sich von ihren Eltern zu verabschieden. Sie trifft ein letztes Mal auf Hans und Christoph. Die drei rauchen eine letzte Zigarette.
Um 17 Uhr wird Sophie der Guillitine zur Hinrichtung vorgeführt. Als sie über den Hof geführt wird ruft sie \"Die Sonne scheint noch\". Ihr Bruder und Christoph Probst werden nach ihr hingerichtet.
Alle Anhänger der \"Weißen Rose\" werden gefasst und ebenfalls hingerichtet.
● III Spannung, Humor, Action
Das Hoch der Spannung gibt es hier erst am Ende, nämlich im Gericht.
Obwohl man dem Filmtitel \"Sophie Scholl - Die \"letzten\" Tage\" entnehmen konnte, dass es hier kein HappyEnd geben wird und wer Sophie\'s Scholl Geschichte bereits kennt, weiß auch, dass es hier weniger weder um Spannung, noch Action, noch Humor geht. Der Film behandelt ein sehr sensibles Thema, welches keine Spannung oder andere Effekte benötigt, um einen Eindruck beim Kinobesucher zu hinterlassen.
Humor gibt es nur an wenigen Stellen, wo dem Publikum dann doch mal ein Lacher entlockt wird. Geschmunzelt wurde an den Stellen, an denen Robert Mohr bei der Überführung jedesmal erneut auf Granit bei Sophie Scholl beißt.
● IV Verfilmungen
Die Verfilmungen 1982: Die erste Verfilmung der Geschichte Sophie Scholl mit dem Titel \"Die weiße Rose\" von Michael Verhoevens entstand 1982. Lena Stolze und Wulf Kessel stellen hier Sophie und Hans Scholl dar. In dieser Verfilmung wird mehr Wert auf die Widerstandsgruppe als auf den Einzelnen gelegt. \"Die weiße Rose\" erzählt die Entstehung der Widerstandgruppe \"Die weiße Rose\". 1982 wird abermals eine Neuverfilmung der Geschichte herausgebracht, die den Titel \"Fünf letzte Tage\" trägt. Adlons, Regisseur von \"Fünf letzte Tage\" knüpft dort an, wo Verhoevens aufgehört hat, nämlich bei der Verhaftung der Geschwister Scholl.
Heute, 2005, kommt die vorerst letzte Neuverfilmung der Sophie Scholl heraus. Marc Rothemund fixiert sich auch auf das Leben der Sophie Scholl und geht weniger auf die Nazidiktatur ein. Er will den sensiblen und zugleich starken Charakter der Sophie Scholl herausarbeiten und hat es auch überraschend gut geschafft. Marc Rothemund, Regie, und Fred Beinersdorfer, Drehbuch, konnten das Leben der Sophie Scholl so lebendig schildern, da sie jahrelang versuchten Zugriff zu den DDR-Staatsarchiven der Verhöhrprotokolle zu gelangen. Um 1990 gelang es ihnen Einblick in die Verhörprotokolle der DDR-Zeit zu bekommen. Die malerisch echt wirkenden Verhörszenen sprechen Bände für die Zeit der Nazidiktatur. Am besten sind Ihnen wohl die letzten Minuten gelungen. Die Anspannung steigt, als Roland Kaiser sich erhebt und das Urteil verkündet. Totenstille verfolgt die schnelle Abhandlung nach der Gerichtsverhandlung. Die emotionale Verabschiedung, die nichtmal eine Minute dauert, setzt dem Zuschauer sehr zu. Die darauf im Eiltempo ablaufende Handlung zeigt wie aussichtslos die Situation ist. So schnell wie die Verabschiedung und wie kurz der Weg zu der Guilliutine ist zeigt ebenfalls die grausame Abwicklung und die wachsende Angst der Sophie Scholl.
Sophie wird auf den \"Hof\" geführt, in die Guillutine gelegt, die Kamera fokussiert sich auf den Kopf, das Fallbeil senkt sich. Alles ist schwarz. Man kann durch Geräusche entnehmen, dass auch Hans und Christoph hingerichtet werden.
Alles ist ein so schneller Ablauf, dass man erstmal schlucken muss. So schnell wie das alles von statten geht so schnell kann man gar nicht mit dem Denken nachkommen. Letzendlich gilt nur - hingucken. Verstehen ist Nebensache.
Vortrefflich ist Rothemund und Beinersdorfer die Neuverfilmung gelungen, denn jeder Einzelne hat etwas auf den Heimweg von diesem Film mitgenommen.
Rothemund und Beinersdorfer stellen die eigentliche Nazidiktatur hier in den Hintergrund, Hakenkreuzflaggen und Führerportraits werden manchmal gezeigt und machen somit auch den Gerichtssaal als einen sehr kalten Ort, aber die Charakterisierung des Robert Mohr, der letzendlich Respekt der Sophie Scholl zeigt, wirkt recht neutral und geht den Paragraphen und dem Gesetz nach, nicht seinem Glauben. Er, als Kriminalist, bietet Sophie sogar an, auszusagen, dass ihr Bruder sie beeinflusst hätte um ihr die Strafe zu ersparen. Sie lehnt ab. Auch er erscheint ein letztes Mal im Gefängnis Stadelheim um Sophie von weitem zu sehen. Sein machtloser Blick zeigt hier wieviel ihm eigentlich an der Frau gelegen ist. Auch Gefängniswärter sind neutral und versuchen Sophie zu helfen. Einzig intolerant wirkt hier der Richter Roland Freiser, der nicht dem Gesetz sondern seinem Führer nachgeht.
● V Schauspieler
Julia Jentsch als Sophie Scholl - Julia Jentsch ist am 20. Februar 1978 in Westberlin, Charlottenburg, geboren. Sie besuchte nach dem Abitur die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Im Jahr 2001 zog sie nach München, dort spielte sie in als Ensemblemitglied der Münchener Kammerspiele im Theater mit.
Ihre (Film)karriere:
1999 - Zornige Küsse, Drama
2001 - Mein Bruder, der Vampir, Komödie
2001 - Julietta, Drama
2004 - Tatort, Bitteres Brot, Serie
2004 - Schneeland
2004 - die fetten Jahre sind vorbei, Drama
2005 - Sophie Scholl - die letzten Tage, Drama
Ihre (Theater)karriere:
Nibelungen, Antigone, Othello, Orestie, Bedbound, Dad goldene Kind, Dantons Tod, Blaubart - Hoffnung der Frauen, Die Perser, In the mirror, Urfaust, Die Lästigen
------------------
Fabian Hinrichs als Hans Scholl - Fabian Hinrichs ist 1976 geboren. Er absolvierte seine Schauspielausbildung an der Schauspielschule Bochum (meine Heimat 4ever :p). Seit 2000 ist er Ensemblemitglied der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin.
Seine (Film)karriere:
2002/03 - Schussangst
2004 - Blackout
2005 -Sophie Scholl - die letzten Tage
Seine (Theater)karriere:
Endstation Amerika, Forever Young, Stadt als Beute, Paul und Paula, Rosebud, Atta Atta
------------------
Alexander Held als Robert Mohr - Alexander Held ist 1958 in München geboren. Dort absolvierte er seine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule. Seine Theaterkarriere führte ihn zu den Münchener Kammerspielen, der freien Volksbühne, dem Hannover Staatsschauspiel, dem Baseler Theater und den Salzburger Festspielen.
Seine (Film)karriere:
1993 - Morlock - König Midas
1993 - Steven King, Schindlers Liste
Anatomie
Der Schuh des Manitu
Der Untergang
... weiterhin spielte er in vielen Tv-Sendungen wie Cobra11 oder Tatort mit.
-------------------
weitere Darsteller...
... Johanna Gastdorf als Else Gebel
... André Hennicke als Roland Freisler
... Florian Setter als Christoph Probst
... Alexander Schmorell als Johannes Suhm
... Maximilian Bückner als Willi Graf
... Jörg Hube als Robert Scholl
... Petra Kelling als Magdalena Scholl
... Franz Staber als Werner Scholl
● VI Meine Meinung und Fazit
Ich bin sehr von diesem Film beeindruckt. Mich fragte eine Freundin, ob er in Deutschland oder woanders gedreht wurde. Ich antwortete \"Natürlich in Deutschland, welches Land verfasst denn schon eine deutsche Geschichte?\" Am Ende war ich mir überhaupt nicht mehr sicher, ob der Film nun wirklich in Deutschland oder einem anderen Land gedreht wurde, denn als ein deutscher Film ist der Film samt Qualität und Kameraführung unübertrefflich. Als ich mich dann hinreichend über den Film, die Schauspieler und die Hintergründe informiert hatte habe ich auch festgestellt, dass es deutsche Darsteller sind, die mir, ehrlich gesagt, keineswegs bekannt waren.
Rothemund und Beinersdorfer ist der Film wirklich klasse gelungen, alles das, was sie versucht haben herüberzubringen, ist herübergekommen. Einzigartige schnittige Dialoge mit so viel Gefühl geben dem Film das gewisse Etwas. Das Verhöhr von Robert Mohr war zwar langwierig und viele fanden den Akt etwas zu überdehnt, aber gerade den habe ich wohlwollend angesehen. Was diesen Teil so besonders macht, sind die besonderen Charaktere der Sophie Scholl und des Robert Mohrs.
Sie, sensibel, stark und kämpferisch. Er, nationalistisch eingestellt, nimmt eine gewaltige Wandlung während des Filmes. Zuerst war er der, der dem Führer folgt, der der den Gesetzen erlegen ist und während den langen Verhöhren, schenkte er der Geschichte und der Ansicht der Sophie Scholl immer mehr Respekt. Er baut ihr mehrere Brücken, damit sie dem Tod entgehen kann, doch sie lehnt ab und bittet darum, die gleiche Strafe wie ihr Bruder zu bekommen.
Sehr interessant war auch der Gerichtsakt. Roland Freisler, extra aus Berlin angereist, stellt eine atemberaubende Show dar, die ich wohl nie vergessen werden. Aggressiv und überraus nationalistisch eingestellt beschimpft er die Angeklagten, lässt sie kaum zu Wort kommen und fällt das Urteil ohne jegliches Mitleid.
Die starken Charaktere der Geschwister, die versuchen ihre Mitwisser zu decken, haben mich ebenfalls sehr fasziniert. Die meisten hätten, zumindest ich, hätten wahrscheinlich gekniffen, gesagt, es tue ihnen Leid, doch die beiden blieben stark und haben auch noch vor Gericht beteuert, dass sie es nicht bereuen, die Flugblätter verteilt zu haben.
Abgesehen von der fantastischen Darstellung möchte ich auch noch auf die Kameraführung eingehen, die auch nicht unerwähnt bleiben darf. Martin Lange, zuständig für die Kameraführung, hat hier alle Arbeit geleistet. Die Kameraführung beim Verteilen der Flugblätter in der Uni ist wirklich Hollywoodreif. Auch sonst kann man über die Kameraführung nur gutes sagen. Nichts wirkte kaschiert. Filmmusik war auch reichlich vorhanden. Vorallem zum Ende hin wurde die Musik etwas langsamer und dem einen oder anderen ist dabei wohl auch eine Träne enhuscht.
Ich habe mir nichts von diesem Film versprochen. Ich habe aber sehr viel von ihm mitgenommen. Ich habe einen gigantisches deutsches Meisterwerk gesehen, dass mir Einblicke in die Nazidiktatur und das Leben eines Kommunisten verschafft hat.
Ich kann diesen Film wirklich empfehlen. Es ist ein Meisterwerk der deutschen Filmgeschichte.
● VII Angaben zum Film
Sophie Scholl - Die letzten Tage
Drama - Deutschland 2004
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren - 116 Min. - Verleih: X Verleih (Warner)
Start: 24.02.2005
***********************************************
Inhalt
I Vorwort
II Inhalt des Kinofilms
III Spannung, Humor, Action
IV Verfilmungen
V Schauspieler
VI Eigene Meinung und Fazit
VII Angaben zum Kinofilm
● I Vorwort
Wie fast alle Schulklassen sind auch wir mit unserer Geschichtslehrerin in den Kinofilm \"Sophie Scholl - die letzten Tage\" gegangen.
Ich bin noch nie sehr geschichtsinteressiert gewesen und habe auch wenig Interesse an dem Thema \"Nazis\" gezeigt. Ich war schon immer ein Dorn im Auge meiner Geschichtslehrerin und ich denke, sie weiß, was ich von den meist langweiligen Themen halte, die wir im Unterricht durchnehmen.
Als ich erfahren habe, dass wir in einen geschichtlichen Film gehen, rollte ich nur die Augen und war schon im Begriff mir den Freitag morgen einfach `frei` zu nehmen und meine Zeit im Bett zu verbringen. Ein geschichtlicher Film über dieses ätzende Thema dachte ich mir, das hat mir ja noch gefehlt.
Weil ich zwei Tage zuvor mal wieder eine kleine Moralpredigt meiner Geschichtslehrerin bekommen hatte, dass ich dem Unterricht nie folgen würde, hatte ich mich notgedrungen dazu entschlossen meine Klasse zu diesem, mir noch total unbekannten, Film zu begleiten.
Warum ich jetzt der Überflieger meines Geschichtskurses bin und warum ich mich plötzlich brennend für Geschichte interessiere erzähle ich euch hier...
● II Inhalt des Kinofilms
Sophie und Hans Scholl sind Geschwister. Beide sind unpolitisch erzogen worden, obwohl der Vater selbst gegen die Nazi-Dikatur rebbelliert hatte. Sophie kehrt sich erst gegen die Dikatur, als sie, selbst gelernte Kinderbetreuerin, erfährt, dass die Nazis behinderte Kinder in den Heimen abholen um sie als \"nicht würdige\" Deutsche \"entsorgen\" zu lassen.
Sophie und ihr Bruder drucken mit weiteren Anhängern der \"Weißen Rose\" in einem Atelier heimlich Flugbättern und verschicken sie in ganz Deutschland. Am darauffolgenden Tag verteilen Sophie und ihr Bruder Flugblätter in der Universität München. Kurz vor dem Verlassen der Universität stößt Sophie in der zweiten Etage einen Stapel Flugblätter an, die sich quer über den Lichthof verteilen. Daraufhin werden beide vom Hausmeister geschnappt und von der geheimen Staatspolizei abgeführt.
Bei der Staatspolizei trifft sie auf Robert Mohr, den Kriminalisten, der sie tagelang ins Verhöhr nimmt. Sophie wie Hans streiten die Tat ab und liefern ein nahezu ideales Alibi. Als die Polizei den beiden Glauben schenkt nichts mit den Propagandazetteln zutun zu haben, sollen sie entlassen werden. Doch bevor es zu einer Entlassung kommen kann, wird Sophie erneut ins Verhöhr genommen, da ein Indiz gefunden wurde, was die beiden schwer belastet. Hans gesteht letzendlich die Tat und auch Sophie gibt zu Mitwisser und Mittäter dieser Propagandaaktion gewesen zu sein. Sophie wird ab diesem Zeitpunkt in Haft genommen. Dort lernt sie Else Gebel, ihre Zellengenossin, kennen, die ebenfalls Kommunistin war. Robert Mohr nimmt Sophie Scholl weiterhin ins Verhöhr und versucht sie auf den Weg der \"richtigen Ansichten\" zu geleiten, doch sie hält an ihrem Standpunkt fest. Robert Mohr baut eine innerlich starke Beziehung zu Sophie Scholl auf - er bewundert sie. Doch niemand kann verhindern, dass der Prozess schon am nächsten Tag stattfindet.
Ein weiterer Anhänger, Christoph Probst, Familienvater, wird geschnappt und mit Sophie und Hans vor das Gericht geführt.
Roland Freisler, berühmter Richter der dafür bekannt ist die Angeklagten aufs Extremste zu beschimpfen, reist aus Berlin an um über die drei zu urteilen.
Er verurteilt alle drei zum Tode.
Noch am selben Tag sollte das Urteil vollstreckt werden. Sophie werden drei Stunden gegeben, um einen Brief an ihren Freund, der zur Zeit an der Ostfront ist, zu verfassen und sich von ihren Eltern zu verabschieden. Sie trifft ein letztes Mal auf Hans und Christoph. Die drei rauchen eine letzte Zigarette.
Um 17 Uhr wird Sophie der Guillitine zur Hinrichtung vorgeführt. Als sie über den Hof geführt wird ruft sie \"Die Sonne scheint noch\". Ihr Bruder und Christoph Probst werden nach ihr hingerichtet.
Alle Anhänger der \"Weißen Rose\" werden gefasst und ebenfalls hingerichtet.
● III Spannung, Humor, Action
Das Hoch der Spannung gibt es hier erst am Ende, nämlich im Gericht.
Obwohl man dem Filmtitel \"Sophie Scholl - Die \"letzten\" Tage\" entnehmen konnte, dass es hier kein HappyEnd geben wird und wer Sophie\'s Scholl Geschichte bereits kennt, weiß auch, dass es hier weniger weder um Spannung, noch Action, noch Humor geht. Der Film behandelt ein sehr sensibles Thema, welches keine Spannung oder andere Effekte benötigt, um einen Eindruck beim Kinobesucher zu hinterlassen.
Humor gibt es nur an wenigen Stellen, wo dem Publikum dann doch mal ein Lacher entlockt wird. Geschmunzelt wurde an den Stellen, an denen Robert Mohr bei der Überführung jedesmal erneut auf Granit bei Sophie Scholl beißt.
● IV Verfilmungen
Die Verfilmungen 1982: Die erste Verfilmung der Geschichte Sophie Scholl mit dem Titel \"Die weiße Rose\" von Michael Verhoevens entstand 1982. Lena Stolze und Wulf Kessel stellen hier Sophie und Hans Scholl dar. In dieser Verfilmung wird mehr Wert auf die Widerstandsgruppe als auf den Einzelnen gelegt. \"Die weiße Rose\" erzählt die Entstehung der Widerstandgruppe \"Die weiße Rose\". 1982 wird abermals eine Neuverfilmung der Geschichte herausgebracht, die den Titel \"Fünf letzte Tage\" trägt. Adlons, Regisseur von \"Fünf letzte Tage\" knüpft dort an, wo Verhoevens aufgehört hat, nämlich bei der Verhaftung der Geschwister Scholl.
Heute, 2005, kommt die vorerst letzte Neuverfilmung der Sophie Scholl heraus. Marc Rothemund fixiert sich auch auf das Leben der Sophie Scholl und geht weniger auf die Nazidiktatur ein. Er will den sensiblen und zugleich starken Charakter der Sophie Scholl herausarbeiten und hat es auch überraschend gut geschafft. Marc Rothemund, Regie, und Fred Beinersdorfer, Drehbuch, konnten das Leben der Sophie Scholl so lebendig schildern, da sie jahrelang versuchten Zugriff zu den DDR-Staatsarchiven der Verhöhrprotokolle zu gelangen. Um 1990 gelang es ihnen Einblick in die Verhörprotokolle der DDR-Zeit zu bekommen. Die malerisch echt wirkenden Verhörszenen sprechen Bände für die Zeit der Nazidiktatur. Am besten sind Ihnen wohl die letzten Minuten gelungen. Die Anspannung steigt, als Roland Kaiser sich erhebt und das Urteil verkündet. Totenstille verfolgt die schnelle Abhandlung nach der Gerichtsverhandlung. Die emotionale Verabschiedung, die nichtmal eine Minute dauert, setzt dem Zuschauer sehr zu. Die darauf im Eiltempo ablaufende Handlung zeigt wie aussichtslos die Situation ist. So schnell wie die Verabschiedung und wie kurz der Weg zu der Guilliutine ist zeigt ebenfalls die grausame Abwicklung und die wachsende Angst der Sophie Scholl.
Sophie wird auf den \"Hof\" geführt, in die Guillutine gelegt, die Kamera fokussiert sich auf den Kopf, das Fallbeil senkt sich. Alles ist schwarz. Man kann durch Geräusche entnehmen, dass auch Hans und Christoph hingerichtet werden.
Alles ist ein so schneller Ablauf, dass man erstmal schlucken muss. So schnell wie das alles von statten geht so schnell kann man gar nicht mit dem Denken nachkommen. Letzendlich gilt nur - hingucken. Verstehen ist Nebensache.
Vortrefflich ist Rothemund und Beinersdorfer die Neuverfilmung gelungen, denn jeder Einzelne hat etwas auf den Heimweg von diesem Film mitgenommen.
Rothemund und Beinersdorfer stellen die eigentliche Nazidiktatur hier in den Hintergrund, Hakenkreuzflaggen und Führerportraits werden manchmal gezeigt und machen somit auch den Gerichtssaal als einen sehr kalten Ort, aber die Charakterisierung des Robert Mohr, der letzendlich Respekt der Sophie Scholl zeigt, wirkt recht neutral und geht den Paragraphen und dem Gesetz nach, nicht seinem Glauben. Er, als Kriminalist, bietet Sophie sogar an, auszusagen, dass ihr Bruder sie beeinflusst hätte um ihr die Strafe zu ersparen. Sie lehnt ab. Auch er erscheint ein letztes Mal im Gefängnis Stadelheim um Sophie von weitem zu sehen. Sein machtloser Blick zeigt hier wieviel ihm eigentlich an der Frau gelegen ist. Auch Gefängniswärter sind neutral und versuchen Sophie zu helfen. Einzig intolerant wirkt hier der Richter Roland Freiser, der nicht dem Gesetz sondern seinem Führer nachgeht.
● V Schauspieler
Julia Jentsch als Sophie Scholl - Julia Jentsch ist am 20. Februar 1978 in Westberlin, Charlottenburg, geboren. Sie besuchte nach dem Abitur die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Im Jahr 2001 zog sie nach München, dort spielte sie in als Ensemblemitglied der Münchener Kammerspiele im Theater mit.
Ihre (Film)karriere:
1999 - Zornige Küsse, Drama
2001 - Mein Bruder, der Vampir, Komödie
2001 - Julietta, Drama
2004 - Tatort, Bitteres Brot, Serie
2004 - Schneeland
2004 - die fetten Jahre sind vorbei, Drama
2005 - Sophie Scholl - die letzten Tage, Drama
Ihre (Theater)karriere:
Nibelungen, Antigone, Othello, Orestie, Bedbound, Dad goldene Kind, Dantons Tod, Blaubart - Hoffnung der Frauen, Die Perser, In the mirror, Urfaust, Die Lästigen
------------------
Fabian Hinrichs als Hans Scholl - Fabian Hinrichs ist 1976 geboren. Er absolvierte seine Schauspielausbildung an der Schauspielschule Bochum (meine Heimat 4ever :p). Seit 2000 ist er Ensemblemitglied der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin.
Seine (Film)karriere:
2002/03 - Schussangst
2004 - Blackout
2005 -Sophie Scholl - die letzten Tage
Seine (Theater)karriere:
Endstation Amerika, Forever Young, Stadt als Beute, Paul und Paula, Rosebud, Atta Atta
------------------
Alexander Held als Robert Mohr - Alexander Held ist 1958 in München geboren. Dort absolvierte er seine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule. Seine Theaterkarriere führte ihn zu den Münchener Kammerspielen, der freien Volksbühne, dem Hannover Staatsschauspiel, dem Baseler Theater und den Salzburger Festspielen.
Seine (Film)karriere:
1993 - Morlock - König Midas
1993 - Steven King, Schindlers Liste
Anatomie
Der Schuh des Manitu
Der Untergang
... weiterhin spielte er in vielen Tv-Sendungen wie Cobra11 oder Tatort mit.
-------------------
weitere Darsteller...
... Johanna Gastdorf als Else Gebel
... André Hennicke als Roland Freisler
... Florian Setter als Christoph Probst
... Alexander Schmorell als Johannes Suhm
... Maximilian Bückner als Willi Graf
... Jörg Hube als Robert Scholl
... Petra Kelling als Magdalena Scholl
... Franz Staber als Werner Scholl
● VI Meine Meinung und Fazit
Ich bin sehr von diesem Film beeindruckt. Mich fragte eine Freundin, ob er in Deutschland oder woanders gedreht wurde. Ich antwortete \"Natürlich in Deutschland, welches Land verfasst denn schon eine deutsche Geschichte?\" Am Ende war ich mir überhaupt nicht mehr sicher, ob der Film nun wirklich in Deutschland oder einem anderen Land gedreht wurde, denn als ein deutscher Film ist der Film samt Qualität und Kameraführung unübertrefflich. Als ich mich dann hinreichend über den Film, die Schauspieler und die Hintergründe informiert hatte habe ich auch festgestellt, dass es deutsche Darsteller sind, die mir, ehrlich gesagt, keineswegs bekannt waren.
Rothemund und Beinersdorfer ist der Film wirklich klasse gelungen, alles das, was sie versucht haben herüberzubringen, ist herübergekommen. Einzigartige schnittige Dialoge mit so viel Gefühl geben dem Film das gewisse Etwas. Das Verhöhr von Robert Mohr war zwar langwierig und viele fanden den Akt etwas zu überdehnt, aber gerade den habe ich wohlwollend angesehen. Was diesen Teil so besonders macht, sind die besonderen Charaktere der Sophie Scholl und des Robert Mohrs.
Sie, sensibel, stark und kämpferisch. Er, nationalistisch eingestellt, nimmt eine gewaltige Wandlung während des Filmes. Zuerst war er der, der dem Führer folgt, der der den Gesetzen erlegen ist und während den langen Verhöhren, schenkte er der Geschichte und der Ansicht der Sophie Scholl immer mehr Respekt. Er baut ihr mehrere Brücken, damit sie dem Tod entgehen kann, doch sie lehnt ab und bittet darum, die gleiche Strafe wie ihr Bruder zu bekommen.
Sehr interessant war auch der Gerichtsakt. Roland Freisler, extra aus Berlin angereist, stellt eine atemberaubende Show dar, die ich wohl nie vergessen werden. Aggressiv und überraus nationalistisch eingestellt beschimpft er die Angeklagten, lässt sie kaum zu Wort kommen und fällt das Urteil ohne jegliches Mitleid.
Die starken Charaktere der Geschwister, die versuchen ihre Mitwisser zu decken, haben mich ebenfalls sehr fasziniert. Die meisten hätten, zumindest ich, hätten wahrscheinlich gekniffen, gesagt, es tue ihnen Leid, doch die beiden blieben stark und haben auch noch vor Gericht beteuert, dass sie es nicht bereuen, die Flugblätter verteilt zu haben.
Abgesehen von der fantastischen Darstellung möchte ich auch noch auf die Kameraführung eingehen, die auch nicht unerwähnt bleiben darf. Martin Lange, zuständig für die Kameraführung, hat hier alle Arbeit geleistet. Die Kameraführung beim Verteilen der Flugblätter in der Uni ist wirklich Hollywoodreif. Auch sonst kann man über die Kameraführung nur gutes sagen. Nichts wirkte kaschiert. Filmmusik war auch reichlich vorhanden. Vorallem zum Ende hin wurde die Musik etwas langsamer und dem einen oder anderen ist dabei wohl auch eine Träne enhuscht.
Ich habe mir nichts von diesem Film versprochen. Ich habe aber sehr viel von ihm mitgenommen. Ich habe einen gigantisches deutsches Meisterwerk gesehen, dass mir Einblicke in die Nazidiktatur und das Leben eines Kommunisten verschafft hat.
Ich kann diesen Film wirklich empfehlen. Es ist ein Meisterwerk der deutschen Filmgeschichte.
● VII Angaben zum Film
Sophie Scholl - Die letzten Tage
Drama - Deutschland 2004
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren - 116 Min. - Verleih: X Verleih (Warner)
Start: 24.02.2005
17 Bewertungen, 1 Kommentar
-
10.03.2005, 19:05 Uhr von roma1
Bewertung: sehr hilfreichmeine auch so, obwohl ich den Film nicht gesehen habe (was ich aber tun möchte). Dein Bericht ist auch sehr gelungen. Liebe Grüße Joanna
Bewerten / Kommentar schreiben