Star Wars Episode II - Angriff der Klonkrieger (DVD) Testbericht

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ab 8,87
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  sehr viel
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  hoch
  • Humor:  durchschnittlich
  • Spannung:  spannend

Erfahrungsbericht von Greifenklaue

Und George Lucas ist doch ein Gott!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Wer erinnert sich nicht an seine maßlose Enttäuschung nach Episode I? Ich jedenfalls noch sehr gut, vermutlich weil es kürzlichst nochmal im Fernsehen kam. Nach Herr der Ringe wurden gar Rufe laut, George Lucas solle abdanken und Peter Jackson Episode II und III verfilmen lassen.

Nun gut, anscheinend hat er sich die Kritik von Episode I zu Herzen genommen, denn Episode II ist ein schlüssiger SF-Film geworden, der genau in die Kerbe seiner Nachfolger-/Vorgänger (IV-VI) schlägt, beste SciFi-Atmosphäre mit actionreicher Unterhaltung und dem besten, was heutige Filmtechnik bietet, kreuzt.

Zur Beruhigung: Die Rolle von JarJar Binks wurde reduziert auf ein erträgliches Mass (Ich hätte dem Attentäter zwar trotzdem zweimal mehr Erfolg in bezug auf diesen Punkt gewünscht, aber es war erträglich). Für Anakin, dieses nervige Kind aus Episode I (... – ist doch wahr – hätte man den nicht rausschneiden können...) war zwischenzeitlich mal Leonardo DiCaprio im Gespräch (Würg!), aber zum Glück fand man mit Hayden Christensen einen viel würdigeren Vertreter der Schauspielergilde, dem ich nach dem Film sein Ossischwänzchen (So nannte man bei uns einen einzelnen Haarzopf bei ansonsten kurzen Haaren) nicht mal übel nahm.

Zuguterletzt noch eine letzte Anmerkung im Vorwort: Das MDR penetrierte mich damit, dass SW2 viel Actiongedudele mit einer schmalzigen Liebesgeschichte, die einer Rosemunde Pilcher würdig gewesen wäre. Hinterher muss ich sagen: den nächsten RoPi-Film schaue ich mir zusammen mit meiner Mutter an, den das gezeigte wirkte sehr gelungen.

Derart vorbelastet machte ich mich also zur Helmstedter Premiere auf (das Kino war sogar voll – erstaunlich, zumindest für Helmstedt), während man in Braunschweig nicht per Pedes, sondern per Star Wars-Tram vorgefahren wurde. Da kommt Neid auf.
Nun endlich zum heißersehnten Inhalt, aber vorgewarnt, Leute, die noch nicht drin waren (Skandal!) und das noch vorhaben, sollten sich diese Textzeilen noch aufsparen, da das Filmchen doch mehr Überraschungen bietet, als man gedacht hätte (, auch wenn ich mich bemühe, nicht jedes auszuplaudern, ein paar sickern einfach durch).

10 Jahre nach den Ereignissen in Episode II kommt Padme (Nathalie Portman) als Senatorin nach Coruscant zurück – ihr Leben ist aber nach wie vor in Gefahr. Nachdem ihre erfolgreiche Amtszeit als Königin von Naboo vorüber war, wurde sie von der neuen Königin gebeten, ihr als Senatorin zu dienen. Wichtige Entscheidungen stehen in der Republik an, unter anderen die künftige Haltung zu den Separatisten. Einige 1000 Sternensysteme wollen sich nämlich von der Republik absplitten unter Unterstützung der Handelsförderation und verschiedener Händlergilden. Padme gilt als Führerin der Opposition im Senat.

Kaum ist ihr Schiff sicher gelandet und man verläßt es, explodiert es und tötet Padme - ´s Doppelgängerin. Der altbekannte Trick. Kanzler Palpatine überredet sie, sich unter den Schutz des Jedi-Rates stellen zu lassen, dieser wiederum deligiert diese Aufgabe an Obi-Wan (Ewan McGregor) und seinen jungen Schüler Anakin. Dieser freut sich auf ein Wiedersehen mit Padme, ist aber hinterher enttäuscht, weil sie ihn gar nicht weiter beachtet hat. Nichtsdestotrotz gehen die beiden Jedi ihrer Schutzaufgabe nach, wobei sich beide nicht ganz einig sind.
Anakin hält sich für einen erwachsenen, herangereiften Jedi mit großen Zugriff auf die Macht, während Obi-Wan ihm kleinlich jedem Fehler vorwirft und ihn noch als pubertierenden Jüngling sieht. So jedenfalls Anakins Empfinden. Das nächste Attentat läßt nicht lange auf sich warten: während R2 die Suite scannt und die beiden Jedis sich in den Haaren haben bezüglich der besten Methodik (Nun, DIESE ist es jedenfalls nicht...), schleußt ein kleiner, fliegender Transportdruide zwei hochgiftige, tausendfüßlerartige Wesen durch das Fenster ein. Die Viecher sind wahrhaft mies, unterlaufen sie doch R2s Lichtschranken und verstecken sich während der Scanphasen. Doch kurz vorm Zubiß bemerken die Jedis doch noch die Störung im Raum, stürmen in die Suite und retten, was zu retten ist. Aber mit was für einer unglaublichen Action. Während Anakin mit einem Satz auf den Bett steht und frei nach dem Motto „Sieben auf einen Streich“ die Viecher köpft, ist Obi-Wan noch stürmischer, springt durchs Fenster und hängt sich an den Flugdruiden.

Eine rasante Jagd beginnt, wer auf gute alte Autoverfolgungsspielchen steht, kommen hier nicht nur Tränen, sondern Seen, Flüße und Meere in die Augen, eine 3-D Verfolgungsaction, der bisher Gesehenes weit in den Schatten stellt (ich erinnere mich da an durchaus gelungene Szenen in Das fünfte Element oder auch Zurück in die Zukunft II). Schließlich stellt man die Attentäterin, aber per „finalen Rettungsschuß“ erledigt ihr Auftraggeber sie und die Jedi haben nix in der Hand, einzig die Kugel des zweiten Attentäters.

Diese führt Obi-Wan nach Nachforschungen (bei einem ganz symphatischen Kollegen, so will ich auch auf dem nächsten LARP rumlaufen – das darf man durchaus als Drohung verstehen) auf eine scheinbar nichtexistenten Wasserwelt namens Kamino („Was nicht in unserem Archiv ist, existiert auch nicht!“).

Nach internen Beratungen des Jedi-Rates und auch einer Unterredung des Kanzlers mit Padme, erhält Obi-Wan den Auftrag, dorthin aufzubrechen, während Anakin endlich seinen ersten eigenen Auftrag erhält: Padme weiterhin als Leibwächter dienen, die zurück nach Naboo reist, um aus den Schußfeld zu kommen. Im Rat vertritt sie JarJar.

Auf Kamino findet Obi-Wan unglaubliches vor: dort wird für den Senat eine riesige Klonarmee geschaffen, im Auftrag eines längst verstorbenen Jedi-Meisters, der allerdings auch schon zum Zeitpunkt der Auftragserteilung relativ tot war.

Im Senat bringt JarJar ein Ermächtigungsgesetz ein, um Kanzler Palpatine zusätzliche Befugnisse zu verleihen und die Republik effektiv vor der Bedrohung der Separatisten schützen zu können. Der Senat ist nämlich zersplittert und nicht in der Lage, wichtige Entscheidungen zu treffen. JarJars Antrag wird jedoch mit viel Beifall angenommen und es folgt eine „interessante“ Rede des Kanzlers. Spätestens an dieser Stelle wird auch deutlich, dass zu den vielen geschichtlichen Hintergründen, die George Lucas mit eingeflochten hat, auch die Weimarer Republik gehört.

Anakin und Padme rosemundepilchern hingegen... Aber sehr gelungene Landschaften (Cormer See/ Italien oder Sevilla/Spanien beispielsweise), nicht zuviel Schmalz und nicht zuletzt auch interessante Gespräche, Anakins Diskussionsbeitrag über Diktaturen ist beispielsweise sehr beachtenswert.

Obi-Wan läßt ein Treffen mit dem „Original“ organisieren, der sich als gewisser Jango Fett entpuppt und den er als Attentäter im Verdacht hat. Ein Schmankerl für Star Wars-Fans wird seine Bezahlung sein, meine Hand drauf! Nach Rücksprache mit den Rat soll er Fett dem Rat vorführen, der aber in der Zwischenzeit stiften wollte. Ein erbitterter Kampf entbrennt. Keine Gewinner, aber Jango schafft es zu entkommen. Obi-Wan hingegen, ihm einen Signal-Orter anzuheften.

Anakins dunkle Träume nehmen zu, die Erinnerungen an seine zurückgelassene Mutter schmerzen ihn immer mehr. Er weiß, dass sie gerade Schreckliches durchlebt. Schließlich entschließt er sich nach Tattoine aufzubrechen und den Auftrag abzubrechen. Aber Padme zeigt Verständnis und kommt mit ihm.

Obi-Wan verfolgt Fett nach Geonosis, wo er eine hohe Konzentration Förderationsraumer vorfindet. Er schafft es, sich einzuschleichen und kann den legendären Count Dooku (Graf Dracula alias Christopher Lee, schon genial als Saruman in Herr der Ringe) und einige hochgestellte Händler, u. a. den altbekannten Vizekönig aus EpiI, beobachten. Die Separatisten scheinen hier eine riesige Robotarmee zu bauen.

Anakin begibt sich auf die Suche nach seiner Mutter, die ihn sozusagen an den Anfang der Saga (also Episode IV), auf beeindruckende Weise, zurückführen. Schließlich wird er in einem Lager der Taskenräuber fündig. Seine Mutter liegt in den letzten Zügen und verstirbt in seinen Armen. In einem Anfall von Wut metztelt er das gesamte Lager nieder (Dunkle Seite, ich hör Dir trappsen).

Obi-Wan versucht eine Nachricht an den Rat abzusetzten, jedoch sein Langstreckentransmitter ist beschädigt. So benachrichtigt er Anakin, der zu seiner Überraschung in der Nähe, eben auf Tattoine ist, damit dieser sie weiterleitet. Währenddessen wird er jedoch überwältigt. Count Dooku sucht ihn in seiner Zelle auf und möchte ihn von seinen guten Absichten überzeugen. Wirklich beeindruckend – ich hätte ihm geglaubt... Naja, wer mit einer Lüge nahe an der Wahrheit bleibt, ist am überzeugensten, gibt es da nicht so ein Sprichwort?

Zurück im Lager beerdigt Anakin seine Mutter und bekommt von R2 zeitgleich die Botschaft. Der Rat der Jedi trägt ihm auf, an Ort und Stelle zu verweilen, während man selbst Obi-Wan zu Hilfe kommen will. Diesmal ist es Padme, die Ani dazu überreden kann, doch einzugreifen und die Zeichen für einen großartigen Showdown sind auf grün gestellt!

Der bisher beste Star Wars-Showdown mit unglaublich, großartigen Szenen – zumal er bestimmt noch eine dreiviertel Stunde dauert. Ich geb nur ein paar Stichworte. Eine riesige Arena, Brot und Spiele, neue Riesenkreaturen. Und was lieben wir an Ritterfilmen und ähnlichen? Ich finde es da immer beeindruckend, wenn zwei Schlachtenreihen aufeinanderzu und inneinander laufen (wie bei Braveheart). Und nun stelle man sich das ganze vor, wenn Jedis und Roboter im Klinsch liegen. George Lucas ist doch ein Gott, dies ist der Beweis! Und Yoda entpuppt sich als Kampfrakete, kurz genannt Wirbelwind, Kampfzwerg oder Twister, schade, dass es davon keine Zeitlupe gab.

Nach 142 Minuten (oder 130 Millionen Dollar später...) verläßt man den Kinosaal und nickt ab, diesmal hat er (fast) alles richtig gemacht! Und von wegen „flache Dialoge“, so ein Quatsch! Man muss bei SciFi wohl immer dieses Klischee anbringen, geht diesem Film jedoch völlig ab. Dialoge, die langsam Veränderungen in den Charakteren andeuten, die auf die Ausgangsbedingungen von Episode IV langsam, aber SCHLÜSSIG hinarbeiten und ein Doppelspiel sondergleichen. Der Film birgt einige Überraschungen, die auch den gestandenen Star Wars-Kenner aus den Socken hauen.

Zu den Einzelleistungen, allesamt stark, einige muss man jedoch hervorheben:

Hayden Chrisensen ist als Anakin absolut die richtige Besetzung. Er schafft es hervorragend, einen vielseitigen, mehrschichtigen Charakter darzustellen, mal liebevoll-romantisch, dann reifeverzögert-ärgerlich, dann arrogant-abgehoben, wieder symphatisch, nett, reif, aber auch zornig, wütend. Congratulation! Die Regisseure und Produzenten werden bei ihm wohl künftig Schlange stehen.

Altgestandene Recken der Schauspielergilde, die sich glücklicherweise nicht den Separatisten anschloß (...), wie Nathalie Portman, Ewan McGregor und Samuel Jackson, geben sowieso hervorragende Leistungen ab (da komme, was wolle) und Jacksons Rolle als Meister Windu ist auch erfreulicherweise etwas größer als in EpiI, auch wenn es hier danach vielleicht nicht klang – aber beim Rat der Jedi mischten hauptsächlich er und Joda mit.

Vor Altmeister Christopher Lee muss man sich verbeugen. Ja, ist es den legal im Herrn der Ringe UND in Star Wars mitzuspielen? Mein Gott, Count Dooku war erneut wieder so eine zwiegespaltene Rolle wie Saruman und anfangs hätte ich ihm seine Erklärungen voll abgenommen. Kein Wunder, dass man da zur bösen Seite verführt werden kann.

Noch höheren Respekt hat eigentlich nur noch Kanzler Palpatine verdient. Leider hab ich den Namen gerade nicht parat das müsste eigentlich Ian McDiarmid sein!?! Wow, da steht einigen Charakteren in Star Wars-Imperium (hä, hä) noch eine große Überraschung bevor, auch wenn nahezu 95% der irdischen Bevölkerung diese schon kennen.

Zu den Trickfiguren – Yoda erstmals als digital animiertes Wesen und nicht als Puppe (den Puppenspieler hätte ich sehen mögen...), sehr gelungen. Die Trickeffekte, erste Sahne, so zahlreich, trotzdem nicht unwirklich, phantastisch.

Die einzigen Haare in der Suppe waren neben meinem speziellen Freund JarJar Binks, dass Liam Nesson logischerweise nicht dabei war, einige Tricks bei den Verfolgungssequenzen zu Beginn den Rahmen des physisch möglichen sprengten (Umgreifen bei voller Fahrt) und die Marke von Yodas Whiskey und Zichten NICHT genannt wurde. Mein Gott, hatte der ´ne tiefe Stimme. Klang wie´n Black Metal-Sänger nach einer ausführlichen Kneipentour mit Whiskey und etwa 10.000 Zigarren. Oder vielmehr wie dessen lebendig gewordene Raucherlunge (ob er auch so aussieht, darüber läßt sich streiten).

Spätestens zu Episode III 2005 liest man sich wieder, Kinonews zu SciFi und Fantasy ansonsten auf meiner Page.

Möge die Macht mit Euch sein!

22 Bewertungen, 7 Kommentare

  • tongaman

    26.05.2002, 00:31 Uhr von tongaman
    Bewertung: sehr hilfreich

    Muss ich sehen. Gruss Kai-Uwe

  • BieneLara

    22.05.2002, 12:32 Uhr von BieneLara
    Bewertung: sehr hilfreich

    naja, vielleicht können wir uns ja auf göttergleich einigen??? (von wegen George Lucas ist ein Gott...) Liebe Grüße Bienchen

  • h.seiringer

    16.05.2002, 21:42 Uhr von h.seiringer
    Bewertung: sehr hilfreich

    toller Bericht! ich hatte es zwar nicht vor, werde mir aber jetzt doch vielleicht den Film ansehen! CU

  • moelmirc

    16.05.2002, 21:40 Uhr von moelmirc
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hi, ein sehr guter Bericht. Ich fand den Film auch genial. Vor allem Der Kampf mit Yoda ist doch klasse. Leider mit neuer Stimme. Für mich einer der besten seit Episode 6. Kannst ja mal meinen Bericht lesen. ciao moelmirc

  • zettikonfetti

    16.05.2002, 21:38 Uhr von zettikonfetti
    Bewertung: sehr hilfreich

    Das der Film so gut sei hätte ich nicht gedacht...werde mich davon aber noch selber überzeugen...der zettikonfetti

  • Avengelina

    16.05.2002, 21:17 Uhr von Avengelina
    Bewertung: sehr hilfreich

    Supi Bericht, bin rundum zufrieden und muß leider gestehen, dass ich den Film erst am Wochenende sehen werde!! Cu Avengelina

  • trecker

    16.05.2002, 21:06 Uhr von trecker
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich dachte Episode drei ist der erste gedrehte gewesen, aber ich bin nicht so ein Fan und kann mich täuschen, achso guter Bericht. Gruß Trecker