Stress Allgemein Testbericht

No-product-image
ab 16,73
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

5 Sterne
(4)
4 Sterne
(2)
3 Sterne
(2)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(1)

Erfahrungsbericht von dreamweb

Wie viel Stress braucht ein Mensch?

Pro:

es putscht auf, der Körper kommt auf Höchstleistung

Kontra:

auf Dauer schädlich

Empfehlung:

Ja

Die Frage, wie viel Streß braucht ein Mensch, frage ich mich oft. Nicht dass ich jemand bin, der Stress vermeidet. Ganz im Gegenteil. Gib mir zwei Aufgaben oder drei Aufgaben gleichzeitig, erst dann fühle ich mich ausgefüllt. So mache ich es im Beruf und auch im Privatleben.

Sehr schwer fällt es mir beispielsweise, mich wirklich in meiner Freizeit nur auf eines zu konzentrieren. Und die Natur ohne fotografieren zu geniessen, gibt es auch für Miara normalerweise nur ganz selten.

Da ich aber bemerkt habe, wie sich manchmal alles bei mir zusammenzieht, wenn ich mich aufrege, habe ich mir ein wenig Literatur zum Thema Streß- und Ärgerbewältigung gekauft. Und auch über mein Leben etwas nachgedacht.

Beruflich kann ich den Streß nicht vermeiden. Jedenfalls nicht, solange ich in dem Job tätig bin. Als Unternehmensberaterin hat man oft Dauerstreß. Und man muss äußerst flexibel sein, was den Streß auch schon mal erhöht. Aber es ist auch einer der bestbezahltesten Berufe und so fühle ich mich darauf angewiesen.

Meinen persönlichen Stress durch den Beruf habe ich mir jetzt auch noch mal erhöht. Irgendwie schaffe ich es nicht, meine Finanzen in den Griff zu kriegen. Die Miete wird höher, die Lebenshaltungskosten insgesamt. Mein Hobby Fotografieren ist das, was meinem Leben Freude gibt, aber es ist auch nicht billig. Und meine Hausbank will mir zur Umschuldung jetzt den notwendigen Kredit nicht geben.

Somit habe ich unter anderem beschlossen, eben nicht das Hotel in Düsseldorf, wo ich momentan arbeite, zu nehmen. Nein, ich stehe jeden Morgen um 6.00 Uhr auf, zwänge mich durch Autobahn und Berufsverkehr. Hier nehme ich mir täglich vor, mich nicht über andere Autofahrer aufzuregen, die die dritte Bahn blockieren oder ähnliches. Und nach der Arbeit, die bei mir die 40 Stunden in der Woche weit übersteigt, fahre ich dann mit dem Auto auch wieder zurück. Das bringt mir unter Abzug der Spritkosten ungefähr 80 Euro die Woche mehr....

Manchmal frage ich mich selbst, wann ich mich selbst kaputt mache. In meiner Freizeit in der Woche lese ich oft Excel oder VBA Bücher, um meine Kenntnisse dort noch zu erweitern. Auf der Arbeit wird viel Können verlangt und die Fluktuation in der Firma ist nicht gerade niedrig.

Seit dem ich Kind bin, habe ich die Erfahrung gemacht (und mir so angelernt), dass ich gut sein muss, um ein Lob zu ernten. Und dass ich auch nur so weiter kommen kann. Später im Beruf habe ich gemerkt. dass man nur weiter kommt und die gleichen Chancen wie ein Mann hat, wenn man im gleichen Bereich als Frau mehr leistet. Jedenfalls war das im Finanzgewerbe sehr stark ausgeprägt. Und so habe ich mir meine Ziele sehr hoch angesetzt, ich bin mein größter Kritiker. Und wenn dann einer meine Arbeit rügt, dann ist die Welt halb am untergehen und ich fühle mich schon gekündigt. Selbst wenn es gar nicht so gemeint war, fasse ich das auf. Dafür sort mein anerzogenes oder erlerntes Schuldverwalten. Mein innerer Kritiker schimpft, mein innerer Aufputscher sagt mir, das kannst du doch besser. Und so stecke ich dann doch wieder noch mehr Energie in den Job.


Und alles, was ich in meiner Freizeit mache, muss ebenso gut laufen. Wenn ich nicht gut irgendwo drin bin, verbeisse ich mich. Entweder ich bin bei den besten oder ich gebe es auf. Keinen Beitrag bei Ciao, Yopi oder Hitwin? Und das zwei Tage hintereinander? Schon meldet sich das schlechte Gewissen. Und das führt dazu, dass ich eben auch das noch als Stress ausarten lasse. Und manchmal überempfindlich auf meiner Ansicht nach unangemessene Bewertungen reagiere. Wenn ich nicht gut bin, warum sollte ich dann schreiben, fotografieren oder mir die Mühe machen? Soweit zum Leistungsbezogenen Streßtypus A....

Zum Orthopäden müsste ich schon seit drei Monaten. Mein HWS-Syndrom macht mir Schwierigkeiten und ich leide manchmal tageweise unter Kopfschmerzen. Aber nein, da ist doch etwas Namens Beruf und erst Recht namens Projekt. Und solange Miara im Projekt ist, muss sie Hochleistung bringen, Erfolge zeigen. Und da darf sie bestimmt nicht wegen orthopädischer Behandlung ausfallen.

Nachdem ich bis Mitte der Woche schon wesentlich länger gemacht hatte, damit ich Freitag dann trotz Überstunden früher gehen konnte, gab es an diesem Wochenende noch eine Überraschung. Denn Freitags rief der Projektverantwortliche mich in der Bank an. Mummert könne ein Projekt gewinnen, aber die Bank wolle mich haben. Und ich sei ja eben woanders schon im Einsatz. Und so solle ich Freitag und Samstag meine Freizeit mal vergessen, und ein Intensivtraining in Düsseldorf mit einem Kollegen durchführen. Ich weiß nicht, wie hättet ihr reagiert? Klar habe ich das gemacht. Was ist schon ein verlorenes Wochenende, wenn man seinen Arbeitsplatz damit sichert. So denke ich mir und somit fuhr ich Freitag nachmittag fix und fertig dann nach Düsseldorf um dann Gott sei Dank nur bis 21.00 Uhr noch weiter zu machen. Samstag morgen früh raus und weiter gings...

Nachdenklich macht mich aber doch mein Körper. In so Phasen wie momentan habe ich sogar wenig Hunger am Tag, Abends kommt dann mein Schokoladenhunger. Ich bin leider privat schnell gereizt und total unlustig, etwas zu unternehmen. Und manchmal frage ich mich, ob sich das überhaupt auszahlt oder ob es nicht für jeden Menschen doch eine Grenze geben sollte. Und ob ich nicht irgendwie diese Grenze überschreite....

Ich fühle mich übrigens wohl, solange ich unter starkem Stress stehe. Wehe es folgt aber ein Wochenende, an dem nichts ansteht, dann kommen die Kopf- und Rückenschmerzen, so dass ich es kaum aushalte. Ein Warnzeichen meines Körpers, Zufall?

In dem Buch über Stress, das ich mir gekauft habe, gab es eine Liste mit Faktoren zum Ankreuzen, ob man zum gefährdeten Stresstyp A gehört. Etwas mulmig wurde mir doch, als ich 15 von 15 Fragen da mit Ja ankreuzen durfte. Und als ich las, was da an Folgereaktionen und Krankheiten entstehen können oder bei mir schon entstanden sind, das las sich auch nicht besser.

Aber ob ich deswegen schaffe, mein Leben zu ändern? Ich glaube, erst wenn es mich richtig umhaut, dann werde ich schlau. Wie die meisten Menschen eben.

Heute war ich mal für drei Stunden einfach so mit einem Buch am Rhein. Ich habe mich in den feinen sand gesetzt und gelegt und gelesen. Und hatte wieder ein schlechtes Gewissen. Denn in der Zeit hätte ich so viel machen können. Beiträge lesen und somit Online-Freunde beglücken. Beiträge schreiben, Bilder bearbeiten, Zimmer aufräumen. Mein Leser sieht, so einfach ist das nicht, von Gewohnheiten abzukommen. Selbst wenn man weiß, dass zu viel Stress dem Körper doch schadet.

Beruflich kann ich nur sagen, dass einige meiner Kollegen noch mehr ihrer Freizeit investieren, also bin ich wohl nicht zu extrem. Was meint ihr?


Das waren jetzt meine selbstkritischen Worte zum Wochenende.

Liebe Grüße, danke fürs Lesen.

Ich freue mich hier sehr über Kommentare, die mir vielleicht weiter helfen.

Miara

28 Bewertungen