Sturz ins Leere (DVD) Testbericht

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ab 7,78
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Erfahrungsbericht von Amidalah

Einmal Hölle und Zurück?

Pro:

Darstellung, Bildeinstellungen

Kontra:

nichts

Empfehlung:

Ja

Mein letzter Kinobesuch führte mich in das Dokudrama “Sturz ins Leere”. Der Film handelt von den beiden britischen Bergsteigern Joe Simpson und Simon Yates zu denen ich später noch einige Worte verlieren werde. Es wird die Erstbegehung der Beiden an der Westwand des 6356 Meter hohen Siula Grande in den peruanischen Anden in Form einer Dokumentation gezeigt.


Inhalt:
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Joe Simpson und sein Freund Simon Yates machten sich 1985 auf, die Westwand des Siula Grande als erste Menschen zu besteigen. Das Basiscamp am Fuße des Berges hütete Richard ein flüchtiger Bekannter der beiden. Joe und Simon starteten ihrer Tour und erreichen auch ohne größere Zwischenfälle schließlich völlig entkräftet und erschöpft nach 3 Tagen den Gipfel. Die beiden beginnen danach den Abstieg der bis zum Sturz von Joe problemlos verlaufen ist. Joe hat sich bei seinem Sturz das Schienbein und das Kniegelenk zerschmettert was für Bergsteiger in der Höhe und bei diesen widrigen Umständen tödlich ist. Eine Rettungsaktion scheint aussichtslos und so bleibt den beiden nur eine waghalsige Abseilmöglichkeit. Simon seilt seinen Partner unter schwersten Bedienungen an dem 90 m langen Seil ab. Doch nach einiger Zeit hängt der verletzte Joe plötzlich unter einer verborgenen Klippe in der Luft und kann das Seil nicht mehr entlasten. Somit hängen beide fest. Simon der seinen verletzen Partner abgeseilt hat kann nicht weiter nach unten klettern da das Seil nicht durch Joe entlastet wurde und sitzt somit am steilen Abhang an dem er kaum Halt hat fest. Die beiden haben keinerlei Möglichkeit miteinander zu kommunizieren da in dem Schneegestöber kein Wort zu verstehen ist. Simon der von der Last seines Freundes immer weiter den steilen Abhang hinuntergezogen wird trifft eine folgenschwere Entscheidung und kappt das Verbindungsseil an dem Joe hängt. Simon glaubt seinen Freund tod und schafft es schließlich sich ins Basislager wo Richard wartet zu retten. Dort angekommen verbrennen beide nach einem Tag symbolisch die Sachen von Joe.

Joe jedoch ist in eine Gletscherspalte gefallen und wie durch ein Wunder noch am Leben. Jedoch hat er auch aufgrund seines gebrochenen Schienbein keine Möglichkeit an der steilen Wand wieder hoch zu klettern. Ohne Nahrungsmittel und einer schwächer werdenden Lampe verharrt er einige Zeit an Ort und Stelle und verliert kurzzeitig die Nerven ehe er sich wieder besinnen kann. Er sieht nur eine Möglichkeit um seine aussichtslose Lage vielleicht zu verbessern und seilt sich tiefer in die dunkle Gletscherspalte ab. Am Grund der Gletscherspalte sieht er einen grellen Lichtstrahl dem er entgegenrobbt und ein Stück weiter oben kann er eine Öffnung erkennen. Schon soweit gekommen mobilisiert er seine letzen Kräfte und klettert mit größter Anstrengung der Öffnung entgegen und kann sich so aus der Gletscherspalte befreien. Völlig erschöpft und regungslos liegt er nun im Schnee und ist sichtlich erleichtert der Dunkelheit entkommen zu sein. Joe kann sich aufgrund seiner schweren Verletzung nur langsam vorwärts bewegen und er setzt sich kleine 20-Minuten-Ziele, das soll heißen das er versucht ein sichtbar entferntes Ziel innerhalb von 20 Minuten zu erreichen. Völlig ausgetrocknet isst der Schnee und trinkt am Fuße des Berges aus einer verschmutzen Pfütze. Allmählich kommt er kriechend voran und nähert sich langsam dem Basiscamp in der Hoffnung dort Richard und Simon vorzufinden. Kurz vor dem Camp verlassen ihn seine Kräfte.
Allein in der Dunkelheit liegend schreit er verzweifelt nach seinem Freund Simon.



Daten zum Film
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Der Originaltitel der Dokumentation lautet “Touching the Void” und wurde 2003 in Großbritannien produziert.

FSK ab 12 Jahre

Länge 106 Minuten

Regie: Kevin Macdonald

Produzent: John Smithson

Kamera: Mike Eley

Website: www.sturzinsleere.de
Dort sind alle Daten zum Film sowie Bilder zu finden



Darsteller:

Brendan Mackey als Joe Simpson
Mackey wurde in Belfast (Irland) geboren und lebt heute in London.
Er spielt u.a. in “Oranges are Blue”, “H3”, “Boxed”

Nicholas Aaron als Simon Yates
Aaron spielte u.a. in “Samuel Caine”, “Killing me softly”



Der Film bzw. die Dokumentation basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Joe Simpson “Sturz ins Leere - Überlebenskampf in den Anden”.


Oscargewinner Kevin Macdonald, zuständig für Regie, inszenierte den Bestseller als filmisches Tagebuch. Die Szenen in den Anden wurde nachgespielt während Joe Simspon und Simon Yates im Studio ihre Geschichte erzählen.




DIE BERGSTEIGER
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SIMON YATES ist 1963 in Leicestershire geboren und studierte Biochemie bevor er zu einem der bekanntesten Bergsteiger wurde. Yates kletterte auch nach den Geschehnissen in Peru in den entlegensten Gebieten der Welt. Er bereiste mehrmals Pakistan und macht dort die Erstbegehung des “Leyla Peak” (6300m) und des “Nemeka” (6400m) in Hushe. Das sind nur zwei der vielen 6000 Meter hohen Gipfel die er bestiegen hat.
Er hat 1997 ein Buch “Against the Wall” veröffentlicht und erhielt hierfür einen Award für Bergliteratur. Yates ist verheiratet und lebt heute in Cubria und hat sich auf Abenteuerreisen spezialisiert und hält Lesungen.


JOE SIMPSON ist 1961 in Malaya geboren und lebt in Sheffield (Großbritannien). Er studierte Englisch und Philosophie bevor er sich vollständig auf Alpinismus konzentrierte. Auch er unternahm Erstbesteigungen u.a. in den peruanischen Anden und im pakistanischen Karakoraml. Auch er ließ sich von den Erfahrungen am Siula Grande nicht vom Klettern abbringen und unternahm nach 2 Jahren und sechs Operationen weiter Touren u.a. im Himalaja. Heute ist er Fallschirmspringer und Greenpeace-Aktivist.
Sein Buch “Sturz ins Leere” erschien 1988 und gewann ebenfalls einen Award für Bergliteratur. Diesem Buch folgten weiter u.a. auch eine Autobiografie.




Meine Eindrücke
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Ich bin von dieser Dokumentation wahrlich beeindruckt. Nicht nur deshalb weil die Handlung auf wahren Begebenheiten basiert sondern weil sie einfach packend und ergreifend erzählt wird und vor allem Wahnsinns Bilder liefert. Allein schon wegen der Bilder war der Gang ins Kino berechtigt. Wenn man sieht wie erschwerlich der Aufstieg ist und die beindruckenden Bilder von Joe in der Gletscherspalte. Die ganze Dramatik wird dem Zuschauer rüber gebracht. Also ein Lob an den “Kamera-Chef” Mike Eley. Auch die Erzählungen und Einblendungen der beiden Bergsteiger lassen die Geschichte authentisch wirken. Der Film ist real und ohne Aufmachung a la Hollywood. Keinerlei Action oder Spannung sondern einfach eine Schilderung der Erlebnisse. Allein schon als Simon das Seil kappte - was ja unter Bergsteigern ein absolutes Tabu ist - wurde auf großartige Aufmachung verzichtet.

Ich muss gestehen dass ich vorher noch nie von Joe Simpson und Simon Yates gehört hatte und das obwohl beide lebende Legenden der Bergseiger sind. Aus diesem Grunde habe ich mich über beide mal ein klein wenig schlau gemacht. Beide haben einen sehr interessanten Werdegang wobei ich mich vor allem über Joe Simpson erkundigt habe, der aufgrund seiner schwerwiegenden Verletzung mehrmals operiert werden musste.

Zu den Schauspielern Brendan Mackey als Joe und Nicholas Aaron als Simon kann ich nicht viel sagen. Die beiden sind mir gänzlich unbekannt, genauso wie die Filme in denen sie bisher mitwirkten. Da auf große Schauspielerische Leistung bei dieser Dokumentation nicht viel Wert gelegt wurde kann ich die Arbeit der beiden nur insoweit beurteilen das sie die Tatsachen bzw. Geschehnisse gut nachgestellt haben.

Ich konnte bei der Dokumentation für mich selbst keine neuen Erkenntnisse oder Ratschläge erfahren - so nach dem Motto “Gib niemals auf” - “es gibt immer einen Ausweg” usw. aber ich bin voller Ehrfurcht und habe größten Respekt vor der psychischen wie auch physischen Leistung der beiden. Allein schon bei der Entscheidung das Seil zu kappen und somit meinen Partner der mir 100% vertraut in den fast sicheren Tod zu schicken - ich weiß nicht wie ich mich entschieden hätte. Simon Yates wurde deswegen auch von vielen Bergsteigern mit Vorwürfen überhäuft die jedoch sein Freund Joe Simpson nachhaltig zu wiederlegen versuchte. Er war auch in kleinster Weise sauer oder enttäuscht das sein Partner das Seil durchtrennte. Joe der bei dieser Bergtour 1985 mehrmals in einer ausweglosen Situation gewesen ist hat sich nie ganz aufgegeben und sich nicht selbst überlassen sondern stets gehandelt mit der Hoffnung etwas an seiner misslichen Lage zum Guten ändern zu können. Das wurde so unspektakulär ohne großes Heldentum und ohne Action und Spannung gezeigt was für mich eine glaubhafte Dokumentation ausmacht.



Fazit:
*****

Ich denke das sich die Fans vom Bergsteiger-Actionfilm “Vertical Limit” hier langweilen werden. Ich allerdings fand die Doku im Kino richtig klasse vor allem weil die Eindrücke und Bilder auf der großen Leinwand eine ganz andere Wirkung entfalten können als auf dem heimischen Fernsehgerät. Ich bin kein Extrembergsteiger aber das muss man für diese Doku echt nicht sein. Man erfährt hier ziemlich viel über Bergsteiger, wie sie sich in einer Ausweglosen Situation fühlen, über die Wertigkeit von Freundschaft, Durchhaltevermögen, Willen, Ängste und vor allem die nochdazukommende eisige Kälte.

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