Sünder ohne Zügel - In Extremo Testbericht
ab 5,04 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Summe aller Bewertungen
- Cover-Design:
- Klangqualität:
Erfahrungsbericht von jabberwocky666
Das Mittelalter erliegt dem Kommerz
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
1.)Die Band
2.)Die CD
3.)Fazit
1.)Die Band: „In Extremo“ wurde 1996 gegründet, nachdem die Vorbilder „Corvus Corax“ immer größeren Erfolg hatten und der Markt noch genug Platz für eine zweite Gruppe dieses Genres bot. „In Extremo“ haben sich auf die Darbietung mittelalterlichen Liedgutes spezialisiert, das sie ursprünglich nur mit Dudelsäcken, Pauken und Schalmeien intonierten. Bereits 1997 konnte ich die Gruppe live auf dem Wäscherschloß zwischen Göppingen und Schwäbisch Gmünd erleben, wo sie seither jedes Jahr ein Gastspiel geben. Im Laufe der Jahre bauten „In Extremo“ ihr Instrumentenreportoire aus und begannen, zu den mittelalterlichen Klängen noch Instrumente der Neuzeit (E-Gitarre, Synthesizer) zu mixen. Diese Mischung fand nicht immer ungeteilte Zustimmung, weshalb „In Extremo“ seit 1998 mit einer „Akustikshow“ und einer „Rockshow“ auftreten, damit man gleich weiß, was einen erwartet. Mit „Sünder ohne Zügel“ sind von der Band mittlerweile 6 CDs erschienen, wobei „Sünder ohne Zügel“ die dritte Ausgabe der Rockshow ist.
2.)Die CD: Nach dem Einlegen der CD dachte ich zuerst, ich hätte versehentlich nach der falschen Scheibe gegriffen. Die Töne, die da aus meinen Boxen kamen, erinnerten mich fatal an „Rammstein“, der erste Dudelsack war erst zu Beginn des Refrains zu hören. Das erste Stück nennt sich „Wind“ und wird gewiss keines meiner Lieblingssongs der Gruppe werden.
Der nächste Song, „Krummavisur“ ist wohl schwedischen Ursprungs und kommt zuerst auch recht rockig daher. Nach kurzer Zeit kommen noch chinesische Elemente ins Spiel und machen das Lied wider Erwarten nach mehrmaligem Hören doch schon fast zu einem Ohrwurm; zumindest hört sich das Resultat recht melodisch an.
Song Nr.3, „Lebensbeichte“, fängt zwar nach meinem Geschmack an (nettes Dudelsack-Intro), wird dann jedoch zu einer Ballade, wiederum im Stil von „Rammstein“. Vom Intro und Teilen des Refrains einmal abgesehen, entspricht das Lied nicht meinen Vorstellungen.
Die „Meerseburger Zaubersprüche“ müssen als 4. Lied der CD herhalten. Von diesem Song gibt es z.B. eine wirklich geniale Interpretation auf der (Rock-) CD „Verehrt und angespien“, gegen die dieser Neuaufguss wirklich lahm daherkommt. Ein absolutes Tief der Gruppe, das auch noch von Chorälen untermalt wird! Lediglich die Sprache ist interessant, doch auch die ist in der ursprünglichen Version besser. (copyright@jabberwocky666)
Nr.5 ist ein lateinisch/deutscher Mix mit dem Namen „Stetit Puella“, der recht düster anzuhören ist. Eine sehr dominante Bassgitarre wird durch einen Synthi unterstützt. Viele verschiedene Rhythmen wechseln sich in dem Stück ab, was es wenig eingängig macht. Wenigstens gibt es darin ein paar nette Dudelsack-Soli.
„Vollmond“ könnte zwar auch mal wieder von Rammstein stammen, ist jedoch über weite Strecken sehr melodisch und nett anzuhören. Der Text ist morbide und tendiert schon stark in die Ecke der Grufties. Insgesamt betrachtet jedoch ein durchaus hörbares Werk.
Als Ballade verpackt kommt „Die Gier“ als Song Nr.7 daher. Ruhiges Lied mit sanftem Gesang, das einfach so vor sich hinplätschert und maximal zum Mitsummen oder träumen einlädt. Kein Renner, aber doch eines der besseren Lieder auf der CD.
„Omnia Sol Temperat“ beginnt mit einem knallharten Bass, der jedoch bald von einem Dudelsack abgelöst wird, bis dieser wiederum dem lateinischen Text weichen muss. Ein interessantes Lied, das mir sehr gut gefällt, hart und schnell. Es basiert übrigens auf der „Carmina Burana“.
Nr.9, „Le 'or Chiyuhech“ wäre nett zum Mitsingen, wenn man den Text verstehen würde. Das ist bei „Kacha hashmesh vesivo, Yakdu ne´urai bi“ und ähnlichem leider nicht so einfach. Der wahre Fan wird jedoch auch diese Hürde nehmen. Für mich eines der besten Lieder auf der CD.
Das 10.Lied, „Rattenfänger“, hat einen Text von Goethe zum Inhalt. Das Dudelsack-Intro kannte ich sonst nur durch „Corvus Corax“, bei denen sich das Lied jedoch „Platte butzen“ nannte, falls ich mich recht entsinne. Die Interpretation von „In Extremo“ und Goethe ist ganz nett anzuhören, letztendlich jedoch Durchschnitt.
Nr.11, „Oskasteinar“ ist wieder ein richtiges Wikingerlied, bei dem man unwillkürlich an Schlachten und Gemetzel denkt. Sehr eingänglich und fetzig. Andere Beispiele von Wikingergesängen findet man übrigens auf der (Rock-) CD „Weckt die Toten“.
„Nature Nous Semont“ macht das Dutzend voll. Arg viel mehr ist zu dem französischen Lied auch nicht zu sagen. Man nimmt es auch bei mehrmaligem Hören nicht wahr und hätte es auch nicht auf dieser CD unterbringen müssen.
Der 13. und letzte Song ist wieder eine Ballade und nennt sich „Unter dem Meer“, handelt vom Tod und ist so düster und melancholisch, dass „Umbra et Imago“ ihre Freude hätten. Allerdings ist das Lied dem Thema angemessen sehr langsam und ruhig und somit nicht ganz mein Fall.
3.)Fazit: Als ehrlicher Verbraucher habe ich mir die CD bei Real für DM 35,19 / € 17,99 gekauft. Sie war ihr Geld leider nicht wert und kommt an ihre Vorgänger („Weckt die Toten“ + „Verehrt und angespien“) nicht heran. „In Extremo“ haben irgendwie ihre Identität verloren und versuchen zu sehr, anderen Gruppen nachzueifern. Das ist sehr schade, da ihr eigener Stil sehr erfolgreich war. Die neue CD „Sünder ohne Zügel“ wird jetzt schon zur Prime-time im Fernsehen beworben, womit der Schritt vom Geheimtipp zur kommerzorientierten Gruppe schon vollzogen ist. Schade. Back to the roots wäre die richtige Devise für die Gruppe.
Derzeit ist die Band übrigens auf Deutschlandtournee, die aktuellen Daten und gute downloads von Videos gibt es unter http://www.inextremo.de/homepage.php3?IE=1
Carpe Noctem, Euer Jabber
2.)Die CD
3.)Fazit
1.)Die Band: „In Extremo“ wurde 1996 gegründet, nachdem die Vorbilder „Corvus Corax“ immer größeren Erfolg hatten und der Markt noch genug Platz für eine zweite Gruppe dieses Genres bot. „In Extremo“ haben sich auf die Darbietung mittelalterlichen Liedgutes spezialisiert, das sie ursprünglich nur mit Dudelsäcken, Pauken und Schalmeien intonierten. Bereits 1997 konnte ich die Gruppe live auf dem Wäscherschloß zwischen Göppingen und Schwäbisch Gmünd erleben, wo sie seither jedes Jahr ein Gastspiel geben. Im Laufe der Jahre bauten „In Extremo“ ihr Instrumentenreportoire aus und begannen, zu den mittelalterlichen Klängen noch Instrumente der Neuzeit (E-Gitarre, Synthesizer) zu mixen. Diese Mischung fand nicht immer ungeteilte Zustimmung, weshalb „In Extremo“ seit 1998 mit einer „Akustikshow“ und einer „Rockshow“ auftreten, damit man gleich weiß, was einen erwartet. Mit „Sünder ohne Zügel“ sind von der Band mittlerweile 6 CDs erschienen, wobei „Sünder ohne Zügel“ die dritte Ausgabe der Rockshow ist.
2.)Die CD: Nach dem Einlegen der CD dachte ich zuerst, ich hätte versehentlich nach der falschen Scheibe gegriffen. Die Töne, die da aus meinen Boxen kamen, erinnerten mich fatal an „Rammstein“, der erste Dudelsack war erst zu Beginn des Refrains zu hören. Das erste Stück nennt sich „Wind“ und wird gewiss keines meiner Lieblingssongs der Gruppe werden.
Der nächste Song, „Krummavisur“ ist wohl schwedischen Ursprungs und kommt zuerst auch recht rockig daher. Nach kurzer Zeit kommen noch chinesische Elemente ins Spiel und machen das Lied wider Erwarten nach mehrmaligem Hören doch schon fast zu einem Ohrwurm; zumindest hört sich das Resultat recht melodisch an.
Song Nr.3, „Lebensbeichte“, fängt zwar nach meinem Geschmack an (nettes Dudelsack-Intro), wird dann jedoch zu einer Ballade, wiederum im Stil von „Rammstein“. Vom Intro und Teilen des Refrains einmal abgesehen, entspricht das Lied nicht meinen Vorstellungen.
Die „Meerseburger Zaubersprüche“ müssen als 4. Lied der CD herhalten. Von diesem Song gibt es z.B. eine wirklich geniale Interpretation auf der (Rock-) CD „Verehrt und angespien“, gegen die dieser Neuaufguss wirklich lahm daherkommt. Ein absolutes Tief der Gruppe, das auch noch von Chorälen untermalt wird! Lediglich die Sprache ist interessant, doch auch die ist in der ursprünglichen Version besser. (copyright@jabberwocky666)
Nr.5 ist ein lateinisch/deutscher Mix mit dem Namen „Stetit Puella“, der recht düster anzuhören ist. Eine sehr dominante Bassgitarre wird durch einen Synthi unterstützt. Viele verschiedene Rhythmen wechseln sich in dem Stück ab, was es wenig eingängig macht. Wenigstens gibt es darin ein paar nette Dudelsack-Soli.
„Vollmond“ könnte zwar auch mal wieder von Rammstein stammen, ist jedoch über weite Strecken sehr melodisch und nett anzuhören. Der Text ist morbide und tendiert schon stark in die Ecke der Grufties. Insgesamt betrachtet jedoch ein durchaus hörbares Werk.
Als Ballade verpackt kommt „Die Gier“ als Song Nr.7 daher. Ruhiges Lied mit sanftem Gesang, das einfach so vor sich hinplätschert und maximal zum Mitsummen oder träumen einlädt. Kein Renner, aber doch eines der besseren Lieder auf der CD.
„Omnia Sol Temperat“ beginnt mit einem knallharten Bass, der jedoch bald von einem Dudelsack abgelöst wird, bis dieser wiederum dem lateinischen Text weichen muss. Ein interessantes Lied, das mir sehr gut gefällt, hart und schnell. Es basiert übrigens auf der „Carmina Burana“.
Nr.9, „Le 'or Chiyuhech“ wäre nett zum Mitsingen, wenn man den Text verstehen würde. Das ist bei „Kacha hashmesh vesivo, Yakdu ne´urai bi“ und ähnlichem leider nicht so einfach. Der wahre Fan wird jedoch auch diese Hürde nehmen. Für mich eines der besten Lieder auf der CD.
Das 10.Lied, „Rattenfänger“, hat einen Text von Goethe zum Inhalt. Das Dudelsack-Intro kannte ich sonst nur durch „Corvus Corax“, bei denen sich das Lied jedoch „Platte butzen“ nannte, falls ich mich recht entsinne. Die Interpretation von „In Extremo“ und Goethe ist ganz nett anzuhören, letztendlich jedoch Durchschnitt.
Nr.11, „Oskasteinar“ ist wieder ein richtiges Wikingerlied, bei dem man unwillkürlich an Schlachten und Gemetzel denkt. Sehr eingänglich und fetzig. Andere Beispiele von Wikingergesängen findet man übrigens auf der (Rock-) CD „Weckt die Toten“.
„Nature Nous Semont“ macht das Dutzend voll. Arg viel mehr ist zu dem französischen Lied auch nicht zu sagen. Man nimmt es auch bei mehrmaligem Hören nicht wahr und hätte es auch nicht auf dieser CD unterbringen müssen.
Der 13. und letzte Song ist wieder eine Ballade und nennt sich „Unter dem Meer“, handelt vom Tod und ist so düster und melancholisch, dass „Umbra et Imago“ ihre Freude hätten. Allerdings ist das Lied dem Thema angemessen sehr langsam und ruhig und somit nicht ganz mein Fall.
3.)Fazit: Als ehrlicher Verbraucher habe ich mir die CD bei Real für DM 35,19 / € 17,99 gekauft. Sie war ihr Geld leider nicht wert und kommt an ihre Vorgänger („Weckt die Toten“ + „Verehrt und angespien“) nicht heran. „In Extremo“ haben irgendwie ihre Identität verloren und versuchen zu sehr, anderen Gruppen nachzueifern. Das ist sehr schade, da ihr eigener Stil sehr erfolgreich war. Die neue CD „Sünder ohne Zügel“ wird jetzt schon zur Prime-time im Fernsehen beworben, womit der Schritt vom Geheimtipp zur kommerzorientierten Gruppe schon vollzogen ist. Schade. Back to the roots wäre die richtige Devise für die Gruppe.
Derzeit ist die Band übrigens auf Deutschlandtournee, die aktuellen Daten und gute downloads von Videos gibt es unter http://www.inextremo.de/homepage.php3?IE=1
Carpe Noctem, Euer Jabber
29 Bewertungen, 4 Kommentare
-
26.08.2002, 21:13 Uhr von diewicca
Bewertung: sehr hilfreichgute Info aber Geschmäcker sind verschieden. Mir gefällt es gut allerding stimmt es, dass die älteren Stücke am Besten waren, wie bei fast jeder Band. Ich habe In Extremo nun endlich zum ersten mal live gesehen und war schwer beeindruck
-
26.02.2002, 19:49 Uhr von Sellina
Bewertung: sehr hilfreichsehr schön beschrieben. LG Sellina
-
26.02.2002, 12:16 Uhr von Qualle
Bewertung: sehr hilfreichschöner Bericht
-
26.02.2002, 12:13 Uhr von owesen
Bewertung: sehr hilfreichKlasse Band, klasse Bericht !!! Gruß, Sönke ( owi13 )
Bewerten / Kommentar schreiben