Das Parfum (gebundene Ausgabe) / Patrick Süskind Testbericht
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Erfahrungsbericht von galeria
Mitleid mit einem Massenmörder?
Pro:
alles
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Ja
Ein winziges Büchlein liegt hier vor mir, so klein, dass es in eine Hand passt, aber doch so voll gespickt mit verwirrenden Gedanken eines Mannes, der ganz Opfer seines Körpers, zum Massenmörder wurde.
Jean-Baptiste Grenouille lebte im 18. Jahrhundert und kam in einer stinkenden Gasse unter einem stinkenden mit Fischabfällen verdreckten Verkaufsstand zur Welt. Seine Mutter dachte, er wäre nur eine weitere Todgeburt, aber als sich das Kind durch einen Schrei bemerkbar machte, richtete man seine Mutter hin wegen versuchter Kindstötung. So begann das Leben eines Mannes, der von einer Ecke in die andere geschubst wurde, weil er den Teufel im Leib haben müsse, da er nicht rieche. Nun hat jedes Individuum einen eigenen Geruch, aber nicht so Grenouille. Er roch nach nichts. Dafür war er aber mit einer begnadeten Nase gesegnet, sein Sinn für Düfte war so stark ausgeprägt, ein Effekt, gleichsam dem starken Tast- und Hörsinn eines Erblindeten.
Er machte seinen Gesellenbrief bei einem Parfumeur und kreierte die aufregendsten und feinsten Düfte, die je bisher geschaffen wurden, aber sein Meister machte die Kohle. Grenouille litt. Er litt an seiner Nase, er litt an seinem Körper, er litt daran, dass die Menschen ihn nicht mochten, ihn nicht bemerkten oder gar verabscheuten, weil er nicht roch. Er hasste die Menschen, er hasste ihren Gestank. Er hatte die Menschen satt.
Er machte eine Reise weit weg von jeglicher menschlicher Zivilisation. Er lebte einsam und allein auf einem Berg in einer Höhle. Genoss nur den natürlichen Duft seiner Umwelt und wäre fast gestorben, weil seine Gedanken wie in Trance zu ihm kamen und er in völliger Bewusstlosigkeit nur in seinen eigenen gespeicherten Düften schwelgen konnte. Sein Hirn muss ein geniales Speichersystem gewesen sein, so viele verschiedene Nuancen, die er unterscheiden konnte, sogar Steine und Metall konnte er riechen. Und all diese Gerüche rief er sich hervor, zauberte sie sich herbei aus seinem Hirn, das unendlich viele Aromen gespeichert hatte...und durch diese wunderbaren Extasen bekam er einen Alptraum: sein nicht vorhandener Duft tauchte als unheimlicher Nebel in seine Träume und brachte ihm ein Grauen, dass er sofort beschloss, er müsse wieder unter Menschen.
Und so kam es, dass er wieder auf die Reise ging, aber immer der Nase nach in Richtung Menschengestank. Und er kreierte für sich selbst ein Parfum, was ihn riechend machte, bis ihm dann die Idee kam, einen Duft herzustellen aus dem Geruch sehr beliebter Menschen, Frauen, die jedermann anzogen durch ihren Duft, sein Ziel: mit diesem Duft wollte er endlich beliebt sein bei den Menschen...
Mehr werde ich nicht erzählen, das war wohl schon genug aus dem Inhalt. Aber so wie Patrick Süskind sich ausdrückt, so fühlt und denkt man mit diesem Mörder Grenouille, man hat Mitleid mit ihm, man möchte ihm all die Liebe schenken, auf die er sein ganzes Leben verzichten musste. So lange musste er der Liebe entbehren, einer Liebe, die er nicht mal kannte, dass er am Ende zum Ziel gelangt, die Liebe hasste. Ein armes Geschöpf, im Gestank geboren aber mit einer wahrhaft göttlichen Nase gesegnet, was hätte alles aus ihm werden können mit einem bisschen mehr Liebe.
Man verurteilt zwar die Morde, aber man kann den kranken Geist verstehen. Süskind beschreibt ihn vortrefflich. Ein Buch, welches niemals verfilmt werden kann, da es zum größten Teil aus Gedanken besteht, Gedanken und Düften, ob schlecht, ob gut. Ein Buch, was sich leicht liest, spannend ist, aber auch zum Nachdenken anregt. Die Irrungen und Wirrungen des menschlichen Geistes, auf der einen Seite ein Genie, auf der anderen eine Bestie. Ein Buch, was nicht umsonst als das erfolgreichste deutschsprachige Buch des 20. Jahrhunderts bezeichnet wird.
Sehnsüchte und Wünsche eines Menschen, der dann doch gar kein Mensch sein durfte. Und er wollte so gern Mensch sein, einer von vielen wollte er sein. Und zum Schluss bestrafte er die Menschen, weil er selbst nicht das haben konnte, was sie hatten, das Elementarste, was jeder Mensch besitzt, seinen eigenen Geruch. Dieses Buch wirkt nachhaltig und man vergisst es nicht so schnell. Ich für meinen Teil betrachte es als wertvolle Literatur, die ich ganz bestimmt mal wieder hervor holen werde.
Vielen Dank fürs Lesen,
eure Galeria.
Jean-Baptiste Grenouille lebte im 18. Jahrhundert und kam in einer stinkenden Gasse unter einem stinkenden mit Fischabfällen verdreckten Verkaufsstand zur Welt. Seine Mutter dachte, er wäre nur eine weitere Todgeburt, aber als sich das Kind durch einen Schrei bemerkbar machte, richtete man seine Mutter hin wegen versuchter Kindstötung. So begann das Leben eines Mannes, der von einer Ecke in die andere geschubst wurde, weil er den Teufel im Leib haben müsse, da er nicht rieche. Nun hat jedes Individuum einen eigenen Geruch, aber nicht so Grenouille. Er roch nach nichts. Dafür war er aber mit einer begnadeten Nase gesegnet, sein Sinn für Düfte war so stark ausgeprägt, ein Effekt, gleichsam dem starken Tast- und Hörsinn eines Erblindeten.
Er machte seinen Gesellenbrief bei einem Parfumeur und kreierte die aufregendsten und feinsten Düfte, die je bisher geschaffen wurden, aber sein Meister machte die Kohle. Grenouille litt. Er litt an seiner Nase, er litt an seinem Körper, er litt daran, dass die Menschen ihn nicht mochten, ihn nicht bemerkten oder gar verabscheuten, weil er nicht roch. Er hasste die Menschen, er hasste ihren Gestank. Er hatte die Menschen satt.
Er machte eine Reise weit weg von jeglicher menschlicher Zivilisation. Er lebte einsam und allein auf einem Berg in einer Höhle. Genoss nur den natürlichen Duft seiner Umwelt und wäre fast gestorben, weil seine Gedanken wie in Trance zu ihm kamen und er in völliger Bewusstlosigkeit nur in seinen eigenen gespeicherten Düften schwelgen konnte. Sein Hirn muss ein geniales Speichersystem gewesen sein, so viele verschiedene Nuancen, die er unterscheiden konnte, sogar Steine und Metall konnte er riechen. Und all diese Gerüche rief er sich hervor, zauberte sie sich herbei aus seinem Hirn, das unendlich viele Aromen gespeichert hatte...und durch diese wunderbaren Extasen bekam er einen Alptraum: sein nicht vorhandener Duft tauchte als unheimlicher Nebel in seine Träume und brachte ihm ein Grauen, dass er sofort beschloss, er müsse wieder unter Menschen.
Und so kam es, dass er wieder auf die Reise ging, aber immer der Nase nach in Richtung Menschengestank. Und er kreierte für sich selbst ein Parfum, was ihn riechend machte, bis ihm dann die Idee kam, einen Duft herzustellen aus dem Geruch sehr beliebter Menschen, Frauen, die jedermann anzogen durch ihren Duft, sein Ziel: mit diesem Duft wollte er endlich beliebt sein bei den Menschen...
Mehr werde ich nicht erzählen, das war wohl schon genug aus dem Inhalt. Aber so wie Patrick Süskind sich ausdrückt, so fühlt und denkt man mit diesem Mörder Grenouille, man hat Mitleid mit ihm, man möchte ihm all die Liebe schenken, auf die er sein ganzes Leben verzichten musste. So lange musste er der Liebe entbehren, einer Liebe, die er nicht mal kannte, dass er am Ende zum Ziel gelangt, die Liebe hasste. Ein armes Geschöpf, im Gestank geboren aber mit einer wahrhaft göttlichen Nase gesegnet, was hätte alles aus ihm werden können mit einem bisschen mehr Liebe.
Man verurteilt zwar die Morde, aber man kann den kranken Geist verstehen. Süskind beschreibt ihn vortrefflich. Ein Buch, welches niemals verfilmt werden kann, da es zum größten Teil aus Gedanken besteht, Gedanken und Düften, ob schlecht, ob gut. Ein Buch, was sich leicht liest, spannend ist, aber auch zum Nachdenken anregt. Die Irrungen und Wirrungen des menschlichen Geistes, auf der einen Seite ein Genie, auf der anderen eine Bestie. Ein Buch, was nicht umsonst als das erfolgreichste deutschsprachige Buch des 20. Jahrhunderts bezeichnet wird.
Sehnsüchte und Wünsche eines Menschen, der dann doch gar kein Mensch sein durfte. Und er wollte so gern Mensch sein, einer von vielen wollte er sein. Und zum Schluss bestrafte er die Menschen, weil er selbst nicht das haben konnte, was sie hatten, das Elementarste, was jeder Mensch besitzt, seinen eigenen Geruch. Dieses Buch wirkt nachhaltig und man vergisst es nicht so schnell. Ich für meinen Teil betrachte es als wertvolle Literatur, die ich ganz bestimmt mal wieder hervor holen werde.
Vielen Dank fürs Lesen,
eure Galeria.
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