Erfahrungsbericht von kerlimaus99
Was lange währt, wird endlich gut, nicht immer
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
oder zumindest nicht auf Anhieb.
Zunächst einmal möchte ich meiner abschließenden Bewertung etwas vorweggreifen und sagen, daß ich Anno 1503 ebenso, wie den Vorgänger Anno 1602 und das zugrunde liegende Spielsystem für mit das beste halte, was ich bis jetzt gesehen habe. Wer schon mal auf meine Gesamtbewertung gespickt hat, wird sich vielleicht wundern, warum ich dann nicht die volle Punktzahl vergebe, aber ich hoffe, daß klärt sich im Verlauf des Beitrages auf.
Vielleicht zunächst ein Blick in die etwas jüngere Vergangenheit. Was haben wir, oder zumindest viele andere und ich, in den letzten Jahren mit Anno 1602 und diversen Add-Ons gewuselt und gemacht. Hunderte von neuen Zivilisationen wurden aufgebaut, Gegener und Piraten vernichtet und die eigene Bevölkerung zu Wohlstand und Reichtum geführt. Und nachdem ein Nachfolger angekündigt war, schmachteten wir diesem regelrecht entgegen und leider wurde das Launching mehrfach verschoben, doch dann kam es endlich.
Vielleicht beschreibe ich mal kurz, was Anno 1503 überhaupt ist, auch wenn ich davon ausgehe, daß es die meisten wahrscheinlich wissen. Wobei kurz ist einfach gesagt, denn ein solche Spiel läßt sich nicht so einfach in wenigen oder auch ein paar mehr Sätzen beschreiben, wenn man keinen Roman schreiben will, aber ich will es dennoch mal versuchen, bitte aber schon jetzt um Entschuldigung, daß die Beschreibung verständlicherweise etwas oberflächlich ist, denn alle Details und Features zu beschreiben würde einfach den Rahmen eines jeden Beitrages sprengen.
Anno 1503 ist wie sein Vorgänger eine Mischung aus Strategie- und Aufbauspiel, wobei allerdings auch militärische Auseinandersetzungen nicht zu kurz kommen. Zunächst beginnt man mit einem Schiff, daß die nötigsten Materialen zum Beginn des Aufbaus einer neuen Zivilisation beinhaltet. Nun läßt man sich irgendwo nieder, muß auch genau überlegt sein wo, und fängt an, man baut Holzfällerhütten, und Behausungen und mit der Zeit und bei entsprechender Versorgung mit den benötigten Waren steigt die Bevölkerung in die nächste Stufe auf, was mehr Einnahmen, mehr Bevölkerung, aber auch höhere Ansprüche dieser zur Folge hat. Man muß also auch andere Inseln erschließen und die benötigten Rohstoffe, abbauen oder anpflanzen und die Waren produzieren, wobei man auch das Militär nicht vernachlässigen darf, da der eigene Aufschwung irgendwann dem Gegner ein Dorn im Auge ist, der mit viel mehr KI ausgestattet ist, wie bei Anno 1602.
Soweit in groben Zügen eine zugegebenermaßen sehr vereinfachte Darstellung des Spiels.
Nun vielleicht mal zu den wichtigsten Änderungen gegenüber Anno 1602.
Natürlich gibt es neue Inselwelten, die jetzt auch in verschiedenen Klimazonen unterteilt sind, was auf die Möglichkeiten des Anbaus und der Produktion natürlich direkten Einfluß hat, was ich sehr gut finde.
Die Steuern wurden durch Erlöse der verkauften Waren an Marktständen ersetzt, schon realistischer, denn bei Anno 1602 gab es halt nur Steuern und man hatte den Eindruck, die Waren gäbe es für umsonst, aber ein Mix aus beidem wäre sicher noch besser gewesen.
Die Computergegner wurden mit einer wesentlich besseren und stärkeren KI ausgestattet, für meinen Geschmack ohne Patch schon zuviel, so daß einem sicher schnell das Lachen vergeht, wenn man angegriffen wird, hatte man doch in Anno 1602, hatte man das Spiel erstmal im Griff, für die Gegner doch meist nur ein müdes Lächeln über, so untauglich waren die meisten ihrer Angriffsversuche.
Graphik, Sound und Musik sind sehr abwechslungsreich und detailgetreu, wie man es vom Vorgänger gewohnt war, nur noch viel besser, alles in allem also ein Spitzenspiel.
Aber warum dann nicht volle Punktzahl, ganz einfach. Da das Launching ja mehrmals verschoben wurde, durfte man wohl davon ausgehen, ein weitestgehend fehlerfreies Spiel zu bekommen, aber weit gefehlt. Ich bin sicherlich der letzte, der kleinere Fehler übelnimmt, da ich selbst aus der Softwarebranche komme und weiß, daß man für Investitionen in Neuentwicklungen irgendwann mal Rückflüsse braucht, weshalb man ein Launching nicht unendlich hinauszögern kann und ich weiß auch, daß die meisten Programme so komplex sind, daß man sie gar nicht 100%ig austesten kann. Aber was einem hier geboten wurde grenzt schon an eine Unverschämtheit, denn je nach eingesetztem Betriebssystem, Graphik- und Soundkarte, sowie in Abhängigkeit von der Größe des Arbeitsspeichers funktionierte bei meinen Freuden und Bekannten und mir selbst, alle Hardcore-Anno-Fans mal mehr oder mal weniger bis gar nichts, Abstürze waren normal und an der Tagesordnung und die Computergegner chancenlos überlegen. Alle aufgetretenen Fehler hier aufzuzählen würde den Rahmen hier auch eindeutig sprengen, aber dafür gibt es ja jetzt einen finalen Patch.
Was soll das überhaupt heißen, finaler Patch, folgt keiner mehr, denn erstens behebt er nicht alle Fehler, ja nicht mal alle, die als gefixt beschrieben werden sind dies auch.
Ich finde es einfach unverschämt ein solch unfertiges fehlerhaftes Programm für teures Geld, immerhin etwa 50,- Euro, auf den Markt zu bringen und die User mehr oder weniger als Beta-tester zu mißbrauchen.
Ich jedenfalls bin von dem Spiel zwar begeistert und mit dem Patch ist es halt auch spielbar, wenn man die verbleibenen Bugs einfach als gegeben hinnimmt, hoffe auf den nächsten Patch, bin aber von Hersteller maßlos enttäuscht und deshalb vergebe ich verständlicherweise nicht die volle Punktzahl.
Sollte etwas Wichtiges oder Wissenswertes fehlen, so bin ich für Hinweise und Anregungen als Basis für ein eventuelles Update ebenso dankbar, wie für jeden anderen Eurer hoffentlich wieder zahlreichen Kommentare.
Danke für Euer Interesse sowie das Lesen und Bewerten meines Beitrages.
Liebe Grüße
Euer kerlimaus99
© kerlimaus99 15.01.2003
Zunächst einmal möchte ich meiner abschließenden Bewertung etwas vorweggreifen und sagen, daß ich Anno 1503 ebenso, wie den Vorgänger Anno 1602 und das zugrunde liegende Spielsystem für mit das beste halte, was ich bis jetzt gesehen habe. Wer schon mal auf meine Gesamtbewertung gespickt hat, wird sich vielleicht wundern, warum ich dann nicht die volle Punktzahl vergebe, aber ich hoffe, daß klärt sich im Verlauf des Beitrages auf.
Vielleicht zunächst ein Blick in die etwas jüngere Vergangenheit. Was haben wir, oder zumindest viele andere und ich, in den letzten Jahren mit Anno 1602 und diversen Add-Ons gewuselt und gemacht. Hunderte von neuen Zivilisationen wurden aufgebaut, Gegener und Piraten vernichtet und die eigene Bevölkerung zu Wohlstand und Reichtum geführt. Und nachdem ein Nachfolger angekündigt war, schmachteten wir diesem regelrecht entgegen und leider wurde das Launching mehrfach verschoben, doch dann kam es endlich.
Vielleicht beschreibe ich mal kurz, was Anno 1503 überhaupt ist, auch wenn ich davon ausgehe, daß es die meisten wahrscheinlich wissen. Wobei kurz ist einfach gesagt, denn ein solche Spiel läßt sich nicht so einfach in wenigen oder auch ein paar mehr Sätzen beschreiben, wenn man keinen Roman schreiben will, aber ich will es dennoch mal versuchen, bitte aber schon jetzt um Entschuldigung, daß die Beschreibung verständlicherweise etwas oberflächlich ist, denn alle Details und Features zu beschreiben würde einfach den Rahmen eines jeden Beitrages sprengen.
Anno 1503 ist wie sein Vorgänger eine Mischung aus Strategie- und Aufbauspiel, wobei allerdings auch militärische Auseinandersetzungen nicht zu kurz kommen. Zunächst beginnt man mit einem Schiff, daß die nötigsten Materialen zum Beginn des Aufbaus einer neuen Zivilisation beinhaltet. Nun läßt man sich irgendwo nieder, muß auch genau überlegt sein wo, und fängt an, man baut Holzfällerhütten, und Behausungen und mit der Zeit und bei entsprechender Versorgung mit den benötigten Waren steigt die Bevölkerung in die nächste Stufe auf, was mehr Einnahmen, mehr Bevölkerung, aber auch höhere Ansprüche dieser zur Folge hat. Man muß also auch andere Inseln erschließen und die benötigten Rohstoffe, abbauen oder anpflanzen und die Waren produzieren, wobei man auch das Militär nicht vernachlässigen darf, da der eigene Aufschwung irgendwann dem Gegner ein Dorn im Auge ist, der mit viel mehr KI ausgestattet ist, wie bei Anno 1602.
Soweit in groben Zügen eine zugegebenermaßen sehr vereinfachte Darstellung des Spiels.
Nun vielleicht mal zu den wichtigsten Änderungen gegenüber Anno 1602.
Natürlich gibt es neue Inselwelten, die jetzt auch in verschiedenen Klimazonen unterteilt sind, was auf die Möglichkeiten des Anbaus und der Produktion natürlich direkten Einfluß hat, was ich sehr gut finde.
Die Steuern wurden durch Erlöse der verkauften Waren an Marktständen ersetzt, schon realistischer, denn bei Anno 1602 gab es halt nur Steuern und man hatte den Eindruck, die Waren gäbe es für umsonst, aber ein Mix aus beidem wäre sicher noch besser gewesen.
Die Computergegner wurden mit einer wesentlich besseren und stärkeren KI ausgestattet, für meinen Geschmack ohne Patch schon zuviel, so daß einem sicher schnell das Lachen vergeht, wenn man angegriffen wird, hatte man doch in Anno 1602, hatte man das Spiel erstmal im Griff, für die Gegner doch meist nur ein müdes Lächeln über, so untauglich waren die meisten ihrer Angriffsversuche.
Graphik, Sound und Musik sind sehr abwechslungsreich und detailgetreu, wie man es vom Vorgänger gewohnt war, nur noch viel besser, alles in allem also ein Spitzenspiel.
Aber warum dann nicht volle Punktzahl, ganz einfach. Da das Launching ja mehrmals verschoben wurde, durfte man wohl davon ausgehen, ein weitestgehend fehlerfreies Spiel zu bekommen, aber weit gefehlt. Ich bin sicherlich der letzte, der kleinere Fehler übelnimmt, da ich selbst aus der Softwarebranche komme und weiß, daß man für Investitionen in Neuentwicklungen irgendwann mal Rückflüsse braucht, weshalb man ein Launching nicht unendlich hinauszögern kann und ich weiß auch, daß die meisten Programme so komplex sind, daß man sie gar nicht 100%ig austesten kann. Aber was einem hier geboten wurde grenzt schon an eine Unverschämtheit, denn je nach eingesetztem Betriebssystem, Graphik- und Soundkarte, sowie in Abhängigkeit von der Größe des Arbeitsspeichers funktionierte bei meinen Freuden und Bekannten und mir selbst, alle Hardcore-Anno-Fans mal mehr oder mal weniger bis gar nichts, Abstürze waren normal und an der Tagesordnung und die Computergegner chancenlos überlegen. Alle aufgetretenen Fehler hier aufzuzählen würde den Rahmen hier auch eindeutig sprengen, aber dafür gibt es ja jetzt einen finalen Patch.
Was soll das überhaupt heißen, finaler Patch, folgt keiner mehr, denn erstens behebt er nicht alle Fehler, ja nicht mal alle, die als gefixt beschrieben werden sind dies auch.
Ich finde es einfach unverschämt ein solch unfertiges fehlerhaftes Programm für teures Geld, immerhin etwa 50,- Euro, auf den Markt zu bringen und die User mehr oder weniger als Beta-tester zu mißbrauchen.
Ich jedenfalls bin von dem Spiel zwar begeistert und mit dem Patch ist es halt auch spielbar, wenn man die verbleibenen Bugs einfach als gegeben hinnimmt, hoffe auf den nächsten Patch, bin aber von Hersteller maßlos enttäuscht und deshalb vergebe ich verständlicherweise nicht die volle Punktzahl.
Sollte etwas Wichtiges oder Wissenswertes fehlen, so bin ich für Hinweise und Anregungen als Basis für ein eventuelles Update ebenso dankbar, wie für jeden anderen Eurer hoffentlich wieder zahlreichen Kommentare.
Danke für Euer Interesse sowie das Lesen und Bewerten meines Beitrages.
Liebe Grüße
Euer kerlimaus99
© kerlimaus99 15.01.2003
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