The Others (DVD) Testbericht

ab 10,06
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Erfahrungsbericht von winterspiegel

Ungebetene Gäste

Pro:

Nicole Kidman, schaurige Atmosphäre

Kontra:

Magere Sonderausstattung

Empfehlung:

Ja

Der Erfolg von Abre Los o jos (Virtual Nightmare – Open your Eyes) - für das er auch das Buch verfasste, öffnete für den Wahlspanier Alejandro Amenábar die Tür in das internationale Filmbusiness schlagartig. Sein phantastischer Thriller, wurde unter dem Titel Vannila Sky von Cameron Crove mit Superstar Tom Cruse für den amerikanischen Markt neu verfilmt.
Bei Amenábars anschließendem Projekt “The Others” konnte der knapp 30-jährige Filmemacher, wieder sämtliche Fäden in der Hand behalten. So sorgte er nicht nur für das Drehbuch und die Filmmusik, sondern setzte sich auch wieder auf den Regiestuhl. Auch konnte er diesmal die Hauptrolle mit einem renommierten Star besetzen. Nicole Kidman, die zum Zeitpunkt des Drehs zum Geisterfilm noch Bett und gleichsam geschäftliche Angelegenheiten mit ihrem geringfügig kleineren Ehemann teilte, übernahm diesen sehr interessanten Part.



Filmhandlung


Grace lebt seitdem ihr Mann gegen die Deutschen in den Krieg gezogen ist, allein mit ihren beiden Kindern in einem riesigen viktorianischen Anwesen auf der Kanalinsel Jersy. Eines Tages stehen die etwas seltsam erscheinenden Haushaltsgehilfen vor der Tür, die sich für die freigewordenen Stellen bewerben. Die resolute Hausherrin Grace (Nicole Kidman) weist ihre neuen Angestellten ein. Eine wichtige Regel ist die, dass im Haus eine Tür erst geschlossen werden muss, bevor eine andere geöffnet werden kann. Denn die Kinder Anne und Nicholas leiden an einer seltenen Lichtallergie, sodass sie sich nur in den Räumen aufhalten dürfen, in denen kein Tageslicht durchs Fenster eindringen kann.

Grace sieht mit Argwohn, dass ihre Tochter wilde Geschichten von Geistern erzählt, die sich ihrer Meinung nach im Haus breit machen, und damit ihrem Bruder Nicholas einen Heidenschreck einjagt. Als die Mutter Anne zur Rede stellt besteht die Tochter darauf, dass es sich um die Wahrheit handelt. Doch Grace glaubt ihr nicht und fordert von ihr, diese Schauergeschichten zu unterlassen. Zur Strafe muss Anne ellenlange Bibelabsätze auswendig lernen. Doch eines schönen Tages hört Grace selber unheimliche Geräusche, die aus den oberen Stockwerken zu kommen scheinen. Als sie diese Räumlichkeiten untersucht, entdeckt sie ein merkwürdiges Album, in dem die Fotografien Verstorbener abgebildet sind. Grace ist entsetzt und lässt das Album verbrennen, doch der Spuk geht unvermindert weiter.

Der Ehemann und Vater der Kinder kehrt überraschend von der Front zurück, doch scheint er apathisch und in sich zurückgezogen. Die Situation mit den unerklärlichen Ereignissen eskaliert, als Grace ihre Tochter angreift, weil sie denkt, dass ein Geist sich ihrer bemächtigt hat. In dieser verworrenen Situation lassen die Hausangestellten ihre Masken fallen, und machen ihrer Herrin ein schockierendes Geständnis, woraufhin sie Grace sie mit der Schrotflinte versucht vom Haus fernzuhalten.
Doch die volle Wahrheit kommt erst ganz am Schluss - im wahrsten Sinne des Wortes ans Tageslicht...



Kritik


Heutzutage braucht eine Kinogerechte Horrorstory zumindest einen richtigen effektvollen Einstieg, um den Zuschauer so schnell wie möglich in die richtige Gruselstimmung zu bringen. Früher nahm man sich meist von Anfang an viel mehr Zeit, um die eigentliche Geschichte zu erzählen, bis nach und nach sich das unheimliche Geschehen beginnt einzuschleichen. Alejandro Amenábar hat sich bei seinem „The Others“ des althergebrachten Inszenierungsstils, der Grusel- und Gespensterfilme von einst - wie etwa „Bis das Blut gefriert“ oder „Der ungebetene Gast“ verschrieben.
Daher nimmt sich der Streifen auch genügend Zeit und zeigt das nebelumwölbte Anwesen von seiner schaurigsten Seite. Auch stellt er die handvoll Protagonisten recht ausführlich vor. Nur ganz allmählich merkt man, wie eine immer bedrohlichere Atmosphäre geschaffen wird, die sich kontinuierlich steigert.

Deshalb brauchte man von Schauspielerseite aus Darsteller, die einen in den Bann ziehen können, auch wenn auf der Leinwand die Handlung - vor allem im Anfangsdrittel - sich nicht gerade überschlägt, sondern eher nur durch subtile Andeutungen des Schreckens aufwarten kann. Hier ist natürlich in erster Linne die Hauptfigur, die allein erziehende Mutter Grace zu nennen, die von Nicole Kidman unglaublich fassettenreich dargeboten wird. Die Australierin ist sozusagen das Herz und die Seele dieses Geisterstücks, der sicherlich etwas leiseren Töne. Sie lässt einen wirklich fasziniert in diesen Strudel aus Kettengerassel und Spukschlossatmosphäre blicken, der sich immer schneller zu drehen beginnt, je länger das Geschehen voranschreitet, und der ganz zum Schluss dann doch noch eine dicke Überraschung zu bieten hat.

Freilich soll hier nicht unerwähnt bleiben, dass wer das 90er Jahre Kult-Meisterwerk über Geister von M. Night Shyamalan „The Sixth Sence“ kennt (und welcher Filmfan tut das nicht), sich das ganz große Erstaunen in Grenzen halten dürfte, obgleich sich die Geschichte auch hier noch in einigen Bereichen ihre Eigenständigkeit bewahrt. Ich jedenfalls lag mit meiner hieraus resultierenden Prognose, die sich bei mir während des Films herauskristallisiert hatte goldrichtig, was die Auflösung des spannenden Endes anbelangte. Über mehr will ich mich aber aus verständlichen Gründen hier nicht weiter auslassen.



DVD / Extras


Bild und Ton sind auf der Silberscheibe in guter Qualität vorhanden. Das Bild ist auch in den vielen, nur mittels Kerzenlicht erhellten Szenen noch ausreichend hell und kontrastreich. Die Filmmusik und die Toneffekte sind stimmig und für diese Art von Film, im genau richtigen Gänsehauteffekt eingespielt worden.
Während die US-DVD mit einer Doppelscheibe und einigen interessanten Extras aufwartet, ist auf dieser Code 2 Version fast an allem gespart worden. So gibt es hier nur ein 15 Minuten langes Interview mit den Schauspielern und dem Regisseur. Dann darf man sich noch unkommentierte Szenen von den Dreharbeiten, der sogenannten B-Roll anschauen ca. 12 Minuten. Trailer und Künstlerprofile von Kidman und Amenábar gibt es auch noch. Das war es dann aber auch schon mit der Herrlichkeit. Zumindest ein vernünftiges Making of wäre hier wünschenswert gewesen. Gruselfans dürfen sich aber mit einem relativ niederen Preis von um die 10 Euro für die DVD trösten.




Filmdaten

Laufzeit: ca. 100 Minuten

Bildformat: 1:17,5 (16:9)

Tonformat: Dolby Digital 5.1 Deutsch / Englisch

Untertitel: Deutsch



Fazit


Wer sich unter zu Hilfenahme von einfachen aber bewährten Mitteln des Spannungskinos unterhalten lassen will, und auf den Einsatz jedweder Computertricks oder blutiger Schockmomente verzichten kann, für den ist dieser Geisterfilm sicher die absolut richtige Wahl. Story und Erzählkultur stehen hier ganz eindeutig im Vordergrund. Unheimliche Passagen gibt es aber dennoch hinreichend, und das Finale ist trotz einer gewissen Vorahnung, die sich sicher bei nicht wenigen aufdrängt, unbedingt sehenswert.
Der Silberling hingegen, ist ohne wenn und aber mit seiner viel zu mageren Zusatzausstattung für die Liebhaber solcher Features ein – zumindest kleines - Ärgernis. Die DVD bietet aber dennoch ein Preis- Leistungsverhältnis, das alles in allem durchaus noch in Ordnung geht.
Ein Stern Abzug für den Film und einer für die Extras. Eine Empfehlung von mir gibt es aber dennoch.

© winterspiegel für ciao & Yopi

33 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Spuddl

    08.12.2004, 13:24 Uhr von Spuddl
    Bewertung: sehr hilfreich

    ja, der Film ist ganz nett gemacht, aber kaufen oder noch einmal ansehen würde ich ihn mir nun nicht unbedingt