The Others (DVD) Testbericht

ab 10,06
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Erfahrungsbericht von Sven79

Geschichten aus dem Jenseits

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

1945 auf den Jersey Inseln. Einsam und verlassen, mitten im Wald, Nebel umwabert steht ein unheimliches viktorianisches Anwesen. Hier lebt die strenggläubige Grace mit ihren beiden Kindern Anne und Nicolas. Die beiden leiden an einer heimtückischen Lichtallergie. Zu helles Licht, also vor allem Tageslicht, löst bei ihnen schmerzhafte Ausschläge aus. Das hat zur Folge, dass im Haus stets alle Vorhänge geschlossen sein müssen. Die beste Ausgangsposition für einen Gruselfilm also. Als Anne dann ihrer Mutter von Geistern berichtet, die sie gesehen haben will, weiß man, daß es im Haus spuckt. Was hat das neue Hauspersonal, das plötzlich wie aus dem Nichts auftaucht, mit der ganzen Sache zu tun? Wer sind die anderen? Das sind die Fragen, die man sich beim Anschauen des Filmes stellt.

Der spanische Regisseur Alejandro Amenábar versteht es meisterhaft ohne billige Splatter und Blutorgien dem Zuschauer das Fürchten zu lehren, bei einigen Szenen läuft es einem eiskalt den Nacken runter. Schon allein wie das Innere des Hauses eingefangen wird unterstreicht die morbide und beklemmende Atmosphäre. Es ist auch so, dass beinahe die ganze Geschichte im Haus spielt, der Lauf der Welt außerhalb des Hauses ist völlig uninteressant. Wieder mal ist es so das man sich vor dem fürchtet, was man nicht sieht, und man sieht bis zum Ende nichts. Man hört nur Stimmen, knarzende Türen und Böden oder rückende Möbel. Es passiert nicht viel, und trotzdem ist man von der ersten Minute an gefesselt. Der Film schafft es einem mehrere Schauer den Rücken runter zu jagen. Schließlich wartet er mit einem total verblüffenden Ende auf, das zwar an „The 6th sense“ erinnert, aber doch für sich alleine steht.

Natürlich meinen auch bei diesem Film wieder die Meisten, dass sie recht schnell die Lösung des Rätsels kannten. Aber da sollte man vorsichtig sein, schließlich haben auch immer die Zeitgenossen im Kino die größte Angst, die versuchen den Film ins Lächerliche zu ziehen. Warum schauen sich solche Leute dann eigentlich überhaupt Gruselfilme an? Es geht doch schließlich darum sich von der Atmosphäre einfangen zu lassen. Und das gelingt „The others“ vorzüglich. Neben der Ausstattung, Kameraführung und Lichttechnik liegt das natürlich auch an den Darstellern. Nicole Kidmann als Grace ist wirklich gut, ihr gelingt es perfekt ihre Ängste und den schleichenden Wahnsinn, der sie befällt, zu verkörpern. Auch die Kinder machen ihre Sache gut, auch sie machen die Angst, die in ihnen kocht, spürbar. Besonders gefallen hat mir aber die Figur der Haushälterin, gespielt von Fionnula Flanagan (einigen vielleicht bekannt aus „Lang lebe Ned Divine“). Eigentlich freut man sich über ihre Auftritte, weil sie über den Dingen steht und sich von den Geistern nicht fürchtet, aber irgendwie geht von ihr auch eine nichtgreifbare Gefahr aus.

Atmosphäre, Schauspieler, das überraschende Ende... Bei diesem Film stimmt einfach alles. Nur, und dafür einen Punkt Abzug, ist es einfach nichts neues. Wie zum Beispiel "The 6th sense" es war. Das will "The others" aber auch nicht sein. Amenábar bezieht sich ganz bewusst auf die Wurzeln des Gruselgenres und scheut sich auch nicht, sich von Hitchcock inspirieren zu lassen.

5 Bewertungen