Tiere Allgemein Testbericht

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Erfahrungsbericht von Juliane18

Tierphobie

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Wohl kein Mensch auf der Erde kennt die Angst nicht aus eigener Erfahrung. Laut dem deutschen Philosophen Martin Heidegger ist sie eine „Grundbefindlichkeit menschlicher Existenz“, und das scheint sie wohl auch wirklich zu sein, denn sie rettet uns unter Umständen das Leben.
Dabei stellten sich die Fragen, wann Angst nicht mehr normal zu sein scheint. Wann wird Angst als krankhafte Angst bezeichnet? Wie entsteht eine Phobie und wodurch zeichnet sie sich aus? Was spielt sich dabei im Gehirn ab? Warum kann eine Phobie sinnvoll sein und wann sollte man eine Therapie aufsuchen?

Wie normal ist Tierangst und wann wird diese Angst zum Problem?

Wie schon in der Einleitung erwähnt, kann uns Angst das Leben retten. Sie lässt uns gefährliche Situationen und Gefahren frühzeitig erkennen und schaltet die Funktionen von Körper, Geist und Seelenleben so um, dass sinnvolle Reaktionen möglich sind. Zum Problem wird die Angst erst, wenn sie bereits bei harmlosen Anlässen zu stark besteht und letztlich das ganze Leben beherrscht.

Es ist also völlig normal und gesund, Angst vor Tieren zu haben. Sie wird erst zum Problem, wenn wir genügend Zeit gehabt haben, uns von der Ungefährlichkeit des Tieres zu überzeugen, wenn wir durch diese Angst unsere Lebensführung ändern müssen, unserer Berufstätigkeit nicht mehr nachgehen können. In solchen Fällen kann eine Phobie entstehen.
Tierphobien (=Zoophobie) ist eine spezifische Phobie. Ein Merkmal der spezifischen Phobie ist es, dass sie sich auf bestimmte Objekte oder Lebewesen bezieht. Typisch für Phobiker ist, das sie vor dem entsprechenden Tier „flüchten“, weil sie es fürchten, zum Beispiel wechseln sie die Straßenseite, wenn sie einen Hund entgegenkommen sehen. Wenn die Flucht nicht mehr möglich ist, entsteht aus der Furcht die Angst, was, wenn die Angst zu groß wird zu einer panischen Angst und Hysterie führen kann. Bei Kindern drückt sich diese Angst in Form von Weinen, Wutanfällen, Erstarren oder Anklammern aus.

Welche Tierphobien gibt es?

Hier werden einige Phobien mit ihren Fachbegriffen aufgezählt, um zu verdeutlichen, dass es auch andere Tierphobien gibt, als die wohl mit bekannteste von allen, die Spinnenphobie, und um zu verdeutlichen, dass es nicht immer ekelige oder schleimige Tiere sein müssen.

Katzenangst = Aildrophobie
Spinnenangst = Arachnophobie
Pferdeangst = Equinophobie
Angst vor krabbelnden Tieren = Herpetophobie
Hundeangst = Kynophobie
Bienenangst = Melissophobie
Schlangenangst = Ophidiophobie
Mäuseangst = Musophobie

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt, aus dem Bereich der Tierphobien, die es gibt. Dabei müssen sich diese Ängste nicht einmal auf ein bestimmtes Tier beziehen, sondern z.B. auf alle Tiere, die ein Fell besitzen. Es ist nicht festgelegt, sondern absolut individuell. So kann jemand, der eine Arachnophobie hat, genauso Angst vor Langbeinern haben, die überhaupt nicht zur Gruppe der Spinnen gehört, ihnen aber sehr ähnlich sein können.


Wie entstehen Tierphobien?

Selten kommt es vor, dass sich Tierphobien im Erwachsenalter entwickeln. Sie entstehen meist in den frühen Kindesjahren, was deutlich zeigt, dass solch eine Angst den betroffenen Menschen ein Leben lang belasten kann.
 Auslöser dafür können bestimmte Ereignisse sein, die der Phobiker als Kind erlebt hat und damit zur Angst und schließlich zur Phobie geführt haben. Bei dieser Situation hat der Betroffene aus eigener Erfahrung gelernt. Es können sich dabei nur maximal 50 % an eine konkrete Situation erinnern.
 Häufig kommt es auch vor, dass ein Elternteil ebenfalls an einer Phobie litt. Meistens handelt es sich dabei um die Mutter (Lernen am Modell). In einem Experiment wurden eine Affenfamilie zusammen mit Schlangen in einen Käfig gesperrt. Während die Affenjungen, die noch nie eine Schlange zuvor gesehen hatten, völlig ruhig blieben, sind die Affeneltern hysterisch geworden. Als die Affenjungen das nächste Mal zusammen mit den Schlangen gesperrt wurden, haben sie ebenfalls Angst empfunden. Hierbei wurde die Angst erlernt.

 Angst kann allerdings auch auf Veranlagung beruhen. Möglich ist aber auch eine Mischung aus beidem, da man durch Tierzuchtexperimente rausgefunden hat, dass Angst vererbbar ist. Interessant dabei ist es, dass die Wahrscheinlichkeit höher ist, die Phobie weiterzugeben, wenn der Vater an einer Phobie leidet.

 Damit sich eine Tierangst entwickeln kann, muss das entsprechende Tier nicht einmal gesehen worden sein. Sie entsteht dann, wenn das Kind bestimmte Informationen erhält, die ihm Angst machen. Hierbei handelt es sich um die elterliche Warnung. Diese Informationen können von den eigenen Eltern, Geschwistern oder Umfeld stammen, oder es hat etwas darüber im Fernsehen gehört. So gibt es beispielsweise in Indien, wo es viele Schlangen gibt, etwa genauso viele Phobiker, wie in Finnland, wo es so gut wie keine Schlangen gibt.


Wenn jemand von seiner Tierphobie geheilt ist, heißt das lange nicht, dass er immun dagegen ist. Eine Tierphobie kann jederzeit neu entstehen, wenn z.B. ein ehemaliger Pferdephobiker von einem Pferd getreten wird. Durch dieses Trauma könnte er wieder die gleiche Phobie vor Pferden entwickeln.
Sie kann auch durch eine Reizkopplung wieder hervorgerufen werden, wenn die Person sich gerade in einer Angst – oder Paniksituation befindet und das Tier rein zufällig gerade anwesend ist. Das Tier wird dann zu einem Erinnerungsreiz und ruft die erlebte Angst und Panik wieder ins Gedächtnis.


Auf welche Tiere beziehen sich Tierphobien vor allem und warum gerade auf diese Tiere?

Es gibt eine bestimmte Gruppe von Tieren, zu denen sich typischerweise Phobien entwickeln. Dabei handelt es sich meistens um Tiere, die objektiv nicht gefährlich sind, mit der Ausnahme von Schlangen, wobei es scheint, dass der Angstauslöser gar nicht die Gefährlichkeit der Schlange ist. Folgende Erscheinungsaspekte des Tieres führen zur leichteren Ausprägung von Ängsten gegenüber Tieren:
 Das Aussehen spielt dabei eine große Rolle, denn der Ekel vor einem Tier ist schon mal eine gute Grundbasis für eine Phobie. Grundsätzlich kann man sagen, dass ein Tier eher Angst erzeugt, je mehr es dem menschlichem Körperschema abweicht.
 Es lösen eher Tiere phobische Reaktionen aus, die unvermittelt, plötzlich und scheinbar ohne Vorwarnung nahe des menschlichen Körpers auftauchen können.
 Tiere, die für ihre schnellen Körperbewegungen und ihr plötzliches Auftauchen bekannt sind, verursachen ebenfalls leichter Ängste als andere Tiere. Dabei ist die Körpergröße sehr relevant. Beispielsweise ist eine Kuh im objektiven Sinne wesentlich schneller, als eine Ameise. Doch vom subjektiven Eindruck her ist es umgekehrt, da eine Ameise viel schnellere und hektischere Bewegungen macht als die Kuh.
 Ein weiterer wichtiger Faktor ist auch der mit dem Tier verbundene Ekel. Schleimigkeit und Schmutz spielen hier eine große Rolle. Ein britischer Psychologe meint, dass die Angst vor Ratten und Spinnen auf die Jahre der Pest zurückzuführen ist, wo beide Tiere gehäuft mit der Pest in Verbindung gebracht wurden.

Das Zusammenspiel dieser vier Aspekte macht die Phobie möglich!


Viele Menschen empfinden vor Schnecken großen Ekel, allerdings sind sie nicht für ihre Plötzlichkeit und ihren schnellen Bewegungen bekannt: Phobien sind sehr selten.
Hasen machen ziemlich schnelle Körperbewegungen, doch werden in der Regel nicht als ekelig empfunden, tauchen selten plötzlich auf, und ihr Gesichtsausdruck erinnert an das eines Kindes: Phobien sind ebenfalls sehr selten.
Damit schränkt sich die Angst vor Tieren auf eine bestimmte Gruppe ein.

Wer ist besonders von Tierangst betroffen?

Die meisten Kinder durchleben eine Phase von 2 – 4 Jahren, in der sie sich vor Tieren fürchten. Dazu muss das Kind nicht unbedingt eine negative Erfahrung mit Tieren gemacht haben. Diese Angst lässt meistens rasch nach, dies geschieht meistens spätestens bis zur Pubertät. Nur wenige behalten sie bis zum Erwachsenenalter. Das diese Angst ungefähr 75 – 90 % Frauen weitertragen hat genetische Ursachen (Männer als Jäger) oder erzieherische Ursachen (entsprechend für Jungen: ein tapferer Indianer hat keine Angst).

Eine genaue Anzahl von Tierphobikern ist nicht bekannt, da es keine offizielle Diagnose gibt, diese würde zu aufwändig sein und von niemandem bezahlt werden. Zwischen 4,5 und 11,3 % aller Menschen leiden mindestens einmal im Leben an einer spezifischen Phobie.

Was spielt sich bei Tierangst im Gehirn ab?

Die Angst möchte uns zu einer schnellen Reaktion bringen, die für uns lebenswichtig sein kann. In unserem Gehirn wird Angst schneller ver - und bearbeitet als Vernunft. Folglich kann die Vernunft nur auf die Angst reagieren.
Neben dem bewussten Gedächtnis gibt es noch ein Angstgedächtnis, welches nicht sehr zuverlässig ist, da es beispielsweise nicht zwischen einem Ast und einer Schlange oder zwei ähnlich klingenden Tönen unterscheiden kann. Es ist also sehr unscharf. Im Zweifelsfall löst es aus Sicherheitsgründen immer Alarm aus, denn in der Natur kann ein Irrtum tödlich sein. So werden nach einem Hundebiss meist alle Hunde gefürchtet und nicht nur die eine Hundrasse.
Im Angstgedächtnis gibt es kein Vergessen, sondern ein Abschalten. Andauernder und massiver Stress schwächt diese Kontrollzentren der Angst, dadurch kann sich Angst wieder ungezügelter entfalten. Die Kontrollzentren können auch Angst entfachen, wenn sie innere oder äußere Signale als Lebensgefahr deuten. Dieser Vorgang findet bei Menschen mit Phobie oder Panik statt.
Stress schwächt die Kontrollzentren und stärkt gleichzeitig die Angstzentren.

Wie stehen Phobien in Verbindung mit Panik?

Panik ist eine körperliche Reaktion. Sie zeichnet sich aus durch Herzrasen, Schwindel, Atemnot, Schweißausbruch, Muskelverspannung, Harn –und Stuhldrang und weitere körperliche Missempfindungen. Diese Reaktionen empfindet der Betroffene als nicht kontrollierbar/ unbeherrschbar und dadurch auch als lebensgefährlich.
Während ein Phobiekranker die Angstursache außerhalb sich selbst sieht, empfindet der Panikkranke die Gefahrenquelle in sich selbst. (z.B. glaubt er zu ersticken, weil er in Atemnot gerät).
Sieht ein Phobiker sein Angsttier und gerät dadurch in Panik, so ist dies eine unvorhersehbare, situationsbedingte Reaktion. Bei einer klassischen Panikstörung ist der Auslöser nicht einfach so zu erkennen. Deshalb verbindet man mit der Panikstörung die „Angst aus heiterem Himmel“.

Warum können Tierphobien sinnvoll sein?

Angst ist ein Zeichen für den Körper in Alarmbereitschaft zu sein. Unsere Reaktionsmöglichkeiten stehen auf „maximaler Stufe“, denn in einer Angstsituation sind unsere Sinne besonders empfindlich und sehr wachsam.
Ängste sind immer Entwicklungsreize und zeigen, dass wir mit einer Situation oder manchen Aufgaben noch überfordert sind.

Da der Mensch ein Teil der Natur ist, reagieren wir aufgrund unserer Veranlagung mit Vorsicht und höchster Aufmerksamkeit gegenüber Tieren. Das gilt besonders für Tiere, die wir nicht kennen und uns völlig fremd sind. Bei sensibleren Menschen, die feinfühliger sind und ein empfindlicheres Nervensystem haben wird diese „Vorsicht“ schneller in Angst umschlagen als bei robusteren und entspannteren Menschen.

Wann und warum ist eine Behandlung einer Tierphobie sinnvoll?

Eine Behandlung der Tierphobie ist in jedem Fall sinnvoll, wenn die Lebensführung und das Wohlbefinden dadurch wesentlich beeinträchtigt wird. Wenn man z.B sich nicht mehr aus dem Haus traut, noch nicht einmal einkaufen gehen oder seinem Beruf nachgehen kann.

Manche Tierängste schlagen erst zur richtigen Phobie um, wenn die Person stärker damit konfrontiert wird, z.B. wenn man aus der „tierfreien“ Stadt auf das „tierreiche“ Land umzieht.

Sinnvoll ist es auch dann, wenn man durch eine Situation mit dem Tier einen Unfall erlitten hat. Beispielsweise ist man die Kellertreppe hinuntergefallen, weil man sich vor einer Spinne erschreckt hat.

Kleinere Kinder mit Tierphobien durchlaufen meistens nur ein Durchgangstadium. Das beruhigende Vorbild der Eltern reicht meistens aus, um die Angst der Kinder vergehen zu lassen.

Durch eine Behandlung kann man evtl. mehreren Menschen helfen, denn so kann sich die Phobie nicht auf die eigenen Kinder und auf andere Menschen übertragen.

Ist eine Phobie gerade erst entstanden, ist es sinnvoll, so früh wie möglich sich selbst zu helfen oder sich helfen zu lassen, damit die Vermeidung mit dem Tier gar nicht erst zu Stande kommt. Das vereinfacht das wieder Loswerden der Phobie. Für Menschen, die schon Jahre oder längere Zeit unter einer Phobie leiden, ist es sehr unwahrscheinlich, dass sie sie wieder von allein loswerden, doch gab es einige Menschen, die die Möglichkeit dieses Prinzips bewiesen haben.

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