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Erfahrungsbericht von prinzy1

Ich bin Behindert habe aber trotzdem keinen Freibrief.

Pro:

Behinderte sollten auf nicht behinderte Menschen offen und ehrlich zugehen.

Kontra:

Nicht behinderte sollte auf behinderte Menschen offen und ehrlich zugehen.

Empfehlung:

Nein

"Nicht behindert zu sein ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Geschenk,das einem zu jeder Zeit wieder genommen werden kann".

Richard von Weizäcker

So, nun möchte ich mich mit dem Thema "Behinderung" befassen. Wer zu meinen Stammleser gehört und mein Profil hier bei Yopi.de kennt, weiß das ich selbst mehrfache Behinderungen habe. Trotzdem wird der eine oder andere doch überrascht sein, wie meine Meinung zum Thema Behinderung ist. Wie ich schon in der Überschrift schrieb, ist Behinderung kein Freibrief.

Zum Grundsätzlichen:

Kein Mensch kann sich sein Leben aussuchen. Wir müssen damit Leben,dass es Menschen gibt, die vom geistlichen, körperlichen oder seelischen Zustand nicht der "normalen" Gesellschaftsnorm entsprechen. Es kann jedem, zu jeder Zeit treffen. Deshalb ist es wichtig, dass sich Menschen, egal ob behindert oder nicht behindert, eine gegenseitige Tolleranz und Akzeptanz wahren. Werder der nicht behinderte, noch der behinderte Mensch hat eine Sonderstellung.

Ursachen der Behinderungen:

Eine Behinderung kann von Geburt an sein, ausgelöst, durch Vererbung, Sucht, Mißhandlung der Schwangeren Frau oder auch durch Krankheiten wie zum Beispiel Rödeln in der Schwangerschaft. Eine Behinderung kann aber auch durch eine Krankheit entstehen, zum Beispiel bleibt nach einem Herzinfakt einfach der linke Arm steif. Nicht selten aber ist eine Behinderung Folge aus einem Unfall, sowohl im Privathaushalt, auf der Arbeit oder im Verkehr. Selbstverständlich kann eine Behinderung sich durch körperliche Mißhandlung bilden. Selbst die seelischen Folgen einer Vergewaltigung ist eine Art Behinderung.

Was ist eine Behinderung?

Von einer Behinderung wird gesprochen, wenn eine körperliche, seelische oder geistige Krankheit vorliegt. Sie kann nur auf Zeit sein, aber auch dauerhaft.

Die Behinderungsarten:

Grundsätzlich sind folgende Arten von Behinderungen bekannt. Sollte ich eine Hauptgruppe übersehen haben, bitte ich um Mitteillung.

- geistige Behinderung
Zu dieser Behinderungsart gehören Menschen, deren denkweise
verlangsamt ist. Das heißt, sie brauchen länger als andere, um
etwas zu lernen oder zu verstehen. Dabei ist zu beachten, dass es
mehre Stufen gibt. von Lernbehinderung bis zur vollständigen geistigen
Behinderung. Leider schreibt aber das Gesetz vor, dass eben auch
Lernbehinderte in dieser Gruppe gehören.

- körperliche Behinderung
Zu dieser Gruppe gehören Menschen, die zum Beispiel eine Lähmung haben.
das kann vom einfachen Handgelenkt, bis zur vollständige, also ganz
körperlähmung sein.

- Blinde und Sehbehinderte
Wie die Namen schon sagt, geht es hier um die Augen, von einer sehr
leichten Seheinschränkung, bis zur totalen Blindheit, ist hier alles
vertreten.

- Hörbehinderung
von leicht Höreingeschränkt bis zur Taubheit.

- Sprachbehinderung
Selbst das einfache Lispeln oder leichte Stottern gehört in dieser
Gruppe. Abgeschlossen wird sie mit der totalen Stumheit. Zwangsläufig
müssen aber zum Beispiel Gehörlose nicht automatisch Stumm sein.

Dauerhafte oder nur zeitweise Behindert:

Nun, es gibt Menschen, die müssen ihr ganzes Leben mit einem Handicap verbringen, andere zum Beispiel haben nur eine Behinderung auf Zeit, welche sich wieder durch Operationen, Rehas, Therapien beheben lassen können und sie wieder vollständig einsetzbar sind.


Das Problem in unserer Gesellschaft:

Nur sehr wenige Menschen in unserer Gesellschaft, können die einzelnen
Behinderungsarten differenzieren. Allgein vertreten heißt: Der hat eine Hasenscharte (köperliche Behinderung), also ist er auch geistig geschwächt (geistige Behinderung). Warum dieses Allgemeine Denken so ist, is leider unerklärlich. Die einzige Erklärung die mir einfällt ist, dass solche Menschen sich mit der Problematik noch nicht beschäfftigt haben und aus Unwissenheit so handeln.

Die Andere Seite des Problems:

Zugegeben und das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Es gibt unter uns Behinderte, die ihre manchmal unverständliche Handlungsweise auf ihre Behinderung schieben, treu nach dem Motto: "Ich bin behindert, kann nichts dafür, also macht ihr mal"

Auf einer Brücke sich treffen:

Grundsätzlich habe ich die Efahrung gemacht, dass viele Behinderte, zwar Akzeptanz und Tolleranz fordern, aber dies selbst nicht kennen und Ausführen. Wobei der nichtbehinderte nicht selten durch Berührungsangst, den Kontakt zu Behinderten meidet. Aus Angst, etwas falsch machen zu können.

Würden Beide sich so akzeptieren, wie sie sind, auf einander zu gehen, täten sich Beide, also die nicht behinderte und behinderten Menschen viel leichter. Jedem sollte klar sein, dass man immer wieder in Situationen kommt, wo man sich verletzt. Nicht selten ist das unbeabsichtigt.

Vieleicht wäre es besser, wenn nicht behinderte Menschen, sich nicht aus Unwissenheit lustig über das Verhalten oder Aussehen machen, sondern sich mit dem Menschen und desen Handicap befasst. Gerade das Internet bietet eine solche Gelegenheit. Im Chat, sind viele über meine Person überrascht, wenn ich meine Behinderung oute. Nicht selten höre ich, du, ich glaube auf der Straße hätte ich Dich nie angesprochen, weil ich von Deinem Aussehn irritiert wäre. Jetzt aber kenne ich dich und kann mit Deiner Behinderung umgehen, den du bist wie ich.

Aber auch Behinderte sollten den nicht behinderten helfen, ihre Lebenssituation besser zu verstehen können. Ich für meinen Teil haben die Communtie "BehindertenTreffpunkt" gegründet. Zur Zeit haben wir etwa 80 Mitglieder, die alle behindert oder eben nicht behindert sind. Ich selbst rege mich nicht auf, wenn jemand sein Gesicht verzieht, weil er mein fehlendes Auge bemerkt hat. Mit worten Versuche ich einfach zu erklären warum. Menschen, die wirklich interesse an mich haben, hören mir auch zu.

Grundsätzlich sollte jeder, egal ob behindert oder nicht behindert über seinen Schatten springen und auf andere zu gehen, verstehen lernen...

Was ist da so schlimm daran? Nichts.....

17 Bewertungen, 4 Kommentare

  • tepungaatewaka

    21.04.2002, 02:52 Uhr von tepungaatewaka
    Bewertung: sehr hilfreich

    Dein bericht ist wirklich sehr lesenswert, nun fehlen ihm nur noch die Leser! Gruß von tepu

  • SusanneRehbein

    07.04.2002, 23:07 Uhr von SusanneRehbein
    Bewertung: sehr hilfreich

    Seelisch behinderte gibt es auch noch, obwohl die meist einfach nur als "geisteskrank" bezeichnet werden, aber Depressionen und so gehören auch dazu.

  • Alexia

    31.03.2002, 23:48 Uhr von Alexia
    Bewertung: sehr hilfreich

    da hast du recht. aber auch geschwister werden da mit reingezogen,wenn in der familie jemand behindert ist. *leider*

  • domi80

    22.02.2002, 14:21 Uhr von domi80
    Bewertung: sehr hilfreich

    hi, mein bericht von vorhin war noch älter, deshalb in DM