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Erfahrungsbericht von Sonnenblümchen

Die Qual der optimalen Job-Wahl

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Irgendwann träumt jeder mal vom großen Geld - am Besten natürlich viel und möglichste schnell, und möglichst ohne irgendetwas dafür getan zu haben...mit diesen Gedanken im Hinterkopf geht es auch schon los. du fängst an, am sonst so heiligen samstag morgen wie wild die zeitung zu durchforsten auf der suche nach dem ultimativen Job. Jede noch so popoelige Anzeige nimmst du allergenauestens unter die Lupe, drehst und wendest sie in gedanken herum, bis du schließlich einsiehst, dass das den küchendienst im hinterhof einer schäbbigen eck-kneipe auch nicht besser macht.

so leicht, wie man sich das am anfang noch vorgestellt hat-boah guck mal mama über 100 jobangebote - ist es dann aber doch nicht, stellst du nach 20 anrufen entnervt fest. die einen wollen keine frauen, die anderen keine studenten, irgendeiner will nur blondinen...alles schei...
Manche Jobs wären natürlich auch ganz in ordnung, aber diese jobs würden dann tatsächlich eine Arbeitshaltung verlangen, bei der man doch tatsächlich seine \"Nichts-Tun, aber trotzdem Geld verdienen\"-Mentalität ablegen müsste. Irgendwann merkt aber wahrscheinlich auch der allergrößte Nichts-Tun-Liebhaber, dass er so wahrscheinlich nie nen job finden wird und dass das vor allem mit dem dicken portemonai auch nix wird...

irgendwann ist dann der zeitpunkt gekommen, an dem man zu allem bereit ist----so auch irgendwann bei mir:
Der erste Arbeitstag in der Spülküche eines wunderschönen Altersheims steht auf meinem Terminplaner.Nix is mit ausschlafen-in aller Hergottsfrühe, wenn sogar die alten Leutchen noch Ruhe geben, stehe ich also in einem übergroßen weißen kittel zwischen bergen von graubrot und brötchen---zwei stunden butterbrote schmieren ist angesagt. Weil es ja mein erster Tag ist, schmier ich also noch voller Motivation liebevoll ein Blutwurstbrötchen für frau soundso in Zimmer Nummer soundso. Spätestens nach dem 55. Graubrot mit Schmierkäse gehtr aber auch meine gerade zum Leben erwachte Motivation so langsam den Bach runter. Scheisse denkst du dir zwischen den Brötchenbergen, dass hältst du nicht lange aus...warum ich überhaupt jemals auf den Gedanken gekommen, dass diese wundervolle Spülküche DER neue Job für mich ist, kommt mir aber erst beim Anblick des sogenannten Schweine-Eimers. Besonders gerne wird dieser nämlich mitsamt Inhalt an die \"NEuen\" weitergegeben-Härtetest mein erster Gedanke. Sämtliche Überbleibsel der noch nicht mal eine Stunde vorher so liebevoll geschmieretn Leckerbissen füllen diesen zum Kotzen stinkenden Eimer---eben das Schmuckstück einer jeden Spülküche.

Wie freundlich und zuvorkommend die Bewohner des Altersheim doch immer waren, überlege ich ein dreiviertel Jahr und tausende von Brötchen und Schweineeimern später.
Eine nette Telefonstimme die Vorraussetzung, saubere Umgebung und sitzende Tätigkeit die verlockende Verheißung, die mich dazu veranlasst hat, die Altersheim-Ära für beendet zu erklären. \"Call-Center-Agent\" hört sich doch mal ganz anders und nicht so dreckig und stinkig an, dacht ich mir. Aber obwohl dieser superspannende Job (guten tag mein name ist soundso, ich rufe an im auftrag der firma hasse nicht gesehn und möchte ihnen das produkt blablabla andrehen...)ohne stinkende Eimer auskommt, reicht auch das irgendwann - spätestens, wenn die Zunge vom Dauer-Reden in Fetzen aus dem Mund hängt, weil man gerade 50 mal pro stunde den gleichen beschissen langweiligen text runtergeleiert hat und eigentlich selber auch überhaupt keinen bock auf den scheiß hat, den man anderen andrehen soll...

Vor und Nachteile gibts also anscheinend überall: Im Eiscafe wollte mir die knauserige alte frau nur 10 mark die stunde geben(dafür darfst du dir abends aber auch mal selber ein lecker-eis mit nach hause nehmen kind---och wat nett)---also job ne woche gemacht, vom trinkeld en paar schöne abende gemacht und dann weg damit.

\"Open-Air-Kino auf den Düsseldorfer Rheinwiesen\" hört sich nicht schlecht dacht ich mir als nächstes. is bestimmt ganz locker, abends hier und da mal annen gast en bierchen verkaufen oder auch mal en eis und dabei noch jeden abend kostenlos einen Film zu sehen. so stellt man sich doch nen lockeren Sommerabend für 20 mark die stunde vor, oder etwa nicht?
Dass aber jeden Tag in der Mittagshitze die festgeklebten Nudeln und inzwischen nicht mehr sehr appetitlich riechende Scampi einzeln von den Tellern geschrubbt werden mussten, war allerdings nicht eingplant.Auch nicht, dass die ach so herrlichen Sonnenuntergänge am Rhein nur aus der noch herrlicher riechenden Frittenbude beobachtet werden konnten. Schlimmer aber eigentlich, dass sogar nach zweimaligem Duschen der zarte Ölgeruch immer noch nicht aus den Haaren verschwinden wollte und die klamotten immer erst dreimal die waschmaschine von innen sehen mußten, bevor sie wieder zum Anziehen tauglich waren...

Ich glaube, DEN unltimativen Job kann man gar nicht finden. Vielleicht gehört das einfach alles dazu:Vor-und Nachteile!?!

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