Über Themen mit L Testbericht

No-product-image
ab 21,56
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

Erfahrungsbericht von baer76

ein Licht für den Frieden

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

...wie Lichterkette

Es war für mich ein bewegender Abend, als ich in „Berlin-Spandau Heerstraße/ Ecke Gatower Str.“ eine Kerze für den Frieden anzünden konnte! So oder vielleicht ähnlich dachten vielleicht auch viele der über 100.000 Menschen, die am Abend des 15. März 2003 an der Friedensdemonstration „Achse für den Frieden“ teilgenommen haben.

Aber der Reihe nach:
Was hat mich eigentlich dazu bewegt, mich in mein Auto zu setzen und mich an einem schönen Märzabend zu wildfremden mit Kerzen, Taschenlampen und Laternen ausgestatteten Menschen zu stellen?

Da war die Meldung im Radio – ich war mit meiner Familie unterwegs, im Berliner Umland, wir fuhren gerade die B1/B5 von Nauen nach Berlin rein, wo wir über mögliche Verkehrsprobleme in unserer Heimatstadt informiert wurden! Zum Glück war es erst 18 Uhr, bis zur Demo waren also noch 2 Stunden Zeit – die Straßen waren noch frei, und wir konnten noch in Ruhe zu Hause abend essen!

Um kurz nach 19 Uhr machten wir, das sind meine Frau, meine 2jährige Tochter und ich, uns auf den Weg, motiviert durch...ja wodurch eigentlich?? Der Krieg, gegen den es zu demonstrieren ging, wird kommen – warum, das weiß wahrscheinlich nur der US-Präsident Bush und seine Lakaien!! Wir drei können sowieso nicht verhindern, was die große, mächtige Politik macht! Aber wir wussten, gemeinsam mit den anderen Menschen, die sich an diesem Abend aufgemacht haben, eine Kerze für den Frieden anzuzünden, wurden wir ein klein wenig stärker, in unserem Bewusstsein gegen eine militärische Irak-Lösung zu votieren!

Als wir die fünf Autominuten hinter uns gebracht hatten, war es ca. 19.15 Uhr, als noch 45 Minuten Zeit, bis zum Beginn der Veranstaltung. Wir erreichten, die Berliner Heerstraße, einer der Verkehrsschwerpunkte der Hauptstadt und ich sah dort zum ersten Mal mehr Menschen stehen als Autos fahren – bereits jetzt waren viele Lichter entzündet, die ganzen Gehwege waren voll! Und ich hatte ein Problem! Wo stelle ich mein Auto ab! Zum Glück fand´ ich sehr schnell in einer Nebenstraße einen Parkplatz, wir machten uns mit Kerzen in der Hand auf zum Ort de Geschehens!

Dort angekommen und einen Platz gefunden, begutachtete ich die anderen Menschen, die aus dem selben Grunde wie ich hier waren!
Das waren Kinder und Jugendliche in sehr, sehr großer Zahl. Ich wunderte mich darüber etwas, aber war ungeheuer froh, das anscheinend in den Schulen gute Arbeit zum Thema „Krieg und Frieden“ geleistet wurde, so dass so viele junge Menschen, die Krieg vielleicht nur von der letzten gekauften DVD kennen, diesen Abend mit mir und den vielen anderen bei der Demo gegen den Krieg verbringen wollten.
Ich sah aber auch viele alte Menschen, die einen Krieg aus nächster Nahe miterleben mussten, die die schrecklichen Auswirkungen von militärischen Auseinadersetzungen am eigenen Leibe erfahren haben – auch sie zündeten ein Licht an für den Frieden und gegen Bomben im Irak!
Und da waren viele Familien, so wie ich mit meiner Frau und meiner kleinen Tochter, deren einzige Sorge in diesem Moment war: “Wann zündet Papa endlich die Kerzen an, hatte er mir doch schließlich versprochen!“ So ein sorgenfreies Leben wie meine kleine Fabiane haben z.Zt. sicher auch viele Kinder in der bedrohten Region – ein schrecklicher Gedanke, dass sie vielleicht schon sehr bald aus ihrem inneren Frieden gerissen werden könnten!
Die Zeit verging, wir beobachteten das verhaltene Treiben auf den Gehwegen – immer wieder kamen neue Menschen hinzu, zündeten Lichter an, und mit jedem Licht wurde ich innerlich zufriedener und zufriedener, denn ich wusste nun, dass so viele Menschen mit mir und mit meiner Familie einer Meinung sind, dass Krieg keine Lösung ist!
Als um 20 Uhr endlich die eigentliche Demonstration begann, hatte ich bereits meinen inneren Frieden gefunden – nun durften wir Teilnehmer die sonst viel befahrene Straße betreten, die Autos hatten Pause; d.h sie fuhren zwar noch, aber hatten Mühe sich ihren Weg durch die Demonstranten zu bahnen – ich und viele andere wunderten sich aufgrund der Vielzahl an PKW´s ,über die Leute darinnen, die trotz der Medien Zeitung, Radio, Fernsehen und Internet nicht mitbekommen haben, dass u.a. die Heerstraße um die Zeit schwer zu passieren war!!
Nach einer Viertelstunde Lichterkette wurde die Straße dann wieder ihrer eigentlichen Bestimmung übergeben! Ein netter Polizist mit einem Megaphon informierte und noch, dass in ganz Berlin weit über 100.000 Menschen an diesem Abend auf den Straßen waren – die Lichterkette zwischen Spandau und Hellersdorf, also einmal quer durch Berlin (ca. 32 km !!), war geschlossen! Für mich und meine Familie war es ein schöner abendlicher Ausflug in netter und friedlicher Atmosphäre.

Wir können den Krieg im Irak vielleicht nicht verhindern, aber dieser Abend hat mir gezeigt, dass nicht nur ich der Meinung bin, dass dieser Krieg nicht sein muss! 100.000 Menschen in Berlin und mehrere Millionen Menschen in den Metropolen dieser Welt können nicht irren!


Viele grüße
Eure baer

31 Bewertungen