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Erfahrungsbericht von tina65

Panik über den Wolken!

Pro:

Überhaupt nichts!

Kontra:

Einfach alles!

Empfehlung:

Nein

Habt Ihr Angst vorm Fliegen? Nicht?? Ich auch nicht, nicht mehr! Eigentlich hatte ich noch nie Angst davor gehabt, auch nicht, nach diesem einen Tag im Oktober 1991! ích bin der absolute Jet-Fan, nicht von diesen gewöhnlichen Passagiermaschinen, sondern von den Militärflugzeugen. Ich baute sie damals als ich noch Kind war als Modellflugzeuge, Tomcat, Tornado, F16, Phantom, SR71 Blackbird, HawkerSydley Vulcan, Starfighter, aber davon werde ich später noch mal was schreiben. Heute nicht! Heute schreibe ich über mein damaliges Erlebniss mit einer stinknormalen Passagiermaschine, einer LTU Tristar, die uns 1991 von Deutschland nach Mallorca brachte und dieses auch wieder auf dem Rückflug machen sollte, doch es kam zu Zwischenfällen. Kennt Ihr den alten Film "Panik über den Wolken?" An jenem Tag im Oktober 91 wurde ich sehr stark an diesen Film erinnert, denn es lief fast genauso in der Maschine ab, wie in diesem Film.

Im Oktober 1991 buchten wir einen Hin und Rückflug von Düsseldorf nach Mallorca, einen Nachtflug. Mein Sohn war noch nicht in der Schule und so konnten wir auch ausserhalb der Ferien fliegen, was natürlich viel billiger ist. Meine Freundin flog mit ihrer Tochter schon einen Tag eher nach Mallorca, sie bekam damals kein Zimmer mehr in unserem Hotel und mußte auf ein anderes Hotel zurückgreifen. Als wir in dieser Nacht auf Mallorca ankamen, erwartete sie uns schon in unserem Hotel. Unser Hinflug war ohne Zwischenfälle, wie eigentlich immer. Da ich in meinem Leben bestimmt schon mehr als 40zig mal geflogen bin, auch Langstreckenflüge, ist für mich das Fliegen an sich nichts Ungewöhnliches mehr. Keine Aufregung, keinen Stress! Einfach eine schnelle, relativ angenehme Sache schnell zu seinem Urlaubsort zu kommen. Fliegen ist eine sichere Sache! Sicherer als es das Auto je sein wird.

Gut, wir verbrachten 2 Wochen Urlaub auf Mallorca, in stetigem Dauerregen, fröstelten um die Wette, ab und zu mal Krach zwischen meinem damaligen Mann und meiner Freundin, die sich eigentlich gar nicht ausstehen konnten. Die Kinder stritten wie immer, sie waren ja auch noch klein. Kevin erst 3 Jahre alt, und die Tocher meiner Freundin 2. Also war Streit schon vorprogrammiert zwischen den beiden Kleinen. Meine Freundin flog mit ihrer Tochter dann schließlich einen Tag vor uns auch wieder ab, weil sie ja auch früher da gewesen war. Alles in allem, waren wir glaube ich alle froh, wieder nach hause zu kommen, denn Spanien ist bei schlechtem Wetter auch nicht gerade eine Reise wert.

Wir flogen auch nachts wieder zurück, besser gesagt spät abends. Die meisten Flugzeugunglücke passieren während des Starts oder der Landung, weil wohl der Pilot die Maschine manuell bedient. Ich weiß nicht was damals bei uns geschehen ist, es war auf jeden Fall ein so schreckliches Erlebnis, dass mein Mann nie wieder in ein Flugzeug steigen wollte, und mein Sohn anfing zu weinen, wenn ich Flugzeug nur erwähnte. Früher fuhr er gerne mit mir zu Düsseldorfer Flughafen, einfach nur zum gucken, nach diesem Tag im Jahr 1991 konnte ich sogar das vergessen. Er wollte auch keine Flugzeuge mehr sehen. Es fing ganz normal an, wie starteten, kamen auf eine gewisse Höhe, in der wir eigentlich verweilen sollten, bis wir wieder landen, aber so war es nicht. Es geschah einfach ohne Vorwarnung, niemand war angeschnallt, weil ja auch niemand gesagt hatte, dass wir uns anschnallen sollten. Die Stewardessen waren gerade auf dem Weg mit ihren Wagen, den Passagieren das Essen zu servieren, doch dazu kam es nicht mehr! Es ging auf einmal nur noch abwärts! Wie, als ob man in einem Fahrstuhl ist der abstürzt. Mein Sohn flog an mir vorbei und klebte an der Decke des Fliegers wie viele der anderen Menschen, einschließlich mir, auch. Nur mein Mann war angeschnallt, und ich hörte ihn rufen:"Keine Panik! Keine Panik!" Die Essenswagen flogen durch die Gegend, trafen dabei auch einige Passagiere. Am schlimmsten traf es die, die in er Maschine unterwegs waren und nicht auf ihren Sitzen saßen. Sie flogen ungehindert durch die Gegend. Es war ein einziges Schreien, Rufen, Weinen in der Maschine. Ich dachte nur:"Jetzt ist es aus! Armer Kevin, so jung und muß schon sterben!" Und ich konnte seinen Arm greifen und ihn festhalten.

So schnell wie es begonnen hatte, war auch alles wieder vorüber. die Maschine kam auf eine Höhe , wo sie schließlich auch blieb. Chaos war um uns herum. Überall hörte man nur Menschen schreien. Es gab einige Schwerverletzte, die separat aus der Maschinen nach der Landung gebracht wurden. Die Frau, die neben mir saß, flog erst das zweite mal und wohl auch das Letzte! Sie war hinterher volltrunken! Es gab kein Essen mehr. Aber dafür durften wir umsonst trinken was wir wollten. Und das nutzten wohl die meisten Leute gnadenlos aus, auf den Schrecken und Prost! Die Stewardessen rannten verwirrt umher und versuchten Ordnung zu machen. Keiner kam mehr richtig durch die Maschine, schon gar nicht bis nach vorne zum Piloten. Überall lagen Lebensmittel und die Taschen, die den Leuten aus den oberen Klappen gefallen waren. Es verging eine ganze Zeit, bis schließlich der Kapitän der Tristar sich durch die engen Gänge quälte, die Boardsprechanlage funktionierte wohl nicht mehr. Er sagte, dass ihm sowas noch nie passiert sei. Aber was nun denn genau passiert war, das sagte er nicht! Es mußte etwas geschehen sein, womit er nicht gerechnet hatte, denn sonst hätte man ja das Anschnallzeichen gegeben.

Die Landung verlief ohne Zwischenfälle. Viele Menschen gingen direkt nach der Landung zu dem noch nachts eröffneten LTU-Schalter um sich dort zu beschweren und den Flug zu reklamieren. Die Schwerverletzten sahen wir nur am Rande, sie wurden hinten aus der Maschine gebracht und wohl direkt ins Krankenhaus gefahren. Meinen Eltern stand auch die Panik in den Augen, als sie die Leute aus dem Flugzeug sahen, alle hatten verheulte Augen und noch das Entsetzen im Blick. wir sprachen später einmal mit einem Kapitän der Lufthansa um zu erfahren was damals passiert seinen könnte. Ob es ein sogenanntes Luftloch sein konnte? Aber der sagte nur, dass das mit den Luftlöchern Blödsinn sein. Er meinte, dass es sich wohl um einen Pilotenfehler gehandelt haben mußte. Vielleicht kam uns ein anderer Flieger entgegen und der Pilot mußte die Maschine einfach fallen lassen, oder es war ein Fehler im Bordcomputer, der einige Teile der Maschinen einfach ausfallen ließ. Ich weiß es nicht, doch manchmal denke ich noch darüber nach. Wir werden es wohl nie erfahren. Mein Sohn hat dieses Erlebnis mittlerweile vergessen, und ich denke, dass er irgendwann wieder in einen Flieger steigen wird.

Ich bin danach schon einige Male wieder geflogen. Bei den ersten Malen war mir schon ein wenig mulmig, aber jetzt nicht mehr. Die Zeit verdrängt alles, auch das schlimmste Erlebnis wird irgendwann verdrängt. Doch wir sollten niemals vergessen, dass die Schwelle zwischen Leben und Tod manchmal sehr nahe sein kann!

51 Bewertungen, 16 Kommentare

  • panico

    26.07.2006, 00:18 Uhr von panico
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg panico :-)

  • Miss_Piper

    19.07.2006, 19:46 Uhr von Miss_Piper
    Bewertung: sehr hilfreich

    Brrr, was für ein Horrorlerlebnis. Hatte auch mal einen etwas komplizierten Flug, weil ein Motor ausfiel, das Flugzeug daher neidriger fliegen musste und alles etwas unriger wurde dadurch, aber so was wie hier möchte ich echt nie erleben. Umso schlimmer, w

  • anonym

    14.07.2006, 15:20 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße Edith und Claus

  • OmaBruni

    14.07.2006, 00:38 Uhr von OmaBruni
    Bewertung: sehr hilfreich

    super :-)

  • Schnarcher1

    11.07.2006, 12:13 Uhr von Schnarcher1
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreich! LG

  • Sabse0802

    10.07.2006, 19:57 Uhr von Sabse0802
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH...Liebe Grüße...klingt echt schrecklich...

  • Tweety30

    10.07.2006, 11:15 Uhr von Tweety30
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schrecklich, das mit dem Flugzeug. Aber den 2. Beitrag hättest du doch als Extra-Bericht schreiben können, passt doch gar nicht dazu... Hm. Liebe Grüße, Tweety30!

  • schnekuesschen

    10.04.2006, 14:17 Uhr von schnekuesschen
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein klasse Bericht....LG Sandy :-)))

  • morla

    03.04.2006, 21:27 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • PoisonAngel

    31.03.2006, 18:55 Uhr von PoisonAngel
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH! <br/>LG Nicole

  • Flute

    19.11.2005, 20:43 Uhr von Flute
    Bewertung: sehr hilfreich

    Mein Schwiegervater macht momentan fast das Gleiche durch. <br/>Lg. Dunja

  • diana75

    28.10.2005, 23:07 Uhr von diana75
    Bewertung: sehr hilfreich

    es war sehr mutig von Dir diesen Bericht zu schreiben und der verdient noch mehr als ein sh. <br/>LG diana75

  • Tweety88

    09.07.2005, 01:53 Uhr von Tweety88
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich finde es sehr wichtig und richtig von Dir diesen Bericht zu schreiben - auch wenn es mit sicherheit schwer für Dich war. Man kan nur hoffen das er andere vor diesem Schiksal bewahrt.

  • Inkognito17

    14.07.2004, 17:52 Uhr von Inkognito17
    Bewertung: sehr hilfreich

    Traurig aber wahr! mfg Inkognito

  • nintscha

    14.07.2004, 17:27 Uhr von nintscha
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wirklich sehr ausführlicher und zugleich sehr trauriger Bericht! Finde es wirklich toll, dass du über ein solches Thema geschrieben hast! Liebe Grüße Nina

  • kleinvolli

    14.07.2004, 16:42 Uhr von kleinvolli
    Bewertung: sehr hilfreich

    Einen geliebten Menschen an eine Krankheit zu verlieren ist immer schwer. Deshalb war es sicher nicht einfach für Dich diesen Bericht zu verfassen.Ich finde es sehr mutig hier Deine Erfahrungen mitzuteilen. Du spornst sicherlich einige Leser damit an