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Erfahrungsbericht von emmtie

Packstation - Ein kundenorientierter Service der Post !!!

Pro:

geniale Zustellungsmethode für Berufstätige

Kontra:

erst in wenigen Pilotstädten; Pakete in der Größe begrenzt; eventuell später kostenpflichtig

Empfehlung:

Nein

Pakete durch die Deutsche Post zugestellt zu bekommen, war bisher für berufstätige Menschen ein Erlebnis. Wer keine Rentner oder Hausmänner/-frauen als Nachbarn hat, die die Sendungen freundlicherweise tagsüber annehmen, musste bei jeder Sendung hoffen, das diesmal alles klappt und man keine Wertpakete vor der Tür stehen hat, Benachrichtigungskarten im Briefkasten liegen, obwohl man ausnahmsweise mal zuhause war oder das Paket aufgerissen wurde, damit die einzelnen Bücher in den Briefkasten passen (alles wirklich erlebt). Es mag sein, dass diese extremen Verhältnis auch daran liegen, dass die Post für das von ihnen gezahlte Gehalt gerade in größeren Städten nur schwer geeignetes Personal findet. Über all meinen Frust mit der Paketzustellung habe ich mich ja in einer früheren Meinung ausführlich \"ausgekotzt\".

Doch seit Anfang Oktober 2002 hört von mir keiner mehr ein böses Wort über die Deutsche Post AG. Denn seit diesem Zeitpunkt ist meine Heimatstadt Frankfurt zusammen mit den Nachbargemeinden Offenbach und Bad Vilbel in einen Pilotversuch namens Packstation eingebunden, bei dem ich die Art der Zustellung für meine Bedürfnisse ideal gelöst finde.


Was ist eine Packstation?
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Einfach gesagt ein großer Automat, der von der Post an öffentlich zugänglichen Plätzen aufstellt wurde und in den die Pakete zugestellt werden. Nach der Anmeldung, auf die ich später noch eingehe, bekommt man eine Kundenkarte, die sogenannte \"Goldcard\" und eine PIN. Und mit dieser Kombination kann man sich an dem Automaten identifizieren und bekommt seine Sendung ausgehändigt.

Die Automaten gibt es in 2 Ausprägungen; entweder mit circa 50 verschiedenen großen, einzeln zugänglichen Fächern oder mit einer Art Paternoster, also einer Art Endlosband mit Körben, bei dem die jeweilige Sendung zu einem Ausgabefach gefahren wird. Hier in Frankfurt wurden etwa 50 dieser Automaten in der Stadt verteilt. Man findet sie vor Postämtern, im Hauptbahnhof, an S-Bahn- und U-Bahnstationen, an Bushaltestellen, an der Uni und aufgrund einer Kooperation mit den jeweiligen Firmen an Aral-Tankstellen und vor einigen Supermärkten. Also überall dort wo Menschen auf dem Weg von und zur Arbeit fast automatisch vorbeikommen. Die Automaten im Bereich des Nahverkehrs sind während der Öffnungzeiten der Bahnhöfe, also in der Regel von morgens ca. 05:00 Uhr bis etwa 02:00 Uhr in der Nacht erreichbar; alle anderen Automaten kann man 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche nutzen.


Wie funktioniert das Ganze?
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Die Post sieht die Packstation zurecht als innovatives und fortschrittliches System an. Doch diesen Maßstab legt sie auch an den Zugang zu diesem System an. Anmelden kann man sich nur über das Internet auf der speziellen Homepage www.packstation.de. Dies ist etwas unverständlich, da nicht jeder, der dieses System gerne nutzen würde unbedingt Internetzugang haben muss. Neben den üblichen Angaben wie Name, Adresse etc. muss man bei der Anmeldung auch noch eine Benachrichtigungsmethode wählen, über die man bei Eintreffen eines Paketes an der Packstation informiert wird. Auch hier greift der Fortschritt; es gibt nur die Möglichkeit Email und SMS ans Handy. Also keine orangen Benachrichtigungskarten oder Klebezettel am Briefkasten mehr. Nach der Anmeldung bekommt man eine sogenannte persönliche PostNummer zugeteilt und die Goldcard und PIN zugeschickt; außerdem gibt es noch eine kleine Bedienungsanleitung und einen Stadtplan, auf dem allen Packstationen eingezeichnet sind.

Teilnehmen am Verfahren kann im Prinzip jeder, der einen Wohnsitz in Deutschland hat, da die Goldcard/PIN ja dorthin verschickt werden müssen. Sinnvoll ist es zur Zeit natürlich nur für jemanden, der in den momentanen Pilotstädten Dortmund, Mainz und Frankfurt/Offenbach wohnt, arbeitet oder häufig zutun hat, da es ja nur dort Packstationen gibt, an denen man seine Sendung abholen kann.


Wie kommt mein Paket nun in die Packstation statt zu mir nach Hause?
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Damit Sendungen in die Packstation zugestellt werden, gibt es zwei Wege: Zum einem kann man durch die Angabe der Empfängeradresse bei Bestellungen, bei der Weitergabe an Bekannte etc. schon direkt an die Packstation adressieren, indem man seinem Namen und dann statt Straße, PLZ und Ort der Wohnung, seine Postnummer, die Nummer einer günstig erreichbaren Packstation und deren PLZ/Ort angibt. Das Paket wird dorthin geliefert und man bekommt umgehen eine Mail und/oder SMS und kann es abholen. Das man die Packstation bei dieser Art der Adressierung frei wählen kann, finde ich sehr positiv. Denn damit kann man seine Pakete gezielt dorthin steuern, wo man am wahrscheinlichen Empfangsdatum am ehesten vorbeikommt. Ich persönlich habe eine Packstation an einer Aral-Station ca. 400 m von meiner Wohnung entfernt, die so ideal liegt, dass ich noch keine andere Station ausprobiert habe.

Zum anderen kann man bei Paketen, bei denen man die Empfängeradresse nicht beeinflussen kann weil z.B. die Oma ein überraschendes Weihnachtspäcken schickt und nur die Hausadresse kennt, auch diese Sendung in die Packstation lenken. Dazu liegt dem Startpaket ein kleiner gelber Aufkleber mit der eigenen PostNummer bei. Klebt dieser am Briefkasten erkennt der Paketbote, dass man an dieser Art der Zustellung teilnimmt und bringt das Paket in die Packstation. Ob er dies gleich macht oder erst einmal klingelt (was ja sinnvoll wäre, wenn er eh schon mal da ist :-)) weiß ich nicht, da ich diesen Fall in den knapp ein einhalb Monaten noch nicht hatte.

Kleine Einschränkung: Falls eine Packstation einmal voll sein sollte, wird die Sendung in eine nahegelegene Packstation geliefert; darüber bekommt man dann aber Info per SMS/Mail.


Was kann man an die Packstation schicken?
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Da die Automaten natürlich bei aller Größe trotzdem nur begrenzte Kapazitäten haben, ist die Größe der Sendungen auf maximal 60 x 40 x 30 cm begrenzt. Falls etwas größer sein sollte und an die Packstation adressiert wurde, wird dies zum nächsten Postamt gebracht und man darüber informiert. Auch nach unten gibt es eine Grenze: 15 x 11 x 1 cm.

Logischerweise kann man auch keine unfreien Sendungen dorthin schicken. Nachnahmepakete dagegen sind sehr wohl möglich, da man an der Packstation mit EC-Karte oder Geldkarte das entsprechende Entgelt entrichten kann. Maximalbetrag dabei ist 1500 Euro.

Logischerweise kann man sich auch keine Pakete von anderen Paketdiensten als den Tochterunternehmen der Deutschen Post AG dorthin liefern lassen. Sie wollen ja schließlich nicht die Konkurrenz fördern.


Was gibt es noch über die Packstation zu sagen?
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Bisher habe ich noch nichts von den Kosten geschrieben. Und das zu Recht, denn die Packstation ist momentan absolut kostenlos. Die Post weist aber auf ihrer Seite immer mit dem Zusatz „während der Pilotphase“ auf diesen Fakt hin. Es würde das Angebot ein klein wenig verschlechtern, wenn die Zustellung etwas extra kosten würde, doch ich finde diese Art der Zustellung so gut, dass ich auch bereit bin dafür etwas zu zahlen, falls dies im „Normalbetrieb“ so sein sollte. Aber wann und ob dies der Fall sein soll und wie hoch die Kosten wären, ist noch nicht bekannt.

Eine weitere wichtige Info ist die Lagerzeit. Eine Sendung bleibt maximal 9 Tage in der Packstation. Man wird aber neben der Mail/SMS bei Zustellung auch noch 48 Stunden später und 48 Stunden vor Ablauf der Lagerfrist per Mail/SMS erinnert. Aber für einen längeren Urlaub ist die Packstation also keine Lagerstätte.


Zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten der Packstation
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Eine weitere Nutzungsmöglichkeit der Packstation ist das Zurückschicken von standardisierten Retour-Sendungen, wie sie der Versandhandel häufig nutzt. Die Packstation hat einen Scanner und kann somit die Empfängerangaben erkennen. Man wählt nur noch die Größe des Faches für das Paket und los ist man seine Bestellungen, die man nicht haben wollte. Ich persönlich habe es aber noch nicht ausprobiert.


Meine eigenen Erfahrungen:
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Logischerweise musste ich das System sofort bei Start des Pilotprojektes ausprobieren und habe extra dafür eine Bestellung bei Amazon getätigt, die sofort lieferbar war und die ich direkt an die Packstation adressierte. 24 Stunden später bekam ich die übliche Mail von Amazon, dass die Sendung ihr Lager verlassen hat. Die Spannung stieg. Und tatsächlich am nächsten morgen gegen 10:30 Uhr, etwa eine halbe Stunde nach dem der Paketbote in unserer Straße und an der Tankstelle mit der Packstation üblicherweise vorbeikommt, bekam ich eine SMS und parallel eine Email, in der das Eintreffen meines Paketes mit genauer Angabe der Packstation vermeldet wurde. Abends in aller Ruhe vorbeigegangen, innerhalb von 2 Minuten ohne Anstehen oder Stress wegen Schließungszeiten das Paket geholt, sich noch ein Kuchenteilchen und einen Kaffee bei der Tankstelle mitgenommen (der Betreiber freut sich bestimmt auch über die zusätzlichen Kunden :-) und wunderbar entspannt mit dem Paket in Richtung Heimat entschwunden. Das nenne Dienstleistung.

Mittlerweile habe ich 3-4 Sendungen auf diesem Weg zustellen lassen; nicht alle waren ganz so schnell wie das Erste, aber alles hat absolut problemlos geklappt.

Fazit
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Wie man meine Worten ja schon entnehmen konnte, bin ich mit diesem neuen, kundenorientierten Serviceangebot der Deutschen Post rundum zufrieden. Endlich wurde eine Zustellungsart erfunden, mit der auch der Berufstätige problemlos an seine Sendungen kommt. Hut ab !!!!!

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