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Erfahrungsbericht von dreamweb

Das Ende eines Projektes oder warum Miara so gefrustet ist.

Pro:

man kann immer und überall was falsch machen oder theoretisch noch mehr leisten

Kontra:

fast alles

Empfehlung:

Nein

Das Ende eines Projektes

Einige meiner treuen Leser hier wissen ja, dass ich in einem ziemlich stressigen Projekt bei einer großen deutschen Versicherung eingebunden war.

Zuerst sollte ich nur 10 Tage lang ein Formular programmieren. Aber leider hatten sich da die Projektleiterin von Mummert und ihr Mummert-Kollege ziemlich bei der Schätzung vertan. Denn ein so komplexer Controlling Bogen lässt sich auch in Excel nicht schnell mal in 10 Tagen programmieren.

Und so war ich dann zwischen 20 und 30 Tage in dem Projekt, in dem sehr oft Ideen, die ich gerade programmiert hatte, auch wieder umgeworfen wurden. Das hieß für mich dann wieder neue Arbeit.

In der ersten Woche bin ich noch um 9.00 Uhr morgens gekommen - wie auch meine Kollegen. Und dann abends am ersten Tag um 19.00 Uhr, danach um 20.00 Uhr danach nicht vor 21.00 Uhr und manachmal 23.00 Uhr geblieben. Ich fand das schon sehr lang und konnte mich auch Abends nicht mehr konzentrieren. Denn so eine Programmierung benötigt schon volle Konzentration. Wenn ich gegangen bin, waren die beiden anderen Mummert-Kollegen noch da. Die machten nie vor 23.30 Uhr Schluß.

Ich merkte schon an den Blicken, dass ihnen das nicht so passte. Also bin ich früher gekommen. Ich war somit schon zwische 7.30 und 8.15 dann im Büro, was ja auch meine Zeiten verlängerte. Tagsüber habe ich mich mit Mate und Gaurana-Teex in Extremfällen auch mit Red-Bull ähnlichen Getränken wach gehalten.

In der letzen Woche war es dann ganz extrem. Da bin ich nicht vor 22.30 Uhr rausgekommen. Einen Tag habe ich ja dann fast 24 Stunden lang durchgemacht und war auch den nächsten Tag noch bis 18.30 Uhr in der Firma. Davon habe ich ja schon berichtet.

Auf alle Fälle fand ich es nicht gut, wie das alles abgelaufen ist. Die Projektleiterin selbst war 14 Tage lang in Urlaub und ich bekam immer Zurufe von beiden Kollegen und kaum schriftliche Informationen. Hinterher hagelte es dann Vorwürfe, wenn etwas nicht so stimmte, wie gewollt.

Auf alle Fälle war dann am Mittwoch und Donnerstag der Workshop mit dem Kunden, an dem ich auch teilweise noch geholfen habe, wenn die Kollegen nicht mit ihren Excel-Kenntnissen mit dem Bogen klar kamen. Da es leider keine QS gab, waren auch noch ein paar kleinere Fehler aufgetaucht. Und da konnte ich dann eben weiterhelfen.

Bei einem meiner Momente, in dem ich an der Abschlussbesprechung teilgenommen hatte, bekam ich noch mit, dass die Geschäftsstellenleiter mit dem Fragebogen und der Komplexität unzufrieden waren. Eigentlich verständlich, denn mit dieser Lösung mussten sie einige Dinge für verschiedene Bereiche doppelt machen.

Ich musste aber noch anderes erledigen und ging so aus der Besprechung heraus. Hinterher erfuhr ich dann von der Projektleiterin, dass man wohl seitens des Kunden alles verwerfen würde und wenn, dann würde es entweder eine Webbasierte Lösung oder aber eine VBA-Lösung geben. Und sie bzw. ihr anderer Kollege, der zu sagen hat, seien der Ansicht, ein anderer Kollege könne das schneller machen.

Daraufhin verlangte ich dann noch ein Gespräch mit den beiden. Da erfuhr ich dann, dass meine langen Arbeitszeiten den anderen nicht ausgereicht hatten. Sie seien nicht der Meinung gewesen, dass ich mit Ehrgeiz an die Sache herangegangen sei. Was ich sagte, hat dann gar nichts genutzt. Schließlich kam ich mir selbst schon vor wie ein Versager. Warum konnte ich nicht täglich noch zwei oder drei Stunden mehr machen? Ich weiß nur, dass es einfach nicht ging. Ich weiß aber auch, dass die Kollegen sich mit der Arbeit verschätzt hatten und mich das ausbaden ließen. Auf alle Fälle war ich fix und fertig, als ich dann am Donnerstag nach 19.00 Uhr das Büro des Kunden verließ und meine 400 km nach Hause düste.

Gute Ratschläge habe ich bekommen. So zum Beispiel, dass man, wenn man bei Mummert zu einem 10 Tage Einsatz gerufen würde, immer voll reinhauen bis zum umfallen müsse. Und ich da wohl eine falsche Einstellung habe. Bei Stahlratte, dem ich auf dem Wege liebe Grüße bestellen möchte, habe ich mich am Telefon ausgeheult, bevor ich gefahren bin. Übrigens bin ich - wie gesagt - natürlich schneller als sonst gefahren. Irgendwie mache ich das immer, wenn ich so mies drauf bin. ich weiß selbst, dass das nicht gut ist. Einige Betonbrückenmauern finde ich in solchen Momenten übrigens auch sehr anziehend. Eine deprimierte Miara ist nicht gut in solchen Momenten. Aber immerhin habe ich noch genug Überlebenswillen, dass ich dann trotzdem einfach nur sehen, nach Hause zu kommen und irgendwie weiter zu machen. Jetzt beim Schreiben kommt das schlimme Gefühl übrigens wieder auf. Ich kam mir vor, als wäre alles umsonst gewesen, was ich da geleistet habe. Und die Bemerkung des Kollegen, ich solle mir das nicht so zu Herzen nehmen, war wie hohn. Abends um 23.30 Uhr bin ich übrigens Zuhause angekommen.

Am nächsten Tag habe ich mich dann für das interne Projekt, in dem es um eine ECommerce Studie geht, zurückgemeldet. Die Kollegen haben sich ehrlich gefreut, dass ich wieder dabei sind. Denn sie hatten auch vorher geschätzt, was ich schon dafür geleistet bzw. erledigt hatte. Und ich war noch so gefrustet, dass ich mich mit einem Kollegen über das \"tolle\" Gespräch am Donnerstag unterhalten habe. Er war entsetzt und sagte mir, das sei bei uns ganz und gar nicht normal, was da die lieben Kollegen mit mir abgezogen haben. Ich solle mich sogar bei meinem Unit-Manager (mein Vorgesetzter) beschweren, denn der sähe es auch nicht ein, wenn seine guten Leute so ausgenutzt würden und dann noch wegen \"zu wenig Einsatz\" trotz hoher Überstunden nicht weiter genommen werden.

Da mein Unit Manager in Urlaub ist, und ich weiteren Ärger vermeiden will, werde ich das aber nicht machen. Übrigens haben die Kollegen auch noch gesagt, sofern es um reine Excel-Programmierung ginge, würden sie mich auch wieder nehmen, denn in der letzten Woche habe ich ja Ehrgeiz bewiesen. Und sie haben mein Durchhaltevermögen nach meinem 24 Stunden Einsatz sehr bewundert.

Und so bin ich jetzt zwar etwas getröstet aber nicht gerade glücklich, was das Ende des Projektes und das Gespräch mit den Kollegen anging.

Es ist mir nicht leicht gefallen, das zu schreiben, denn immer noch sehe ich irgendwo ein \"Versager-Schild\" mit dem Vorfall verbunden, egal was andere aus meiner Unit sagen. Aber ich wollte diejenigen auf dem Laufenden halten, die sich für mich interessieren und die vielleicht auch den anderen Beitrag zum Projekt gelesen haben.


Liebe Grüße - Miara

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