Erfahrungsbericht von LeaofRafiki
Meine Pflanzen in meinem Garten
Pro:
ein grünes Zimmer voller Pflanzen ist wunderschön
Kontra:
macht aber auch leider viel Arbeit
Empfehlung:
Nein
Ich lebe in einer alten Dorfschule, die nachträglich umgebaut und geteilt wurde. Stellt euch einen typisch holsteinischen Rotsteinbau vor, Baujahr 1910, mit Holzfenstern, altem Dielenboden, hohen Räumen und Kaminanschlüssen auf einem ca. 1800 qm Grundstück. Darin bewohne ich den Teil, der schon immer Wohnung war, nämlich die ehemalige Lehrerwohnung. Die linke Haushälfte bewohnt ein Pärchen mit Kater Leo (Jojos ganz spezieller Freund, mit dem er sich dauernd streitet), die Wohnung über mir ist vermietet.
Hinter dem alten Schulgebäude, im Garten, liegt das \"Wirtschaftsgebäude\", wo früher mal die Schülerklos waren, und immer schon die Heizungsanlage. Dieses Haus/Grundstück wurde also zuerst in rechts/links geteilt, die rechte Hälfte dann noch einmal in zwei Eigentumswohnungen oben/unten. Zur rechten unteren Wohnung, also zu meiner, \"gehört\" das Mittelstück, ganze 212 qm groß (oder klein), aber voll genutzt!, ein winziges Fleckchen zwischen Schulhaus und Wirtschaftsgebäude, zwischen dem großen Garten links von mir und dem Garten(anteil) rechts von mir.
Ich lade dich nun auf einen kleinen Rundgang im Uhrzeigersinn durch meinen L-förmigen Garten ein:
Links unten (auf ½ 7) liegt die Küche mit Windfang. Da geht\'s raus durch die Windfangtür und schon stehst du auf der Terrasse. (Diese zieht sich, aus Holz bootsstegsmäßig mit Ausleger gebaut nach rechts über ca. 14 m die ganze Hausfront entlang). Zwei, drei Schritte nach links, drei Stufen, und du kommst auf einen Plattenweg. Links daneben, zwischen \"Ausleger\" und Gartenende stehen direkt vor\'m Windfangfenster die Mülltonnen (auf die meine Katzen durch ein extra Katzenfenster im Fenster raus springen können), noch weiter links daneben ist mein Kaminholzlagerschuppen.
Parallel zu diesem Plattenweg ist links bis zum Zaun ein Beet angelegt, rechts ist Rasen.
Direkt neben dem Holzlager, unter einem großen Nadelgehölz, im Schatten macht sich Waldmeister breit, hier blühen im Frühjahr Hyazinthen, diverse Primeln und Unmengen von Vergißmeinnicht, im Sommer blaue Sommerastern und die allgegenwärtigen Ringelblumen, die sich selbst ausgesät haben, am Zaun selber rankt sich bunter Efeu und ein Jelängerjelieber (Lonicera), das mittlerweile bis in den Baumgipfel hineinragt.
Im Beet längs des linken Zaunes stehen etliche Edel- und Wildrosen (z.B. eine orangeblühende Strauchrose \"Westerland\", eine geerbte gelb blühende Kletterrose und eine uralte umgesetztes rote Strauchrose neben zwei Rosa glauca, von der ich dieses Jahr das erste Mal Hagebutten ernten kann), etliche Katzenminzensträucher (nepeta fassenii) und Lavendelsträucherl.
Auf der rechten Seite steht ein kleiner Apfelbaum (eine Champagner Renette, alte Sorte!), dann Rasen, dann zwei Flieder in dunkelviolett und lila sowie eine Forsythie. Hinter diesen Sträuchern steht meine Pflanzenkinderstube. Nun stößt du mit der Nase auch schon an die Tür zum Heizungsraum...
Also, marsch zurück, auf Rasen um Flieder und Forsythie herum, hinter der versteckt ein Schnellkomposter und eine Regentonne (mit einem Kartoffelkorb abgedeckt, damit nicht aus Versehen eine Katze reinfällt, wenn sie auf dessen Rand balanciert) steht und du stehst vor der Tür zum Öllager. Gehst du nun weiter an der Wand des Wirtschaftsgebäudes entlang (nun schon parallel zu meiner Wohnung), begegnest du einem Holunder, der arg um sein Leben kämpft, da der Boden dort ausgesprochen mies ist, und mich jedesmal staunen läßt, wieviel Blattläuse eine Pflanze ertragen kann, umrandet von sich ständig neu aussäendem Kerbel. Rechts vom Holunder, mitten im Rasen, steht eine Kätzchenweide, die Lea mit Vorliebe als Kletterbaum benutzt, neben dem Holunder vor der nicht mehr benutzbaren Garagen (die nun der oberen Wohnung als Gartenkammer dient und einen neuen, rückseitigen Zugang hat) balgen sich noch drei Ginster (ein elfenbeinfarben blühender und zwei gelb-rot gefüllte) um den besten Platz, zu ihren Füßen hat sich Frauenmantel breit gemacht.
Jetzt geht\'s links um die Ecke, um Wirtschaftsgebäude und die ehemalige Garage herum in den kurzen Schenkel des L. Hier war bis vor zwei Jahren Jahr noch mein Gemüsebeet. Ich hab\'s aufgelöst und nun eine Wildfruchthecke gepflanzt: eine Kornelkirsche, zwei weitere, schattenverträgliche Wildrosen (rosa canina, oder auch gemeine Hundsrose genannt), eine Hasel und eine Felsenbirne sowie an einem Spalier die Garagenwand hoch eine dornenlose Brombeere.
Unter all diesen Sträuchern haben sich meine Katzen ihr \"Außenklo\" eingerichtet, ein Wunder, daß die Pflanzen nicht dagegen rebellieren.
Bums, schon wieder gegen den Zaun geprallt... In dieser Ecke ragen zwei Baldriane hoch, neben einem Comfrey (Beinwell), der sich ständig nieder legt. Weiter, jetzt rechts rum, geht es an den sich ständig ausbreitenden Minzen (stinknormale Pfefferminze, eine marokkanische Nanaminze, Orangenminze und russische Minze) und unter überhängenden Ausläufern dichten Efeus vorbei, wieder rechts, jetzt kommen die Johannisbeersträucher (je drei rote und schwarze sowie eine weiße) und als Abschluß eine Himbeere.
Hoch oben, den Zaun entlang ranken wieder Lonicera und wilder Wein, der im Herbst wunderschöne rote Blätter hat.
Du wärest jetzt übrigens auch einmal um mein Gemüsehochbeet rumgelaufen... Da drinnen standen letztes Jahr Salate, Monatserdbeeren, ein paar Kräuter (Petersilie, Dill, Schnittlauch und Origanum), in der Mitte eine Artischocke, die wunderschön geblüht hat, roter Mangold vom vorherigen Jahr, der mit seinen Blütenständen sehr bizarr aussieht, eine kümmerliche Paprika und eine noch kümmerlichere Aubergine. Überwintert hatte eine Pastinake und Unmengen von kleinen Salatrauken, die sich ausgesamt hatten. Das Hochbeet, dessen Holz leider morsch geworden war, so daß es sich zu den Seiten bog, daß es wie ein altes Boot auf dem Trockenen aussah hab ich dieses Frühjahr leider entfernen lassen müssen.
Weiter am Zaun entlang, wieder aufs Haus zu, kommst du an Sauerampfer, und zwei Weinstöcken (einem blauen und einem weissen) vorbei, an roter, gelber und weißer Schafgarbe, an Kamille durchsetzt mit orangeblühenden Lilien, einer blaublühenden Distel und lachsfarbenen Lupinen bis am Ende des Beetes ein Strauchgeißblatt steht, das um den Platz mit div. Zitronenmelissen und Anis-Ysop ringt. Zwischen all diesen Pflanzen wuselt sich immer wieder rote Kapuzinerkresse hindurch, die sich auch jedes Jahr selber aussät.
Letztes Jahr ging es noch über den Rasen, aber dies Jahr gibt es auch hier einen frisch angelegten, breiten Plattenweg, der an den alten anschließt. Weiter geradeaus kommst du zur Carporttür, oder dem Hinterausgang meines Gartens... Hier quetschen sich auf wenigen Zentimetern Beetbreite noch ein paar Erdbeeren und eine pinkfarbene Stockrose.
Im Frühjahr, wenn dieser Beetstreifen recht kahl aussieht, was die mehrjährigen Pflanzen angeht, tummeln sich dort unzählige Zwiebelgewächse.
Zurück auf dem Weg, der parallel zur Terrasse verläuft, geht es an einem kleinen Teich vorbei, zurück zu dem Ausleger, wo du angefangen bist.
Du kannst wählen, ob du auf dem Plattenweg gehen möchtest, dann die Stufen wieder hoch, oder die Rampe links neben dem Weg nimmst. Auf der Terrasse wieder angekommen, kommst du nun am Haus längs erst an einer altersschwachen Holzleiter vorbei, die den Katzen den Einstieg in die Waschküche ermöglicht, dann am Badezimmerfenster, hin zur Wohn-/Schlafstube, die ein 2 x 3 m großes Glasfeld mit schwellenfreier Doppelglastür hat. Dort steht der Gartentisch und mein Hochlehner. Vorsicht! Noch ein Schritt weiter, und du plumpst von der Terrasse, die ist nämlich 50 cm überm Erdboden.
PUH! AUFZEICHNEN WÄRE EINFACHER!!!
Also, mit der Terrassentür im Rücken blickst du nun in den Garten. Geradeaus erschaust du meinen Wunschapfelbaum: eine Rote Sternenrenette, oder auch Weihnachtsapfel genannt, dieser heißt so, weil er erst sehr spät reift und kleine, rote Früchte hervorbringt, die man früher an den Tannenbaum gehängt hat, und dessen Fruchtfleisch rot geädert ist. Ein bißchen weiter links, eigentlich nun zentral im Garten, den ersten Apfel, den ich gepflanzt hab: einen Holsteiner Cox, der letztes Jahr Unmengen an Früchten hatte, dieses Jahr leider nur zwei. Ich hasse alternierenden Fruchtansatz! Am äußeren rechten Rand der Terrasse stand früher eine nie
ans Fallrohr angeschlossene Zinkwassertonne, die nun in die Mitte gewandert ist, zu dem, was mein neues, auch mit einem Rollstuhl unterfahrbares Hochbeet geworden ist: dies ist, wie schon die Terrasse selber, ein Holzständerwerk in pfahlbauweise, worauf nun von den Bauern in der Umgebung abgestaubte und teils bei ebay ersteigerte Zinkwannen und -eimer stehen. Gefüllt mit den Küchenkräutern aus dem ehemaligen Hochbeet, frischt gesteckten roten Zwiebeln und demnächst wieder Gemüse (Salat, bunter Mangold, Pastinaken, Radieschen etc.)
Die Walderdbeeren hab ich in einen tönernen Kräuter-/Erdbeertopf umgesetzt, der nun am Terrassenrand steht, daneben Balkonkästen aus Zink mit Petunien und Impatiens (fleißiges Lieschen) sowie die Stubenpflanzen, die in die Sommerfrische umgezogen sind: drei schon sehr alte Avokadobäumchen, ein Ficus Benjamini und drei Lantanen (Wandelröschen). Letztere eigentlich eine eher Kübel-Draussenpflanze, die aber den vorjährige Winter im kühlen und dunkle Heizungsraum nicht so dolle fanden und die ich daher letztes Jahr mit in die Stube genommen hab. Sie danken es mir jetzt mit einer wahren Blütenpracht.
Das Herzstück aber meines Gartens ist ein kleiner Teich. War er zu Anfang testhalber nur eine eingegrabene Mörtelbütt, mit einer einzelnen Seerose darin, so ist es nun ein kleines, nierenförmiges Teichbecken, wie man sie in jedem Baumarkt kaufen kann, von ca. 1,20 m Länge. Rund um diesen Teich gibt\'s wieder reichlich Katzenminze, immer noch nepeta fassenii, die echte Katzenminze Catnip (nepeta cataria), wächst gerade in der Pflanzenkinderstube heran), im Frühjahr Vergißmeinnicht, Stiefmütterchen und gelbe und rote Wildtulpen, mittlerweile drei Sommerflieder (Buddleia, Schmetterlingsflieder) in dunkellila und weiß, blaue und weiße Pulsatilla, im Sommer eine orangeblühende Lilie, und, mein Prachtstück, ein blutroter Riesenmohn sowie zig andere Blühpflanzen. IM Teich drängeln sich eine Seerose, ein Kalmus, ein Igelkolben, ein Mini-Lampenputzer und in der Sumpfwasserzone Sumpfdotterblumen, die auch das Festland erobert haben.
A propos erobern... Ursprünglich hatte ich parallel zur Rampe Kriechthymian gepflanzt, dem es dort aber nicht gefiel, so daß er an die an den Weg grenzende Seite des Teiches umgezogen ist. Nun hat er dort alles kissenförmig überzogen, so daß es wunderbar blüht - und vor allem, duftet!
Den Platz neben der Rampe überlasse ich nun freiwillig dem allgegenwärtigen Moos, es sei denn, die frisch gepflanzten Kissenastern können sich dort durchsetzen.
Was hab ich noch vergessen?
Meinen dritten Apfelbaum, eine Champagnerrenette, als Befruchtungsbaum für die Sternenrenette hatte ich ja schon zu Anfang erwähnt. Er steht hinter einem kleinen Beet, das sich an den Teich anschließt, in dem eine gelb rot gerandete gefüllte Beetrose den ganzen Sommer über reichlich blüht, zwischen Christ- bzw. Märzrosen und wieder wechselnden Vergißmeinnicht und Ringelblumen, sowie einer asternartigen Staude, die im Herbst zu voller Pracht aufläuft, deren Namen ich vergessen hab.
Mir fällt jetzt erst richtig auf, wie viele Pflanzen ich in diesem kleinen Garten untergebracht hab! Die, die sich selbstausgesät und dazwischen gedrängt haben, von Vögeln hereingetragen oder vom Nachbarn herüber gewandert sind (wie der Topinambur, der zwar wunderschön wie eine Sonnenblume blüht, und dessen Wurzeln auch eßbar sind, der aber alles zuwuchert) sowie jede Menge \"Unkraut\", hab ich noch gar nicht aufgezählt.
Erstaunlich, daß immer noch Platz genug ist für die Katten zum Toben und Rennen.
Zugewandertes Viechzeugs gibt\'s auch. Kröten, im Teich, die zur Freude meiner Katten abends durch den Garten hüpfend versuchen, den rettenden Zaun zu erreichen, um rechts in den großen Teich meiner über mir wohnenden Nachbarn zu kommen, jedes Frühjahr begrüße ich einen äußerst aktiven Maulwurf, der nun, da ich weiter Wege angelegt habe, um nicht dauern über seine Hügel zu stolpern, Dauerasyl erhalten hat - im Gegensatz zu den Wühlmäusen, die aber freiwillig das Weite gesucht hatten, nachdem sie sich ein Jahr lang an meinen Blumenzwiebeln vergnügt hatten. Außerdem jede Menge Libellen, Schmetterlinge, Hummeln und sogar ab und an eine Hornisse. Im Winter Vögel, die trotz meiner Katzen zur Winterfütterung kommen.
Ich liebe diesen Garten! Früher war er mir fast zu klein, heut ist er, von der Pflege her, schon fast zu groß... Aber bei schönem Wetter ist dieses grüne Zimmer einfach herrlich! Wenn ich gestreßt bin, ist ein wenig Unkraut zupfen hier, ein bißchen Ernten dort genau der richtige Ausgleich. Für die mir zu schweren Sachen hab ich endlich einen tollen Gärtner gefunden, den ich auch bezahlen kann und brauch jetzt nur noch das zu tun, was mir wirklich Spaß macht.
Ein büschen traurig bin ich über die Lichtverhältnisse. Der Garten liegt zwar nach Südwesten, aber das Wirtschaftsgebäude und die dahinter stehenden großen Bäume machen, daß ich schon mit Strickjacke im Schatten sitze, wenn meine Nachbarn noch im Sonnenschein grillen. Sollte ich noch mal in die Verlegenheit kommen, umzuziehen, werd ich beim nächsten Mal mehr auf die Lichtverhältnisse achten.
Ich hoffe, dieser kleine Rundgang hat dir Spaß gemacht!
Wer Interesse an Samentausch (oder bei regionaler Nähe Pflanzentausch hat), kann mir ja Bescheid sagen.
© LeaofRafiki, 07.07.2002
Hinter dem alten Schulgebäude, im Garten, liegt das \"Wirtschaftsgebäude\", wo früher mal die Schülerklos waren, und immer schon die Heizungsanlage. Dieses Haus/Grundstück wurde also zuerst in rechts/links geteilt, die rechte Hälfte dann noch einmal in zwei Eigentumswohnungen oben/unten. Zur rechten unteren Wohnung, also zu meiner, \"gehört\" das Mittelstück, ganze 212 qm groß (oder klein), aber voll genutzt!, ein winziges Fleckchen zwischen Schulhaus und Wirtschaftsgebäude, zwischen dem großen Garten links von mir und dem Garten(anteil) rechts von mir.
Ich lade dich nun auf einen kleinen Rundgang im Uhrzeigersinn durch meinen L-förmigen Garten ein:
Links unten (auf ½ 7) liegt die Küche mit Windfang. Da geht\'s raus durch die Windfangtür und schon stehst du auf der Terrasse. (Diese zieht sich, aus Holz bootsstegsmäßig mit Ausleger gebaut nach rechts über ca. 14 m die ganze Hausfront entlang). Zwei, drei Schritte nach links, drei Stufen, und du kommst auf einen Plattenweg. Links daneben, zwischen \"Ausleger\" und Gartenende stehen direkt vor\'m Windfangfenster die Mülltonnen (auf die meine Katzen durch ein extra Katzenfenster im Fenster raus springen können), noch weiter links daneben ist mein Kaminholzlagerschuppen.
Parallel zu diesem Plattenweg ist links bis zum Zaun ein Beet angelegt, rechts ist Rasen.
Direkt neben dem Holzlager, unter einem großen Nadelgehölz, im Schatten macht sich Waldmeister breit, hier blühen im Frühjahr Hyazinthen, diverse Primeln und Unmengen von Vergißmeinnicht, im Sommer blaue Sommerastern und die allgegenwärtigen Ringelblumen, die sich selbst ausgesät haben, am Zaun selber rankt sich bunter Efeu und ein Jelängerjelieber (Lonicera), das mittlerweile bis in den Baumgipfel hineinragt.
Im Beet längs des linken Zaunes stehen etliche Edel- und Wildrosen (z.B. eine orangeblühende Strauchrose \"Westerland\", eine geerbte gelb blühende Kletterrose und eine uralte umgesetztes rote Strauchrose neben zwei Rosa glauca, von der ich dieses Jahr das erste Mal Hagebutten ernten kann), etliche Katzenminzensträucher (nepeta fassenii) und Lavendelsträucherl.
Auf der rechten Seite steht ein kleiner Apfelbaum (eine Champagner Renette, alte Sorte!), dann Rasen, dann zwei Flieder in dunkelviolett und lila sowie eine Forsythie. Hinter diesen Sträuchern steht meine Pflanzenkinderstube. Nun stößt du mit der Nase auch schon an die Tür zum Heizungsraum...
Also, marsch zurück, auf Rasen um Flieder und Forsythie herum, hinter der versteckt ein Schnellkomposter und eine Regentonne (mit einem Kartoffelkorb abgedeckt, damit nicht aus Versehen eine Katze reinfällt, wenn sie auf dessen Rand balanciert) steht und du stehst vor der Tür zum Öllager. Gehst du nun weiter an der Wand des Wirtschaftsgebäudes entlang (nun schon parallel zu meiner Wohnung), begegnest du einem Holunder, der arg um sein Leben kämpft, da der Boden dort ausgesprochen mies ist, und mich jedesmal staunen läßt, wieviel Blattläuse eine Pflanze ertragen kann, umrandet von sich ständig neu aussäendem Kerbel. Rechts vom Holunder, mitten im Rasen, steht eine Kätzchenweide, die Lea mit Vorliebe als Kletterbaum benutzt, neben dem Holunder vor der nicht mehr benutzbaren Garagen (die nun der oberen Wohnung als Gartenkammer dient und einen neuen, rückseitigen Zugang hat) balgen sich noch drei Ginster (ein elfenbeinfarben blühender und zwei gelb-rot gefüllte) um den besten Platz, zu ihren Füßen hat sich Frauenmantel breit gemacht.
Jetzt geht\'s links um die Ecke, um Wirtschaftsgebäude und die ehemalige Garage herum in den kurzen Schenkel des L. Hier war bis vor zwei Jahren Jahr noch mein Gemüsebeet. Ich hab\'s aufgelöst und nun eine Wildfruchthecke gepflanzt: eine Kornelkirsche, zwei weitere, schattenverträgliche Wildrosen (rosa canina, oder auch gemeine Hundsrose genannt), eine Hasel und eine Felsenbirne sowie an einem Spalier die Garagenwand hoch eine dornenlose Brombeere.
Unter all diesen Sträuchern haben sich meine Katzen ihr \"Außenklo\" eingerichtet, ein Wunder, daß die Pflanzen nicht dagegen rebellieren.
Bums, schon wieder gegen den Zaun geprallt... In dieser Ecke ragen zwei Baldriane hoch, neben einem Comfrey (Beinwell), der sich ständig nieder legt. Weiter, jetzt rechts rum, geht es an den sich ständig ausbreitenden Minzen (stinknormale Pfefferminze, eine marokkanische Nanaminze, Orangenminze und russische Minze) und unter überhängenden Ausläufern dichten Efeus vorbei, wieder rechts, jetzt kommen die Johannisbeersträucher (je drei rote und schwarze sowie eine weiße) und als Abschluß eine Himbeere.
Hoch oben, den Zaun entlang ranken wieder Lonicera und wilder Wein, der im Herbst wunderschöne rote Blätter hat.
Du wärest jetzt übrigens auch einmal um mein Gemüsehochbeet rumgelaufen... Da drinnen standen letztes Jahr Salate, Monatserdbeeren, ein paar Kräuter (Petersilie, Dill, Schnittlauch und Origanum), in der Mitte eine Artischocke, die wunderschön geblüht hat, roter Mangold vom vorherigen Jahr, der mit seinen Blütenständen sehr bizarr aussieht, eine kümmerliche Paprika und eine noch kümmerlichere Aubergine. Überwintert hatte eine Pastinake und Unmengen von kleinen Salatrauken, die sich ausgesamt hatten. Das Hochbeet, dessen Holz leider morsch geworden war, so daß es sich zu den Seiten bog, daß es wie ein altes Boot auf dem Trockenen aussah hab ich dieses Frühjahr leider entfernen lassen müssen.
Weiter am Zaun entlang, wieder aufs Haus zu, kommst du an Sauerampfer, und zwei Weinstöcken (einem blauen und einem weissen) vorbei, an roter, gelber und weißer Schafgarbe, an Kamille durchsetzt mit orangeblühenden Lilien, einer blaublühenden Distel und lachsfarbenen Lupinen bis am Ende des Beetes ein Strauchgeißblatt steht, das um den Platz mit div. Zitronenmelissen und Anis-Ysop ringt. Zwischen all diesen Pflanzen wuselt sich immer wieder rote Kapuzinerkresse hindurch, die sich auch jedes Jahr selber aussät.
Letztes Jahr ging es noch über den Rasen, aber dies Jahr gibt es auch hier einen frisch angelegten, breiten Plattenweg, der an den alten anschließt. Weiter geradeaus kommst du zur Carporttür, oder dem Hinterausgang meines Gartens... Hier quetschen sich auf wenigen Zentimetern Beetbreite noch ein paar Erdbeeren und eine pinkfarbene Stockrose.
Im Frühjahr, wenn dieser Beetstreifen recht kahl aussieht, was die mehrjährigen Pflanzen angeht, tummeln sich dort unzählige Zwiebelgewächse.
Zurück auf dem Weg, der parallel zur Terrasse verläuft, geht es an einem kleinen Teich vorbei, zurück zu dem Ausleger, wo du angefangen bist.
Du kannst wählen, ob du auf dem Plattenweg gehen möchtest, dann die Stufen wieder hoch, oder die Rampe links neben dem Weg nimmst. Auf der Terrasse wieder angekommen, kommst du nun am Haus längs erst an einer altersschwachen Holzleiter vorbei, die den Katzen den Einstieg in die Waschküche ermöglicht, dann am Badezimmerfenster, hin zur Wohn-/Schlafstube, die ein 2 x 3 m großes Glasfeld mit schwellenfreier Doppelglastür hat. Dort steht der Gartentisch und mein Hochlehner. Vorsicht! Noch ein Schritt weiter, und du plumpst von der Terrasse, die ist nämlich 50 cm überm Erdboden.
PUH! AUFZEICHNEN WÄRE EINFACHER!!!
Also, mit der Terrassentür im Rücken blickst du nun in den Garten. Geradeaus erschaust du meinen Wunschapfelbaum: eine Rote Sternenrenette, oder auch Weihnachtsapfel genannt, dieser heißt so, weil er erst sehr spät reift und kleine, rote Früchte hervorbringt, die man früher an den Tannenbaum gehängt hat, und dessen Fruchtfleisch rot geädert ist. Ein bißchen weiter links, eigentlich nun zentral im Garten, den ersten Apfel, den ich gepflanzt hab: einen Holsteiner Cox, der letztes Jahr Unmengen an Früchten hatte, dieses Jahr leider nur zwei. Ich hasse alternierenden Fruchtansatz! Am äußeren rechten Rand der Terrasse stand früher eine nie
ans Fallrohr angeschlossene Zinkwassertonne, die nun in die Mitte gewandert ist, zu dem, was mein neues, auch mit einem Rollstuhl unterfahrbares Hochbeet geworden ist: dies ist, wie schon die Terrasse selber, ein Holzständerwerk in pfahlbauweise, worauf nun von den Bauern in der Umgebung abgestaubte und teils bei ebay ersteigerte Zinkwannen und -eimer stehen. Gefüllt mit den Küchenkräutern aus dem ehemaligen Hochbeet, frischt gesteckten roten Zwiebeln und demnächst wieder Gemüse (Salat, bunter Mangold, Pastinaken, Radieschen etc.)
Die Walderdbeeren hab ich in einen tönernen Kräuter-/Erdbeertopf umgesetzt, der nun am Terrassenrand steht, daneben Balkonkästen aus Zink mit Petunien und Impatiens (fleißiges Lieschen) sowie die Stubenpflanzen, die in die Sommerfrische umgezogen sind: drei schon sehr alte Avokadobäumchen, ein Ficus Benjamini und drei Lantanen (Wandelröschen). Letztere eigentlich eine eher Kübel-Draussenpflanze, die aber den vorjährige Winter im kühlen und dunkle Heizungsraum nicht so dolle fanden und die ich daher letztes Jahr mit in die Stube genommen hab. Sie danken es mir jetzt mit einer wahren Blütenpracht.
Das Herzstück aber meines Gartens ist ein kleiner Teich. War er zu Anfang testhalber nur eine eingegrabene Mörtelbütt, mit einer einzelnen Seerose darin, so ist es nun ein kleines, nierenförmiges Teichbecken, wie man sie in jedem Baumarkt kaufen kann, von ca. 1,20 m Länge. Rund um diesen Teich gibt\'s wieder reichlich Katzenminze, immer noch nepeta fassenii, die echte Katzenminze Catnip (nepeta cataria), wächst gerade in der Pflanzenkinderstube heran), im Frühjahr Vergißmeinnicht, Stiefmütterchen und gelbe und rote Wildtulpen, mittlerweile drei Sommerflieder (Buddleia, Schmetterlingsflieder) in dunkellila und weiß, blaue und weiße Pulsatilla, im Sommer eine orangeblühende Lilie, und, mein Prachtstück, ein blutroter Riesenmohn sowie zig andere Blühpflanzen. IM Teich drängeln sich eine Seerose, ein Kalmus, ein Igelkolben, ein Mini-Lampenputzer und in der Sumpfwasserzone Sumpfdotterblumen, die auch das Festland erobert haben.
A propos erobern... Ursprünglich hatte ich parallel zur Rampe Kriechthymian gepflanzt, dem es dort aber nicht gefiel, so daß er an die an den Weg grenzende Seite des Teiches umgezogen ist. Nun hat er dort alles kissenförmig überzogen, so daß es wunderbar blüht - und vor allem, duftet!
Den Platz neben der Rampe überlasse ich nun freiwillig dem allgegenwärtigen Moos, es sei denn, die frisch gepflanzten Kissenastern können sich dort durchsetzen.
Was hab ich noch vergessen?
Meinen dritten Apfelbaum, eine Champagnerrenette, als Befruchtungsbaum für die Sternenrenette hatte ich ja schon zu Anfang erwähnt. Er steht hinter einem kleinen Beet, das sich an den Teich anschließt, in dem eine gelb rot gerandete gefüllte Beetrose den ganzen Sommer über reichlich blüht, zwischen Christ- bzw. Märzrosen und wieder wechselnden Vergißmeinnicht und Ringelblumen, sowie einer asternartigen Staude, die im Herbst zu voller Pracht aufläuft, deren Namen ich vergessen hab.
Mir fällt jetzt erst richtig auf, wie viele Pflanzen ich in diesem kleinen Garten untergebracht hab! Die, die sich selbstausgesät und dazwischen gedrängt haben, von Vögeln hereingetragen oder vom Nachbarn herüber gewandert sind (wie der Topinambur, der zwar wunderschön wie eine Sonnenblume blüht, und dessen Wurzeln auch eßbar sind, der aber alles zuwuchert) sowie jede Menge \"Unkraut\", hab ich noch gar nicht aufgezählt.
Erstaunlich, daß immer noch Platz genug ist für die Katten zum Toben und Rennen.
Zugewandertes Viechzeugs gibt\'s auch. Kröten, im Teich, die zur Freude meiner Katten abends durch den Garten hüpfend versuchen, den rettenden Zaun zu erreichen, um rechts in den großen Teich meiner über mir wohnenden Nachbarn zu kommen, jedes Frühjahr begrüße ich einen äußerst aktiven Maulwurf, der nun, da ich weiter Wege angelegt habe, um nicht dauern über seine Hügel zu stolpern, Dauerasyl erhalten hat - im Gegensatz zu den Wühlmäusen, die aber freiwillig das Weite gesucht hatten, nachdem sie sich ein Jahr lang an meinen Blumenzwiebeln vergnügt hatten. Außerdem jede Menge Libellen, Schmetterlinge, Hummeln und sogar ab und an eine Hornisse. Im Winter Vögel, die trotz meiner Katzen zur Winterfütterung kommen.
Ich liebe diesen Garten! Früher war er mir fast zu klein, heut ist er, von der Pflege her, schon fast zu groß... Aber bei schönem Wetter ist dieses grüne Zimmer einfach herrlich! Wenn ich gestreßt bin, ist ein wenig Unkraut zupfen hier, ein bißchen Ernten dort genau der richtige Ausgleich. Für die mir zu schweren Sachen hab ich endlich einen tollen Gärtner gefunden, den ich auch bezahlen kann und brauch jetzt nur noch das zu tun, was mir wirklich Spaß macht.
Ein büschen traurig bin ich über die Lichtverhältnisse. Der Garten liegt zwar nach Südwesten, aber das Wirtschaftsgebäude und die dahinter stehenden großen Bäume machen, daß ich schon mit Strickjacke im Schatten sitze, wenn meine Nachbarn noch im Sonnenschein grillen. Sollte ich noch mal in die Verlegenheit kommen, umzuziehen, werd ich beim nächsten Mal mehr auf die Lichtverhältnisse achten.
Ich hoffe, dieser kleine Rundgang hat dir Spaß gemacht!
Wer Interesse an Samentausch (oder bei regionaler Nähe Pflanzentausch hat), kann mir ja Bescheid sagen.
© LeaofRafiki, 07.07.2002




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