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Erfahrungsbericht von saennchen

PISA-Studie - TOP oder FLOP ????

Pro:

Bildungsform in Deutschland genauer unter die Lupe genommen !

Kontra:

Evtl. Überforderung der Kinder

Empfehlung:

Nein

Heute möchte ich mich einmal zum Thema PISA-Studie äußern.
Die größte weltweite Schulleistungsstudie, an der sich 32 Staaten beteiligten, hatte das Ziel zu prüfen, wie leistungsfähig die Bildungssysteme dieser Staaten sind. Dazu wurden die Leistungen von 15-jährigen, also Schüler/innen am Ende der Pflichtschulzeit, getestet. Drei Bereiche wurden erfasst: Lesekompetenz, mathematische und naturwissenschaftliche Grundbildung. Das Ergebnis dieser Studie war, dass nirgendwo die Unterschiede zwischen guten und schlechten Schüler/innen so groß sind wie in Deutschland.Und das in keinem anderen Land Schüler aus sozialen unteren Schichten es so schwer haben, ihre geistigen Fähigkeiten zu entfalten.
Und plötzlich rückt der Kindergarten in ein ganz anderes Licht !!!
Aus einem spielenden, bastelnden, Kaffee trinkenden Verein (wie der Kindergarten oft dargestellt wird), wird plötzlich diejenige Einrichtung, in der die Bildungschancen beginnen.
Es ist völlig richtig, dass Kinder im Kindergarten viel lernen, wobei für mich das soziale Lernen da ganz weit im Vordergrund steht, denn alles andere Lernen die Kinder in diesem Alter am besten im Spiel, denn das ist in diesem Alter nun mal die Form durch die Kinder lernen.Immer mehr Studien werden über dieses Thema gemacht, um den Eltern klar zu machen, wie wichtig das Spiel für die Kinder eigentlich ist. Und dann kommt eine PISA- Studie daher, und jetzt soll nochmehr Bildung im Kindergarten stattfinden.
Eltern möchten ja immer das Beste für ihr Kind. Das bringen sie dadurch zum Ausdruck, dass sie Englisch im Kindergarten, musikalische Früherziehung im Kindergarten, möglichst noch einmal die Woche schwimmen und noch viele Dinge mehr anregen und fordern. Aber nicht in einer spielerischen Form wie sie die Erzieher in den Kindergartenalltag einbringen könnten, sondern in einer äußerst professionellen Form,z.B. durch einen Musik-oder Englischlehrer. Da bleibt dann erstmal die Frage: Und wann haben die Kinder nochmal Zeit zu spielen, Freundschaften aufzubauen o.ä.???
Soll das alles auf eine Zukunft mit Fach-Idioten ohne soziale Kompetenzen hinauslaufen ???
Nun wird das was die Eltern so oder so schon fordern, was aber von Erziehern meistens durch äußerst überzeugende Argumente wieder ausgeredet werden konnte, durch die Öffentlichkeit/Politik noch unterstützt.
Wie soll man jetzt argumentieren??
Ich denke einfach mal an früher (früher war sowieso alles ganz anders.... :-) ), da gab es gar keine Kindergärten. Und trotzdem ist aus den Leuten früher etwas geworden.
Das soll nicht heißen, dass ich es alles für schwachsinnig halte, was da angestrebt wird, aber ich denke auf jeden Fall, dass Bildung im Kindergarten nicht die größte und schon gar nicht die einzige Voraussetzung für eine gute Schulbildung ist. Denn dabei muss auch unbedingt bedacht werden, wieviel Zeit Kinder eigentlich im Kindergarten verbringen. Die meisten Einrichtungen sind doch nur halbtags. Also kann man sagen, dass ein Kind pro Tag höchsten 4 Std. am Tag und das höchstens 5 Tage die Woche ist. Die übrige Zeit verbringt es also im Elternhaus, mit Freunden o.ä. ! Was soll in dieser kurzen Zeit nun alles erreicht werden?? Sicherlich kann etwas erreicht werden, aber immer nur in Zusammenarbeit mit dem Elternhaus, und wenn diese Zusammenarbeit nicht stattfindet, kann einfach nicht zu viel erwartet und gefordert werden.Ein einfaches Beispiel hierfür ist, das eine Mutter fordert, dass ihr Kind im Kiga die Zähne putzen muss (obwohl in diesem Kiga kein Zahnputzzwang besteht), zu Hause das Kind aber nicht regelmäßig die Zähne putzt. Das Kind wird keineswegs verstehen, warum es nun im Kiga unbedingt putzen soll. Das soll nur ein Beispiel dafür sein, dass ohne Zusammenarbeit mit dem Elternhaus nicht viel umzukehren oder zu bewegen ist. Bezogen auf die Bildung heißt das aber auch, wenn zu Hause nicht auf Bildung geachtet wird, kann im Kindergarten nicht der Grundstein für einen Professor gelegt werden.

Der PISA-Studie zu Folge könnte/müsste auch der Besuch von Kindertagesstätten ab dem 3. Lebensjahr angestrebt werden.Ich persönlich finde das eigentlich zu früh. Bei Familien, in denen beide Elternteile arbeiten müssen, geht das manchmal nicht anders, und dann ist es auch ok.
Dennoch finde ich, dass 2 Jahre Kindergarten normalerweise völlig reichen.

Ich denke nicht, dass mit den Anforderungen, die durch die PISA-Studie an die Kindergärten und ähnliche soziale Einrichtungen gestellt werden, die Einrichtungen oder die Leute, die in diesen Einrichtungen arbeiten, überfordert sind, sondern die Kinder !!!!

11 Bewertungen, 2 Kommentare

  • PrinceofLies

    30.03.2002, 15:53 Uhr von PrinceofLies
    Bewertung: sehr hilfreich

    interessanter Ansatz und die Annahme,daß sich mangelnde Allgemeinbildung nur auf konsequentem Wege aus allen Richtungen von denen ein Kind lernt (und das Elternhaus ist nuneinmal die erste Richtung) ist klar nachvollziehbar

  • KleinerEngel82

    13.03.2002, 19:10 Uhr von KleinerEngel82
    Bewertung: sehr hilfreich

    ich bin voll und ganz deiner Meinung. Plötzlich sehen alle rot und alles muss unbedingt jetzt erledigt werden... Klasse Bericht!