Erfahrungsbericht von DERWUNDERBARE
Rache für Sioux City! Das große Maulwurf-Tagebuch, Part 18
Pro:
Gotcha - eine der ebsten Aufgaben!
Kontra:
Nix
Empfehlung:
Nein
Ahoi, liebe Leser!
Herzlich willkommen zum neuesten Bericht meiner Maulwurf-Reihe.
Dieser Bericht ist etwas besonderes, denn er ist EXCLUSIV für Yopi verfasst, im Gegensatz zu den anderen Berichten vorher gab und gibt es diesen Bericht sowie die folgenden beiden nur hier zu lesen.
Auf Grund einiger Differenzen mit meinen Maulwurf-Kollegen habe ich mich damals entschlossen, alle Berichte löschen zu lassen und die fehlenden 3 Berichte niemals zu verfassen...
Nun aber ist Gras über die Sache gewachsen, und nach dem großem Erfolg, den meine Berichte bei euch Lesern hatten. Habe ich mich entschlossen, die fehlenden Berichte doch noch zu verfassen und zu veröffentlichen!
Also, lehnt euch zurück und erlebt, was ich erlebte...
*** Freitag, der 11. Mai 2001***
Ich wache auf und denke “Wow - es ist wahr!” Ich habe mein oberstes Maximalziel erreicht, ich habe geschafft, wovon ich geträumt habe: Ich habe es bis zum Ende geschafft, ich habe alle Drehtage und alle Aufgaben miterlebt, bzw. die letzten 3 aufgaben liegen ja noch vor mir... Und natürlich auch noch die letzte Abwahl! Einer von uns wird so kurz vorm Finale noch scheitern. Da ja nur noch 3 Kandidaten und der Maulwurf dabei sind, stehen meine Chancen bei 66%, dass ich ins Finale komme!
Aber ich gestehe - da habe ich es nie drauf abgesehen, ich wollte einfach nur möglichst viele Aufgaben mitmachen und so maximalen Spass haben!
Maximaler Spass - dieser Gedanke begleitete mich auch beim gemütlichen Frühstück, als plötzlich mal wieder Gevatter Steven aufkreuzte. Wenn der schon beim Frühstück stört, bedeutet das nie etwas Gutes, und auch diesesmal kam er nicht nur zum Spass zu uns: Er suchte einen Kandidaten mit Entertainerqualitäten. Zum Glück wählte er Marcel und nicht mich aus!
Steven und Marcel gingen also, und Esther, Jens und ich konnten in Ruhe weiterfrühstücken. Erst eine Stunde später kam Steven wieder zu uns und erklärte uns direkt die nächste Aufgabe:
Die Aufgabe klang relativ leicht: Jeder von uns dreien wird in ein Hotelzimmer eingeschlossen. Wir haben nun eine Stunde Zeit, um uns zu befreien und uns in der Hotellobby zu treffen...
Na toll, klingt nicht so spektakulär, oder? Ich durfte als erster ran, mir wurden die Augen verbunden und ich wurde durch das Hotel in ein Zimmer geführt. Hier musste ich mich aufs Bett setzen und man sagte mir, dass ich die Augenbinde erst auf Kommando entfernen dürfe. Auf dieses Kommando durfte ich allerdings noch etwas warten, denn Esther und Jens mussten ihre Zimmer ja schließlich auch erreichen.
Nach ‘ner Weile durfte ich dann endlich - Juchu! Also, Augenbinde ab und ran geht’s an meine Befreiung! Auf den ersten Blick sah ich direkt, welche Hilfsmittel mir zur Verfügung standen: Zwei verschlossene Aktenkoffer, gesichert mit Zahlenschloss, ein Kühlschrank, ebenfalls verschlossen und mit Zahlenschloss gesichert. Weiterhin sah ich ein GPS-Gerät zur Bestimmung des Standortes sowie einen Laptop. Ich sah mich allerdings erst mal weiter im Zimmer um, ob irgendwo verborgene Hinweise zu finden waren, denn nur mit diesen Sachen konnte ich noch nix anfangen! Im Wandschrank fand ich einen verschlossenen Tresor, im Badezimmer fand ich - gar nix! Allerdings fiel mir noch etwas auf: Auf dem Türschloss war ein Trichter, darüber das Wort ALKOHOL. Aha - Alkohol ist die Lösung! Und wo findet man Alkohol? Natürlich im (verschlossenen) Kühlschrank. So weit, so gut, aber wie komm ich ran an das Zeug?
Ich gestehe, hier war ich überfragt. Ich testete das GPS, fand aber keinen Hinweis. Dann versuchte ich, den Laptop in Gang zu bringen - erfolglos, da tat sich nix, obwohl er Strom hatte und eingeschaltet war...
Und hier war ich dann mit meinem Latein am Ende, bis dass mir am Bett das Telefon auffiel. Klug wie ich bin versuchte ich mein Glück. Ich erreichte die Rezeption und versuchte mit mehr als gebrochenem Spanisch, die “Nummero telefona di Senora Esther ou Senor Jens” rauszukriegen - und siehe da, der Mann am Telefon war eingeweiht und gab mir die Nummern der beiden! Jippie, wenn das kein Erfolg ist!
Also, flugs ans Telefon, Esther angerufen - besetzt! Jens angerufen - besetzt! Ja herrlich, die beiden führten Dauergespräche und liessen mich sitzen! Endlich, nach etlichen vergeblichen Versuchen und noch mehr Minuten kam den beiden in den Sinn, dass es mich auch noch gibt! Esther rief mich an und erklärte die Situation:
Esther selbst hatte sich schon befreit. Sie fand in ihrem Zimmer einen Fernseher, auf dem die Duschszene von Psycho lief. Esther kombinierte: Lösung in der Dusche! Dort fand sie dann auch eine Zahlenkombination, die ihre Zimmertür öffnete. Esther hatte in ihrem Zimmer aber auch noch 2 Standfahrräder, doch dazu später mehr.
Jens fand sich in einem komplett abgedunkeltem Zimmer wieder. Er fand heraus, dass das Licht in seinem Zimmer angeht, wenn Esther in ihrem Zimmer eines der Fahrräder bedient. Bei Licht sah Jens einen Hinweis an der Wand: 01.November 03, außerdem sah er “Findet Senor Palermo” und ein Xylophon mit nummerierten Tasten. Logisch; Jens muss auf dem Xylophon spielen, um sich zu befreien - aber was?
Immerhin, mit den Hinweisen konnte ich etwas anfangen. 01.November 03 kann man auch 01.11.03 schreiben, und diese Zahlenkombi konnte ich gebrauchen! Ich ersuchte zuerst, den Kühlschrank damit zu öffnen - vergeblich. Dann versuchte ich die beiden Aktenkoffer - vergeblich. Als letztes fiel mir der Safe ein - und Bingo, mit diesen Zahlen ging er auf!
Im Tresor lag ein Zettel: ein Notenschlüssel mit den Zahlen 12311231345345. Schon beim lesen erkannte ich die Melodie: Frere Jaques! OK, ans Telefon und Jens das ganze mitgeteilt, er musste diese Melodie auf seinem Xylophon spielen! Das funktionierte aber leider nur, wenn Esther das zweite Fahrrad bediente. Die gute musste also nun beide Räder gleichzeitig bedienen, denn im dunkeln konnte Jens die Tasten ja net erkennen!
Aber es gelang und nun war auch Jens befreit. Und ich? Ich saß immer noch eingesperrt und wartete auf die Eingebung... Findet Senor Palermo... Palermo... Ob mir da das GPS weiterhelfen kann?
Um es kurz zu machen: nein, es konnte nicht, wie sich später herausstellte, war mein Zimmer vollgestopft mit Fakes. Weder die Koffer, noch der Laptop oder das GPS hatten wirklich etwas zu bedeuten!
Jens und Esther kamen auf die Idee, nach Senor Palermo an der Rezeption zu fragen, und wieder wurde ihnen geholfen: Sie bekamen eine Torte! Meine Hoffnung auf eine Rumtorte erfüllte sich aber nicht, ich hätte ja den Alkohol aus der Torte auf mein Türschloss quetschen können...
Den beiden kam die Idee, die Torte nach versteckten Hinweisen zu zerlegen, Esther fand nichts, aber als Jens die Torte durchwühlte, fand er einen Zettel mit einer 4stelligen Zahl...
Per Telefon teilten sie mir die Zahl mit, ich konnte den Kühlschrank öffnen, fand den Alkohol, öffnete damit mein Schloss und war ebenfalls frei. Jetzt brauchte ich nur noch zur Rezeption kommen, und die 5000,- DM wären gewonnen. Ich spurtete also los... bzw., ich woltle gerade, als plötzlich der Ruf ertönte: TAPEWECHSEL!
Das bedeutet, dass an der Kamera das Band voll ist und gewechselt werden muss, damit man meine Aktionen auch filmen kann. Da wurde ich etwas panisch, weil ich das Gefühl hatte, dass die Stunde fast rum wäre. Man beruhigte mich aber, ich hätte noch knapp 5 Minuten...
OK, damit kann ich leben, das ist zu schaffen, ich ging also wieder weiter, und plötzlich hörte ich von unten Jens rufen: “Sven, beeil dich, du hast noch 30 Sekunden”
Was redet der? 30 Sekunden??? Hilft nix, da musste ich die Treppe runterwetzen und die Beine in die Hand nehmen. Ich rannte einen langen Gang entlang und kam in der Empfangshalle an, in der gerade ein paar Geschäftsleute eincheckten. Ich glaube, als sie mich bulligen, tätowierten Kerl auf sich zurennen sahen, bereuten sie, dieses Hotel gewählt zu haben...
Aber egal, ich sah Steven, Esther und Jens, rannte zu ihnen... Und aus war das Spiel. Steven sah auf seine Stoppuhr und sagte, dass ich ganze 8 Sekunden vor Ablauf der Zeit angekommen bin!
Wow, das war knapp, aber gewonnen!!
Nach diesem Spiel hatten wir 3 erst mal wieder eine lange Pause, ehe wir per Bus zum nächsten Spielort fuhren. Der Weg kam uns bekannt vor, und auch der Spielort war ein alter Bekannter: Die verlassene Militärsiedlung, in der ich meine Wildcard gewonnen hatte! Hey, ein gutes Omen. Hier gabs erst mal ein leckeres Abendessen mit den immer anwesenden spanischen Soldaten, später traf auch Marcel von seiner Aufgabe ein. Er musste deutsche Touristen vorspielen, dass er Reiseführer sei. U.a. erzählte er den nichtsahnenden Touristen, dass der Atlantik eigentlich der Pazifik sei, er musste sie dazu bringen, gemeinsam mit ihm ein Lied zu singen. Ausserdem musste er jemanden überreden, in ein Eselskostüm zu steigen und sich fotografieren zu lassen. Die letzte Aufgabe bestand darin, die Touristen zu einer Blutspende aufzufordern... Spätestens hier flohen die Leute aber und liessen Marcel alleine stehen...
*** Anmerkung ***
Schade, im TV sah man letzteres leider nicht...
*****************
Nun ja, so sassen wir 4 also da und warteten auf das, was kommen würde, und irgendwann wurde uns klar: Hier wird es die lange erwartete Nachtaufgabe geben! Es wurde immer später und immer dunkler. Die echt netten Soldaten machten mit uns ein Lagerfeuer und wir genossen die warme spanische Frühlingsnacht... Bis dass es endlich losging!
Wir wurden abgeholt und zu einem etwas abseits stehendem Gebäude geführt, welches von Scheinwerfern beleuchtet wurde. Um das Gebäude herum waren einige Strohballen verteilt, die nun angezündet wurden. Das war schon ne tolle Atmosphäre... Das Spiel an sich sollte aber noch besser werden!
Steven erklärte uns, dass sich in dem Gebäude eine wertvolle Kristallkugel befindet. Unsere Aufgabe war es nun, diese Kugel zu bewachen und zu verhindern, dass sie zerstört wird, denn da drüben stehen 4 wirklich böse Kerls, die diese Kugel zerstören wollen!
Zur Verteidigung standen uns 4 Walkie-Talkies sowie 3 Paintball-Markierer zur Verfügung. Mit diesen Markierern können wir Farbkugeln verschiessen. Treffen wir damit einen Angreifer, verliert er eines seiner 3 “Leben”.
Ausserdem dürfen wir den ganzen Sperrmüll, der am Gebäude lag, verwenden um damit Barrikaden zu bauen!
2 Stunden lang müssen wir die Kugel verteidigen, um die 10.000 DM für diese Aufgabe zu gewinnen...
Boah, Paintball, das ist absolut genial, und dann noch in dieser Umgebung! Und endlich würden wir uns dafür rächen können, dass uns die Angreifer “damals” in der Westernstadt so frühzeitig dezimiert haben!
Aber zuerst mal zur Taktik. Wir sahen uns den Raum an, in dem die Kristallkugel stand, und uns wurde klar: Das wird kein Spaziergang. Neben dem Haupteingang gab es einen Nebenraum mit Eingang, einen Raum hinter der Kugel mit Hintereingang sowie mehrere Löcher in der Wand, durch die die 4 Angreifer eindringen können. Kurz nachgerechnet: 4 Angreifer, etliche Eingänge, 3 Markierer - Oh, oh! Das wird ein hartes Stück Arbeit.
Als erstes verteilten wir unsere Rollen: Marcel würde die rechte Seite bewachen, Jens die linke Seite. Ich wurde direkt an der Kugel positioniert. Eine undankbare Aufgabe, ich stand direkt am Objekt der Begierde! Ich musste somit nicht nur den Haupteingang bewachen, sondern auch noch das hintere Zimmer nebst Eingang.
Esther würde mit ihrem Walkie-Talkie um das Gebäude patrouillieren und uns sagen, von wo die Angreifer kommen würden.
Während ich schon die Kugel absicherte, bauten Jens, Esther und Marcel einige notdürftige Barrikaden. Der Haupteingang wurde mit Brettern und einem altem Bettgestell verrammelt, während am Hintereingang ein alter Spind gestellt wurde. Zu mehr kamen wir leider nicht, denn schon rollte die erste Angriffswelle. Die Angreifer fuhren mit 2 Jeeps erst mal um das Gebäude herum, wobei sie versuchten, uns mit Hupe und Lichthupe nervös zu machen - und das gelang ihnen. Der Rauch der brennenden Strohballen und die auf- und abblendenden Scheinwerfer taten ihr übriges, und auch die Kamera- und Tonmänner griffen ein: sie warfen Steine z.B. gegen den Spind am Hintereingang, um einen Angriff von hinten zu simulieren.
Ich würde euch gerne das Gefühl beschreiben, das ich in diesem Augenblick fühlte, aber ich kann es nicht. Es war Adrenalin pur, die Aufregung, die Anspannung, die geile Atmosphäre, die Frage, wann und wo der erste Angriff erfolgen würde - einfach unbeschreiblich, wie ein Orgasmus, nur intensiver!
Esther meldete sich: Die ersten beiden Angreifer sind aus den Jeeps ausgestiegen, die anderen beiden fahren weiter ums Gebäude rum. Jetzt geht’s also los...
Wir 3 waren bis aufs äusserste gespannt, jede Bewegung liess uns zusammenzucken. Ich erspähte den ersten Angreifer, wie er sich von hinten links näherte - Jens’ Seite. Ich gab ihm Bescheid, und Jens konnte den Angreifer mit seinem Markierer treffen! Der erste Erfolg für uns!
Es folgten weitere, ehe, die Angreifer die Taktik änderten - und tatsächlich, es gelang einem, in den Vorraum einzudringen. Er stand also praktisch direkt vor der Tür, nur ca 2 Meter von der Kugel entfernt, geschützt durch eine wand. Was tun? Posten verlassen und ihn eliminieren? War das Taktik, würden die anderen dann die verwaiste Kugel von hinten angreifen und zerstören?
Ich blieb also bei der Kugel - zum Glück, denn der Angreifer hatte etwas anderes vor: Er warf eine Latte gegen die Kugel. Ich konnte das Wurfgeschoss zum Glück gerade noch ablenken, aber trotzdem streifte die Latte die Kugel, welche auf ihrem Gestell bedenklich anfing zu schwanken... Doch ich war zur Stelle und konnte das Unheil verhindern!
Es folgten noch mehrere Angriffe, wobei es uns gelang, 2 der 4 Angreifer endgültig aus dem Spiel zu schiessen. Die letzten beiden entschlossen sich zum finalem Angriff: Sie stürmten laut schreien zu zweit auf die Kugel zu, um sie umzuwerfen - doch sie hatten nicht mit mir gerechnet. Wie ein Football-Spieler warf ich mich ihnen entgegen und hielt beide gleichzeitig auf, bis dass Jens und Marcel herbeieilten und das Spiel für uns entschieden...
*** Wichtige Anmerkung ***
Für alle Skeptiker hier die Auflösung: Paintballspieler wissen, wie gefährlich diese mit Druckluft betriebenen Markierer sind und wie schmerzhaft ein Treffer sein kann. Daher wurde mal wieder etwas getürkt: Unsere Markierer waren nicht geladen. Wurde ein Angreifer getroffen, ging er zum Auto und markierte sich selbst per Farbspraydose.
Die Markierer waren deswegen nicht geladen, weil etliche ungeschütze Personen rumliefen, nicht nur wir Kandidaten sondern auch Kameramänner, Tonleute etc.
Ich gestehe: Dieser Schritt war goldrichtig, denn ich hab im Eifer des Gefechtes wesentlich mehr Kameramänner “abgeschossen” als Angreifer, und auch Esther wäre nicht unmarkiert aus diesem Spiel herausgekommen, wie man im TV gesehen hat...
****************************
*** Fazit ***
Was soll ich sagen? Ich bin froh, dass ich so lange durchgehalten habe. Dieses Spiel war einfach das genialste von allen. Diese super Atmosphäre, der stress - all das fühlte sich an wie ein 2 Stunden langer Orgasmus (sorry). Ich hatte einen Adrenalinschub, als ich von der Brücke gesprungen bin - aber gegen das hier war das echt nur ein laues Lüftchen!
Ziemlich kaputt und geschafft ging es dann zum Hotel, und irgendwie lag auch ein trauriges Gefühl in der Luft, denn morgen... Ja, morgen wird der letzte Tag sein! Morgen kommt die definitiv letzte Aufgabe, die allerletzte Abwahl, der letzte gemeinsame Abend, das letzte Abenteuer...
Also, freut euch schon auf den nächsten Bericht, in dem es darum geht, wer ins Finale kommt, wer als letzter scheitert und nach hause fahren muss... Und es geht natürlich noch einmal spannend zu bei der letzten Aufgabe...
Also, bis dann denn...
Sven aka DERWUNDERBARE
Herzlich willkommen zum neuesten Bericht meiner Maulwurf-Reihe.
Dieser Bericht ist etwas besonderes, denn er ist EXCLUSIV für Yopi verfasst, im Gegensatz zu den anderen Berichten vorher gab und gibt es diesen Bericht sowie die folgenden beiden nur hier zu lesen.
Auf Grund einiger Differenzen mit meinen Maulwurf-Kollegen habe ich mich damals entschlossen, alle Berichte löschen zu lassen und die fehlenden 3 Berichte niemals zu verfassen...
Nun aber ist Gras über die Sache gewachsen, und nach dem großem Erfolg, den meine Berichte bei euch Lesern hatten. Habe ich mich entschlossen, die fehlenden Berichte doch noch zu verfassen und zu veröffentlichen!
Also, lehnt euch zurück und erlebt, was ich erlebte...
*** Freitag, der 11. Mai 2001***
Ich wache auf und denke “Wow - es ist wahr!” Ich habe mein oberstes Maximalziel erreicht, ich habe geschafft, wovon ich geträumt habe: Ich habe es bis zum Ende geschafft, ich habe alle Drehtage und alle Aufgaben miterlebt, bzw. die letzten 3 aufgaben liegen ja noch vor mir... Und natürlich auch noch die letzte Abwahl! Einer von uns wird so kurz vorm Finale noch scheitern. Da ja nur noch 3 Kandidaten und der Maulwurf dabei sind, stehen meine Chancen bei 66%, dass ich ins Finale komme!
Aber ich gestehe - da habe ich es nie drauf abgesehen, ich wollte einfach nur möglichst viele Aufgaben mitmachen und so maximalen Spass haben!
Maximaler Spass - dieser Gedanke begleitete mich auch beim gemütlichen Frühstück, als plötzlich mal wieder Gevatter Steven aufkreuzte. Wenn der schon beim Frühstück stört, bedeutet das nie etwas Gutes, und auch diesesmal kam er nicht nur zum Spass zu uns: Er suchte einen Kandidaten mit Entertainerqualitäten. Zum Glück wählte er Marcel und nicht mich aus!
Steven und Marcel gingen also, und Esther, Jens und ich konnten in Ruhe weiterfrühstücken. Erst eine Stunde später kam Steven wieder zu uns und erklärte uns direkt die nächste Aufgabe:
Die Aufgabe klang relativ leicht: Jeder von uns dreien wird in ein Hotelzimmer eingeschlossen. Wir haben nun eine Stunde Zeit, um uns zu befreien und uns in der Hotellobby zu treffen...
Na toll, klingt nicht so spektakulär, oder? Ich durfte als erster ran, mir wurden die Augen verbunden und ich wurde durch das Hotel in ein Zimmer geführt. Hier musste ich mich aufs Bett setzen und man sagte mir, dass ich die Augenbinde erst auf Kommando entfernen dürfe. Auf dieses Kommando durfte ich allerdings noch etwas warten, denn Esther und Jens mussten ihre Zimmer ja schließlich auch erreichen.
Nach ‘ner Weile durfte ich dann endlich - Juchu! Also, Augenbinde ab und ran geht’s an meine Befreiung! Auf den ersten Blick sah ich direkt, welche Hilfsmittel mir zur Verfügung standen: Zwei verschlossene Aktenkoffer, gesichert mit Zahlenschloss, ein Kühlschrank, ebenfalls verschlossen und mit Zahlenschloss gesichert. Weiterhin sah ich ein GPS-Gerät zur Bestimmung des Standortes sowie einen Laptop. Ich sah mich allerdings erst mal weiter im Zimmer um, ob irgendwo verborgene Hinweise zu finden waren, denn nur mit diesen Sachen konnte ich noch nix anfangen! Im Wandschrank fand ich einen verschlossenen Tresor, im Badezimmer fand ich - gar nix! Allerdings fiel mir noch etwas auf: Auf dem Türschloss war ein Trichter, darüber das Wort ALKOHOL. Aha - Alkohol ist die Lösung! Und wo findet man Alkohol? Natürlich im (verschlossenen) Kühlschrank. So weit, so gut, aber wie komm ich ran an das Zeug?
Ich gestehe, hier war ich überfragt. Ich testete das GPS, fand aber keinen Hinweis. Dann versuchte ich, den Laptop in Gang zu bringen - erfolglos, da tat sich nix, obwohl er Strom hatte und eingeschaltet war...
Und hier war ich dann mit meinem Latein am Ende, bis dass mir am Bett das Telefon auffiel. Klug wie ich bin versuchte ich mein Glück. Ich erreichte die Rezeption und versuchte mit mehr als gebrochenem Spanisch, die “Nummero telefona di Senora Esther ou Senor Jens” rauszukriegen - und siehe da, der Mann am Telefon war eingeweiht und gab mir die Nummern der beiden! Jippie, wenn das kein Erfolg ist!
Also, flugs ans Telefon, Esther angerufen - besetzt! Jens angerufen - besetzt! Ja herrlich, die beiden führten Dauergespräche und liessen mich sitzen! Endlich, nach etlichen vergeblichen Versuchen und noch mehr Minuten kam den beiden in den Sinn, dass es mich auch noch gibt! Esther rief mich an und erklärte die Situation:
Esther selbst hatte sich schon befreit. Sie fand in ihrem Zimmer einen Fernseher, auf dem die Duschszene von Psycho lief. Esther kombinierte: Lösung in der Dusche! Dort fand sie dann auch eine Zahlenkombination, die ihre Zimmertür öffnete. Esther hatte in ihrem Zimmer aber auch noch 2 Standfahrräder, doch dazu später mehr.
Jens fand sich in einem komplett abgedunkeltem Zimmer wieder. Er fand heraus, dass das Licht in seinem Zimmer angeht, wenn Esther in ihrem Zimmer eines der Fahrräder bedient. Bei Licht sah Jens einen Hinweis an der Wand: 01.November 03, außerdem sah er “Findet Senor Palermo” und ein Xylophon mit nummerierten Tasten. Logisch; Jens muss auf dem Xylophon spielen, um sich zu befreien - aber was?
Immerhin, mit den Hinweisen konnte ich etwas anfangen. 01.November 03 kann man auch 01.11.03 schreiben, und diese Zahlenkombi konnte ich gebrauchen! Ich ersuchte zuerst, den Kühlschrank damit zu öffnen - vergeblich. Dann versuchte ich die beiden Aktenkoffer - vergeblich. Als letztes fiel mir der Safe ein - und Bingo, mit diesen Zahlen ging er auf!
Im Tresor lag ein Zettel: ein Notenschlüssel mit den Zahlen 12311231345345. Schon beim lesen erkannte ich die Melodie: Frere Jaques! OK, ans Telefon und Jens das ganze mitgeteilt, er musste diese Melodie auf seinem Xylophon spielen! Das funktionierte aber leider nur, wenn Esther das zweite Fahrrad bediente. Die gute musste also nun beide Räder gleichzeitig bedienen, denn im dunkeln konnte Jens die Tasten ja net erkennen!
Aber es gelang und nun war auch Jens befreit. Und ich? Ich saß immer noch eingesperrt und wartete auf die Eingebung... Findet Senor Palermo... Palermo... Ob mir da das GPS weiterhelfen kann?
Um es kurz zu machen: nein, es konnte nicht, wie sich später herausstellte, war mein Zimmer vollgestopft mit Fakes. Weder die Koffer, noch der Laptop oder das GPS hatten wirklich etwas zu bedeuten!
Jens und Esther kamen auf die Idee, nach Senor Palermo an der Rezeption zu fragen, und wieder wurde ihnen geholfen: Sie bekamen eine Torte! Meine Hoffnung auf eine Rumtorte erfüllte sich aber nicht, ich hätte ja den Alkohol aus der Torte auf mein Türschloss quetschen können...
Den beiden kam die Idee, die Torte nach versteckten Hinweisen zu zerlegen, Esther fand nichts, aber als Jens die Torte durchwühlte, fand er einen Zettel mit einer 4stelligen Zahl...
Per Telefon teilten sie mir die Zahl mit, ich konnte den Kühlschrank öffnen, fand den Alkohol, öffnete damit mein Schloss und war ebenfalls frei. Jetzt brauchte ich nur noch zur Rezeption kommen, und die 5000,- DM wären gewonnen. Ich spurtete also los... bzw., ich woltle gerade, als plötzlich der Ruf ertönte: TAPEWECHSEL!
Das bedeutet, dass an der Kamera das Band voll ist und gewechselt werden muss, damit man meine Aktionen auch filmen kann. Da wurde ich etwas panisch, weil ich das Gefühl hatte, dass die Stunde fast rum wäre. Man beruhigte mich aber, ich hätte noch knapp 5 Minuten...
OK, damit kann ich leben, das ist zu schaffen, ich ging also wieder weiter, und plötzlich hörte ich von unten Jens rufen: “Sven, beeil dich, du hast noch 30 Sekunden”
Was redet der? 30 Sekunden??? Hilft nix, da musste ich die Treppe runterwetzen und die Beine in die Hand nehmen. Ich rannte einen langen Gang entlang und kam in der Empfangshalle an, in der gerade ein paar Geschäftsleute eincheckten. Ich glaube, als sie mich bulligen, tätowierten Kerl auf sich zurennen sahen, bereuten sie, dieses Hotel gewählt zu haben...
Aber egal, ich sah Steven, Esther und Jens, rannte zu ihnen... Und aus war das Spiel. Steven sah auf seine Stoppuhr und sagte, dass ich ganze 8 Sekunden vor Ablauf der Zeit angekommen bin!
Wow, das war knapp, aber gewonnen!!
Nach diesem Spiel hatten wir 3 erst mal wieder eine lange Pause, ehe wir per Bus zum nächsten Spielort fuhren. Der Weg kam uns bekannt vor, und auch der Spielort war ein alter Bekannter: Die verlassene Militärsiedlung, in der ich meine Wildcard gewonnen hatte! Hey, ein gutes Omen. Hier gabs erst mal ein leckeres Abendessen mit den immer anwesenden spanischen Soldaten, später traf auch Marcel von seiner Aufgabe ein. Er musste deutsche Touristen vorspielen, dass er Reiseführer sei. U.a. erzählte er den nichtsahnenden Touristen, dass der Atlantik eigentlich der Pazifik sei, er musste sie dazu bringen, gemeinsam mit ihm ein Lied zu singen. Ausserdem musste er jemanden überreden, in ein Eselskostüm zu steigen und sich fotografieren zu lassen. Die letzte Aufgabe bestand darin, die Touristen zu einer Blutspende aufzufordern... Spätestens hier flohen die Leute aber und liessen Marcel alleine stehen...
*** Anmerkung ***
Schade, im TV sah man letzteres leider nicht...
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Nun ja, so sassen wir 4 also da und warteten auf das, was kommen würde, und irgendwann wurde uns klar: Hier wird es die lange erwartete Nachtaufgabe geben! Es wurde immer später und immer dunkler. Die echt netten Soldaten machten mit uns ein Lagerfeuer und wir genossen die warme spanische Frühlingsnacht... Bis dass es endlich losging!
Wir wurden abgeholt und zu einem etwas abseits stehendem Gebäude geführt, welches von Scheinwerfern beleuchtet wurde. Um das Gebäude herum waren einige Strohballen verteilt, die nun angezündet wurden. Das war schon ne tolle Atmosphäre... Das Spiel an sich sollte aber noch besser werden!
Steven erklärte uns, dass sich in dem Gebäude eine wertvolle Kristallkugel befindet. Unsere Aufgabe war es nun, diese Kugel zu bewachen und zu verhindern, dass sie zerstört wird, denn da drüben stehen 4 wirklich böse Kerls, die diese Kugel zerstören wollen!
Zur Verteidigung standen uns 4 Walkie-Talkies sowie 3 Paintball-Markierer zur Verfügung. Mit diesen Markierern können wir Farbkugeln verschiessen. Treffen wir damit einen Angreifer, verliert er eines seiner 3 “Leben”.
Ausserdem dürfen wir den ganzen Sperrmüll, der am Gebäude lag, verwenden um damit Barrikaden zu bauen!
2 Stunden lang müssen wir die Kugel verteidigen, um die 10.000 DM für diese Aufgabe zu gewinnen...
Boah, Paintball, das ist absolut genial, und dann noch in dieser Umgebung! Und endlich würden wir uns dafür rächen können, dass uns die Angreifer “damals” in der Westernstadt so frühzeitig dezimiert haben!
Aber zuerst mal zur Taktik. Wir sahen uns den Raum an, in dem die Kristallkugel stand, und uns wurde klar: Das wird kein Spaziergang. Neben dem Haupteingang gab es einen Nebenraum mit Eingang, einen Raum hinter der Kugel mit Hintereingang sowie mehrere Löcher in der Wand, durch die die 4 Angreifer eindringen können. Kurz nachgerechnet: 4 Angreifer, etliche Eingänge, 3 Markierer - Oh, oh! Das wird ein hartes Stück Arbeit.
Als erstes verteilten wir unsere Rollen: Marcel würde die rechte Seite bewachen, Jens die linke Seite. Ich wurde direkt an der Kugel positioniert. Eine undankbare Aufgabe, ich stand direkt am Objekt der Begierde! Ich musste somit nicht nur den Haupteingang bewachen, sondern auch noch das hintere Zimmer nebst Eingang.
Esther würde mit ihrem Walkie-Talkie um das Gebäude patrouillieren und uns sagen, von wo die Angreifer kommen würden.
Während ich schon die Kugel absicherte, bauten Jens, Esther und Marcel einige notdürftige Barrikaden. Der Haupteingang wurde mit Brettern und einem altem Bettgestell verrammelt, während am Hintereingang ein alter Spind gestellt wurde. Zu mehr kamen wir leider nicht, denn schon rollte die erste Angriffswelle. Die Angreifer fuhren mit 2 Jeeps erst mal um das Gebäude herum, wobei sie versuchten, uns mit Hupe und Lichthupe nervös zu machen - und das gelang ihnen. Der Rauch der brennenden Strohballen und die auf- und abblendenden Scheinwerfer taten ihr übriges, und auch die Kamera- und Tonmänner griffen ein: sie warfen Steine z.B. gegen den Spind am Hintereingang, um einen Angriff von hinten zu simulieren.
Ich würde euch gerne das Gefühl beschreiben, das ich in diesem Augenblick fühlte, aber ich kann es nicht. Es war Adrenalin pur, die Aufregung, die Anspannung, die geile Atmosphäre, die Frage, wann und wo der erste Angriff erfolgen würde - einfach unbeschreiblich, wie ein Orgasmus, nur intensiver!
Esther meldete sich: Die ersten beiden Angreifer sind aus den Jeeps ausgestiegen, die anderen beiden fahren weiter ums Gebäude rum. Jetzt geht’s also los...
Wir 3 waren bis aufs äusserste gespannt, jede Bewegung liess uns zusammenzucken. Ich erspähte den ersten Angreifer, wie er sich von hinten links näherte - Jens’ Seite. Ich gab ihm Bescheid, und Jens konnte den Angreifer mit seinem Markierer treffen! Der erste Erfolg für uns!
Es folgten weitere, ehe, die Angreifer die Taktik änderten - und tatsächlich, es gelang einem, in den Vorraum einzudringen. Er stand also praktisch direkt vor der Tür, nur ca 2 Meter von der Kugel entfernt, geschützt durch eine wand. Was tun? Posten verlassen und ihn eliminieren? War das Taktik, würden die anderen dann die verwaiste Kugel von hinten angreifen und zerstören?
Ich blieb also bei der Kugel - zum Glück, denn der Angreifer hatte etwas anderes vor: Er warf eine Latte gegen die Kugel. Ich konnte das Wurfgeschoss zum Glück gerade noch ablenken, aber trotzdem streifte die Latte die Kugel, welche auf ihrem Gestell bedenklich anfing zu schwanken... Doch ich war zur Stelle und konnte das Unheil verhindern!
Es folgten noch mehrere Angriffe, wobei es uns gelang, 2 der 4 Angreifer endgültig aus dem Spiel zu schiessen. Die letzten beiden entschlossen sich zum finalem Angriff: Sie stürmten laut schreien zu zweit auf die Kugel zu, um sie umzuwerfen - doch sie hatten nicht mit mir gerechnet. Wie ein Football-Spieler warf ich mich ihnen entgegen und hielt beide gleichzeitig auf, bis dass Jens und Marcel herbeieilten und das Spiel für uns entschieden...
*** Wichtige Anmerkung ***
Für alle Skeptiker hier die Auflösung: Paintballspieler wissen, wie gefährlich diese mit Druckluft betriebenen Markierer sind und wie schmerzhaft ein Treffer sein kann. Daher wurde mal wieder etwas getürkt: Unsere Markierer waren nicht geladen. Wurde ein Angreifer getroffen, ging er zum Auto und markierte sich selbst per Farbspraydose.
Die Markierer waren deswegen nicht geladen, weil etliche ungeschütze Personen rumliefen, nicht nur wir Kandidaten sondern auch Kameramänner, Tonleute etc.
Ich gestehe: Dieser Schritt war goldrichtig, denn ich hab im Eifer des Gefechtes wesentlich mehr Kameramänner “abgeschossen” als Angreifer, und auch Esther wäre nicht unmarkiert aus diesem Spiel herausgekommen, wie man im TV gesehen hat...
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*** Fazit ***
Was soll ich sagen? Ich bin froh, dass ich so lange durchgehalten habe. Dieses Spiel war einfach das genialste von allen. Diese super Atmosphäre, der stress - all das fühlte sich an wie ein 2 Stunden langer Orgasmus (sorry). Ich hatte einen Adrenalinschub, als ich von der Brücke gesprungen bin - aber gegen das hier war das echt nur ein laues Lüftchen!
Ziemlich kaputt und geschafft ging es dann zum Hotel, und irgendwie lag auch ein trauriges Gefühl in der Luft, denn morgen... Ja, morgen wird der letzte Tag sein! Morgen kommt die definitiv letzte Aufgabe, die allerletzte Abwahl, der letzte gemeinsame Abend, das letzte Abenteuer...
Also, freut euch schon auf den nächsten Bericht, in dem es darum geht, wer ins Finale kommt, wer als letzter scheitert und nach hause fahren muss... Und es geht natürlich noch einmal spannend zu bei der letzten Aufgabe...
Also, bis dann denn...
Sven aka DERWUNDERBARE



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