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Erfahrungsbericht von himmelssurfer

Erstrebenswert?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Das Streben, das Streben, das muß sich doch mal geben


mensch lebt, mensch strebt, mensch ist zu Höherem berufen.

Die Entwicklungsgeschichte des Menschen ist eine lange. Evolutionstechnisch gesehen bildet der Mensch den (vorläufigen) Abschluß einer Milliarden Jahre andauernden Entwicklung. Entstanden aus der Keimzelle des Lebens, hat Gott/Natur dafür gesorgt, daß letztlich mensch entstand. Über alle Mühen hinweg wurden wir „geschaffen“.
Nun gut, der Augenblick der Zeugung ist *sehr* kurz, von der Vorgeschichte meist ganz zu schweigen.
Aber die Entwicklung im Mutterleib wiederum nimmt weitere 9 Monate in Anspruch. Aus der Sicht unseres heutigen Lebens und der „gefühlten“ Zeit ebenfalls eine relativ lange Zeitspanne. Diese Zeit ist angefüllt mit Wärme, Wohlbehagen, Gefühlen. Der kleine mensch entwickelt sich. Mama paßt schon auf.

Zusammenfassend kann man also sagen: mensch wurde viel Zeit gegeben, um das beste aus sich zu machen. Und was ist das erste, was mensch tut, wenn er das Licht der Welt erblickt? Er *schreit*!! Und dieser Augenblick ist leider bezeichnend für den ganzen Rest unseres restlichen (westlich geprägten) Lebens. Der Druck der Gesellschaft, Erfolg haben zu müssen, hält uns allzu oft davon ab, uns selber als Menschen weiterzuentwickeln, all der Liebe im Mutterleib und der in Äonen zu zählenden Vorgeschichte zum Trotz. Seien wir doch ehrlich: die meiste unserer Lebenszeit haben wir nicht sinnvoll genutzt. Wir haben es „vergeigt“.

mensch will immer *mehr* haben. Nie ist er zufrieden. Es gibt immer jemanden, der „besser ist“, was in dem Fall heißt: mehr hat. Da will mensch auch hin. Also strebt er weiter. Abgesehen davon, daß er eh die Krönung der Schöpfung ist (schauen wir mal, wie lange die Natur das auch noch so sieht). „Verbessern“ will mensch sich immer noch. Was letztlich dazu führt, daß mensch *immer* meckert. Das geht schon beim Wetter los: es ist zu nass, zu trocken, zu warm, zu kalt, zu windig, zu regnerisch, zu hell, zu sonnig, zu wasweißich. Aber wie selten sagt mensch: He, es ist richtig tolles Wetter.
Und der Rest des Lebens läuft genauso ab: Der Standardsatz morgens beim Aufstehen heißt: „Sch... Wetter! Ich habe keinen Bock zur Arbeit zu gehen!“

Was wir bei all dem Streben nach „mehr“ vergessen, ist meist das, was wir bereits haben.

Der Satz des Morgens sollte eigentlich heißen: „Ich bin froh! Ich habe eine Wohnung, habe Arbeit (zumindest in den meisten Fällen), habe zu essen, kann ärztliche Versorgung in Anspruch nehmen, muß keine 6 Stunden laufen, um Trinkwasser zu bekommen, meinen Kindern geht es gut, muß nicht in den Nachbarort laufen, wenn ich eine Nachricht übermitteln will, habe etwas anzuziehen...und vieles andere mehr“.

Bedenke: auch das 86. Paar Schuhe/wasauchimmer macht nicht wirklich glücklich.

18.01.2004
by Himmelssurfer

auch bei Ciao veröffentlicht

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